Zum Inhalt springen

Schlagwort: Hippies

Aussteiger: Die Höhlen-Hippies von La Gomera

Arte Re: hat eine Gruppe von Aussteigern in einer abgelegenen Bucht auf der kanarischen Insel La Gomera besucht. Sie bewohnen dort Höhlen direkt am Meer – ohne Strom und Wasser, ohne materielle Besitztümer. Fernab der Zivilisation haben sie sich eine eigene Welt aufgebaut. Der Regierung von Gomera gefällt das nicht mehr ganz so gut. Aber auch die Alt-Hippies hadern mit den Zugereisten.

Die Höhlen-Hippies von La Gomera kommen aus ganz Europa. Was sie eint, ist der Wunsch nach einer einfachen Existenz – frei von den Zwängen der Moderne, im Einklang mit der Natur. Um sich diesen Traum zu erfüllen, haben sie ihr altes Leben zurückgelassen. So wie Mischa. Die Österreicherin arbeitete in Wien erfolgreich als Radiomoderatorin. Mit 24 bekam sie einen Burn-out und die Diagnose Gehirntumor. Nachdem sie ihre Krankheit besiegt hatte, krempelte sie ihr bisheriges Leben komplett um. Sie kündigte ihren Job, schwor sich, nur noch unter dem Sternenhimmel zu schlafen und zog hinaus in die Welt. Auf La Gomera fand sie ihr persönliches Paradies. Die Regierung von Gomera hat die Aussteiger jahrzehntelang in Ruhe gelassen. Doch mittlerweile geht sie immer rigoroser gegen die illegalen Behausungen vor. Hat die Hippie-Kommune in der Bucht der Aussteiger noch eine Zukunft?


(Direktlink)

5 Kommentare

Yogi Cale über sein Leben in seinem alten Bus

Eine Lebensphilosophie, die ich recht gerne mag, auch wenn Yoga jetzt nicht so mein Ding ist. Und auch wenn es dieses „#Vanlife“-Hashtaggeschwurbel gar nicht so trifft, weil dieses ja anders mit all seinem Glamour immer verkauft werden soll, verkauft werden will auch.

Cale lebt im Bus. Und wenn hier der Winter kommt, verpisst er sich in diesem Richtung Süden. Still loving Hippie Life. Immer.


(Direktlink)

2 Kommentare

Doku: Soviet Hippies

Dass die Zugehörigkeit einer nicht angepassten Jugendkultur in den repressiven Staaten des Ostblocks weitaus riskanter als im Westen war, ist kein Geheimnis mehr. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass es trotzdem Jugendliche gab, die auch aus Protest Teil jener Subkulturen sein wollten. In der DDR waren das Blueser, Punks und am Ende auch Skinheads. In der damaligen UdSSR waren es schon Ende der 60er Jahre Hippies.

Zu diesen jugendkulturellen Besonderheiten im Osten gibt es nicht sonderlich viel Doku-Material. Wohl auch, weil die technologischen Möglichkeiten dort zu dieser Zeit nicht für jedermann verfügbar waren. Da bin ich doch sehr froh, dass dennoch hin und wieder Material auftaucht, das dazu taugt, einen Blick auf längst vergessene Zeiten werfen zu können. So wie hier – über die Hippiekultur in der Sowjetunion.

Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll – die Hippiekultur gehört zu den festen Bestandteilen der 60er Jahre in der westlichen Welt. Was bis heute dagegen fast unbekannt ist: Auch in der Sowjetunion gab es Hippies: junge, alternative Menschen, die dem sozialistischen Alltag zum Trotz auf der Suche nach Glück und Freiheit ihren eigenen Hippiekult lebten. Der wilde Flowerpower-Trip in den psychedelischen Untergrund mit den Hippies von damals macht das Lebensgefühl dieser bunten Gruppe von Künstlern, Musikern, Freaks und anderen langhaarigen Systemverweigerern lebendig, die sich in der Sowjetunion eine eigene Subkultur geschaffen haben. Filmemacherin Terje Toomistu trifft die nun deutlich gealterten sowjetischen Hippies und lässt sie erzählen – von der Lebenslust und dem Einfallsreichtum, den es allein schon brauchte, um trotz des Eisernen Vorhangs an westliche Musik zu kommen, von Sprachschwierigkeiten, von den oft verständnislosen bis repressiven Reaktionen von Familie und Nachbarn, von wilden Reisen durch das ganze Land und heimlichen Konzerten, von Drogen, Rausch und Selbstzerstörung. Zusammen mit originalen Amateurfilmen entsteht so ein Psychogramm der sowjetischen Hippies, aber auch das eines Landes, in dem sie ihre explosive Gegenkultur lebten. „Soviet Hippies“ wirft einen Blick auf einen weitestgehend unbekannten Teil der Geschichte Osteuropas, hinterfragt das Funktionieren von Macht und stellt die noch immer aktuellen Fragen nach Freiheit und Selbsterfüllung. Vor allem aber wird aus den Erzählungen der Menschen, die damals dabei waren, der Geist dieser Zeit wieder lebendig und ein Lebensgefühl greifbar, von dessen Existenz viele noch nicht einmal etwas ahnten.

Einen Kommentar hinterlassen

Gammler in Deutschland

12489356_10207921928147391_9115318971284713094_o


(via Peter Glaser)

„Herbst der Gammler“: mit diesem Dokumentarfilm wurde Peter Fleischmann 1967 bekannt. Am Vorabend der Studentenrevolten, nannte der anständige westdeutsche Bürger jene „Gammler“, die sich die Haare wachsen ließen und sich der Wirtschaftwunder-fleißigkeit verweigerten: dabei verstand sich Springers Boulevardpresse als Sprachrohr des angeblich „gesunden Volksempfindens“, das sich über die Verweigerung der Jungen erregten:

Peter Fleischmann drehte seinen Beitrag zum aufkeimenden öffentlichen Generationskonflikt in der Bundesrepublik mit großer Sympathie für die jungen Leute. Ein erfrischendes Plädoyer gegen den deutschen Nachkriegsmief…
(SWR)


(Direktlink)

2 Kommentare

Janis Joplins Porsche kommt unter den Hammer

Janis_Joplin's_Porsche_356_convertible


(Foto: Sergio Calleja, CC BY-SA 2.0)

Der vielleicht hippieskeste Porsche aller Zeiten kommt am 10. Dezember in New York unter den Hammer. Janis Joplins‘ buntes 1965er Porsche 356C Cabriolet soll, geht es nach der Familie, für um $400.000 einen neuen Besitzer finden.

Joplin hatte den Porsche mit perlweißer Lackierung im September 1968 gekauft und ließ ihn von ihrem Roadie Dave Richards bemalen. Zeitgemäß verspult natürlich. 1969 wurde ihr die Kiste geklaut und als erstes dilettantisch umlackiert. Später bekam sie das Auto trotzdem wieder und lies die Überlackierung entfernen, so das das Cabrio wieder so aussah wie ihr Cabrio. Zumindest eine zeitlang, denn irgendwann später lies man es in originalem Grau überspritzen, was dann wiederum in den 90ern behoben wurde.

Die Künstler Jana Mitchell und Amber Owen erzählten die „History of the Universe“ mit ihren Pinselstrichen nach. 1995 wurde der Porsche in seinem neuen bunten Kleid in der Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio, vorgestellt, wo er die letzten 20 Jahre auch ausgestellt war.

(via Lobot)

1 Kommentar

Das Paar vom Woodstock-Cover im Interview

8397771243_bfcf9e4056_z


(Foto: Sucks08, CC BY 2.0)

Das SZ Magazin hat ein Interview mit Barbara und Nicholas Ercoline, die noch heute verheiratet sind, und damals als frisches Paar das Cover des Woodstock-Albums zierten. Für mich als nicht mehr ganz junger Hippie sehr interessant.

Barbara und Nicholas Ercoline waren zwanzig und frisch verliebt, als sie im Sommer 1969 das Woodstock-Festival besuchten. Ein Foto von ihnen wurde zum legendären Cover eines Best-of-Albums und machte sie zum Sinnbild der Hippie-Generation. Heute, 46 Jahre später, sind sie noch immer ein Paar. Hippies sind sie auch noch. Ein bisschen.

[…]

„Das war eben total rebellisch zu dieser Zeit. Außerdem erinnere ich mich an die dauernden Lautsprecherdurchsagen auf dem Gelände. Einmal hieß es: »Jimmy soundso, komm sofort zu dem und dem Zelt, da wird gerade dein Kind geboren!« Das klang wie eine dieser Durchsagen, die man heute vielleicht aus dem Baumarkt oder dem Footballstadion kennt, wenn jemand seine Kinder verloren hat. Aber hey, bei Woodstock wurden Väter ausgerufen, damit sie die Geburt ihrer Babys nicht verpassen! Da wurden Menschen geboren, und zwar mitten auf dem Festival! Spätestens da wusste ich, hier ist etwas ganz und gar nicht mehr normal.“

4 Kommentare