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Schlagwort: Movie

In der Arte-Mediathek: Tod den Hippies!! – Es lebe der Punk!

Oskar Roehlers „Tod den Hippies!! – Es lebe der Punk!“ für noch zwei Tage auf arte+7.

„Deutschland, Anfang der 1980er Jahre: Auch in der westdeutschen Provinz sind die Hippies an der Macht. Robert muss da raus. Es gibt für ihn nur eine Stadt, die Sex, Drogen und Punk verspricht: West-Berlin! Sein alter Kumpel Schwarz nimmt ihn dort mit offenen Armen auf. Schwarz braucht in seiner Peepshow ein Mädchen für alles, und das wird Robert. Wichskabinen schrubben und die Verpflegung der Mädchen organisieren sind seine Hauptaufgaben.
Dabei lernt er Sanja kennen, auch eine in der anarchischen Subkultur gestrandete Seele auf der Suche nach einem Sinn im Leben. Tag und Nacht verschwimmen, Robert lässt sich treiben, seine Nächte verbringt er im legendären „Risiko“. Der Ort, an dem Zeit nicht existiert und sich Ikonen wie Blixa Bargeld und Nick Cave herumtreiben.
Dort wo alles möglich ist, alles sein kann und nichts sein muss. Kunst kommt nicht von Können, sie kommt vom Leben. Dank üppiger Berlin-Zulage und eines kleinen Überfalls zusammen mit Schwarz hat Robert eine ganz neue Einkommensquelle und plant mit Sanja die nicht ganz typische Lösung familiärer Probleme … Oskar Roehler inszenierte nach eigenem Drehbuch ein authentisches, radikales und ironisches Zeitdokument über die Anarchie einer Stadt, in der nichts mehr Gültigkeit hatte und auf nichts mehr Verlass war.
Er erzählt von denen, die aus der versnobten, konservativen Kleinstadt nach Berlin kamen, die keinen Plan hatten, politisch inkorrekt waren und deren Nichtstun eine Haltung war.“


(Direktlink, via FernSehErsatz)

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Trainspotting 2

Vor zwanzig Jahren gingen wir beide in Trainspotting. Wir hatten gerade eine kleine und schöne Zwei-Zimmerbude in Schöneberg für uns wohnlich gemacht, um die Ecke gab es ein Kino. Eines Abends gingen wir so pärchenmäßig in den Film. Wir hatten mal keinen Besuch – und wir hatten eigentlich immer Besuch. Wir wohnten in Berlin, alle unsere Freunde immer noch im Umland. In Brandenburg. Also kamen sie uns besuchen. Eigentlich fast immer.

Wir saßen mitunter tagelang mit 10-20 Leuten in der Bude. Zogen die Jalousien runter, machten die Lava- und UV-Lampen an, die unsere fluoreszierende Tücher ausleuchten sollten und hörten Musik. Manchmal sahen wir Filme auf Premiere, aber eigentlich hörten wir immer nur Musik. Manche nahmen dazu dies und das. Rauchten, zogen. Nur gesoffen hat damals keiner von uns. Nicht mal Bier. Draußen gab es die, die kifften oder die, die soffen – und die, die soffen, waren uncool. Wir holten für uns das Hippie-Ding in die 90er. So ganz individualisiert, so ganz für uns. Dann kam Trainspotting.

Während wir uns jedes Wochenende in irgendwelchen Clubs der Hauptstadt oder auf irgendwelchen Raves in der Republik um die Ohren schlugen, zeigte der Film, wo für uns alle im besten Fall eine Grenze liegen sollte: „Kein Heroin und nicht schwanger werden!“ wurde für ein paar Jahre zur Prämisse unseres sprunghaft verballerten Lebens. Auch wenn wir beide auch von so manchen Rauschmitteln stets die Finger ließen. Trotzdem liebten wir den Film. Für mich damals der wichtigste Anti-Drogenfilm, den ich je gesehen hatte. Dass ihm mitunter vorgeworfen wurde, H und das Junkietum zu glorifizieren, konnte ich nie nachvollziehen.

Der Film war auf komische Weise der Soundtrack zu unserem damaligen Leben, was ja eigentlich Blödsinn war, denn der Film an sich war schon Film und hatte seinen ganz eigenen Soundtrack. Born slippy. Außerdem war unser Leben lange nicht so kaputt, wie das der gezeigten Protagonisten. Wir sagten alle irgendwie schon „Ja zum Leben“. Zumindest vorerst. Wir wussten, dass das nicht ganz richtig war, aber irgendwie musste diese ganze Feierei ja auch bezahlt werden und „krumme Dinger“ drehen war nicht so das Unsere. Wir arbeiten so wenig wie das eben möglich war und feierten so oft es nur ging. Mitunter Tage am Stück.

Später sahen wir Trainspotting immer und immer wieder mal. Quasi so als Erinnerung an unsere extra derben Jahre, aus denen wir am Ende doch ziemlich glimpflich rausgekommen waren. Also die meisten von uns. Und – und vor allem – wir beide. Manche hatten weniger Glück, erfuhren wir erst später, aber das ist eine andere Geschichte.

Heute waren wir beide in Trainspotting 2. So wie damals. Nicht mehr in Berlin und mit zwei Kindern, die sich zu Hause selber organisieren, wobei die Große die Kleine ins Bett bringt. 20 Jahre später. „Kein Heroin“ blieb immer Prämisse, „nicht schwanger werden“ fühlte sich irgendwann überholt und „schwanger werden“ hingegen auch ganz okay an.

Trainspotting 2 ist ein verdammt guter Film, weil er einen so wunderbar ehrlich die letzten 20 Jahre Revue passieren lässt. Die passieren im Film ja nicht im Zeitraffer oder so. Es ist 20 Jahre her, als wir den ersten Teil sahen. 20 Jahre!

Ich bin kein Filmkritiker und habe auch gar nicht vor, zu spoilern. Nur: wem Trainspotting was gegeben hat, muss sich nicht dagegen wehren, Trainspotting 2 zu sehen. Das passt. Alles. Vor allem, wenn ihr selber schon so alte Säcke seid, dass ihr den ersten Teil im Kino sehen konntet.

Dass heute kaum einer der jungen Menschen Trainspotting gesehen hat: schade, aber geschenkt. Der Zeitgeist war damals eben einer, der uns sehr viel näher war, als das er ihnen heute kommen könnte. Dass ich Trainspotting dennoch für einen dieser Filme halte, den jeder mal gesehen haben muss, scheint da eher nostalgischer Natur. Muss ich vielleicht wohl auch mal neu sortieren, diese Liste der Filme, die in diese Schublade gehören.

Der Saal heute war für einen Kinostart ziemlich leer. Also sehr leer, um genau zu sein. Das Publikum, was sich an zwei Händen abzählen lies, war durchweg 40+. Na klar! Zeitgeist und so.

Und dennoch war es gut, dass T2 gemacht wurde und wir ihn sehen konnten. Finden wir beide – und sprechen intensiv drüber, wenn wir das Kino verlassen haben. So wie damals. Vor 20 Jahren. Das ist geblieben.

Ein paar Plätze neben uns saßen zwei Tüpen (40+), die vor dem Film ganz offensichtlich eine ordentliche Line Speed geballert haben und verdammt viel Spaß hatten. Sie redeten viel zu viel und viel zu laut. So, wie sie das noch von damals zu kennen scheinen. Vor 20 Jahren.

Der „Sag ja zum Leben!“-Monolog in T2 dürfte die stärkste Szene des Films sein. Weil wir alle 20 Jahre lang Zeit hatten, den Bausparvertrag scheiße zu finden und heute noch ganz andere Probleme haben, an die vor 20 Jahren kaum einer zu glauben gedachte.

Vielleicht können wir beide ja auch noch in 20 Jahren zu T3 gehen und säßen dann dabei ganz alleine im Kinosaal. Die Kinder dürften dann ausgezogen sein. Das wäre schön. Sag ja zum Leben, aber ironisch – und so.

Es ist gleichsam gut und konsequent, „Born slippy“ von damals nicht zum Teil des heutigen Soundtracks gemacht zu haben. Manchmal reichen halt auch zwei veralterte verhallte Akkorde aus, um Gänsehaut zu erzeugen.

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Mann filmt sich seit 35 Jahren jährlich und macht daraus ein Video bis ins Jahr 1977

Sam Klemke hat 1977 damit begonnen, sein Leben auf Video zu dokumentieren. Im Jahr 2011 veröffentlichte er auf YouTube einen Clip, in dem er aus all den Jahren einen Gruß schickte. 2015 entstand auf dieser Grundlage der Film Sam Klemke’s Time Machine, den es on Demand bei Vimeo gibt.

In 1977, Sam Klemke started obsessively documenting his entire life on film. Beginning decades before the modern obsession with selfies and status updates, we see Sam grow from an optimistic teen to a self-important 20 year old, into an obese, self-loathing 30-something and onwards into his philosophical 50s. The same year that Sam began his project, NASA launched the Voyager craft into deep space carrying the Golden Record, a portrait of humanity that would try to explain to extra terrestrials who we are.

From director Matthew Bate (Shut Up Little Man! An Audio Misadventure), Sam Klemke’s Time Machine follows two unique self-portraits as they travel in parallel – one hurtling through the infinity of space and the other stuck in the suburbs of Earth – in a freewheeling look at time, memory, mortality and what it means to be human.


(Direktlink, via BoingBoing)

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Trailer: Sausage Party

Scheint mir eine ziemlich amüsante Angelegenheit zu werden, diese Sausage Party. Animationskino für Erwachsene. Ab 18. August im Kino. Hier der Trailer auf deutsch.

Der Film Sausage Party erzählt von Lebensmitteln die bei einem Einkauf am amerikanischen Unabhängigkeitstag von einem Kunden im Supermarkt ausgewählt wurden. Doch die Geschichte beginnt bereits weit vor dem 4. Juli, denn einige der Artikel, wie beispielsweise die Hot-Dog Würstchen sind einige Zeit davor aus dem Regal gefallen und begaben sich so, ganz ungewollt auf eine Reise durch den Supermarkt.


(Direktlink, via Devour)

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Im Stream: Deutschboden

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In der Mediathek des rbb gibt es noch bis zum 21.06. André Schäfers Film Deutschboden, welcher auf Moritz von Uslars gleichnamiger Langzeit-Beobachtung und dem dazu veröffentlichtem Buch basiert. Dafür hat er sich drei Monate in Zehdenick eingemietet. Für mich als Brandenburger ergeben sich dabei so einige Déjà-vu. Der Film spiegelt nicht bierenst und dennoch ernstnehmend den Alltag in Brandenburg. Er beobachtet und dokumentiert weit verbreitete Klischees, ohne sich über diese lustig zu machen, oder die Leute belehren zu wollen und schafft so ein Bild des gemeinen Brandenburgers. Ob das Deutschland zu einem „feinen Kerl“ macht, lass ich mal dahin gesellt, denn so supersympathisch sind die gezeigten Charaktere dann doch nicht alle. Wie das halt so ist in Brandenburg.

„Raus aus dem hippen West-Berlin, rein in den wilden Osten. Dort will Moritz von Uslar ihn finden: den Superproll. Springerstiefel, Bier, Kippe, Spuckefaden – das volle Programm. Doch der Großstädter lernt Land und Leute kennen, die Mitglieder der Rock-Band „5 Teeth less“ werden seine Jungs, Hackepeterbrötchen seine Leidenschaft. Und während wir erfahren, dass Körper-Tuning wie Waxing, Tätowierungen und Augenbrauen trimmen eine ernste Sache sind, stellt der Reporter fest:
Deutschland ist ein feiner Kerl!

„Deutschboden“ leuchtet – es ist das Licht der Tankstelle
an der Ausfallstraße nachts um halb eins. „

Hier der Trailer, hier der Link zur Mediathek.


(Direktlink, via FernSehErsatz)

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Akira im Stream auf arte+7

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Immer wenn mich jüngere Menschen fragen, welche Filme sie unbedingt mal sehen müssten, antworte ich mit einem von 10 immer mit Akira.

Diese 10 Filme variieren über die Jahre hinweg, aber mindestens fünf sind immer mit dabei: Hass, Absolute Giganten, Apocalypse Now, Full Metal Jacket und Akira.

Der Film erwischte uns damals in unserer kollektiven, psychedelischen und verrauchten Hippie-Phase und knallte uns alle weg. Sehr deep, wie wir damals fanden. Sollte man unbedingt mal gesehen haben, wie ich heute noch finde. Arte+7 hat Akira jetzt für ein paar Tage im Stream. Komplett. Könnte man auch mal wieder gucken. Jahre nach der kollektiven, psychedelischen und verrauchten Hippie-Phase.

2019, über 30 Jahre nach dem Beginn des Dritten Weltkriegs, in Neo-Tokio: Obwohl die politische Lage alles andere als stabil ist, bereitet sich Neo-Tokio gerade auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele vor. Kaneda ist Anführer einer Motorradgang, die auf den Straßen dieser futuristischen Stadt erbittert gegen die rivalisierende Gang der „Clowns“ kämpft. Nicht untypisch für die junge Generation der Tokioter, die sich in Drogenrausch oder Massenschlägereien flüchten. Die Zeichen stehen auf Revolte, denn das Volk wurde bei den Modernisierungen und Reformen durch den Staat übergangen. Die Obrigkeit versucht, die Studentenaufstände niederzuschlagen, doch die Situation eskaliert und die Stadt versinkt im Chaos.


(Direktlink)

Und sowieso müsste man auch Herr Lehmann gesehen haben. Aber das Leben lässt ohnehin mehr Zeit als nur für 10 Filme, die man mal gesehen haben sollte. Sie wissen schon.

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Neuer Trailer: Ghostbusters

Ihr könnt haten wie ihr wollt, ich werde mir den trotzdem oder auch gerade genau deswegen ansehen. Eigentlich aber deshalb, weil die beiden Trailer so einiges versprechen. Who ya gonna call?

Ghostbusters makes its long-awaited return, rebooted with a cast of hilarious new characters. Thirty years after the beloved original franchise took the world by storm, director Paul Feig brings his fresh take to the supernatural comedy, joined by some of the funniest actors working today – Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones, and Chris Hemsworth. This summer, they’re here to save the world!


(Direktlink, via René)

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