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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Drecksgewitter

Da freut man sich auf einen tollen Abend auf einem Boot und landet in dem Laden, mit dem man mehr als schlechte Erfahrungen hat: dem Archiv, was schnell mal als Ausweich-Location herhalten musste. Das Erste war: „parkt nicht alles zu“, das Zweite: „macht nicht so laut!“ Pah.

Aber immer noch gibt es in dem Laden nette, spontane, kreative Tüpen, die den Punk leben und uns auch deshalb irgendwie mögen, glaube ich. Aber es reicht dann auch nach zwei Stunden.

Boot gerne zum nachholen, Archiv dann bitte nicht mehr, auch wenn mich die Netten dort immer wieder überraschen können.

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Fotostrecke: The Freedom Tunnel, NY

Bei Citynoise gibt es eine sehr interessante Fotostrecke aus dem New Yorker Freedom Tunnel.

The Freedom Tunnel is the name given by urban explorers, graffiti artists, and a handful of homeless people to the Amtrak tunnel under Riverside Park in Manhattan, New York City. It is also the name of the legendary and constantly evolving graffiti pieces that cover the tunnel walls.

wikipedia

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Potsdam blutet aus

Wer mal in dieser schönen Stadt hier versucht hatte, eine oder mehrere Veranstaltungen aus dem Boden zu stampfen, wird wissen, dass es schon beim Suchen nach einer geeigneten Location zu Problemen kommen kann. Wir vom Werk und unserer engerer Freundeskreis hat lange immer und immer wieder versucht, dennoch daran fest zu halten, regelmäßig irgendwie und irgendwas, was unserer Auffassung von Party gerecht wird, auf die Beine zu stellen. Bis zu jenem Tag, als das Waschhaus saniert wurde und wir endgültig keine Lust mehr hatten. Aber das nur vorneweg und am Rande.

Es gibt in Potsdam genau drei(!) Locations, die die Möglichkeiten bieten, auch auf unkommerzielle, kreative und alternative Art und Weise Veranstaltungen zu organisieren die mehr als 200 Gäste zu lassen. Zum einen ist es das Archiv, ein abgehalfterter Punkerladen, der in den Neunzigern durch Techno groß wurde und sich mittlerweile daran versucht, dem Spießertum mit Hilfe von Punkern den Rang abzulaufen. Das gelingt ihnen ganz hervorragend. Furchtbare Vorrausetzungen um etwas in die Nacht zu bringen, was der Definition von „Punk“ diesen Pfeifen nicht gerecht wird. Die „Kultur“ beschränkt sich dort auf das, was jene Leute für Punk halten, die dort ein,-und auskehren bzw. dort wohnen.

Zum zweiten gibt es dort den Lindenpark, der in den letzten Jahren offensichtlich versucht hatte, den Preis für das uninteressanteste Angebot ever einzufahren, was ihm auch gelungen sein dürfte. Das konnte weder Panteon Roccoco noch das jährliche Ska-Festival rausreißen. Ich habe nie verstanden, wie man dermassen unattraktive Konzerte/Veranstaltungen so superduper ankündigen zu versucht war. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Fördermittel für diesen Verein eingestellt werden mussten, zumal es bezüglich dieser immer wieder Unstimmigkeiten mit der Stadt gab. Mitarbeiter konnten nicht selten nicht bezahlt werden und irgendwei hat das auch mit den Abrechnungen nicht so wirklich hingehauen, wie man so sagt. Schade drum, aber selber verbockt, was die Betroffenen natürlich und ganz sicher anders sehen mögen. Die Konsequenz dessen ist das kürzlich eingeleitete Insolvenzverfahrens gegen den Lindenpark e.V., was auf kurz oder lang das Ende dieses Ladens sein dürfte. Auch wenn es keiner hören möchte: Die Probleme waren hausgemacht und offensichtlich.

Und dann gab es immer noch den Fels in der Brandung, der immer ein offenes Ohr für neue Ideen und ungewöhnliche Konzepte hatte, auch wenn die immer ein wirtschaftliches Risiko sein mochten: Das Waschhaus. Die Mutter aller Locations in Potsdam, die alles andere war als eine Großraumdisko, die den jetzt bekackten „Kulturstandort Schiffbauergasse“ erst möglich gemacht hat, weil sie die Kultur nach Potsdam brachten, als sie den Laden anfang der Neunziger besetzten und die Wochenenden mit Techno durchballerten. Nun stehen sie neben dem neuen und repräsentativen Hans Otto Theater, einem VW-Design Center und dem Softwareriesen Oracle. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit bis die Stadt feststellen musste, dass das leicht abgeranzte Waschhaus genau dort nicht mehr rein passen würde. Schlieblich hatte man auch den Fabrikgarten schon so mir nichts dir nichts wegsaniert. Jetzt also, wo Unsummen in die Sanierung des Hauses gesteckt worden sind, stellt die Stadt fest, das die Fördermittel nicht in dem Rahmen ein,-bzw umgesetzt worden sind, wie vereinbart, wenn ich das richtig verstehe. Deshalb wurden nun zum 01.08.2008 jegliche Zahlung von Fördermitteln an den Verein eingestellt. So wie es jetzt erstmal aussieht endgültig. Das könnte bedeuten, dass das Waschhaus sich in Zukunft weder selber tragen noch weiter halten kann. Ein Insolvenzverfahren wird eingeleitet, die Schuldenlast ist einfach zu groß. Ein Ende wäre wahrscheinlich.

Vor Jahren mal meinte ein Freund von mir, der zeitweise im Waschhaus gearbeitet hatte: „Sobald die Stadt auch nur die kleinste Chance bekommen würde, den Laden dicht zu machen, würden sie das tun. Sie würden versuchen, das Geld, zuletzt immerhin jährlich 300000 Euro jährlich aus Land und Bundesmitteln, einzusparen und einen wirtschaftlich arbeitenden Diskothekenbetreiber rein zu setzen.“ Ich habe ihm nicht glauben wollen, obwohl ich wusste, dass Länderfinanzierung nicht nach kulturellen Aspekten funktioniert, sondern dann doch lieber nach finanziellen. Klar. Doch: er hat offenbar recht behalten. Die Stadt will das Waschhaus nicht mehr, obwohl natürlich nicht abzustreiten ist, dass es dort zu Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnungen der Fördermittel gekommen sein muss. Ein gefundenes Fressen quasi für die Stadtväter, wie sie sich hier gerne nennen lassen. Es passt auch nur zu gut ins Bild der Neuen Berliner Vorstadt, in der sich ein Herr Jauch, ein Herr Joop , ein Mathias Döpfner eingenistet haben und eben auch viele andere, die die eigentlichen Bewohner, dieses Viertels, dieser Stadt an den Rand drängen, weil kein Mensch mehr die Kosten dort zu wohnen tragen kann. Alles ist neu saniert, alles ist teuer, alles ist schön und alles hat bitte gesittet und für die Stadt kostenfrei zu funktionieren. Im Idealfall möchte die Stadt auch noch ein wenig Geld an den dort Ansässigen verdienen. In diesem Blickwinkel wäre ein wirtschaftlich geführtes Unternehmen natürlich lieber gesehen als ein e.V. der nicht nur ein Programm macht, dass die Stadtväter nicht nachvollziehen können, sondern denen dann auch noch Geld kostet. Das passt nun nicht mehr ins Bild des „Kulturstandortes“. Verstehe ich, aber es kotzt mich gerade trotzdem extrem an.

Macht das Waschhaus mit aktueller Konzeption nicht mehr weiter, dann war es das mit der freien Kultur in Potsdam. Soviel ist mal klar. Ich bin der Letzte, der so einem Shice wie Unetrschriftenaktionen Glauben schenken mag und denke dennoch, dass das die erste Form der Äußerung des Unmutes sein kann. Deshalb geht hier rüber und hackt euren Namen dort rein. Das auch meine Töchter noch so feiern können, wie ich es einst lieben lernte in den Neunzigern, auch wenn das mit dem Heute kaum noch was zu tun hat. Vielleicht auch raffen wir uns ja auch nochmal auf und machen eine Brainbox, die einzigartig war für Potsdam. Weil wir sie dort machen konnten. Und nur dort.

Unterschriften und mehr Infos: http://das-ist-unser-haus.de/
Website: Waschhaus

In der Stadt brodelt das Thema schon seit ein paar Wochen und ist immer wieder Gesprächsthema, wenn aber die Berliner schon was darüber bringen, wird es allerhöchste Zeit selber was zu machen.

Rettet das Waschhaus – ansonsten kann ich auch endgültig der wieder Preußischen Hauptstadt den Rücken kehren und aufs Land ziehen. Und das meine ich verdammt ernst!

Und wer meint, das ginge ihn alles nichts an, weil er in einer anderen Stadt lebt und so, dem sei gesagt: Du hast ja keine Ahnung, was dieser Laden in dieser Stadt hier bedeutet. Und: der Laden in dem Du großgeworden bist könnte der nächste sein, so denn er überhaupt noch existiert. Sie machen uns ein – überall. Mediaspree war nur der Anfang.

Wenn ich sage, dass der Laden es wert, erhalten zu werden, so wie er ist, dann kann man mir da vertrauen.
Also: Hin da und unterschreiben. Jetzt.

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Playtime: Loveboat

Morgen findet auf einem außerordentlich romantisch gelegenem Boot im Templiner See eine ziemlich familiäre Tanzveranstaltung Namens „Loveboat“ statt. Spielen tun dort neben uns noch ein weiterer Deejay, sowie ein Live-Act. Die beiden werden eher die Tech-House Schiene bedienen, wir aber werden auf ausdrücklichen Wunsch ein Psy-Trance Set zum Besten geben. Eintritt kostet rein gar nix und wer kommen will, sollte fix sein, da der Platz dankbarer weise ziemlich begrenzt ist, was rein gar nichts macht. Ich war heute da und kann sagen, es ist eine traumhafte Location, die in Potsdam einzigartig ist. Wir beginnen um 00.00 Uhr und spielen bis irgendwann. Es kann also länger dauern.

Sollte sich das Wetter halten, könnte es eine traumhaft schöne Nacht werden.

Noch mehr Bilder gibt es hier und die Anfahrt hier.

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Meld ich mich jetzt doch bei twitter an?

Das kleine Teufelchen links auf der Schulter: „Ja, nu mach schon, die sind doch da alle und lustig ist es auch irgendwie.“
Das kleine Engelchen rechts auf der Schulter: „Nein, lass es bleiben, man muss doch nun nicht jeden Shice mitmachen und richtig was bringen tut das auch nicht außer 365 neuen Feeds vielleicht, die Du immer lesen musst. Jetzt, wo Du eh keine Zeit für gar nix hast. Reicht ja nun schon, dass Du das damals mit Myspace und so. Muss ich noch mehr sagen?“
Ich: „Engelchen, Du hast schon recht, müssen wir nicht weiter drüber reden. Aber sag: Warum sitzt Du eigentlich rechts auf meiner Schulter und nicht eher links? Ich meine, da haut ja auch schon was nicht hin, oder?“
Das kleine Engelchen rechts auf der Schulter: „Fresse, man! Ich kam eben später. Und jetzt geh pennen.“

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Warum eigentlich überlassen die das Politik machen nicht endlich endgültig dem BVerfG? Die machen es ja dann doch so wie es gehen könnte und vor allem gehen darf.

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Dieser Staub bei der Ernte

Wenn die Eltern im Mai aus ihrem Kaninchenstall bis zum Oktober in ihren Bungalow zogen, nahmen sie uns selbstredend mit. Dann hieß es immer: Garten, Natur – pur, keine Heizung, nur kalt Wasser, frische Luft von früh bis zum nächsten Morgen, Unkraut jäten, Rasen und Laub harken, Obst und Gemüse ernten, es essen, sich „frei fühlen“, wie sie das als schon gediegene DDR-Bürger nannten. Und: so meinten sie das auch. Alles was es zuverlässig und immer gab, war Strom und Wasser aus dem eigenen Brunnen. Vorausgesetzt, die Wasser-Pumpe machte keinen Strich durch diese Rechnung, was natürlich hin und wieder dennoch vorkam. Klar. Wenn wir dann Freizeit oder Ferien hatten, die damals noch länger waren (immerhin mussten wir auch Samstags ran), fuhren wir stundenlang mit den Rädern durch die Gegend, die in naher Nähe nicht viel mehr hergab, außer Felder und Gärten. Gerne auch fuhren wir bei über 30 °C. Das, was sich zwar Straßen nannte, aber nichts weiter als Feldwege waren, war dann unser Radweg und wir träumten davon, auf jenen bis in den Süden der Staaten fahren zu können irgendwie. Wenn es so heiß war wie die letzten Tage, waren die Wege nur Kurze und das Ziel klar definiert: Der „Froschteich“, wie der Tümpel hieß, der so klein war, das man darin nicht mal baden, aber durchaus angeln konnte. Manche Nacht schliefen wir dort auch und hielten unsere Angeln in das Wasser, immer in der Hoffnung mal wirklich was fangen zu können. Das wohl größte Erfolgserlebnis dabei war ein Karpfen vonn 1200 Gramm, der zwar nur schlammig schmeckte, bei den Männern der sommerlichen Nachbarschaft aber dennoch für Fame sorgte, denn das hatte vorher niemand von dort mit nach Hause gebracht.

Wenn der Sommer schon etwas älter war, setzten wir uns immer tagelang an die Bahnschienen, die Adolf mal hatte verlegen lassen um seinen geplanten Flughafen anzusteuern, was im glücklicherweise nicht mehr gelang, und warteten auf die vielen Mähdrescher, die der Ernte einfahren würden. Endlich. Es war immer einer der kleinen Höhepunkte im Sommer. Das Brummen, der großen Sensen an diesen Dingern, das Essen was die Frauen der Fahrer immer Mittags brachten, die Gerede der Fahrer, die schon Mittags mehr getrunken hatten, als das, was ich heute in einer ganzen Nacht schaffe. Und der Staub in der Hitze, der aufstieg, wenn sie die Ähren in ihre Tanks katapultierten. Wir saßen dann immer in der Nähe und zogen uns die T-Shirts ins Gesicht um überhaupt atmen zu können. Das war es wohl, was man heute hier gerne Jungpionier-Romantik nennt und es war schön in diesen Momenten. Es war heiß, es war staubig und wenn ich heute bei über 30 °C an einem Getreidefeld vorbei fahre, dann muss ich immer an diese Momente denken. So wie Gestern. Dann würde ich mir gerne das T-Shirt ins Gesicht ziehen und auf die Mähdrescher warten, die die Ernte einfahren. An die Frauen, die das Essen bringen und an die lallenden, aber sicheren Fahrer.

Als ich heute dann wieder an diesem Feld mit dem Rad vorbei fuhr, waren die Ähren schon geerntet und ich war etwas traurig, diesen Staub beim Mähen nicht gesehen und nicht geatmet zu haben. Wehmut irgendwie. Ich liebe diese Hitze, aber ich vermisse diesen Staub

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Doku: Skinheads – A Way Of Life

Wer das nicht von vornerein missverstehen will, sollte sich die Zeit nehmen den Film anzuschauen. Gemacht von Klaus Farin, den ich persönlich sehr zu schätzen weiß, und von ZDF-Journalist Rainer Fromm.

Farin, Leiter des Berliner Archiv der Jugendkulturen, und ZDF-Journalist Rainer Fromm schufen diesen Szene-Film über die Kahlköpfe und beleuchten den „Way of Life“ in all seinen Entwicklungen und Strömungen: Von den Anfängen der Skinhead-Bewegung über die verschiedenen Gruppierungen in der Szene – von OI!-Skins, Sharp, den Rechtsradikalen bis hin zu den Red Skins. Neben ausführlichen Interviews von Szenemitgliedern und zahlreichen OI- und Ska-Bands sowie Konzertmitschnitten (u.a. Bad Manners, Judge Dread, Skrewdriver, Mr. Review, Smegma, Springtoifel, Derrick Morgan, Blechreiz, Stage Bottles, Kraft.chlag u.v.a.) beinhaltet diese Dokumentation bisher nie gezeigte Aufnahmen und Fakten über Skinheads, wie sie es in Deutschland bislang nicht zu sehen gab.

halb.de

(Direktskinheads)

[Nachtrag:]
Mit dem könnte der Holgi eigentlich mal eine Sendung machen. Das wäre eine klasse Sache.

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Elektronik heute

Ich meinte ja irgendwann hier schon mal, dass Kahvi für mich momentan den wahrscheinlich besten Netaudio-Output überhaupt bringt. Elektronik wie sie im Jahr 2008 klingen sollte. Ein Fuck auf Schubladen, auf Styles oder auf what ever – schlichtweg grandiose Musik, gerne mit gebrochenen Beats und einer Garage voller Synths. Mindestens. Der nun veröffentlichte Mix von Polaski beweist genau das. Dieses Netlabel bringt immer noch den ganz heißen Shice! Genau so, wie ich ihn mag. Sommer, Sonne, Hängematte, Bier, Joint. Wahnsinnig gute Zusammenfassung und ich freu mich, das wir da auch bald dürfen.

Download: Polaski – Cup of Kahvi [kahvi Mix 9]

Ich habe das jetzt mehrfach gehört und das fetzt wirklich!

Gesehen bei DeepGoa und angehört, nachdem Marc mich heute noch einmal darauf hingewiesen hatte.

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