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How to play pool billard

Ich glaube, ich schrieb da hier nie drüber, aber eine meiner heimlichen Leidenschaften ist ja das Pool Billard. Als Sekundärschüler habe ich mein Taschengeld damit verdient in einer Billardkneipe, in der ich arbeitete, alternde Westberliner beim Pool abzuzocken. Ich tat die ersten beiden Runden immer so, als hätte ich zum ersten Mal einen Queue in der Hand. Wir spielten dann um Geld. Nach jeder Runde hieß es dann „doppelt oder nichts“. Ich begann zu spielen und gewann im Regelfall so oft, dass die Gegner keinen Bock oder halt kein Geld mehr hatten. Ich bezahlte mit meinen damals 16 Jahren all meine Sneaker mit der Kohle, die ich dort an den Wochenenden erspielte. Gerne auch gegen den Chef der Billardkneipe, der irgendwann einfach nicht mehr gegen mich spielen wollte. Weil das Billardspielen gegen mich ihn teurer kam, als die paar Mark, die er mir als Stundenlohn zahlte.

Irgendwann flog ich mit dem Konzept an einem Abend mal komplett auf die Fresse. Ein in die Jahre gekommener Westberliner kam in die Brandenburger Pampa und wollte um Geld spielen. Ich bat mich an und wir spielten zwei Runden. Er tat so, als hätte er zum ersten Mal einen Queue in der Hand und keine Ahnung von nichts. Dann hieß es „doppelt oder nichts“. Am Ende musste ich 800 Mark auf den Tisch legen. Und habe danach über zehn Jahre lange keinen Queue mehr angefasst. Das hat so richtig, richtig weh getan.

Mit meiner zweiten Ausbildung fand ich wieder zum Billard, ganz ohne dabei um Geld zu spielen. Und ich liebe diese Mixtur aus Geometrie und Physik immer noch sehr.

Und manchmal versuche ich dann zu erklären, wie sich das mit den Kugeln auf dem Tisch miteinander verhält, was in der Erklärung ja schon immer auch etwas abstrakt sein kann. Hier gibt es das Anspiel- und Effetverhalten von Kugeln ganz wunderbar veranschaulicht. Genau so geht das nämlich.

3 Kommentare

  1. Robert26. Mai 2020 at 01:28

    @RONNY: Gutes Video. Aber, jetzt kennste dit ja schon lange … „Dont mess with West-Berlin!“ *Spaß* :-D Jetzt existiert schon mehr als 30 Jahre kein West-Berlin und trotzdem scheint es weiterhin unter den heute 20-jährigen ein großes Thema zu sein. Auch die Identifikation mit den alten Postleitzahlen. Erstaunlich! Ich, als alter West-Berliner Sack habe deshalb mal ein paar Nachrichten aus dem West-Berliner Untergrund bzw. als kleinen Einblick in die STRASSEN PHILOSOPHIE DER GENERATION 2000 in der Großstadt zusammengetragen. Vielleicht auch nichts Neues für Dich mit dabei aber dachte mir gerade so als Jugendbetreuer könnte Dich sowas durchaus interessieren und natürlich ebenso für all die ganzen Nicht-Berliner da draußen, sowieso.
    Worum gehts?
    https://www.youtube.com/watch?v=ImsAQiRcLRg
    oder besser hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=x-r55fuHL3Q
    „Fuffikunde“ … „aufgewachsen in Berlin“ … „bin ich schneller weg als Kokalines oder die Enterprise“
    oder noch viel besser hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=Um9VR-LyeLc
    „Das ist Berlin. Trau dich auf die Westseite.“ – „West-Berlin das Gebiet“ – „Das ist West-Berlin Untergrund“
    Hoffe mal das Ganze ging jetzt nicht viel zuu weit weg vom Thema. Berliner schieben halt immer Welle, auch wenn mal nichts oder nicht viel dahinter steckt. Kennste ja.

  2. Fritz26. Mai 2020 at 01:30

    Hey Ronny,
    Danke für die schöne Geschichte! Das mit der Geometrie und Physik gefällt mir auch dermaßen gut. Da ist es eigentlich peinlich, wie schlecht ich spiele; eigentlich nur 9-Ball und auf Glück hoffen :)
    Das Gif is großartig. Und auch, wenn ich schon weiß wie es geht, träume ich ab jetzt wieder mehr davon, es auch mal so gut hin zu bekommen.

  3. Datenhamster26. Mai 2020 at 10:47

    kann mir mal einer erklären, was es mit den Zahlen auf der roten Kugel auf sich hat? Die Punkte auf der weißen müssen mit dem Queue getroffen werden, das ist klar. Ist das für die Ausrichtung des Queues, also der Queue muss in einer Linie mit beiden Zahlen sein?

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