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Kategorie: Visuelles

Bastionen – Vergessene Festen Vergessener Systeme

Ich bin gerade etwas perplex. Als ich im Winter mit dem Zug durch den Osten Deutschlands unterwegs war, warf ich auf Twitter eher beiläufig die Frage ab, ob irgendwer schon mal auf die Idee gekommen sei, einen Bildband der ganzen verlassenen, verrottenden Bahnhofsgebäude zu machen, die da von der DDR übrig geblieben sind. Weil davon gibt es unzählbar viele. Es gab da einige Antworten drauf und das war es dann für mich. Jetzt sehe ich eben, dass
Holger Schilling, der Tüp, der auch für „Während ihr schlieft“ verantwortlich ist, was ich hier erst vor ein paar Tagen hatte, genau das gemacht hat. Er hat ein Fotoband von Bahnhofsgebäuden am Start, in dem eben auch dutzende dieser alten Bahnhofsgebäude der Ex-DDR Platz finden. Nicht nur verrottende, aber eben doch so einige. Andere, wenige wurden saniert. Das Buch nennt sich „Bastionen – Vergessene Festen Vergessener Systeme„, was mehr als treffend ist, wie ich finde. Auf Behance gibt es eine ziemlich umfangreiche Sammlung derer Fotos, die das Buch mit sich mit bringt.


(via Monostep, via ISO50)

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Die Tage der Regel einer Frau

Ich weiß zwar noch nicht wie ich das hier jetzt alles zusammenbekomme, ohne mir dabei ein rhetorisches Bein zu brechen, aber ich versuche es mal – die Headline ist schon mal selten dämlich.

Also: Jonathan Gurvit hat auf Behance eine Postkartenserie, welche die Emotionen einer Frau während ihrer Menstruation illustriert darzustellen versucht. Mit allen Höhen und Tiefen. Puh. Die sind alle sehr sehenswert, auch weil stilistisch alle sehr unterschiedlich.

Aber: Eine der Postkarten zeigt eine Frau, deren Oberkörper von dutzenden Pandas umhüllt wird. Mit der Bildunterschrift: Heute fühle ich mich liebewohl. Hier:

So sehe ich nämlich auch aus, wenn ich mich liebewohl fühle. Mit unrasierten Beinen allerdings.

Und wegen diesem Foto lasse ich mich gerne doch auf das dünne Eis, auf das ich mich mit diesem Thema begebe, ein. Eigentlich hätte ich das ohne weiteres in mein Panda Tumblr gesteckt, aber ich habe meinen Rechner mit den Zugängen nicht dabei, weil ich ja der Großen zu Ostern unbedingt Sims 3 schenken musste, was auf ihrem MacBook nicht läuft, auf meinem Pro allerdings schon, aber das ist eine andere Geschichte.

Warum allerdings Jonathan Gurvit als Mann sich nun in der Berufung sieht und für kompetent hält, die Menstruation einer Frau zu illustrieren, dass müsstet ihr ihn selber Fragen. Und vergesst die Headline.

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Fantastische Animation: Tales from the Heart

Eine Mixtur aus handgemalter und programmierter Animation von Droolart. Seht euch dieses Herz an. Großartig!

For this project we chose the human heart as a guiding theme, that and the black, white and red colour scheme were the only limitations we set for ourselves. We then each went our separate ways to create the content of this piece. We came back together a week later to mash it all together into the chaotic eye candy you see before you. Encompassing a wide range of styles and techniques ranging from hand drawn to complex particle systems, Tales from the Heart is a wild ride through the body, the gutter and the cosmos.


(Direktlink)

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Während ihr schlieft – Nachts in den guten Vierteln

Diese Bilderserie ist mit Abstand das Beste, was ich seit langem gesehen habe. Weil sie so unheimlich viel Platz für Interpretationen zulässt. Hier meine: Holger Schilling ist in den Nächten mit Kamera los gezogen und hat in den Vierteln, wie ich sie hier aus Dahlem, Zehlendorf, Teltow, Kleinmachnow, Rangsdorf, Fichtenwalde und dem sonstigem Berliner Umland kenne, die Häuser von denen fotografiert, die offenbar „auf den Cent nicht achten müssen“. Erspart mir das Thema von Krediten und so, Ihr wisst schon, was ich meine. Eigenheim, heile Welt, Rollläden runter, es ist Nacht, wir haben unsere Ruhe und so.

Da geht der also hin und macht dann, wenn alle pennen, Bilder der Häuser von denen und haut einen solchen Text vor seine Fotoserie, und nennt sie „Während ihr schlieft„.

Während ihr schlieft revolutionierten wir die Welt.
Während ihr in euren Bunkern saßt veränderten wir die Musik
und während ihr euch über die gepiercten und tätowierten
aufregt definierten wir die Mode.

Was als eine Hommage an die 68er begann, als ein Spiegelbild
der Erscheinung und der Persönlichkeit einer vielleicht zu
scheinbar revolutionären Generation, wurde zu einer Studie
der Nachkriegsarchitektur. Entwickeltes und Gestaltetes wurde
verlassen – der Nachkriegstyp ist der Archetyp. Kleine Universen
die durch ihre Gleichheit zum Paradoxon werden. Die Bauhaus-
architektur findet hier ihr Gegenstück und bildet in ihrer formalen
Strenge und Moderne die Übertreibung dieses Archetyps.

Während ihr schlieft ist das Bild der Stadt – Das Bauhaus des kleinen Mannes.

Großartig!

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Animation: The Return of John Frum

Herrlich unaufgeregt, dennoch mit Tiefe und sehr geil animiert. Von Christian Schlaeffer.

John Frum, Messiah of polynesian Cargo Cults, returns as an astronaut and businessman to the postindustrial wasteland of the financial-service-economy. Together with a native, he sets out for a „conquest of the useless“ — or something.


(Direktlink)

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