Zum Inhalt springen

Schlagwort: GDR

Podcastserie über das Leben einer Mutter in der DDR: Mensch Mutta

Mensch Mutta ist eine ganz tolle Podcastserie der freien Journalistin Katharina Thoms, die dafür über einen längeren Zeitraum hinweg Gespräche aufzeichnete, die sie mit ihrer ganz „normalen“ Mutter über ihr Leben in der DDR geführt hat. Klingt erst mal vielleicht gar nicht so spannend, bringt aber sehr interessante Einblicke in das alltägliche Leben in der DDR und erinnert mich oft an das, was auch meine Eltern darüber zu erzählen wussten. Ich habe gestern alle Episoden am Stück weggehört, denn irgendwie war das alles dann doch spannender als erwartet.

Ich dachte:
Normal. Durchschnitt. Nicht besonders aufregend.
Das ist das Leben meiner Mutter in der DDR.
Bis ich mehr und mehr andere Mütter kennen gelernt habe – in meiner neuen Heimat, im Süden Deutschlands.

Und gemerkt habe: Normal ist anders.

Sie wollte ein ruhiges Leben haben, musste dann aber trotzdem immer wieder kämpfen.
Sie wollte nicht anecken, musste sich aber trotzdem vor dem Staat rechtfertigen.
Sie war doch eigentlich schüchtern, hat aber dann doch ständig Mut bewiesen.

Mensch, Mutta. Ein Podcast über meine Mutter – und ihr halbes Leben in der DDR.

2 Kommentare

Elektro-Barkas B 1000

Ich wusste bis eben nicht, dass es in den 1970er Jahren mal Bemühungen gab, den Barkas B 1000, den Bulli der DDR, auch als Elektrofahrzeug auf die Straßen zu bekommen. Also nicht gänzlich, aber optional. Für jene, die damals ihr Umweltbewusstsein entdeckten und so.

Und es gab offenbar sogar fahrende Exemplare. Bis zu 50 km/h schnell bei einer Kurzstreckenreichweite von bis zu 80 Kilometer. Kein Tesla, aber an den war damals eh noch nicht zu denken.

Der Elektro-Barkas jedenfalls hat sich nicht durchsetzen können.

In den 1970er Jahren wurden im Zuge des international aufkommenden Umweltbewusstseins verschiedene Versuche in Angriff genommen, den B 1000 mit einem Elektromotor auszustatten. Der Kleintransporter erschien gerade im Kurzstreckeneinsatz als ein geeignetes Fahrzeug dafür. So wurde an der TU Karl-Marx-Stadt ab 1972 ein entsprechender Elektro-Barkas entwickelt. Sieben Fahrzeuge wurden unter anderem bei der Deutschen Post und der Deutschen Reichsbahn im Einsatz erprobt, sie hatten einen Aktionsradius von 100 km. Später experimentierte unter anderem noch der private Dresdner Kleinunternehmer Schöps mit Bleiakkumulatoren als Energiequelle, er rüstete einen B 1000 mit dreiachsigem Fahrgestell eines Bergungsfahrzeugs damit aus. Bei allen derartigen Versuchen stellte sich heraus, dass die Entwicklung des Elektroantriebs noch nicht ausreichend vorangeschritten war, um hinreichend leichte und schnelle Fahrzeuge mit genügend Aktionsradius herzustellen.



(via Das Corax)

Einen Kommentar hinterlassen

Indie in der DDR 1989

Von weitem und von außen mag Indie in der DDR keine große Rolle gespielt haben. Musik in der DDR verbindet man aus dieser Sicht eher mit realsozialistisch reguliertem Ostrock, Schlager und sonstig beliebigen Gedudel, das mitunter nur schwer zu ertragen ist.

Spätestens aber, wenn man das großartige Buch „Bye bye, Lübben City“ gelesen hat, weiß man, dass es auch in der DDR eine durchaus lebendige Indie-Szene gab, die nicht selten abenteuerliche Ausmaße annahm, aber das nur am Rande.

Im NDR‐Nachtclub gab es neulich eine wirklich hörenswerte Sendung über Indie in der DDR im Jahr 1989. Lutz Schramm, der damals bei DT64 die Sendung „Parocktikum“ moderierte erinnert sich an das im Osten aufregende Musikjahr und hat Aufnahmen dieser Zeit dabei. Hier zu hören in der NDR-Mediathek.

1 Kommentar

West-Berlin 1989: ein erster Farbfilm aus dem Westen von einem Jungen aus dem Osten

Marc ist einer meiner ganz wenigen „Facebookfreunde“, die ich tatsächlich nur von Facebook kenne. Länger schon. Er ist in Ostberlin aufgewachsen und wir sind uns politisch, wenn auch nicht immer, irgendwie nah. Ich mag das, was er auf FB macht.

Heute hat er dort ein Album veröffentlicht, dass seinen ersten Farbfilm zeigt, den er als Jugendlicher aus dem Osten nach dem Fall der Mauer in West-Berlin belichtet hat. Es war, so erinnert er sich, nicht sein erster Besuch im Westen, aber wohl sein zweiter nach dem Fall der Mauer. An dem ersten Wochenende danach.

Die dabei entstandene Fotos sind vielleicht keine Kunstwerke, aber sie strotzen vor Authentizität. Sie zeigen die damals von wohl vielen so empfundene große Faszination im Neuen. Im vielleicht Kleinen. Ehrlich, echt, ohne Filter. Und ich finde, dass im Internet viel mehr Platz für Inhalte wie diese sein sollte. Weil genau diese das Netz noch immer faszinierend machen. Tag für Tag.

Marc kam auf die Fotos, nachdem er darum gebeten wurde, morgen darüber zu sprechen, wie es für Jugendliche im Osten war, als die Mauer fiel. Er war zu der Zeit 16 Jahre jung. Daraufhin grub er sich durch seine alten Fotos – und das ist sein erster Farbfilm, der damals dabei entstanden ist, als er als Jugendlicher Ostler in West-Berlin unterwegs war. Ein sehr schönes auch weil sehr persönliches Zeitdokument.

5 Kommentare

Doku: Sechs Tage Eiszeit – Der Katastrophenwinter 1978/79

Ich kenne ein paar der Erinnerungen meiner Großeltern an diese Tage. Sie lebten im Norden der DDR und sprachen hin und wieder über die kurze Eiszeit 1978/79. Ich las da dann immer wieder mal drüber und sah mir Dokus an. Auch weil deutlich wird, wie sehr wir von der Energieversorgung abhängig sind, wenn das Wetter mal extremer wird als eigentlich gedacht. Und auf einmal kann alles auf Kipp stehen. So wie in diesem Winter gerade in der damaligen DDR.

Der MDR hat nun eine neue, sehr sehenswerte Doku über die extrem aufregenden Tage im Winter 1978/79 und zeigt diese in seiner Mediathek.

Es ist ein Winter-Sturm, der aus dem Nichts zu kommen scheint. Zum Jahreswechsel 1978/79. Eine Schneehölle, die acht Meter hohe Schneewehen auftürmt, die Wellenkämme gefrieren lässt, die Menschen und Autos verschluckt und ungeahnte Kräfte freisetzt. In Mitteleuropa gefriert das normale Leben bei zwanzig Grad unter Null. Sechs Tage in Eis und Schnee. Es ist ein Schneesturm, der Geschichte schreibt.

Die neue Dokumentation des MDR erzählt die Ereignisse der sechs Katastrophentage zum Jahreswechsel 1978/79 in der DDR und in der Bundesrepublik. Aus neu erschlossenem Archivmaterial, unbekannten Amateurfilmen, historischen Fotos und Berichten beeindruckender Zeitzeugen entsteht ein detailliertes, facettenreiches und chronologisch exaktes Bild der Ereignisse von damals. Aufwendige Animationen verdeutlichen die einmalige Wetterkonstellation und beschreiben eindrucksvoll, wie zwei extrem unterschiedliche Luftmassen in der Mitte Europas aufeinander prallen und zum Chaos führen. So ist dieser dramatische Wintereinbruch noch nicht erzählt worden.

Einen Kommentar hinterlassen

Putins Stasi-Ausweis

In einem Dresdner Archiv haben sie gerade zufällig den Stasi-Ausweis von Russlands Präsident Wladimir Putin entdeckt, was genau genommen erstmal gar nichts heißt, zumal Putin zu der Zeit ohnehin als KGB-Offizier in der DDR unterwegs war. Aber dennoch ein sehenswertes Zeitdokument. Nicht nur der Stempel wegen.

Das Dokument habe jahrelang unbemerkt im Archiv gelegen, sagte der Dresdner Außenstellenleiter der Stasiunterlagenbehörde, Konrad Felber. Der Ausweis war am 31. Dezember 1985 ausgestellt und bis Ende 1989 immer wieder verlängert worden.

Mit dem Dokument habe Putin ohne umfangreiche Kontrolle in den Dienststellen der Stasi ein- und ausgehen können, erläuterte Felber. „Das heißt aber nicht automatisch, dass Putin für die Stasi gearbeitet hat.“

2 Kommentare

Übersicht über Erscheinungsformen „negativ-dekadenter“ Jugendlicher in der DDR

Eine kleine Übersicht darüber, wie man beim Staatsapparat der DDR Jugendliche und ihre Subkulturen zu klassifizieren versuchte. Klar jedenfalls ist, dass jede Zugehörigkeit von Jugendlichen in etwaigen Subkulturen von Staatsseite alles andere als gern gesehen und durchaus beobachtet wurde. Deshalb waren Punks, Grufties, Blueser und alle anderen, die sich in der DDR einer Jugendkultur zugehörig fühlten, immer etwas anderes, als jene, die das im Westen für sich beanspruchten, wo das, bis auf die Nachbarn, kaum jemanden sonderlich tangiert hat.


(via reddit)

15 Kommentare

Vermeintliche Bombe entpuppt sich als DDR-Staubsauger

(Einer Bombe nicht unähnlich, der Omega, Symbolfoto: Lucas FrieseCC BY-SA 3.0)

Hier im Havelland hat ein Anwohner bei Buddelarbeiten einen metallischen Gegenstand gefunden. Weil der Ähnlichkeit mit einer Bombe hatte, informierte der Mann die Polizei.

Da die gerufenen Beamten sich auch nicht ganz sicher waren, dass es sich dabei nicht um eine Bombe handeln, wurden entsprechende Fachkräfte der Polizei hinzugezogen.

„Erst die Experten stellten schließlich fest: Es war ein alter Staubsauger.“

1 Kommentar