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Schlagwort: Youth

19-jähriger Brite erwacht nach zehn Monaten aus dem Koma und weiß nichts von einer Pandemie

Der 19-jährige Brite Joseph Flavill wurde am 1. März des letzten Jahres von einem Auto angefahren, als er als Fußgänger unterwegs war. Drei Wochen später begann in Großbritannien der erste Shutdown. ⁠Während er im Koma lag, ist er zwei mal an Covid-19 erkrankt. Mittlerweile ist der junge Mann aus dem Koma erwacht, sein Bewusstsein beginnt sich langsam zu verbessern, er kann seine Gliedmaßen wieder bewegen und interagiert mit den Menschen um sich derzeit durch Blinzeln und Lächeln. Da wird es für seine Familie sehr viel zu erzählen geben, die, um seine langfristige Genesung gewährleisten zu können, bisher 30.000 Pfund gesammelt hat.

The Guardian:

Flavill Smith said the teenager is able to follow commands such as touching his left and his right ear, move both of his legs, and answer yes and no through blinking, while his first smiles have brought the family to tears.

“We’ve still got a long journey ahead, but the steps he’s made in the last three weeks have been absolutely incredible,” said Flavill Smith.

He has caught Covid twice during his recovery from the accident but recovered on both occasions.


(via Tibor)

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„Haare ab, Zivildienst!“

Als wir damals, so Mitte der 1990er, alle fast zeitgleich mit dem Zivildienst begonnen haben, gaben wir uns eine Challenge mit auf den Weg. Die forderte, dass wir uns alle gemeinsam die Haare auf sechs Millimeter runter rasieren sollten, um dann so lange wachsen zu lassen, wie unsere Zivildienste halt dauern würden. Damals 13 Monate, wenn ich mich recht erinnere. Wir waren fünf Dudes, die keinen Bock auf Kriegsdienst hatten. Wir haben alle durchgehalten und sahen dann auch aus wie die Hippies, die wir damals im Fühl sehr viel länger ohnehin schon waren. Meine Familie meinte zu der Zeit, dass ich gar nicht mal so gesund aussehen würde und ich ließ das ob dessen mit dem Vegetarismus erstmal wieder sein.

Und heute ist keiner der fünf Dudes mehr an meiner Seite, was total okay ist, weil das Leben halt so spielt. Mitunter. Die Erinnerungen bleiben natürlich dennoch.


(Danke, Uschi!)

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Doku: 1-2-tip für immer – Disko in der DDR

Sehenswerte Doku über die Diskos in der DDR und ihre DJs, die damals „Schallplattenunterhalter“ genannt wurden und eine offizielle Spielerlaubnisse brauchten. Lief vor ein paar Tagen im mdr und ist dort noch bis März in der Mediathek zu sehen. Ich bin da ja ein bisschen zu jung für, aber so war es wohl, wenn meine Eltern in die Disko gingen.

Zum Ende der DDR gab es mehr als 7.000 offiziell zugelassene DJs, damals Schallplattenunterhalter genannt. Fast alle jugendlichen Ostdeutschen liebten die Disko. Der Film spürt ihrem Lebensgefühl nach.


(via Murdelta)

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WDR-Doku über Punks, Teds und Popper aus dem Jahr 1981: Randale und Liebe

Ich will das mal gänzlich wertfrei hier lassen, ich gucks nämlich gerade erst erstmalig. Eine WDR-Doku über jugendliche Subkulturen im Westdeutschland des Jahres 1981. Da war ich gerade fünf und Kind im Osten des Landes. Im nostalgischen Sinne sehenswert ist das dennoch allemal. Finde ich.

Und klar, die Frage danach, was all diese Leute wohl heute so machen und wo sie stehen.


(Direktlink, via Jan)

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Elf99 Spezial aus dem Oktober 1990: „Die Kinder vom Busbahnhof“ – eine Doku über Jugendliche in Pößneck (Thüringen)

Ich finde mich in dieser flashbackenden Doku häufig selbst wieder, auch wenn ich damals mit 14 noch etwas jünger war, als jene fast jungen Erwachsenen in diesem Elf99 Spezial aus dem Jahr 1990, die über ihre Sehnsucht nach Freiräumen für sich reden. Und darüber, dass diese ihnen nicht gewährt wurden. Ich erinnere mich recht gut an diese Zeit. Keine Ahnung, wie es damals im Westen aussah, da war ich bis dahin selten bis nie. Aber bei uns Kids im Osten, war es nicht nur dort ziemlich genau so. Und dann hingen wir nachmittags und abends auf dem damals noch offenen Schulhöfen rum. Im Sommer im Schwimmbad. Ansonsten vor dem Tante Emma-Laden in der Vorstadt. Keiner wollte uns an nur einem dieser Plätze haben. Genau genommen wollte uns damals überhaupt niemand auch nur irgendwo haben. Weil wir störten. Alle, jeden, überall. Das war der Zeit und den damaligen Umständen geschuldet. Einer Zeit, in der wir einfach alle auf den Sack gehen wollten. Auch und gerade, weil sie uns keinerlei Freiräume zugestehen wollten. War schlimm, aber auch ein bisschen geil, weil schon auch sehr anarchistisch. Wobei wir damals nicht wussten, dass es dieses Adjektiv überhaupt gab. Und wofür es stand sowieso nicht. Wir trafen uns, versuchten Nazis zu meiden und hatten jugendlichen Spaß. War gut.

Mir fehlt hierbei ein bisschen die kritische Auseinandersetzung mit den damals gedeihenden Nazistrukturen, die 3-4 Jahre später das jugendlich, ländliche Leben komplett im Griff hatten, aber das spiegelt auch ganz gut die gesellschaftliche Auseinandersetzung damit statt, die eigentlich nicht stattfand, was uns damals schon tierisch ankotzte. Manche dieser Tüpen sitzen heute vielleicht in ostdeutschen Landesparlamenten. Weil sie schon in den 1990ern als nicht so schlimm empfunden wurden.

Ansonsten: sehenswertes Zeitdokument.


(Direktlink, via Jens)

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14-jährige Schülerin löst das Problem „toter Winkel“ beim Autofahren

Die 14-jährige Alaina Gassler aus Pennsylvania hat bei einem Wissenschaftswettbewerb für Schüler der Mittelstufen eine Lösung für tote Winkel im Auto entwickelt. Die Erfindung von Gassler macht die vorderen Säulen in einem Fahrzeug durch Projektionen der Außenwelt mehr oder weniger „unsichtbar“, so dass der Fahrer sehen kann, was sich in seinem toten Winkel befindet. Würde mich nicht wundern, wenn da jetzt einige Fahrzeughersteller auf sie zukommen.

Alaina Gassler, 14, of West Grove, Pennsylvania has designed a technology that makes the A-frame pillars of a car „see-through“ by using projectors that cast images of what’s really behind them onto their surfaces.

It’s not just a fix for the rear blind spots, but also a solution for the front. If a pedestrian is crossing the street in front of your vehicle, for example, Gassler’s invention makes it so that you can see live footage of the person crossing the street through the A-frame with cameras, making them sort of „ghost pillars,“ she tells Popular Mechanics.

Gassler, who engineered the projector-based technology as part of the Society for Science and the Public’s Broadcom MASTERS (Math, Applied Science, Technology, and Engineering for Rising Stars) science and engineering competition, took home a grand prize of $25,000 for her invention, which she completed while in eighth grade.


(Direktlink, via Popular Mechanics)

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Die anderen Bands und der Soundtrack der Wende: Kein Bock auf Ostrock

Umfangreiches und sehr interessantes Special von hr1, das sich nach 30 Jahren des Mauerfalls dem Soundtrack der Wende in der DDR widmet.

Als am 9. November 1989 die Mauer fällt, haben nicht nur schon tausende junge Leute die DDR verlassen. Viele von denen die noch da sind, haben sich schon lange vom Staat und den etablierten Ostrockbands abgewandt. Den Soundtrack ihres Lebens bestimmen seit einiger Zeit junge und unangepasste Bands. Nicht aus London, New York oder der BRD – sondern aus Ostberlin, Leipzig oder Karl-Marx-Stadt. Unter dem Label „die anderen bands“ prägen sie für viele den Soundtrack der Wende.

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Radio-Feature: Daniel Schulz‘ ausgezeichnete Reportage „Jugend in Ostdeutschland – Wir waren wie Brüder“

(Foto: Sludge GCC BY-SA 2.0)

Im Dezember des letzten Jahres veröffentlichte Daniel Schulz in der taz sein danach viel beachteten Essay Wir waren wie Brüder. Ich las diesen Text und fand mich an erstaunlich vielen Punkten wieder. Nicht nur, weil Schulz fast das selbe Alter wie ich hat und nicht nur, weil auch er in einer brandenburgischen Kleinstadt aufwuchs und offenbar ganz ähnliche Erfahrungen gesammelt hat, wie ich in meiner Jugend.

Ist da noch Platz für die Erzählungen der neunziger Jahre aus der Sicht derjenigen, die beim Fall der Mauer zu alt waren, um nichts von der Vergangenheit mitbekommen zu haben, aber zu jung um mitzureden, wie die Zukunft aussehen sollte? Über das Jahrzehnt, in dem auch die Menschen aufgewachsen sind, die heute Hitlergrüße zeigen und brüllen?Ist da noch Platz für die Erzählungen der neunziger Jahre aus der Sicht derjenigen, die beim Fall der Mauer zu alt waren, um nichts von der Vergangenheit mitbekommen zu haben, aber zu jung um mitzureden, wie die Zukunft aussehen sollte? Über das Jahrzehnt, in dem auch die Menschen aufgewachsen sind, die heute Hitlergrüße zeigen und brüllen?

Für seinen großartigen Text erhielt er in diesem Jahr und zurecht den Deutschen Reporterpreis. Nun wurde auf der Basis des Essays ein wirklich verdammt hörenswertes Radio-Feature produziert, das ich mir letzte Nacht anhörte und mich mal wieder, wenn auch nicht immer, sehr häufig wiederfand. Schulz ist hier sehr ehrlich, sehr reflektiert, wenig verkitscht. Auch kritisch lässt er seine Jugend ganz persönlich Revue passieren. Manchmal so, dass es auch ein wenig wehtut. Und das schafft er ganz ohne Selbstmitleid. Mit Blick auf die Welt um sich herum, die zu dieser Zeit gerade untergehende DDR. Außerdem holt er seine Erlebnisse und damals gemachten Erfahrungen in die Neuzeit, die hier im Osten immer noch jede Menge Neonazis ganz offen durch den Alltag wandeln lässt – mehr denn je. Aber: sie waren nie weg.

Er ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In Ostdeutschland ging das damals zusammen. Und er spricht mit Menschen, denen es ähnlich ging: „Mit den 90er-Jahren verbinde ich persönliche Erlebnisse, die derzeit wieder hochkommen“, sagt Manja Präkels, Autorin des Buches ,Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß’, „und wenn ich im Land unterwegs bin, sehe ich jetzt oft genau die Leute bei der AfD wieder, die sich als Sieger der Kämpfe der 90er-Jahre begreifen.“


(Direkt-MP3)

Ich möchte das nicht um die Bitte nach Verständnis oder verstanden wissen, teile nicht alte Haltungen von Schulz bin ihm aber dennoch dankbar für den Versuch einer Erklärung. Denn genau so war das damals für die, „die beim Fall der Mauer zu alt waren, um nichts von der Vergangenheit mitbekommen zu haben, aber zu jung um mitzureden, wie die Zukunft aussehen sollte.“

Wenn ihr wissen wollt, wie es sich als im Osten Geborener angefühlt haben könnte, der dann in einem für ihn völlig neuem System langsam erwachsen wurde, nehmt euch die Stunde Zeit. Denn ich weiß, dass Daniel Schulz mit diesen Erfahrungen nicht alleine ist.

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Doku von 1992: Videokids im Prenzlauer Berg – Die Vorläufer der YouTuber-Generation

[Update] Video wurde mittlerweile auf privat gestellt. Offenbar wurden vor der Veröffentlichung bestimmte Absprachen nicht geführt.

Sehr schöne Archiv-Perle, die zwei 13-jährigen Zwillinge dabei zeigt, wie sie ihrem Hobby nachgehen. Was die beiden wohl heute so machen?

Sie machen Videos in der „Kinder-Video-Werkstatt“ und sind überall mit ihrer Kamera dabei, um das zu filmen, was die Kinder in ihrem Viertel interessiert. Das sind zum Beispiel Hausbesetzungen und Demonstrationen, die Veränderungen seit der Wende oder die Gewalt, die in ihrer Schule ständig zunimmt. „Selbermachen“ heißt die Devise, wobei die Kinder ihre Themen selbst entwickeln und die Drehorte bestimmen. Spielerisch wird die Perspektive der Erwachsenen der Sichtweise der Kinder gegenübergestellt, deren Bilder im Mittelpunkt stehen.

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