„Besorgte Bürger“: Updates aus Freital

In Freital ist es leider immer noch nicht ruhiger geworden, obwohl das jene, die es alle nach ihrer eigenen ganz persönlichen Odyssee endlich (oder ausgerechnet) bis dorthin geschafft haben, redlich verdient hätten.

Die Website des Ortes gibt zumindest noch vor, dass Gäste dort willkommen wären. Schwer zu glauben nach den Bildern und Informationen der letzten Wochen.

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(via Phrobion)

Währenddessen fand gestern in Freital selber eine Bürgerversammlung statt, um die Debatte über Zuwanderung zu ordnen. Es wurde ein ziemlich hässlicher Abend: Auftritt der pöbelnden Schaummünder.

„Das ist die Konfliktlinie, in Freital wie anderswo: Es gibt eine sehr laute Seite, die die Herausforderungen durch Zuwanderung gerne mit Spielregeln des Mittelalters in Angriff nehmen würde. Und es gibt eine leisere, konstruktive Seite, die den Ton mäßigen und sich in der Sache bemühen möchte. Viele haben sich auch in Freital noch nicht sichtbar entschieden, welcher der beiden Seiten sie angehören möchten. Wie fern sich beide Seiten inzwischen sind, zeigt sich auf verstörende Weise noch einmal am Ende des Abends. Nachdem Polizisten, Politiker, Verwalter sich zwei Stunden lang haben zubrüllen lassen, fragt der Moderator das Publikum, ob es Interesse an Folgeveranstaltungen gebe und ob die Herren vor der Bühne denn wiederkommen dürften, „denn das entscheiden Sie!“ Nur zaghafter Applaus.“
(SZ)

(Direktlink)

Den wahrlich bedauernswerten Höhepunkt allerdings machte im Laufe des Tages, ein Tumblr mit dem Namen „Perlen aus Freital„, der mindestens unglücklich wenn wohl auch ironisch gewählt wurde, aber dennoch die rassistischen Auswüchse sammelt, die Sympathisanten der Freitaler Knetbirnen auf einem sozialen Netzwerk wie Facebook von sich geben. Übelst!

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Da kann man Forderungen wie diese doch ruhig mal in den virtuellen Raum stellen. Finde ich.

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Kommentare: 14

  1. Ben 7. Juli 2015 at 23:17  zitieren  antworten

    Auweia. Ich finde das so traurig und beschämend, dass meine Landsleute heute noch so reden.

  2. Sandro 7. Juli 2015 at 23:19  zitieren  antworten

    man Sollte diese Knetbirnen alle einsammeln und mal ein Monat in Kongo oder nach Mali oder Uganda, von mir aus auch in Sudan … damit die Mal merken wie das ist. Am besten unter so schön Warlord…

  3. Marcus 7. Juli 2015 at 23:24  zitieren  antworten

    Noch? Du meinst wieder, oder?

  4. Piesacker 7. Juli 2015 at 23:57  zitieren  antworten

    Nein Sandro, man sollte sich zu Tausenden am Heim treffen, ihre kleine, brüllende Gruppe schweigend umschließen und ihnen damit zeigen, was sie für Nichtse sind. Einfach dastehen, jeden einzelnen Übergriff festhalten.

  5. Ben 8. Juli 2015 at 00:08  zitieren  antworten

    Marcus,

    Ich weiß nicht ob es zwischendurch mal anders war. Traurig ist es trotzdem.

    @Piesacker: Deinen Vorschlag finde ich nicht schlecht.

  6. alec 8. Juli 2015 at 08:06  zitieren  antworten

    wenn ich diese Kommentare lese, verliere ich ein weiteres kleines Stück Hoffnung, dass meine Kinder in einer Welt, einem Europa, einem Deutschland groß werden können, in dem niemand aus niederen Beweggründen solche Anfeindungen aushalten muss. Egal aus welchem Grund.

    „man sieht immer nur die Spitze des Eisbergs, der Rest liegt im verborgenen und lauert.“
    hier taucht leider viel zu viel auf. fuck.

  7. Perlen aus Freital 8. Juli 2015 at 08:41  zitieren  antworten

    Ich hatte durchaus versucht, einen ironisch angehauchten Namen zu finden… ;-D

  8. Andreas Garbe 8. Juli 2015 at 10:23  zitieren  antworten

    Marcus,

    Diese Schwachköpfe von rechtsaußen waren nie weg, nur haben sie nun aufgrund der aktuellen Situation wieder mehr Öffentlichkeit. Beschämend und widerwärtig, aber „ausrotten“ wird man sie leider nie ganz können.

  9. odra 8. Juli 2015 at 14:04  zitieren  antworten

    Sandro,

    da reicht eigentlich schon ein land wo gar kein krieg herrscht, sondern einfach nur 40-50€ im monat für hütte, reis mit bohnen, mobiltelefon und bustaxi fahrten. nachts ne solarfunzel und ins loch kacken, wasser ausm brunnen trinken und zu erfahren, dass klopapier was für reiche europäer ist. und das würde ich sogar noch als halbwegs zu meistern einstufen…

  10. c. 8. Juli 2015 at 15:27  zitieren  antworten

    Es ist schon fast ironisch. Erst einen auf nationalstolzen Deutschen machen, und dann nicht einmal die Rechschreibung der eigenen Sprache beherrschen. Ich möchte einfach nur kotzen. Das ist nicht mal mehr nur traurig, es ist beschämend und widerwärtig, was diese Menschen von sich geben.

  11. […] …Freital (und nochmal und nochmal). […]

  12. Marcus² 9. Juli 2015 at 09:51  zitieren  antworten

    So zynisch kann ich gar nicht sein, dass es mich dabei nicht doch ein wenig schaudert…

  13. Phil 9. Juli 2015 at 13:13  zitieren  antworten

    Marcus²,

    obwohl mein zynismus- level (nie sehr niedrig) in der letzten zeit noch rasant angestiegen ist:
    wenn ich das lese schaudert es nicht ein wenig, sondern es läuft mir eiskalt den rücken runter.

  14. Dietlinde 9. Juli 2015 at 15:47  zitieren  antworten

    > ein Tumblr mit dem Namen ‚Perlen aus Freital‘
    Um Gottes willen..! Ich kann diesen Müll garnicht weiterlesen, ich bekomme nur schlechte Laune davon. Was sind denn das für Leute? Sehen so die Spätfolgen von jahrelangem unkontrollierten Kloßmehl-Missbrauch aus?

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