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Schlagwort: Hip Hop

Pro & Contra Rap in der Bravo 1991

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1991, ich hatte mir gerade RUN DMCs „Tougher Than Leather“ auf Vinyl gekauft, wir hörten 2 Live Crews „Banned in the USA“ in Heavy Rotation und rundeten das mit Public Enemys „Fear of a Black Planet“ ab. Und immer wieder „Paul’s Boutique“ und Ice Ts „Power“.

Von Hip Hop hatten wir damals keine Ahnung, wir waren jung, die Mauer war gerade erst weg und in erster Linie feierten wir diesen Sound um des Sounds wegen.

MC Hammer und Vanilla Ice fanden wir schnell scheiße, weil das eben Pop und gar nicht so roh war, wie die von uns bevorzugten, oben genannten, Protagonisten. Dachten wir. Uns wurde klar, dass Hip Hop mehr als nur Rap war.

Zur selben Zeit diskutierten etwa gleich alte Kids in der Bravo darüber, ob Rap denn nun eher Fluch oder eher Segen war. Die Bravo lasen wir nicht, die war Pop. Das ist heute, nach 25 Jahren, ziemlich amüsant – also nicht, dass die Pop war, sondern was die Leute so schrieben. Irgendwie ja immer noch aktuell. Gerade im Kontext heutigen Deutschrap.

Christina P. aus Braunschweig äußerte sich in einer Bravo-Ausgabe 1991 wohl etwas kritisch zum Thema Rap, was andere zum Anlass nahmen, per Leserbrief auf Christinas Kritik zu reagieren. Aber es gab auch Applaus. Stilistisch erinnert das alles durchaus an heutige Kommentarspalten auf Facebook, nur das damals wohl etwas intensiver gefiltert wurde. Von Redaktionswegen.

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(Ausgegraben und gescannt von Von gestern)

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Souls Of Mischief – 93 ‚Til Infinity (Soul Train Recorded in January 1, 1994)

Lange nicht gehört, aber – zack – sofort zurückverliebt.

Souls Of Mischief – "93 'Til Infinity" Live 1994

Rare footage of Souls Of Mischief performing "93 'Til Infinity" on Soul Train, January 1, 1994.

Posted by Hip-Hop Photo Museum on Montag, 12. Oktober 2015

Ich hätte es auch lieber von YouTube aus eingebettet, aber:

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(via Phillip)

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Eine deutsche Rapgeschichte: Jan Böhmermann, Dendemann & drölf andere machen was über deutschen Rap

Deutscher Hip Hop… In den 90ern hätte das damals eine ganz große Liebe werden können, aber dann kam halt der Techno und den fand ich dann schon immer sehr viel geiler. Dennoch ist diese Nummer, die Dende mit Böhmermann und Gästen hier auf die Mattscheibe bringt, ein ziemlich guter Querschnitt durch die deutsche Rap-Landschaft. Und Curse singt Casper. Ein Feature, was bis heute ja noch fehlt. Und Blumentopf sind auf Party-Safari. Natürlich. Alles dabei. Auch der neuzeitliche Voll-Schrott. Aber der gehört halt auch dazu…


(Direktlink, via Blogrebellen)

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Adventskalender 2014, Türchen #15: Nadja Lind – Dub-Hop Trip

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Nadjas Musik begleitet mich seit ein paar Jahren schon. Sie mag die eher leisen Töne, kann aber auch anders. Sie hat ein großes Herz für den Dubtechno, das mich irgendwann auf sie aufmerksam machte und sie lässt auch gerne mal zu diesen dubbigen Ambientsachen chillen. Sie produziert und veröffentlicht regelmäßig sehr atmosphärischen Sound, der sowohl zum Träumen als auch zum Tanzen einlädt. Außerdem macht sie gemeinsam mit Helmut Ebritsch mit The Lucid eine sehr großartige Podcast-Serie, für die sie immer wieder Musiker gewinnen kann, die ich ganz besonders gerne mag. Neben diesen allerdings tauchen dort auch immer wieder Mixe von Leuten auf, die mir bisher gänzlich unbekannt waren, und sich als echte Perlen entpuppen. Nebenbei legt sie regelmäßig irgendwo auf dem Planeten auf und ist Mitbetreiberin des Labels Lucidflow. Die Frau ist demnach arg beschäftigt.

Für diesen Mix hier, hat sie den elektronischen Dub mit Hip Hop gepaart. Habe ich so auch noch nicht gehört, funktioniert aber tatsächlich ganz gut. Und ist astrein gemixt. Für einen nicht ganz zu aufgeregten Start in die Woche. Schön.


(Direktlink)

Style: Dub, Hip Hop, Trip Hop
Length: 01:02:01
Quality: 320 k/bits

Tracklist:
Megablast – Sun
Nils Petter Molvaer – Hover
Tomas Rubeck – FM1
Dave Tha Hiphop Junkie & Sean Born Are Moonshine – Like This Yall…featuring Cito & Deo
Klartraum – Sell Your Soul Chill Version
Craig Mack – Judgement Day (Album Version)
Brickman – Correlation
Nadja Lind – Alpha Chicken Dub
Nils Petter Molvaer – Hurry Slowly
Riccicomoto – Only feat.Silvia Bollnow
Phife Dawg – Ventilation
David Gtronic & Chad Andrew – Zero
Nadja Lind – Goa Dawn
Helmut Ebritsch – 14-Souls Transmuting
Nadja Lind – Binaural Meditation Twelve – Spiral
Klartraum – Bell Birds Dub
Tomas Rubeck – FM2
Klartraum – Atem

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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[Sponsored Post] MC Rene – Vom Hip Hop zur Comedy und zurück

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Es gab für mich eine Zeit, in der ich tatsächlich jede Menge Hip Hop hörte. „Jede Menge“ definiert sich da allerdings bezogen auf diese Zeit. Musik war zu Beginn der 90er nicht etwas, was immer da ist, wie das ja heute so ist, oder zumindest wie ich das heute wahrnehme. Zu Hause hatte ich einen Plattenspieler, einen CD Player und einen ollen Walkman, bei dem die Batterien ständig leer waren. Ein Discman kam erst sehr viel später ins aus. Meine erste Platte war RUN DMCs „Tougher Than Leather“, eine meiner ersten CDs Ice Ts „Original Gangster“. Kassetten gab es viele, aber die hatten für mich nicht den Wert der anderen beiden Medien. Wir hörten rund um die 2 Live Crew und wenn wir es mal noch derber haben wollten halt N.W.A.

Deutscher Rap wurde gerade im Mainstream zum Thema, die Fantas brachten jährlich neue Alben raus, die aber im Vergleich zum von uns gemochten amerikanischen Vorbild sehr albern klangen. Bis dann mit der 4. Dimension „Tag am Meer“ erschien, der auch deutschen Sprechgesang irgendwie interessant machen sollte. Für mich zumindest. Aber das war eben nur diese eine Nummer.

Auf einer ganz anderen Ebene brachten Bands wie Advanced Chemistry um Torch zur selben Zeit Alben wie „Fremd im eigenen Land“ raus, die textlich sehr viel weiter und vor allem tiefer gingen, als das, was im Radio präsentiert wurde. Ebenso wie das, was Fresh Familee damals aus Ratingen-West zu sagen hatte. Es war eine gute Zeit für deutschen Hip Hop, der gerade seinen Kinderschuhen entwuchs. Etwas später kam Main Concept.

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Ich guckte damals oft nach neuen Sachen, die so kamen und kaufte irgendwann nur Anhand der Covers den Sampler „Alte Schule„. 1993 war das und es war das geilste Cover was ich bis dato in meiner Sammlung hatte, gestaltet von Mode 2. Das Ding kam auf MZEE Records und hatte alles, was deutschen Hip Hop zu der Zeit für mich interessant machte. Torch war drauf, Cora E, die Stieber Twins, Toni L, DJ Stylewarz, Linguist (die Nummer liebe ich heute noch) und MC Rene mit „Die neue Reimgeneration„.

Ich glaube, die Platte lief ziemlich gut und so machte MZEE dort gleich weiter und veröffentlichte zwei Jahre später nach ähnlichem Muster „Die Klasse von ’95„. Der Tobi & Das Bo mit drauf, die Coolen Säue, die Brote, die Massiven Töne und wieder MC Rene. Das war dann schon alles nicht mehr so das meinige. Ich bin ’94 irgendwie mal im Berliner E-Werk gelandet und ab da war klar, das mein Herz ganz dem Techno gehören würde. Deutscher Hip Hop war für mich Geschichte.

Später dann sah ich MC Rene hin und wieder mal auf VIVA, wo er das Hip-Hop-Magazin Mixery Raw Deluxe moderierte. Was er ab dann machte wusste ich nicht, habe ich auch nie weiter verfolgt. Hip Hop und ich waren ja irgendwie fertig miteinander. Ich wusste nicht, dass der Mann irgendwann die Hip Hop Arena verlies um Comedy zu machen, weil, wie er sagt es sich in diesem Moment „richtig“ anfühlte.

MC Rene gilt als Urgestein des deutschen Hip-Hop. Doch irgendwann kam ein Punkt, an dem er nicht mehr weiterkam. Kurzerhand tauschte er seine altes Leben gegen eine Bahncard, um künftig als Comedian durch die Republik zu ziehen. Eine echte Geschichte, ebenso verrückt wie inspirierend.

Dieser kurze Film hier gibt einen schönen Überblick über den Werdegang eines jungen MCs, der dann doch ganz andere Wege ging um letztendlich doch wieder zu seinen Ursprüngen zurückzukehren. Und selbst wenn das hier ein gesponserter Artikel ist, war schön mal noch daran zu denken, welche Platten hier noch immer so im Keller stehen. Das Video ist Teil der ARAG-Kampagne „Auf ins Leben„.


(Direktlink)

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Cuthead – Exclusive Nightflight Mix – 12.11.13

Moin zusammen… da issa wieder… und wie die Headline erahnen lässt, diese Woche mit ner ganz dicken Nummer!

Für die Exclusive-Mix-Reihe in meinem Nightflight auf Fritz konnte ich diese Woche den Robert aka Cuthead gewinnen. Ein sehr netter Tüp (mir gefällt die Tradition mit dem Buchstaben „ü“ im Wort Tüp hier in diesem Blog), der sich zwar ein paar Tage Zeit ließ, um auf meine Anfrage zu antworten, dafür dann aber sofort zusagte. Und als ich ihm dann auch noch erzählte, ich dürfte seinen Mix direkt nach der Sendung hier beim Ronny im Blog posten, kommentierte er das nur mit folgenden Worten: „… auch das er bei Kraftfuttermischwerk verlinkt wird, ist echt der Knaller!“… sehr sympathisch!

Für diejenigen, die Cuthead nicht kennen… er lebt in Dresden und gehört zu der Crew um das dort ansässige Label Uncanny Valley. Eigentlich kommt er ja aus’m Hip Hop, was man seinen housigeren Produktionen auch heute noch anhört. Seit Mitte der 00’er Jahre veröffentlicht er Musik… zuerst noch ausschließlich Hip Hop, Downtempo und Breaks-Geschichten auf dem Label Kunst:stoff Breakz… später wurde es dann etwas housiger. Mir ist er zum ersten Mal unters Radar gekommen durch seine Nummer The Sinner auf der Uncanny Valley 002 im Jahr 2010. Damals war für mich klar, den muss ich unbedingt auf’m Schirm behalten. Ein Jahr später kam dann seine erste Single auf Uncanny Valley… die Brother EP… ne wirklich dicke Scheibe mit drei schönen dreckigen Housenummern und zwei soulig angehauchten gebrochenen Tracks, die den Bogen wieder zurück zum im Hip Hop spannten.

Dann war’s ne ganze Weile irgendwie ruhig um ihn… zumindest Releasetechnisch… nu issa aber wieder da, mit einer Platte, die all das hat, was ich an seinem Sound mag… und noch viel mehr! Eigentlich ja nur eine EP… aber irgendwie auch schon wieder ein kleines Album… 9 Tracks sind drauf… davon 3 wirklich nette verspulte, irgendiwe auch romantische House-Stücke und 6 dicke fette dreckige und rough-gecuttete Hip Hop Beats mit schönen Melodien und jeder Menge Soul, die wunderbar ohne Gangsterattitüde auskommen.

Die Scheibe heißt „Everlasting Sunday“ und genau das Gefühl hat man, wenn man die Musik vom Robert hört. Erschienen ist sie übrigens auf Uncanny Valley.

Das war’s von mir für diese Woche…

Viel Spaß!
Bis zur nächsten…
Tobi

achso… aus technischen Gründen liegt der Mix leider nicht auf meiner Soundcloud, sondern bei zippyshare, was dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch tut.

Jetzt: Cuthead in the mix!!!


Direktlink

Tracklist:

01. J- Zone – Skit – ???
02. Action Unlimited – My Heart Crys Out – Cheep! Cheep!
03. Boe & Zak – Loop For Love – Editainment
04. Low Key – Try Me Baby – Serious Grooves
05. Smokin Beats feat. Conroy – Times Are Changing – Smokin Beats
06. Yosi Horikawa – Whispers From An Angel – First Word Records
07. Cuthead – Maputo Jam – Uncanny Valley
08. Credit 00- Round N Round – Uncanny Valley
09. Jared Wilson – Grave Stalking – Skudge Presents
10. Freestyle Orchestra – Odyssey – MAW Records
11. Todd Edwards – Saved My Life – i! Records
12. Cuthead – Nautic Walking – Uncanny Valley
13. Steve Reich – Nagoya Marimba (HNNY Edit) – No Rights Reserved
14. Lil Bob – Stop (Cuthead Edit) – ???
15. Skit – 80 Blocks From Tiffanys – ???
16. Marc Rapson – From Shadows – Futuristica Music
17. Jonwayne – Pachabel – Not On Label (Jonwayne Self-released)
18. Cuthead – Everlasting Sunday – Uncanny Valley
19. The Doppelgangaz – Doppel Gospel – Groggy Pack Entertainment
20. Earl Sweatshirt – Hive – Columbia
21. Linkwood – Fate – Firecracker Recordings

Hier findet Ihr…

… die komplette Playlist der Sendung.
alle bisherigen Mixe noch ein mal zu nachhören.
… und hier nochmal die komplette Sendung im Loopstream zum nachhören.

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