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Schlagwort: Satire

WDR-Kinderchor singt „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“

In der WDR-Redaktion dachte man sich wohl, dass man nach all dem besinnlichen Weihnachtsgedöns jetzt auch mal wieder was Kontroverses raushauen könnte und ließ den Kinderchor des Hauses eine textlich neuinterpretierte Version des Klassikers „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ singen. Der heißt dann „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“. Nachdem der WDR ein Video davon auf Facebook lud, implodierte nicht nur die rechte Filter-Bubble, nachdem sie die erste kollektiven Schnappatmung überstanden hatte. Auch „Rundfunkgebühren-Kritiker“ jammerten gemeinsam im Chor. Das Video, das zudem wohl auch als Satire gekennzeichnet wurde, kam also nicht bei allen so gut an, um das mal gelinde auszudrücken. Jene, die bspw. Dieter Nuhr „gute Satire“ anbeireden wollen, rasten hierbei völlig aus und sind schwer, sehr schwer empört. „Das hat mit Satire rein gar nichts mehr zu tun!!einself!!!“ und so.

Das ging soweit, dass der WDR sich dazu entschlossen hat, das Video wieder aus dem Netz zu nehmen. Dabei fand ich es ganz lustig. Der Text hat durchaus Potenzial.

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau.“ Weiter heißt es: „Meine Oma fährt mit ´nem SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator.“

Zum Thema Fleischkonsum sangen die Kinder: „Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett. Weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet. Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau.“

In der folgenden Strophe wurde das Reiseverhalten angesprochen: „Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert, geläutert, geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ‘ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau.“

Da haben die sich ja was eingetreten. Und gebt euch nicht die Kommentare. Oder doch – es kommt dort, wie erwartet, die komplette Palette des Wutbürgertums zum Vorschein.


(Direktlink)

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Schickt Österreich „Hyäne Fischer“ als Satireprojekt zum ESC?

In Österreich schickt sich seit ein paar Tagen die bisher unbekannte Künstlerin „Hyäne Fischer“ an, als Beitrag der Alpenrepublik zum ESC-Song-Contest gesandt zu werden. Österreich soll, geht es nach der Wiener Burschenschaftssatire-Burschenschaft „Hysteria“, die ausschließlich aus Frauen besteht, den Song-Contest-Beitrag bekommen, den sie verdient. So wird vermutet, dass sie Satiregruppe hinter dem vorgeschlagenen Song steckt, der mit einer Eva-Braun-Ästhetik in der Tat ein wenig schmerzt. Aber womöglich soll das genau so sein.

Der Verdacht, dass es sich um ein Hysteria-Projekt handelt, liegt nicht nur nahe, weil bekannte Mitglieder wie die Autorin Stefanie Sargnagel Hyäne Fischer öffentlich unterstützen. Auch die Form der Subversion durch Imitation in Duktus und Ästhetik ist die gleiche. Egal, wie weit nach rechts die Regierung noch abdriften will, Hyäne Fischer überholt sie kalt lächelnd. Eine politische Botschaft ist nirgends auszumachen. Es gibt keinen Bruch, kein Erwachen aus dem Albtraum, kein „es ist ja nicht so gemeint“, und tut genau deshalb so weh.


(Direktlink, via CarFreiTag)

Ob Österreich sich dazu entschließt, diese Newcomerin tatsächlich nach Israel zu schicken, wird sich erst noch zeigen.

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Satirevideo „Volksfest in Sachsen“ – und wie die AfD daraus einen Skandal zu konstruieren versucht

[Update:] Die Produzenten hatten mittlerweile Besuch von einem AfD-Abgeordneten und einem Kameramann: Ein Hauch von ‘33 – Und plötzlich stehen sie vor deiner Tür.

Schließlich stand der AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel mit einem Kameramann vor der Haustür meines Firmen-Partners und filmte das Klingelschild ab. Der Krawatte nach zu urteilen ist Hansel ein Mensch, der erst handelt und dann nachdenkt, aber ein Abgeordneter muss wissen, dass diese Unsitte, Privatadressen ins Netz stellen, nicht nur illegal ist, sondern auch gefährlich. Das Video mit den Adressdetails wurde über den Facebook- und Youtube-Kanal der AfD-Berlin geteilt, wo viele Kommentatoren sehr erregt über den jüdischen Namen meines Partners waren.

Neues, ziemlich treffendes Video von Schleckys Bohemian Browser Ballett, der sich damit schon vor der Veröffentlichung des Videos einen fetten rostigen Nagel namens AfD eingetreten hat. Die nämlich hatte allein die Dreharbeiten zu einem Skandal hochjazzen wollen.

Öffentliche Dreharbeiten in Berlin für ein mögliches Satire-Video auf YouTube haben dazu geführt, dass sich AfD-Politiker „erschüttert“ und „entsetzt“ über „niederträchtige Methoden“ beklagen. Die AfD kenne wohl Satire nicht oder wolle sie einschränken, erklärt dazu ein Experte.

Schlecky Silbersteins Stellungnahme zu den Vorwürfen: Meine Firma produziert keine Fake-Nazidemos mit AfD-Beteiligung.

Liebe AfD und Sympathisanten,

in Ihren Kreisen verbreitet sich gerade die Nachricht, meine Firma würde neuerdings Fake-Nazidemos für den SWR produzieren, um unter anderem gegen Ihre Partei zu hetzen. Aufmerksame Anwohner filmten mein Team neulich in Berlin Lichtenberg dabei und spielten das vermeintlich brisante Material der Parteispitze zu. Besagtes Material wurde für einen Informationsfilm verwendet, über den die Bundes-AfD meiner Firma unterstellte, Fake-News für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk herzustellen.

Lassen Sie mich den Vorfall klarstellen: Es handelte sich bei der vermeintlich perfiden Aktion lediglich um einen Filmdreh für das Satire-Format Browser Ballett. Das konnte man vor Ort an den vielen Kameras, einem Regisseur, einer Maske, einem Tonmann, einem Catering-Zelt und an den ganzen Aushängen sehen, die darauf hinwiesen, dass wir einen Film drehen.

Da wir stets bestrebt sind, niemanden bloßzustellen, möchten wir sie bitten, ihre Kamerateams von unseren Privat-Adressen abzuziehen. Ihr Mitglied Frank-Christian Hansel steht hier mit Kameramann und Party-Krawatte und möchte mich dazu befragen, was sich meine Firma dabei denkt, eine Fake-Nazidemo mit AfD-Beteiligung zu produzieren.

Und hier das besagte, durchaus amüsante Video. Weiß gar nicht, worüber die AfD sich da aufregt.


(Direktlink)

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Titanic-Redakteur lässt die CSU die Unionsgemeinschaft mit der CDU auflösen – und die Medien spielen mit

Medienbombe platzt bei Twitter: Der Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen hat auf seinem verifizierten Twitter-Account eine simple Namensänderung vorgenommen, die suggeriert, das es sich bei diesem Account um einen Ableger des Hessischen Rundfunks handeln könnte. Seriös halt. Mittlerweile hat er sich wieder umbenannt.

Auf diesem Account platzierte Hürtgen vor einer Stunde folgenden Tweet.

Es dauerte nicht lange, dass wohl die Nachrichtenagentur Reuters die Meldung in ihren Ticker übernahm. Das wiederum führte natürlich dazu, dass die Medienhäuser sich mit Eilmeldungen überschlugen, ohne da mal irgendwo anzurufen und nachzufragen. Offensichtlich hält man das bei so einer Meldung bei ntv, BILD und Focus für unnötig.

Mittlerweile haben jene Medien erneut Eilmeldungen rausgeschickt, die besagen, dass der Bruch der Unionsgemeinschaft eine Falschmeldung war. Schade eigentlich. Also nicht, dass die Meldungen rausschicken, sondern das der Koalitionsbruch eine Ente ist.

Bei der Titanic freut man sich.

Well played, Titanic.

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Tierschützer kapern Image-Kampagne des Landes Brandenburgs

Vor ein paar Wochen kündigte Brandenburg mit diesem Video eine neue Image-Kampagne für das Bundesland an. Die Kampagne soll laut der dazugehörigen Website im Mai ausgerollt werden.

Auf einer gefakten Facebook-Seite tauchte nun heute ein Video auf, das sich der Optik der eigentlichen Kampagne bedient und sorgte kurz für Kopfschütteln. Denn dort will man ja nicht wohnen, das ist eher zum wegziehen. Mittlerweile gerüchtet es, dass Tierschützer die Image-Kampagne des Landes gekapert haben sollen. Und das auf ziemlich großartige Art und Weise. Wer dahinter steckt, wird wohl Morgen aufgelöst.

Gegner der Massentierhaltung haben die neue Imagekampagne des Landes Brandenburg unter dem umstrittenen Motto „Es kann so einfach sein“ gekapert. Die anonyme Initiative veröffentlichte am Mittwoch im Internet einen angeblichen Spot der Landesregierung, in dem Investoren eingeladen werden, in Brandenburg große Tierzuchtanlagen zu errichten. „Was Umwelt und Tierschutzauflagen angeht, da lassen wir schon mal Fünfe gerade sein“, heißt es in dem zweiminütigen Satire-Spot. „Ein Volksbegehren gegen Massentierhaltung haben wir erfolgreich abgewehrt.“

„B R A N D E N.B U R G!“

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