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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

17 Jahre mit einer Frau zusammen, zwei Kinder mit dieser und immer so richtig als Familie. Eine derartige Bio taugt heute schon dazu, als rebellisch durchzugehen. Patchwork schließlich macht heute so ziemlich jeder. Vor 30 Jahren war das wohl andersrum. So geht das.

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Mitte 40, grauweiser Kranz um die Platte, lange Radlerhose mit sich deutlich abzeichnendem Sackpolster um die Prostata zu schonen, durchtrainiert, Medinet aus der Flasche und nach der Hälfte deren Inhalts schon so steif, dass er schwanken muss. Dazu ein Hosen-Shirt mit dem obligatorischem „Bis zum bitteren Ende“ auf der Brust.

Punk is dead, baby, Punk is sowas von dead.

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Nebenan sitzen die alten Hasen vor ihrem niegelnagelneuen T5 mit Luxusausstattung, mit dem sie ihren Luxus-Wohnwagen durch die Landen ziehen und trinken sich die alten Zeiten schön, in dem sie noch mit dem T1 durch ganz Europa gezogen sind. Immer nachdem sie an den mit Haschisch geladenen Pfeifchen gezogen haben. Eine Geschichte aus dieser Zeit jagt die nächste. Alle durchaus hörenswert und spannend sogar.

Niedlich sind sie ja, die alten Hippies, die heute ihre Gelenke in der bandscheibenschonenden Matratze betten.

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Bei der Auswahl meiner Sneakers war ich immer äußerst geschmackssicher. So natürlich auch bei meinem neusten Fang. Es gibt ja da welche, die behaupten das Gegenteil. Pfff, versteh‘ einer die Menschen.

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Als ich heute den „Landmarkt“ betrat, der früher ganz sicher mal Konsum hieß, hatte ich diesen Geruch in der Nase. Einen dieser Gerüche, mit dem man zwangsläufig Erlebtes assoziiert. Sowas, wie der erste Besuch eines Westkaufhauses am 13. November 1989 – Karstadt am Herrmannplatz. Sowas, wie die Intershops in der DDR. Sowas, wie die Umkleidekabinen, von denen ich hunderte als Kind gesehen und gerochen hatte – fast jedes Wochenende Punktspiele in der Handball-Bezirksliga. Sowas, wie der Konsum auf dem Dorf aus dem der Vater kam und die Oma immer noch wohnte. Es hatte keine 150 Einwohner, eine Kirche, keine Kneipe, dafür aber einen Konsum. Einen, der eigentlich den Namen nicht verdient hatte, denn Konsum im heutigen Sinne war dort schlicht unmöglich. Es gab so gut wie nichts, was ohne es Tage vorher bestellt zu haben, käuflich zu erwerben war. Es sei denn es war eine Bestellung von jemand anderem, der sie dann doch nicht abgeholt hatte. Oder Zahnbürsten. Zahnbürsten gab es immer, Kartoffeln und Kohl auch. Ebenso wie Bier, Korn, Marmelade und Honig, der den Namen eigentlich gar nicht verdient hatte. Das war das feste, überschaubare, tägliche Angebot. Sicher gab es auch noch andere Dinge, die es immer gab, aber ich war Kind, das interessierte mich nicht sonderlich. Eher das, was es nicht gab. Klar. Es gab einige wenige Dinge, die immer in den wenigen und flachen Regalen standen, aber zum Leben konnte das unmöglich reichen. Gut, es war ein Dorf, alle hatten Höfe, Tiere, Land, Landwirtschaft. Das bedeute Arbeit aber auch Essen. Und davon leben können. Natürlich hatte dieser kleine Laden dann auch noch täglich in der Zeit zwischen 12:00 – 15:00 Uhr Mittagspause, wie das immer genannt wurde, aber eigentlich etwas sehr Südländisches war: im Osten machten sie Siesta. Etwas, was sie dem Westen auf ewig voraus haben werden. Sowas leistet sich hier niemand niemals nicht mehr. Brot, Brötchen, Fleisch, gute Süßigkeiten und besseres Gemüse mussten eben bestellt werden.

Als ich dann später Bücher las, in denen es um das Leben in Alaska und Canada ging, fühlte ich mich daran erinnert. So wie auf Omas Dorf, dachte ich immer und fand das nicht mal all zu abwegig. Amerika in der Pampa Mecklenburg Vorpommerns, was damals auch noch anders hieß. So einfach konnte also Metropolismus sein. Irgendwie ging es wohl auch anderen Menschen so. Selbst im fernen Alaska.

Das lag allerdings weniger an der allgemeinen Versorgungslage, sondern eher daran, dass die Menschen auf dem Land einfach genügsamer waren. Sie brauchten nicht viel mehr zum Leben. Zumindest glaubten sie damals, nicht mehr zu brauchen, bis die Werbung ihnen das Gegenteil suggerierte.

Da war also dieser Geruch und das Angebot in dem „Landmarkt“ war größer, als das, was ich von damals kannte, aber für heutige Verhältnisse immer noch durchaus überschaubar. Ich musste nicht mal überlegen, welche Zahnbürste ich kaufe, was auch gute Seiten hat – es gab nur eine. Der nächste Discounter ist 25 km weg, sagen mir hier einige. Das ist weit. Die Menschen hier scheinen immer noch genügsam zu sein. Wohl auch weil sie es müssen, weil sich ein Supermarkt an ihnen nicht lohnen würde. Man achtet nicht ihre Bedürfnisse und verklärt somit auch ihre Versorgungslage. Im Grunde genommen verscheißert man sie ganz schön. Man lässt sie lange nicht das kaufen, was ihnen die tägliche Werbe-Dosis in die Köpfe hämmert. Zumindest nicht ohne dafür einen weiten Weg von ihnen zu verlangen.

Es ist nicht alles Gold was glänzt und es ist definitiv alles andere als ein Geschenk Gottes, hier geboren zu werden. Es riecht immer noch wie in Omas Konsum vor 25 Jahren. Der Muff ist der selbe und draußen dreht sich die Welt um den Saturn.

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Auf einem Dorfbums der Freiwilligen Feuerwehr gelandet. Es zeigt die wirklich tiefsten Untiefen des ländlichen Lebens. Viel Tragödie, wenig Komödie, auch wenn man drüber lachen kann.

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„Hast Du noch alle Bässe im Schrank“, meinte eben die große Tochter zu einem Gleichaltrigen. Harter Diss.

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Auch so ein Grund Campingplätze an sich lieber zu meiden: des Nachbars Küchenradio plärrt Jean Michel Jarre.

[Update:] Aber es geht noch schlimmer; jetzt läuft Vangelis! Meine Fresse, ist die Welt schlecht geworden.

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