Ich bin nach diesem Sade-Mixtape von neulich voll auf Sade kleben geblieben und das scheint auch der Algorithmus bemerkt zu haben und spült mir hier eben diesen Konzertmitschnitt aus dem Jahr 2011 ein. Das passt mir doch sehr gut.
Nach einer zehnjährigen Schaffenspause und dem Verkauf von 50 Millionen Alben brachte Sade 2010 ihr Album „Soldier of Love“ heraus. Das fulminante Comeback wurde in einem Live-Mitschnitt aus der Citizens Bank Arena im kalifornischen Ontario am 4. September 2011 aufgezeichnet. Der zweistündige Live-Mitschnitt unter der Regie von Sophie Muller wurde für einen Grammy nominiert.
Die Show knüpft an die Soul- und Rhythm ’n’ Jazz-Fusion, für die Sade seit ihren Anfängen im Jahr 1983 steht. Sade war nicht nur in den 1980er Jahren weltweit erfolgreich, sondern auch in den folgenden Jahrzehnten. Die Gruppe verkaufte Millionen von Tonträgern und ihre Alben wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Dennoch trat Sängerin Sade Adu im Gegensatz zu vielen anderen Popstars nur selten in der Öffentlichkeit auf.
Dieser Konzert-Mitschnitt vereint das Spiel mit warmem Licht und cineastische Schwarz-Weiß-Sequenzen. Neben Klassikern wie ʺSmooth Operatorʺ, ʺThe Sweetest Tabooʺ, ʺYour Love Is Kingʺ, ʺParadiseʺ und ʺNo Ordinary Loveʺ präsentiert die Band auch Songs aus dem Album ʺSoldier of Loveʺ.
Helen Folasade Adu, bekannt unter ihrem Künstlernamen Sade, ist die Stimme und das Gesicht der Band. Die Sängerin, Songwriterin und Musikerin galt schon früh als ʺQueen des zeitgenössischen Soul und Rhythm ’n‘ Jazzʺ.
Die Herzensdame und ich haben uns im vergangenen Sommer auf den Weg nach Wien gemacht, um dort Kruder & Dorfmeister dabei zu sehen, wie die beiden ihre K&D Sessions im Wiener Konzerthaus auf die Bühne brachten. Wir hätten vorher auch in Berlin gehen können, aber wir dachten wenn die Wegbereiter der „Wiener Schule“ ihren ikonischen Sound in Wien präsentieren würden, wäre das irgendwie angemessener. Also sind wir hin, haben nebenbei liebste Freunde besucht und uns wahnsinnig auf diesen Abend gefreut.
Dann saßen wir auf einen Drink gegenüber dieser wirklich opulenten Location und sahen die Menschen in diese reinströmen. Ich musste kurz darüber nachdenken, dass die beiden in ihren jungen Jahren dort vielleicht mal gemeinsam vorbeigelaufen sein könnten und Dorfmeister zu Kruder sagt: „Du, Peter! Irgendwann verkaufen wir dieses Haus aus. An zwei Abenden hintereinander!“ und Kruder antwortet, „Du spinnst, Richard!“ Aber dem war dann so.
Wir sind dann rein und im Foyer bahnte sich die stilvollste Ü-40 Party an, die ich bisher gesehen habe – und das nicht nur musikalisch. Wir gingen in den Oberrang direkt gegenüber der Bühne. Stuck, roter Samt, Blattgold. Ganz so, als wäre der Saal für diesen Moment gebaut worden. Ein Meer aus Sonnenblumen in denen sie dann das live spielten, was ich vor über 25 Jahren so unfassbar habe lieben lernen und was mich musikalisch so intensiv beeinflusst hat, wie vielleicht nichts anderes.
Ich saß dann da mit andauernder Gänsehaut und hin und wieder mit einem Tränchen im Auge. Ich war ein bisschen überwältigt. Das war alles sehr großartig. Danach sind wir mit Freund:innen in der Innenstadt noch auf einen Drink an der Donau gesessen und haben den lauen Sommerabend ausklingen lassen. Ein Konzert, das sehr wahrscheinlich für immer in meiner Erinnerung bleiben wird. Hach! Und der klang so:
Kruder & Dorfmeister übertragen den organischen Puls ihres legendären Albums mit einer vierköpfigen Live-Band in den Raum des Wiener Konzerthauses – nicht als Rückblick, sondern als präzise Gegenwart. Der Konzert-Film “Kruder & Dorfmeister play the K&D Sessions live at Wiener Konzerthaus” ist mehr als nur ein Konzertmitschnitt. Er ist eine Reise – nicht zurück, sondern nach innen. Ein Tauchgang in die Schichten von Dub, Breakbeats und jazzigen Texturen. Fragmentarisch, flirrend, atmosphärisch.
Die VHS-Ästhetik zerschneidet die Klarheit der digitalen Welt, lässt Raum für Brüche, für Erinnerungsreste, für das Unaussprechliche zwischen den Tönen. Die Kamera streift durch Licht und Schatten, durch Körper, Wände, Frequenzen. Alles ist durchlässig. Alles ist Klang. Was früher Wohnzimmer vernebelte, durch Straßen bei Nacht vibrierte, sitzt heute tiefer – bewusster, dichter, unmittelbarer. “The K&D Sessions” ist kein Dokument der 90er. Es ist ein Zustand, der weiterlebt – lauter, klarer und radikaler denn je. Nicht retro. Nicht neu. Sondern jetzt. Und immer.
[Update:] Was aber auch gesagt werden muss: die K&D Sessions™ wäre damals nie so erfolgreich gewesen, wenn man sie wie an diesem Abend mit einer Band aufgenommen hätte. Keine Band kann die Statik eines Loops und kein Synth kann ein exaktes Saxophon Sample ersetzen.
Mit ein wenig Krach in die neue Woche starten. Macht ja gut munter. Und jetzt auch schon fast 35 Jahre her. Dabei dachte ich immer, die 70ger seihen so weit weg. Verdammt, sind wir alt geworden. Weia.
31. Oktober 1991, Paramount Theatre von Seattle: Rockband Nirvana spielt ein Konzert, das sie an die Spitze katapultiert. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung ihres Albums Nevermind, welches eine neue Ära in der internationalen Rockmusikszene einläutete, lieferten Kurt Cobain, Krist Novoselic und Dave Grohl eine raue, intensive und unglaublich authentische Performance ab.
Die drei Musiker auf der Bühne scheint eine unkontrollierbare Energie anzutreiben. Kurt Cobain, der schon damals in anderen Sphären unterwegs war, schreit seine Texte mit entwaffnender Wut heraus. Dave Grohl hämmert auf sein Schlagzeug, als ginge es um sein Leben, und Krist Novoselic trägt das Ganze mit seiner tiefen, hypnotischen Bassline. Gleich zu Beginn gibt Nirvana mit dem Coversong „Jesus Doesn’t Want Me for a Sunbeam“ der schottischen Alternative-Band The Vaselines, den Ton an: Es wird wild! Die Spannung steigt weiter und gipfelt in die Generationshymne „Smells Like Teen Spirit“, die das Publikum frenetisch mitschreit.
Mit allem Respekt kann ich sagen, dass Moby mir mit seinem unersättlichen Einsatz für Tierrechte und Veganismus die mir diesbezüglich liebste Nervensäge von allen ist. Musikalisch hat er mich geprägt wie nur wenige neben ihm, auch wenn das jetzt schon über zwei Dekaden her ist. Neulich war er mit seinem Album „Play“ zum 25. Jubiläum auf Tour und in Berlin hat sich gefühlt mein kompletter Insta-Stream versammelt, um ihn dabei im Velodrom zuzusehen. So weit geht meine Liebe für ihn dann doch nicht mehr, aber dennoch bin ich gerade recht froh, dass Arte sein Konzert in Antwerpen aufgezeichnet und jetzt online hat. 25 Jahre Play.
Am 1. Juni 1999 revolutionierte Moby mit der Veröffentlichung seines fünften Albums „Play“ die Welt der elektronischen Musik. Mit mehr als 12 Millionen verkauften Exemplaren weltweit und zahllosen Zitaten in Film und Fernsehen wurde das Werk zum Soundtrack einer ganzen Generation.
Nach einer Auszeit von über zehn Jahren begibt sich Moby noch einmal auf Europatournee, um das „Play“-Jubiläum gebührend zu feiern – und Geld für den Tierschutz zu sammeln, denn der bekennende Veganer spendet sämtliche Toureinnahmen an Tierschutzorganisationen.
Bei dem einzigen aufgezeichneten Konzert am 21. September lässt es der Gitarrist, DJ und Komponist auf der Bühne des Sportpaleis Antwerpen noch einmal ordentlich krachen – sehr zur Freude seiner alten und neuen Fans. In einem hypnotischen Setup performt der Künstler natürlich sämtliche Hits von „Play“, aber auch Titel aus anderen Alben wie „Go“ (aus „Moby“) oder „Lift Me Up“ (aus „Hotel“).
Ich bekam im Frühjahr viel zu spät erst mit, dass Air durch Europa tourten, um dabei zum ersten Mal seit 25 Jahren überhaupt ihr Über-Album „Moon Safari“ live zu performen. Die Karten für das altehrwürdige Theater des Westens in Berlin, was ich für einen absolut perfekten Rahmen für diese Idee empfand, waren alle weg. Ich guckte dann noch, ob es Karten in Wien gäben würde, die natürlich auch alle schon weg waren. Ich war ziemlich traurig, denn „Moon Safari“ ist für mich persönlich das beste Album aller Zeiten und wenn es jemand verdient gehabt hätte, dafür Tickets zu bekommen, dann ja wohl jemand, für den „Moon Safari“ das beste Album aller Zeiten ist. Aber es hat nicht sein sollen. Ich habe dann noch hin und wieder bei Kleinanzeigen geguckt, wo irgendwelche Arschlöcher die Karten für 250-300 Euro das Stück anboten. Da wollte ich nicht mitspielen. Wobei ich das getan hätte, wenn die Kohle dafür da gewesen wäre. Umso besser, dass Arte das Konzert, das Air im Mai in der Royal Albert Hall in London gespielt haben, aufgezeichnet hat und jetzt im Stream zeigt. Hach, Moon Safari, du eine Liebe meines Lebens. Besser kann das Wochenende schon jetzt gar nicht mehr werden.
Mark Rebillet hat vor drei Tagen im Hamburger Stadtpark gespielt und dabei einen Burschen im Bademantel auf die Bühne gebeten, der im Publikum war. Und dann haben die beiden mal eben einen Track hingelegt.
Marc Rebillet saw a kid in the first row dressed in a bathrobe. He invited him on stage to get a cheer. Marc then had an idea to create a song with the kid. What ensues is awesome music and funny moments!
Since I had the best possible angle due to standing in the middle of the front row, I decided to record a video and give it to the family after the show. Unfortunately I couldn’t find the family after the show.
Live-Mitschnitt des eh immer großartigen Nils Frahms, aufgezeichnet am 21.03.2024 in der Pariser Philharmonie.
Der Erfinder des Piano Day und begeisterte Impro-Fan wechselt auf der Bühne zwischen Klavier, Schlagzeug, Glasharmonika und allerhand Maschinen und interpretiert Kompositionen wie die Titel von Music for Animals, seinem 2022 erschienenen Album, das überraschenderweise sogar ganz ohne Klavier auskommt.
Mit Stücken aus seinem 2024 veröffentlichten Album Day sowie einigen seiner großen Klassiker hat der 41-jährige Sound-Tüftler die Pariser Philharmonie und sein Publikum souverän im Griff. Eine Meisterleistung!
Ólafur Arnalds spielt ein Konzert ohne Publikum in der rauen natürlichen Schönheit Islands. Happy weekend, wobei ich jetzt arbeiten fahre. Naja, trotzdem schön.
Ólafur Arnalds performing live with his band from the volcanic wilderness of Iceland, in Hafursey, Myrdalssandur, Kötlujökull, Katla, Iceland for Cercle.
Moderat live für arte im Grand Palais, Paris. Und ich habe es immer noch nicht geschafft, die Herren mal live zu erleben.
Doch erst bei der Liveperformance kommen die abyssalen Tiefen und stratosphärischen Höhen ihrer Musik so richtig zum Klingen, denn die Band liefert beeindruckende Bühnenshows mit Lichteffekten und Projektionen ab.
So auch bei Passengers im Grand Palais, das ohnehin eine einzigartige Kulisse darstellt. Der Pariser Prachtbau wird gerade aufwändig renoviert und gleicht einer riesigen Baustelle. Mitten in der Nacht, zwischen Gerüsten und Kränen, gelingt Bronsert, Szary und Ring eine zugleich poetische und apokalyptische Performance, die nicht von dieser Welt zu sein scheint: ein einzigartiger Moment in der Geschichte des Grand Palais.
Wer hier regelmäßig gründlich mitliest, weiß, wie sehr ich Post Malone schätze. Das muss man nicht teilen, weil mir das egal ist, ich finde den Mann musikalisch aktuell halt wirklich einzigartig, weshalb mich dieser doch eher überraschende Move gerade sehr freut. Der Mann spielt am 27. Februar anlässlich des 25. Pokémon-Jubiläums am „Pokémon Day“ein Konzert für und vielleicht sogar mit den Pokémon. Und warum das ausgerechnet bei ihm total okay ist: weil der wahrscheinlich einen Teil seiner Kindheit mit denen verbracht hat und das nicht nur deshalb darf. Ich gebe mir das auf jeden Fall, auch wenn ich für Pokémon wohl vielleicht dann schon etwas zu alt bin. Für Post Malone bin ich das nicht.
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