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Die Rügenwalder Mühle gibt bekannt, ihre veganen Produkte zukünftig mit 100% Ökostrom herzustellen – und erntet Kartoffelauflauf

Ich kaufe die vegetarischen und veganen Produkte der Rügenwalder Mühle regelmäßig. Weil sie mir schmecken und für mich eine Alternative zum Fleischessen sind. Klar, gibt es dort auch Dinge, die verbesserungswürdig sind. So gefallen mir die Plastikverpackungen nicht sonderlich gut. Aber man merkt an der Firmenstrategie, dass die dort am sich weiter entwickeln sind und an sich arbeiten, was ich gut finde.

So haben sie vor ein paar Tagen bekannt gegeben#, dass sie ihre veganen Produkte zukünftig mit 100% Ökostrom herstellen werden. Gut, tut niemandem weh, geht in die richtige Richtung. Finde ich gut.

Und so dachte ich, das sehen andere auch so. Die Mühle nimmt niemandem was weg, kann sich keiner dran stören. Allerdings stören sich doch einige daran, wie einige Kartoffelkommentare zeigen, die vermuten lassen, dass diese Leute die Umstellung auf Ökostrom bei der Produktion verganer Lebensmittel für den Untergang des Abendlands halten. Was zur Hölle stimmt mit diesen Leuten nicht?!


(via KaNoNym)

Und Hut ab für die Social-Media-Leute, die diesen unfassbaren Bullshit irgendwie aushalten.

12 Kommentare

  1. Jack20. November 2019 at 12:41

    Wow – sieht aus als ob das mal wieder die versammelte rechte Ecke/AFD ist .. MaiLab hatte da grade was zum Fall David Bardens (Beweis des Masern Virus) https://youtu.be/0IS7I57YyrE?t=734
    „…Diese ganzen extremen radikalen Stimmen im Netz sind meistens nur eine sehr kleine Minderheit die einfach nur sehr laut schreit…“

    Und auch wenn es „Fruchtfleisch“ gibt finde ich diese Bezeichnungen doch etwas ungünstig – zumal ja schon echtes ununterscheidbares Fleisch ohne Tier gezüchtet wird. Ob das dann Vegan ist, ist dann ja wieder eine Glaubensfrage.
    Aber Soja/Tofu, Seitan, Casein oder Albumine kann man doch auch so nennen.
    Der Begriff Fleisch wird ja garnicht verwendet (ist laut Lebensmittelbuch auch nicht erlaubt)
    Filet hingegen bedeutet ja etwas anderes – aber diese feinen Unterschiede sind den Muppets ja egal, könnten sich ja sonst auch garnicht aufregen.
    Schinken und Wurst sehe ich da eher problematisch, wobei die Wurst ja auch machmal nur die Form beschreibt und eben rechtlich nicht geschützt ist.
    Viel verwirrender ist da schon dass zB Wildwasserlachs weder Bio noch Wildlachs ist und Wild(lachs) nicht Bio ist – und Bio nur aus Aquafarming kommt.. so ein Sumpf

    Und natürlich ist Ökostrom toll – Der Grund warum sich weniger Leute, weniger heftig, über Dinge wie „vitalisiertes Wasser“ „Homöopathie“ etc. aufregen ist doch dass dies einfach eine andere Bildungs/Bevölkerungsschicht ist die eben nicht so versessen ist sich emotional in Kommentaren zu entladen. Im Gegensatz zu Glaubigen und Esoterikern und Konservativen. Keith Stanovich hat in seinen Studien da ja eine Antikorellation dieser Gruppen zum Actively Open-Minded Thinking Scale (AOT) belegt – Volksverblödung ist messbar!.

  2. µ20. November 2019 at 13:24

    und ich frage mich gerade, ob die nicht-vegan/vegetarischen produkte mit extra viel kohle- und atomstrom hergestellt werden…

    • datenhamster20. November 2019 at 14:10

      Am ende bedient sich Rügenwalder beim deutschen Strommix. Sonst würde ja die vegane-Wurst-Herstellung stillstehen, wenn es mal dunkel und windstill ist. Dieses 100% erneuerbare Energien ist also Quatsch. Ohne Energiespeicher, die in ausreichender Menge nicht vorhanden sind, ist das eben nicht möglich. Man könnte also tatsächlich so rechnen, dass Rügenwalder den grünen Strom aus dem Strommix eben für das vegane Lebensmittelchemieprodukt nutzt und den Kohlestrom für die Wurst aus Tieren.

  3. datenhamster20. November 2019 at 13:55

    Das einzige, das mich daran stört ist, dass diese veganen Produkte schön mit Vokabular aus der Fleischindustrie beworben werden: Im Bild oben Schinken, Hack und Filet. Und warum muss vegane Nahrung so aussehen und sich anfühlen und riechen wie Nahrung von Tieren? Das leuchtet mir irgendwie nicht ein. Es fühlt sich falsch an. Man wird belogen. Seit ich eine Quelle für viele gute Vegetarische Rezepte gefunden habe (ich nenne die Firma hier nicht, ist ein Versender, der neben Rezepten gleich alles mitliefert), koche ich regelmäßig, teilweise eine Woche ohne Fleisch. Aber da erzählt mir auch keiner, ich würde Fleisch essen, obwohl es tatsächlich deutlich mehr Zusatzstoffe braucht, eine Wurst ohne Fleisch herzustellen. Ich fände es viel besser, für die Haltebedingungen der Tiere etwas zu tun, und seltener Fleisch zu essen. Ich werde bei den Rügewaldlern jedenfalls ebenfalls kein Kunde. Weniger aus ideologischen Gründen wie die AfDler oben, sondern weil ich nicht belogen werden will (s. Produktnamen) und die Lebensmittelchemie nicht so mein Ding ist – meistens jedenfalls.

    • Bambu2220. November 2019 at 14:10

      Ich finde es eigentlich gut, dass genau dieses Vokabular, Aussehen (ÜBERGANGSWEISE) benutzt wird. So kann es doch sein, dass durch ein „Ersatzprodukt“ der Übergang viel leichter gemacht wird für richtige Fleischliebhaber. Klar, es muss natürlich deutlich sichtbar sein, dass es kein echtes Fleisch ist. Aber das steht ja auch auf der Verpackung.

      Ich hoffe, die bekommen die noch so weiter entwickelt, dass die irgendwann kein Ei mehr brauchen… Denn dadurch leiden tatsächlich auch einige Tiere…

    • JayKay20. November 2019 at 14:14

      > Und warum muss vegane Nahrung so aussehen und sich anfühlen und riechen wie Nahrung von Tieren?

      Weil ich die Haptik und den Geschmack von Fleisch oder Wurst mag, jedoch als Vegetarier kein Fleisch esse. Darum. Ganz einfach, ne?

    • Sebix21. November 2019 at 14:25

      > Und warum muss vegane Nahrung so aussehen und sich anfühlen und riechen wie Nahrung von Tieren? Das leuchtet mir irgendwie nicht ein.

      Das dachte ich auch mal. Inzwischen lebe ich weitestgehend vegan. Aus hauptsächlich ethischen und ökonomischen Gründen.
      Und trotzdem habe ich letztens große Lust gehabt, mal wieder einen Döner zu essen.
      Da war ich ganz froh, dass es beim Tegut (hessische Bio-Supermarktkette) veganen Dönerfleischersatz gibt. Die Soße auf Soja-Joghurt-Basis, Fladenbrot ist eh vegan, unterschiedlichen Salat rein, fertig. War sehr sehr geil.

      Die meisten werden halt nicht Vegetarier oder Veganer, weil einem die Mischung aus Konsistenz und Geschmack nicht gefällt. Im Gegenteil: Man gewöhnt sich sein ganzes Leben an Fleisch-Produkte.

  4. nk20. November 2019 at 18:13

    Wenn die Mühle vegan ist, warum hat Sie dann Fleischwürste als Flügel?

  5. sld20. November 2019 at 18:29

    Diese Rhetorik ist auch schwer AFD-Like „ist ja wie 1933!“. Da wird das eigene Verhalten und eigene Ideologie schnell mal auf die Gegenseite projiziert und herüberfantasiert. Die armen Verbitterten wissen sich einfach nicht mehr zu helfen. Traurige Gestalten.

  6. Martin Däniken20. November 2019 at 23:15

    „Vegan“
    der Pfruchtpfleischlose PFlock im pfleischeslustigen PFleisch der PFleischesser…

  7. 2cent21. November 2019 at 10:59

    Das sind Tofuwürste

  8. Martin Däniken22. November 2019 at 13:47

    @2cent: Ok….du wolltest es nicht anders
    „Vegan“
    das Pfruchtpfleischlose PFofuPFürstchen im pfleischeslustigen PFleisch der PFleischesser….

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