„Atmospheric“? „Bass“? „Chillstep“? „Dubstep“? „Future Garage“? Nennt es, wie ihr wollt: Exist Strategy Mixtape

Herrlich düsteres Bassgewummer von Exist Strategy aus Canada, der keinen Fick auf Genre-Grenzen gibt und sogar BoC mit an das träge in der Dunkelheit vor sich hin schippernde Boot holt. Schönes Ding!


(Direktlink, via Deepgoa)

Tracklist:
Exist Strategy – Air Shaper 00:00
Breakage ft Burial – Vial 00:54
Lorn – Ghosst(s) 04:22
Amon Tobin – Lost & Found 08:11
Burial – In McDonalds 12:24
36 – Inside 14:18
Boards of Canada – Peacock Tail 19:27
Need A Name – Rain, Roads and Lights 24:16
Audialist – Manna 26:41
Trifonic – Good Enough 32:44
Lapse – Left Behind 39:04
Stumbleine – More than words 42:34
Sorrow – Siren’s Echo (Exist Strategy Ambient edit) 46:13
Sorrow – I Know Everything 47:51
Burial & Four Tet – Moth 49:20

Frühsport, gif’d

Was ich eben morgens so mache um in die Puschen zu kommen und den Tag gestärkt angehen zu können. Der andere, der das noch kann, ist er hier.


(via Suppengrün)

Go home Polizist, you are drunk!

(Foto bei Erdsektor)

Strandbad Berlin Wannsee, 1959

Ein Ärgernis, dieser Müll! Schon im Jahre 1959 war das Umweltbewusstsein der Berliner unter aller Kanone. „Um 8 Uhr kommen die Schweine wieder.“ titelt dieses ansonsten gänzlich kommentarfreie Film. Bleibt zu hoffen, dass er dazu beitragen konnte, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, seinen Müll auch einfach mal selber in die Tonne zu kloppen.


(Direktlink, via Westberlin)

Die 50 Lieblingsalben von Kurt Cobain, handgeschrieben


(Flavorwire, via this isn’t happiness)

Ordnung muss sein

(Foto bei tommykay)

Nicolas redet mit einem Junkie

Ich tue mich immer eher schwer mit Podcasts. Nicht, dass ich Menschen nicht zuhören könnte, aber das ist schon mein Job und den mache ich sehr gerne. Wenn ich dann die Zeit habe, die danach nicht verlangt, lasse ich das lieber und sende eher als das ich empfange, was so ein Podcast ja voraussetzen würde.

Wie auch immer, dieses Gespräch, was Nicolas mit einem Junkie irgendwo in Berlin geführt und aufgenommen hat, habe ich bis zum Ende gehört. Es erinnerte mich an einen Morgen, den ich während meiner ersten Ausbildung im Handwerk im Berlin der 90er mal erlebt habe. Ich kam in den U-Bahnhof Yorckstraße und ein älterer Obdachloser schnorrte mich an. Ich sagte ihm, dass ich ihm was geben würde, aber ich würde gerne mit ihm sprechen wollen. Darüber, wie er in die Lage geriet, in die er dort gerade ganz offensichtlich zu stecken schien. Ich kaufte uns einen Kaffee und ihm ein Croissant und wir sprachen. Lange. Ich kam elendig zu spät. Aber dieser Morgen veränderte meine Sicht auf diese Stadt, auf dieses Land, auf diese Welt. Für immer. Ich muss bis heute häufig daran denken. Es war ein Schlüsselmoment. Er saß da, schaute mich mich mit einem Glasauge an und ich musste ihm in dem Moment einfach glauben, dass er für diese, für ihn beschissene Lebenssituation, primär nicht mal verantwortlich war. Ich glaube ihm auch heute noch, auch wenn die Umstände ganz andere waren, als bei diesem Mann, einem Junkie, den Nicolas hier auf der Straße anspricht und der leider namenlos bleibt. Ich lies ihm damals alles Geld da, was ich dabei hatte, verschwand und sah ihn nie wieder.

Das so ganz frei von Effekthascherei durchzuziehen, wie Nicolas das hier tut, nötigt mir jeglichen erdenklichen Respekt habt. Das ist so voller Empathie. Und dafür will ich ihm danken. Ernsthaft. Und auch, wenn ich sonst immer versuche alle mp3s so zu grabben, dass ich die hier direkt einbinden kann, will ich es hier gar nicht erst versuchen – geht darüber und hört es bei ihm.

Und auch wenn er es wahrscheinlich nicht hören mag, was einem am Ende am Leben hält ist auch im denkbar schlechtesten Fall immer noch die Hoffnung. Und wenn es in so einer Situation die sei, irgendwann mal ein Boot haben zu können. Ein Boot mit dem man dann Touristen zum Angeln schifft. Das ist für den hier Namenlosen die träumerische Perspektive. Die letzte vielleicht. Eine, die sich wahrscheinlich für ihn nie umsetzen lassen wird. „Ich warte auf die Leute, die nicht vorbeigehen.“

NSU-Doku: Das Terror-Trio

Womöglich ist es noch etwas verfrüht, um die Taten der selbsternannten NSU endgültig und lückenlos dokumentieren zu können. Womöglich ist das aufgrund der vertuschenden, skandalösen Arbeit der deutschen Geheimdienste gar überhaupt nicht mehr möglich, aber diese arte-Doku zeigt auf erschütternde Weise den aktuellen Stand der Dinge beim kompletten Versagen des deutschen Sicherheitssystems.

Wie konnte die rechtsextremistische Terrorzelle, die sich selbst „Nationalsozialistischer Untergrund“, abgekürzt „NSU“, nannte, 13 Jahre lang in Deutschland rauben, bomben und morden? Die Antwort auf diese Frage ist beklemmend. Obwohl bis heute nicht vollständig geklärt ist, wie groß das braune Netzwerk wirklich war, wer half, wer Bescheid wusste oder wer die Aktionen deckte, steht Eines bereits fest: Die Täter hätten gestoppt und die Morde verhindert werden können. Heute ist klar, dass die Zelle, die jahrelang vom sächsischen Zwickau aus operierte, umstellt war von Geheimdienstspitzeln und Informanten. Erkenntnisse waren da, sie wurden nur nicht genutzt.
Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern versuchen, die Gründe dafür aufzudecken. Sie wollen sich nun einen Überblick über die Taten der Terroristen, den Umfang des Versagens und eine mögliche Verstrickung deutscher Sicherheitsbehörden verschaffen. Dabei stoßen die Parlamentarier auf Unkenntnis, auf Schweigen und Verharmlosung. Ob bei der Polizei, den Geheimdiensten oder in den zuständigen Ministerien, überall wurden kurz nach dem Bekanntwerden der Terrorserie heimlich Akten vernichtet, Spuren verwischt und Zusammenhänge verschleiert. Bis heute mussten vier Geheimdienstchefs ihre Posten räumen, die gesamte deutsche Sicherheitsarchitektur ist erschüttert. Die Existenz von Verfassungsschutzbehörden wird inzwischen infrage gestellt, Kompetenzen sollen neu verteilt, Zuständigkeiten gebündelt werden. Selbst eine Aufhebung der Trennung zwischen Polizei und Geheimdiensten – eine der wichtigsten Lehren aus der NS-Zeit – wird diskutiert.
Die Dokumentation beschreibt das komplette Versagen des deutschen Sicherheitssystems. Und noch immer sind zu viele Fragen offen. Ihre Aufarbeitung hat gerade erst begonnen.


(Direktlink)

Beats bauen in 10 Minuten

Ich tue mich mit dem Begriff „Beat“ immer etwas schwer. Für mich ist ein selbiger nichts weiter als ein Loop, für andere, die bspw. aus dem Hip Hop kommen, ist der Beat eben das komplette Backing unter einem Song. Wenn ein Beat für mich selber als solcher aus- und durchproduziert ist, ist es ein Track. Fertig. Das man den nicht in 10 Minuten macht, ist selbstredend. Eigentlich. Deshalb hat man hier nach 10 Minuten meistens mehr als nur einen Beat meiner Definition, aber immer noch etwas weniger, als in einen Track gehört.

Ich könnte dabei stundenlang zusehen. Sehr geiles Konzept von Don’t watch that, die für eine Web-Video-Show talentierte Producer in ihren kleinen Bedroom Studios besuchen und ihnen zehn Minuten Zeit geben, in diesem einen Beat zu bauen. Großartig.

Hier mit Swindle vorneweg mein bisheriger Favorit der bisher von mir gesehenen fünf Episoden. Alle anderen die nicht minder sehenswert, weil voller Gear Porn, sind dann danach in der Playlist. Großartig.


(Direktplaylist | Danke, Nico!)

Neulich beim FC St. Pauli

(Foto hier, via Ultrà Sankt Pauli, via Fasel)

Verlosung Vinyl-Pakete: 3 x Marko Fürstenbergs „Gesamtlaufzeit“ LP + „Gesamtlaufzeit Remixes“ EP

An kein Album der letzten Jahre kann ich mich so gut erinnern wie an Marko Fürstenbergs „Gesamtlaufzeit“. Ich hörte ihn das erste Mal auf der Seebühne des Fusion Festivals 2003 und war völlig gefangen in diesem Sound – hypnotisiert gar. Irgendwie zogen sich die Chords des Mannes über den gesamten Zeltplatz und hatten eine für mich nicht überwindbare Anziehungskraft.

Ich war mit den Platten von Basic Channel und Chain Reaction und denen von Maurizio irgendwie durch die neunziger gezogen und sie definierten für mich den Dubtechno, der mir mit der Jahrtausendwende irgendwie flöten ging. Bis eben genau an diesem heißen Sommertag, an dem ein mir bis da gänzlich unbekannter Marko Fürstenberg die dicksten, ja alles umfassenden Chords in die Ohren schob, die ich je gehört hatte. Noch dazu hatte er ein ausgesprochen zielsicheres Ohr für jene Deepness im Dubtechno, die es so davor so gut wie gar nicht gab. Das hier hatte alles: Soul, Tiefe, jede Menge Sex und war zudem noch außerordentlich gut tanzbar. Ich musste viel mehr über den Mann wissen, der mich da so dermaßen aus dem Orbit kicken konnte.

Als ich wieder zu Hause war, schrieb ich ihm eine huldigende Mail und die meinte ich sogar wirklich so. Er antwortete und schrieb, dass er irgendwie auf einem Netlabel veröffentlichte und das unter einem freien Lizenzmodell. Das Label hieß Thinner, das Lizenzmodell Creative Commons. So wuchs mein Interesse an beidem – an dem Label genauso wie an den CC-Lizenzen.

Ich lud mir damals alles runter, was ich von ihm finden konnte. Im Dezember 2003 erschien auf Thinner dieses 12 Tracker Album und sorgte wohl auch ausserhalb der Netlabelszene für allerhand Aufhören. Ich hörte tagelang nichts anderes und war völlig eingewickelt in diesen doch völlig einzigartigen Sound.

Dann setzten wir uns damals noch als Duo vor unsere Hardware und versuchten derartige Chords hinzubekommen, auch wenn unser Sound einen ganz anderen Fokus hatte. Drei Jahre später erschien unser erstes Album „Eingang nach draußen“ unter Creative Commons auf Thinner, eben genau diesem Label. Deshalb kann ich heute gar sagen, dass Marko sein „Gesamtlaufzeit“ meinen eigenen musikalischen Weg ganz stark mit beeinflusst hat.

Die Jahre vergingen, Marko machte Musik schon lange auch für Platten, Thinner lief durch die Sanduhr der Geschichte und niemand drehte diese noch mal um. Thinner als das Netlabel schlechthin war durch und mit dem Label auch unglaubliche gute Produktionen, die ihr Dasein ab da nur noch auf irgendwelchen Servern von Scene oder Archive.org fristeten. Darunter auch dieses Album hier, was jetzt dem Berliner Label Rotary Cocktail Grund genug war, den Epos neu mastern zu lassen und auf Vinyl zu pressen. Damit erfüllt sich zumindest für mich ein kleiner Traum, habe ich lange schon gesagt, dass dieser Sound unbedingt in eine Rille muss. Da ist er nun. Und weil ich davon so begeistert bin, habe ich Marko gefragt, ob es nicht möglich wäre, diese Perle hier verlosen zu können, was er völlig einspruchsfrei bejahte. Ich dachte allerdings, ich bekäme zwei Exemplare, nun sind es vier. Und weil ich euch so mag, haue drei davon raus. So.

Diese Platte ist so unfassbar zeitlos und vielschichtig, dass ich Nummern davon fast immer noch in jedem Set von mir habe. Das trotz all der Jahre. Alles was alle der Tracks gemeinsam haben und was sie gleichzeitig verbindet ist die ganz eigene Definition von Dub, die ich so davor noch nie gehört hatte.

Wie auch immer, ich freue mich riesig. Für Marko, für mich, der sein Exemplar noch nicht ausgepackt hat und für diejenigen, die diese Platte gewinnen werden, denn das ist ein ganz ganz dickes Bonbon für die Ohren. Und weil die Jungs von Rotary Cocktail sich auch freuen, packen sie gleich noch die „Gesamtlaufzeit Remixes“ EP obendrauf, auf der Rhauder, Rita Hess, References und Pattern Repeat ihre Interpretationen verewigt haben.

Die Verlosung läuft bis zum 20.11.2012, 21:00 Uhr. Wer daran teilnehmen möchte hinterlässt unter Angabe einer gültigen Email-Adresse einfach einen Kommentar. Sollten mehr als drei daran teilnehmen, entscheidet Random.org darüber, wer die Platten bekommen wird.

Hier noch ein Player mit den Snippets der Platte, hier ein wirklich lesenswertes Interview zu der Entstehung der selbigen.


(Direktlink)

Om Units „Aptitude Show“ für Dbridges Rinse FM

Om Unit hat für Dbridges Rinse FM letzte Woche diesen Mix mit seinem unvergleichlichen Stempel abgegeben. Herrlicher Mix, irgendwo zwischen ätherischem Drum ’n‘ Bass und jeder Menge percussionalem Geklöppel. Vorneweg sabelt jemand drüber, ich hoffe das bleibt ein Versehen.


(Direktlink, via Deepgoa)

Tracklist:
Blackjob ft Suz – Rise Again (Baobinga remix)
Indigo – Reaching the Source (feat. Poppy Roberts)
Machine Drum – Gunshotta
Om Unit – Le Singe
Danny Scrilla – Fallout
Gemmy & Baobinga – Rockfall
J Kenzo – One Drop
Amit – Manic Mirror
Joe Syntax – Signal Drop VIP
Lynx – Disco Dodo
Boymerang – Soul Beat Runna
Escher – Little Terror
Indigo – The Robot
Escher – Untitled
?????????????
Om Unit x Sam Binga – Electribe Riddim
Fracture – Bad Habit (Om Unit VIP)
Om unit x Sam Binga – Squares
Om Unit x Kromestar – Solar Cycle
Danny Scrilla – Jolt
Dawn Day Night – Big Booty Girls
Om Unit – Timelines (forthcoming Metalheadz)
Kid Lib – Kunta Kinte’s Ride
Harmonic 313 – Ghosts
Tango – War in ’94 (Fishstix remmix)
Roni Size + DJ Die – It’s a Jazz thing (Phillip D Kick edit)
Will LV – Drop Juke Out
Bad Influence – F.U.B.A.R (Mat The Alien remix)
DJ Vadim – Lost My Love (Memory 9 remix)
Actraiser – Lost In The Jungle
Nookie – Only You
Tom & Jerry – Maximum Style
Tek 9 – A London Sumtin
Doc Scott – Far Away
Skanna – Find Me
Rufidge Kru – Ghosts Of My Life

Panda, gif’d


(via P-p-p-anda!)

Die nächste Techno Party kommt bestimmt


(via Von Gestern, die spätestens seit dem Bravo Hits Internet Booklet in wohl jedem zweiten deutschen Reader gelandet sein dürften. Und das ganz zu Recht. Das aktuell wohl erfrischendste Blog-Konzept hierzulande.)

Noch eine Rube-Goldberg-Mensch-Maschine

Der selbe Brausehersteller, der letztens erst ein Free Run Sportler mit einer Rube-Goldberg-Maschine kreuzte, tut nun das selbe mit gleich mehreren Sportlern. Damit sollte es dann aber auch gut sein – da kann kaum noch Neues hinzukommen. Aber der hier geht noch mal ganz gut. „Derived from the German adjective Klug (meaning „clever“), Kluge combines complex machinery patched together with the energy and prowess of world-class athletes, to see what happens when physics gets physical.“


(Direktlink, via Like Cool)