Ich kannte mal einen, der mit 53 jeden Tag den ganzen Tag Dope rauchte. Nach eigener Aussage tat er das seit über 30 Jahren. In den 70ern kaufte er sich eine kleine Farm in Marokko auf dem eine Familie wohnte, die das ganze Jahr über für ihn bestes Haschisch anbaute. Er rauchte auch keine anderes. Nur das, was von seiner Farm kam. Mindestens einmal im Jahr fuhr er mit seinem eigens dafür zum Wohnmobil umgebauten 508er nach Marokko, blieb ein paar Wochen, packte sich die Kiste voll und kam zurück. Zumindest tat er das ein paar Jahre lang. Später lies er andere für 25000 Mark diese Tour machen. Dieses mir von ihm offerierte Angebot lehnte ich dankend ab und beschränkte mich eine zeitlang darauf, alte, von ihm gekaufte 508er zu verhältnismäßig luxuriösen Wohnmobilen umzubauen, die schon mal ein Hängebett und eine Dusche mit blauem Acryl-Glas hatten. Er war ziemlich geschmackssicher. Die Kisten verkaufte er dann, generalüberholt, für um die 80000 Mark an willige Käufer. Er zahlte verdammt gut. Wohl auch, weil wir Busse umbauten, die für die Marokko-Touren konzipiert wurden und er wusste, dass wir wussten.
Er war cholerisch, meistens übellaunig, immer viel zu laut und kein bisschen feinfühlig und auch sonst so gar nicht das, was ich mir bis dahin unter einem Alt-Hippie vorgestellt hatte. Dennoch arbeitete ich verhältnismäßig lange für ihn – wir kamen klar. Als das mit dem Internet los ging, wollte er eine Musik-Distribution aufbauen. Ich sollte einer seiner drei Partner werden. Er kaufte fünf Macs und dachte, das würde dann schon irgendwie laufen. Er täuschte sich, fühlte sich von einigen Partnern hintergangen und flippte schon morgens jeden Morgen aus. Ab da wurde es irgendwie unschön.
Irgendwann aber überwarfen auch wir beide uns. Es ging um Geld. Natürlich. Und darum, dass er Stunden nicht zahlen wollte, die wir für ihn arbeiteten. Er nöhlte mich am Telefon voll, holte den alten Studio-Verstärker, den er mir einst lieh, bei mir ab und wir sahen uns nie wieder. Ich habe nachdem auch nie sonderlich viel Wert darauf gelegt. Trotzdem frage ich mich hin und wieder, ob er in den letzten 10 Jahre so weitergemacht hat. Mit dem, was er eben 30 Jahre vorher auch schon machte: irgendwelche Deals und das Kiffen. Vielleicht lebt er schon gar nicht mehr, obwohl er damals einen sehr fitten Eindruck machte. Nach dem ersten morgendlichen Joint und dem ersten Kaffee, den er immer aus einem Cafe in der Nähe holte – in seiner Küche gab es so ziemlich genau gar keine Lebensmittel – machte er eine Stunde Gymnastik und Rückenübungen.
Er hatte eine Freundin in Brasilien, die einen Sohn hatte. Nicht von ihm. Er lies sie ein-zwei Mal im Jahr einfliegen und verbrachte im Gegenzug ein paar Wochen des Jahres in Brasilien. Wenn sie da war, war er immer sehr menschlich. Verliebt auch. Über Jahre hinweg. Er sprach manchmal davon, nach Brasilien gehen zu wollen. Vielleicht tat er das inzwischen. Ich habe nie wirklich daran geglaubt, schließlich fährst du nicht mal eben mit deinem 508er von Brasilien aus nach Marokko und dann beladen wieder zurück. Aber wer weiß? Man kann ja nie genau wissen, in welchem Hafen einen die Liebe stranden lässt.
Aber was ich eigentlich wollte: dieses vielleicht gefakte Video zeigt einen vielleicht 98-jährigen, der seit 1936 jeden Tag sein Dope raucht. Und ganz egal, ob das nun stimmen mag, ich glaube schon, dass das durchaus möglich sein kann, weshalb ich mich da oben jetzt so reinschrieb. Wie auch immer.
Krasses Tumblr von Ryan Nethery, der dafür einige Fotos von gemieteten Räumen in New York sammelt und gleich deren Mietpreis mit angibt. Und wenn ich das richtig verstehe, geht es hier tatsächlich nur um die Preise der jeweiligen Räume, nicht mal um Wohnungen.
Hier ein Zimmer in Bushwick, Brooklyn, für läppische $950.00.
Ich lass das mal komplett unkommentiert, aber ich muss furchtbar lachen. Und bevor mir hier von irgendeiner Seite irgendetwas unterstellt wird: das bin nicht ich! So ein Lied wie Friedemann Weise es schrieb, würde ich niemals schreiben!
Sehr schön visualisiertes Video vom wahrscheinlich weltweit begehrtesten Festival, dem Burning Man. Gemacht hat dieses Rich Van Jeder für Spark Pictures, die mit A Burning Man Story (hier der Trailer) in diesem Jahr gleich noch einen ganzen Film auf die Leinwände bringen werden.
Für diese kurze Doku hier hat man jede Menge Protagonisten, Gestalter und auch einfache Gäste zu ihrer Arbeit und ihren Eindrücken befragt. Und ich weiß, dass ich das immer schreibe, wenn ich über das Burning Man schreibe, aber ich muss da unbedingt mal hin. Ich schreibe das immer wieder, damit ich es auch gar nicht vergessen kann.
Illuminating the culture of Burning Man – the annual pilgrimage to Nevada’s Black Rock Desert – as a catalyst for community, innovation and the actualization of dreams, this film offers a glimpse into the art and culture of this dynamic community with the hope to spark a dream within you.
Diese Mix CD von DJ Sneak ist einer der besten Mix-CDs, die ich je kaufte. Ich habe sie immer noch, obwohl es eine der ersten war, die ich damals digitalisierte. Bis dahin war House für mich immer solala, aber nachdem ich das damals hörte, wusste ich, dass auch da richtig viel Energie rein und rausgehen kann – ich kam halt vom Techno, da war nicht so viel mit Herzerwärmung. Hier war das anders, auch ganz ohne Amphetamin.
Trotzdem langweilte mich dieses Handtaschen Geschaukel irgendwann allgemein und ich gab mich anderen Genres hin. Trotzdem: immer wenn Sneak irgendwo draufstand, hörte ich zumindest mal rein.
Jetzt natürlich schon lange nicht mehr, aber wenn sie die alte House-Granate im Jahr 2013 schon mal in din Boiler Room holen, kann man sich das auch anhören. Anhören, nicht ansehen – das ist furchtbar. Natürlich. Und was soll ich sagen? „Hustling for House“. Ich würde den Mix nicht mal unbedingt laden, aber ich fühle mich gerade recht gut damit, ihn gehört zu haben.
Es kann für den heutigen Tag kein besseren Mix geben. Draußen brennt die Sonne, das Urteil ist da (mehr dazu später), mir ist nach ganz viel Sekt in der Sonne und barfuß tanzen auf einer saftigen Wiese. Und das hier ist der Sound dazu. Aufgenommen in der Kunstkantine Magdeburg, gemixt von keinem geringeren als Till von Sein. Ganz großes Sonnensegeln.
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