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Schlagwort: Nazis

Neonazis vorm Bauhaus in Dessau

Das Bauhaus in Dessau hatte seine Absage des Auftritts von Feine Sahne Fischfilet damit begründet, dass man so unter anderem rechtsextreme Demonstrationen vor der eigenen Tür verhindern wollte. Während Feine Sahne Fischfilet gestern dann zum angekündigten Datum im Dessauer Brauhaus anstatt im Bauhaus spielten, zeigte sich vorm Bauhaus, dass die vermeintliche Strategie des Bauhauses nicht ganz so gut funktionierte. Tjoar.

Währenddessen im Brauhaus:

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Thomas Kuban über seine Undercover-Recherche-Arbeit auf Nazikonzerten

Thomas Kuban, der spätestens mit seiner Recherche-Arbeit zu „Blut muss fließen„, einer Undercover-Doku über Konzerte in der Neonazi-Szene bekannt wurde, im Gespräch mit STRG_F. Harter Tobak.

Diese Szenen sind erschütternd: Neonazis unter sich auf Konzerten, mit brutalen Liedern und gnadenlosen Ansagen. Seit vielen Jahren dokumentiert der Journalist Thomas Kuban das Treiben der rechten Szene. Er deckt auf, wie normal Hitlergrüße und Lieder mit verbotenen Inhalten auf diesen Konzerten sind und zeigt, wie sich die Szene offenbar immer stärker an sich selbst berauscht. Seine Einsätze sind mitunter lebensgefährlich. Doch seine Arbeit ist in diesen Zeiten wichtiger denn je. STRG_F-Reporter Tobias Zwior dokumentiert seine bittersten Belege um zu zeigen, wie sehr man auf das menschenverachtende Vorgehen der Naziszene achten muss.


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Doku: Am rechten Rand – Wie radikal ist die AfD?


Sehenswerte Doku über die Verflechtungen, die die AfD mit Neonazis, rechtsextremen Burschenschaftlern und Identitären pflegt, ohne damit ein Problem zu haben.

Hier in der Mediathek.

Demnach ist die AfD erkennbar eingebettet in ein Netzwerk aus rechten und rechtsextremen Gruppierungen. Darunter national-völkische Burschenschafter, die im Bundestag und den Landtagen als Abgeordnete oder Mitarbeiter der AfD-Fraktionen tätig sind. Auffallend auch die Nähe zu den so genannten „Identitären“, eine vom Verfassungsschutz beobachtete rechtsextreme Gruppe, mit der AfD-Politiker trotz eines Unvereinbarkeitsbeschlusses der Partei unverhohlen sympathisieren und sie sogar unterstützen.


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Kleine Dusche für Neonazis

Etwa 1500 Nazis marschieren zum Tag der Deutschen Einheit durch Berlin Mitte. Anwohnende verpassen ihnen vom Balkon ne kalte Dusche.

Berlin Mitte 03/10/2018

Gepostet von Oliver Feldhaus am Mittwoch, 3. Oktober 2018

Gestern in Berlin: anlässlich des 3. Oktobers marschieren über 1000 „Besorgte Bürger“, Patrioten und Neonazis auch durch linke Stadtviertel in Berlin. Die Gegenproteste konnten sie nicht daran hindern. Dafür aber gab es offenbar beherzte Anwohner, die die Demo duschen wollten.

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Jugendsozialarbeiter über Rechtsextremismus im ländlichen Raum: „Wir sind nicht mehr“

Ein Kollege an der Basis, dem man ruhig mal 15 Minuten Zeit schenken kann. Ich erinnere mich, dass das von ihm Gesagte auch auf meine Jugend zutrifft und sehe die Probleme gerade in ländlichen Räumen ähnlich.

Nach den Ereignissen bei den „Trauermärschen“ von Chemnitz in Sachsen und zuletzt Köthen in Sachsen-Anhalt zeigten sich viele über das Mobilisierungspotenzial einer organisierten Naziszene überrascht. Tobias Burdukat nicht. Der Jugendsozialarbeiter, der mit seinem „Dorf der Jugend“ in der alten Spritzenfabrik im sächsischen Grimma seit vielen Jahren eine aufklärerische und letztlich antifaschistische Jugendarbeit macht, kennt es gar nicht anders: „Die Nazis waren schon immer da“, sagt er im taz-Interview. Die Politik habe sie nur stets ignoriert.
(taz)


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Ein israelisches Filmteam auf dem „Rechtsrock“-Festival in Themar

Sehenswerte Dokumentation eines israelischen Fernsehteams, dem im Gegensatz zu vielen anderen Journalisten, der Zugang zum Nazimusikfestival in Themar im Juni diesen Jahres nicht verwehrt wurde. Offenbar wollten sich die Arschlöcher von Themar dort von ihrer vermeintlich harmlosen Seite zeigen, die sie durch festgeklammertes Grinsen zu untermauern versuchten. Harter Tobak.

Antonia Yamin, Europe correspondent for KAN Israel got exclusive access to a neo-Nazi rock festival in Themar Germany. There she watched a crowd of skinheads covered with Nazi tattoos and shirts with captions about longing for the Third Reich.


(Direktlink, via Katharina)

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SV Babelsberg 03 soll absteigen, wenn eine Strafe nicht bezahlt wird, weil Fans „Nazischweine raus“ skandierten

Ich habe es nicht so mit Fußball. Um genau zu sein, so gar nicht. Und dennoch gucke ich auf das, was hier in der Stadt passiert. Da haben wir den SV Babelsberg 03, der eine stabile antirassistische und antifaschistische Ultra-Szene an sich binden kann, die gerne mal Alarm macht, wenn Menschenfeinde als „Fußballfans“ getarnt ins hiesige Stadion kommen. So mal wieder geschehen, als im vergangenen April der FC Energie Cottbus auf dem Platz stand und mal wieder „Fans“ mitbrachte, von denen man so denken muss, „Wenn das deine Freunde sind, dann brauchst du keine Feinde mehr.“


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Die Fans von Cottbus zeigten während der Partie mehrfach den Hitlergruß, stürmten den Platz und sorgten damit für eine zweifache Spielunterbrechung, die fast zum Abbruch wurde.

Die Polizei führte sie vom Spielfeld. Es soll sich um rechtsextreme Fußballfans handeln, die in Cottbus bereits Stadionverbot haben. Auch Babelberger Fans hatten als Reaktion versucht, auf den Platz stürmen, wurden von den Sicherheitskräften aber daran gehindert. Später skandierten die Cottbuser Fans Rufe wie „Arbeit macht frei, Babelsberg 03“ oder „Zecken, Zigeuner und Juden“.

Diese Szenen sind auf jeder Menge Fotos und Videos dokumentiert. Dieser Nachmittag zog medial seine Runden und sollte eigentlich längst aufgearbeitet sein. Was er leider nicht ist.

Der Nordostdeutsche Fußballverband belegte den FC Energie Cottbus erst mit einer Strafe, die mittlerweile allerdings wieder zurückgenommen wurde. Trotz der hitlernden Fans. Dem SV Babelsberg 03 wurde ebenfalls eine Strafe auferlegt, die sich wohl angeblich aus einer fehlenden Unterschrift ergab und somit auf einem Formfehler basierte. Dennoch hält der Nordostdeutsche Fußballverband an seiner Forderung fest und will 7000,00 Euro vom SVB. Cottbus ist mittlerweile raus und wird nichts zahlen und auch keine anderweitigen Konsequenzen fürchten müssen. Der DFB hat sich zu Gunsten der Klärung mittlerweile eingeschaltet, da aber bisher wenig Handlungsspielraum.

Dass die fremdenfeindlichen Sprüche, Nazigesänge und Hitlergrüße dem NOFV nicht bekannt gewesen sein wollen, behauptet NOFV-Richter Oberholz in dem Radio-Beitrag weiterhin: „Da wussten wir nichts von, schlicht und ergreifend.“ SVB-Chef Horlitz platzt dabei der Kragen: „Sie lügen, schlicht und ergreifend“, wirft er Oberholz vor und erinnert ein weiteres Mal daran, wie deutlich die Vorgänge im Energie-Gästeblock in Videos, auf Fotos, in Presseberichten und in Stellungnahmen beider Vereine dokumentiert waren. Erst als der DFB intervenierte, dass der NOFV diese Vorfälle nicht länger ignorieren solle, nahm der Verband Ermittlungen auf, verurteilte den Lausitzklub nachträglich. Der ging in Berufung, der NOFV nahm das nachträgliche Urteile wieder zurück. Das wiederum erboste den DFB, der inzwischen durch sein Bundesgericht Revision eingelegt hat.

Fassen wir zusammen: Da kommen Fans eines Fußballvereins, die in das Stadion ihres Vereins nicht mehr reingelassen werden, in ein Auswärtsstadion, zeigen Hitlergrüße, äußern sich sowohl rassistisch als auch antisemitisch, stürmen den Platz und sorgen für Spielunterbrechungen. Es passiert: nichts. Es gibt keinerlei Konsequenzen.

Auf der anderen Seite stehen Fans des Heimvereins in der Kurve, zünden Pyros, lassen sich als „Zecken, Zigeuner und Juden“ anschreien und antworten mit: „Nazischweine raus“ und sollen damit dafür verantwortlich sein, dass ihr Verein jetzt 7000 Euro Strafe zahlen soll. Genau dafür. Da stellt sich imho nicht die Frage, ob es da ein Problem gibt, sondern nur die danach, auf welcher Ebene genau das zu verorten ist. Das darf doch alles nicht wahr sein!

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Wie Feine Sahne Fischfilet heute im Nightliner vors Gericht rollten

Kontext: Monchi musste sich heute wegen Landfriedensbruchs (Geht ja immer, wenn nichts mehr geht.) vor dem Güstrower Amtsgericht verantworten. Es gab wohl Zeugen, die beobachtet haben wollten, wie er und andere während einer Demonstration im Mai 2015 Stühle auf Neonazis geworfen haben sollten. Allerdings gab es auch Foto- und Videoaufnahmen, die die Angeklagten entlasteten. Die Zeugen, in der Mehrzahl Polizisten, konnten sich dann nicht mehr genau erinnern und kamen irgendwie durcheinander. Am Ende wurde der Sänger von Feine Sahne Fischfilet freigesprochen.

Pikanterweise wurden die Verfahren gegen die damals nachweißlich tatsächlich Stühle werfenden und übergriffigen Neonazis schon vor längerem eingestellt – es kam bisher zu keiner Verhandlung. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Mittlerweile gibt es nun wohl doch wieder Ermittlungen.

Jedenfalls fuhren Feine Sahne dort heute mit jeder Menge wichtigen Support im Gepäck in einem Nightliner vorm Amtsgericht Güstrow vor. Freispruch. Die Band bedankt sich für soviel Aufmerksamkeit kurz bevor ihr neues Album „Sturm & Dreck“ erscheint. Na klar.

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„Lausbuben“: Wie man in Freital rechten Terror verharmlost

Sehenswerte Recherche von Panorama, die sich mal in Freital umgesehen haben, das vor nicht all zu langer Zeit und ganz zu Recht traurige Berühmtheit erlangte. Die „Gruppe Freital“ ging mit Sprengsätzen auf Linke und Flüchtlinge vor, aktuell läuft der Prozess. Einer der Vorwürfe: die Bildung einer terroristischen Vereinigung.

In Freital sieht man das anders. „Lausbuben“, die nicht „gleich Rechte“ sein müssen und nur ein paar Dummheiten gemacht haben. Einer der Angeklagten, der schon mal mit Hakenkreuzfahne posiert, findet auch, dass er nach all seinem Tun nicht gleich ein Nazi sein müsste.

Daran erkennt man ganz wunderbar die gesellschaftlich schleichend stattfindende Diskursverschiebung. Noch vor ein paar Jahren Jahren hätte man mit solchen Leuten überhaupt gar nicht darüber diskutiert, ob die Neonazis wären, oder eben nicht. Da wäre das klar gewesen. Da kann einem schon mal das Mittag wieder hochkommen.

Viele Menschen im sächsischen Freital sind genervt. Genervt davon, dass ihr Ort eigentlich nur noch in Verbindung mit Protesten gegen Flüchtlinge genannt wird, in Verbindung mit Rassismus. Und vor allem in Verbindung mit einer Clique mutmaßlicher Rechtsterroristen, die sogar den Namen des 40.000 Einwohner-Städtchens vor den Toren Dresdens trägt: Die sogenannte „Gruppe Freital“. Sieben Männer und eine Frau stehen seit Monaten in Dresden vor Gericht. Es geht unter anderem um versuchten Mord, um Bildung einer terroristischen Vereinigung. Die Angeklagten sollen mit Sprengsätzen Ausländer, Flüchtlingshelfer und einen Politiker der Linken angegriffen haben. Massive Vorwürfe, die gar nicht so massiv klingen, wenn man sich in Freital umhört.


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