Erinnerungen an die Anfangstage des Berliner Techno

Tanith hat diesen alten Zitty-Artikel aus dem Jahr 2007 ausgegraben, den er damals gemeinsam mit Mijk van Dijk schrieb, wenn ich das richtig peile. Sie schreiben über Techno in Berlin zu Beginn der 90er Jahre. Ein tolle Zeit, eine für mich wohl niemals zu vergessende. Ich kam ein zwei Jahre später zum Berliner Techno, das Matrix und später dann das E-Werk waren meine Tempel. Und auch wenn ich etwas spät dran war, trifft das, was die beiden da schreiben so ziemlich genau mein Gefühl von damals. Revolution lag in der Luft. Zum zweiten Mal in meinem damals noch recht jungen Leben.

Es passiert selten, dass man das Glück hat, in einer Explosion drin zu sein. Bei den frühen Technojahren dabei gewesen zu sein ist für mich gleichbedeutend mit einem Besuch der ersten Sex-Pistols-Konzerte oder den ersten Club-Gigs der Beatles. Das Gefühl: Da geht jetzt mal was. Es macht keinen Sinn, zu debattieren, ob es damals besser was als heute. Wer sich heute in diesem Koordinatensystem aus Bar 25, Panorama Bar, Berghain, Rio, Weekend und vielleicht dem neuen Tresor seine Kicks abholt – der wird diese Zeit wohl als die beste Zeit seines Lebens erachten. Warum soll ich da sagen, 1992 war alles viel geiler? Dann sagen die doch mit Recht: „Da war ich gerade mal auf der Welt. Ich finde es jetzt gut.“

Doku über Nazis in Californien: Louis Theroux – The Nazis

Keine Ahnung, warum ich mir hier heute einen Abend auf englisch gebe, aber vermutlich liegt es an den Inhalten. Ganz sicher sogar liegt es an diesen.

Louis Theroux ist Journalist, neben der britischen Staatsbürgerschaft besitzt er auch die amerikanische. Für die BBC produzierte er Ende des letzten Jahrtausends die Dokumentationsreihe Louis Theroux’s Weird Weekends. Dafür lebte er sich in verschiedene amerikanische Subkulturen ein, um eben so nahe wie möglich über diese berichten zu können. Eine dieser Subkulturen war damals die der in Californien aktiven Nazis.

Er geht da ziemlich locker auf diese Wichser zu und bekommt die soweit, dass die so ziemlich alles an Gedankenkotze vor laufender Kamera rauslassen. Dabei allerdings ist er trotz allem offensiv hinterfragend und macht aus seinem Unverständnis für derartig menschenverachtende Ideologien keinen Hehl. Als er sagt, dass er kein Rassist sei und das er finde, das es falsch sei ein Rassist zu sein, verstummt das Lachen der Idioten. Krasser Job, den der da macht.

Was auch deutlich wird, diese Tüpen da nehmen diesen ganzen Bullshit noch mit einer ordentlichen Ladung Humor, die mich hier fast kotzen lässt. Ambivalentes Ding, dass das so hier in der BRD so niemals nicht so aufgenommen werden könnte. Übler Shice. Wirklich. Und ein bisschen bin ich trotzdem sehr froh, dass es darüber eigentlich so gar nichts zu lachen gibt. Wichser.

Die Zwillinge sind übrigens wirklich die Prussian Blues, die erst wegen dem jungen, besungenen Rassismus und später dann wegen der durchs Kiffen bekanntgewordenen Läuterung durch die Medien gingen. Guter Job, Louis.

(Direktlink, via Mo)

Eine Stunde Radio über 808s, 303s und 909s

b01r3xly

Auf BBC 1 Radio in UK machen die einfach mal eine ganze Sendung über die kleinen Wunderkisten (Hier im direkten Player), die die Musikgeschichte revolutioniert haben. Rolands TR 808, die TR909 und die TB303. Moderator Kutski spricht dafür mit DJ Premier, Richie Hawtin, Seth Troxler, The 2Bears, Flostradamus, Pete Tong und anderen. Klasse!

Ich hatte zwei der Kisten lange im Studio unter meinen Fittichen, eine 303 und die 808. Und ja, es war Liebe. Allerdings nagte der Zahn der Zeit und auch der der Abnutzung so sehr an den Dingern, dass aus der Liebe irgendwann eine doch sehr brüchige wurde. Trotzdem immer wieder schön zu hören, für viele Produktionen die Dinger immer noch eingesetzt werden. Mir bleiben nur die Sample-Bänke, die wir damals mit dem ESI 32 machten. Und die benutze ich immer noch – fast in jedem Track von mir steckt irgendwas von der 808. Alte Liebe rostet ja bekanntlich nicht. Auch nicht die brüchige.

Eine Stunde Radio über drei Synthesizer. In UK. Und was haben wir? Radio „fucking“ Energy. Und auch Du, liebes Öffentlich Rechtliches, guckst bei dem Vergleich eher etwas dümmlich aus der Gebühren-Wäsche.

Listened to much hip-hop or dance music? If so, then you would have undoubtedly heard the sounds of either the Roland 808, 303 or 909 – but what are they and what do these numbers mean?

BBC Radio 1’s Kutski discovers how three small electronic boxes from the 1980’s sculpted the sound of both Hip-Hop and Dance music. He makes it his mission to track down the team that worked on the Roland 808, 303 and 909 machines to see if they had any idea their inventions would have such a massive influence on contemporary music.

He plots their integral role in the development of hip-hop, house and techno; and the myriad of sub-genres that have spawned from these. Kutski chats to DJ Premier, Richie Hawtin, Seth Troxler, The 2Bears, Flostradamus and Pete Tong amongst others as he founds out why producers around the globe continue to be obsessed with these sounds, more than three decades after they were first created.

Eine Welt ohne Papst


(via Max)

Gernot Hassknecht über die Beschönigungen im Armutsbericht 2013


(Direktlink, via Max)

Super Mario Melodie, gespielt mit dem Tischtennisball

Einfach so. Ganz nebenbei.


(Direktlink, reddit)

Freitagnachmittag mit LTJ Bukem und MC Conrad

Kommt hier gerade genau richtig rein. Draußen Sonnenstrahlen auf Schnee, hier drin Geklöppel auf Bass, der ganz herrlich in die Stimmung passt. Ein Mix von 1999, der damals als Progression Sessions Vol 4 auf CD erschien. Den jetzt auf Soundcloud zu laden ist eher so semikuhl, aber der Mix ist trotzdem ein Kracher.


(Direktlink, via MoGrünsen)

Warum man auch die Arbeit von Straßenkünstlern respektieren sollte

Ganz einfach: weil die einem sonst schon mal eine in die Fresse hauen. Und in diesem Fall hier auch nicht ganz zu Unrecht. ¯\_(ツ)_/¯


(Direktlink, via reddit)

Ich hab‘ da noch einen Bauwagen abzugeben

bauwagen2von18

Ich weiß jetzt gar nicht, ob es sich schickt, seine eigenen ebay Auktionen zu bloggen… Wahrscheinlich eher nicht, da hier aber eh kaum einer mitliest, mache ich das jetzt trotzdem mal, denn die Kiste muss am 01.04 vom Hof sein und zum Wegwerfen ist das gute Stück echt noch zu schade.

Außerdem hätte ich gerne, dass er in gute Hände kommt, vielleicht, dass irgendwer darin wohnt oder sein Gartenhäuschen dafür abreißt. Verdient hätte es der olle Kumpel, wir haben schöne Momente in dem Dingen erlebt. Jaha.

Hier der Angebotstext, los geht es ab 1 EURO. Schnäpper also. Wer will, hier geht es zur Auktion. Und jetzt mache ich auch wieder was Sinnvolles hier rein. Versprochen!

Ein schöner, großer, leerer Bauwagen, der eigentlich ursprünglich mal bewohnbar gemacht werden sollte. Nachdem dann die schöne Holzdielung verlegt war, ging die Motivation flöten und wir nutzen ihn so als Gartenhaus. Nun muss er weg, weil wir das Grünstück aufgeben müssen und ihn nicht mitnehmen können. Zum Wegwerfen ist er definitiv zu schade; außerdem passt er in keine Mülltonne. Klar.

Grundsätzlich ist er in Ordnung, glaube ich. Allerdings hat er langsam undichte Stellen am Dach, wie einige der Bilder zeigen. Es läuft ein bisschen Wasser durch, die Dachlatten an den Außenseiten lösen sich langsam auf und müssten erneuert werden. Auch die Unterbodenverkleidung löst sich langsam und müsste auch erneuert werden. Außerdem ist ein Fenster undicht, an den unteren Ecken läuft bei Regen Wasser durch. Sieht man auch auf den Bildern. Er steht da jetzt so, ohne bewegt worden zu sein, aufgebockt seit 10 Jahren. Keine Ahnung, was das mit dem Fahrwerk macht. Ansonsten ist das Teil mit etwas Zeit und Arbeit sicher noch ganz brauchbar.

Es gibt keinerlei Papiere mehr für die Kiste, allerdings sollte der für die Straße so wohl eh nicht brauchbar sein.

DER BAUWAGEN MUSS BEIM KAUF BIS SPÄTESTENS 31.03.2013 IN POSTDAM ABGEHOLT WERDEN. Ich schreie nur, damit das auch keiner überliest.

Und weil so schöne Dinge meistens einen kleinen Haken haben, kommt jetzt der, an dem die Abholung hängt: Der Wagen steht in einem alten Obstgarten. Als der dort abgestellt wurde, waren die Bäume ringsum recht jung und dementsprechend klein und biegbar. Aber die Dinger wachsen ja auch. Da der neue Besitzer die mit gekauft hat will der natürlich nicht, dass man da jetzt die Kettensäge ansetzt und „zack“ – ihr wisst schon was – macht. Den Wagen daraus zu zirkulieren dürfte also nicht ganz einfach sein und bedarf einiges an Geduld und wahrscheinlich an Erfahrung. Es ist sehr eng. So 1-2 Äste müsste man wahrscheinlich schon „zack“ und so. Ihr wisst schon. Mit einem kleinen Trecker kommt man ran, optimal allerdings wäre wohl eine Seilwinde mit so 50 Meter Strippe.

Am besten wäre wohl, man kommt sich die Sache im Vorfeld mal angucken um da genau Maß zu nehmen. Wäre generell wohl ganz gut. Also vorher mal zu gucken. Nicht das mir da nach Kauf dann das Geheule los geht. Man kennt das ja.

Fragen werde ich selbstredend gerne beantworten.

Du, Internet

482041_483805114963730_200486718_n
(via StreetArt in Germany)

Wenn eine Ölbohrung schief geht

Ich sah dieses Video heute morgen gänzlich. Das mache ich nicht immer. Aber: ich bekomme das nicht aus dem Kopf, auch wenn ich vermute, dass das irgendein Viral für irgendwen ist – vielleicht aber auch nicht und es zeigt einfach nur den Ablauf einer versuchten Ölbohrung, die völlig in die Hose geht. Das Teil hat durchaus Spielfilm-Qualitäten auf „Mobil-Niveau“. „Mobil“ weil bei uns mit unseren smarten Phones unterwegs am besten immer alles schnell gehen muss und hoffentlich nicht zuviel Datenvolumen des monatlichen Tarifs frisst. Ihr kennt das.

Und da haben wir nun eben eine Kamera, ein paar völlig überforderte Ölförderungsmitarbeiter (die wahrscheinlich diese Montage-Anschaffung durchziehen), jede Menge Tiefbohrtechnik (die auch nicht so will, wie sie eigentlich soll), eine wohl durchaus notwendige Flucht, eine zweite Kamera, die die ganze Angelegenheit mit Abstand filmt, einen Funken, eine Feuerfontäne aus brennendem Öl. Einen Krimi, den man besser nicht dramaturgiesieren könnte. Wie ein Spielfilm. In nicht mal sieben Minuten. „Mobil“ und so. Ich gucke es noch mal.


(Direktlink)

Alte Computerhardware spielt Skrillex’ „Bangarang“

Ich fand diese Hardware-Versionen von diesen 70er und 80er Jahre Hits nicht so berauschend, da die für mich tatsächlich soundtechnisch immer noch sehr nahe am Original klangen. Die hatten ja nüscht damals. Nun aber hat sich bd594 daran gemacht und den den auf Hochglanz polierten, bis auf’s Ende durchkomprimierten, auf Midrange gedroppten Sound von Skrillex genommen und diesen von ein wenig fast schon historisch alter Studiotechnik nebst alter Computerhardware spielen lassen. Und das zeigt leider ein bisschen, was von dem auf Hochglanz polierten, bis auf’s Ende durchkomprimierten, auf Midrange gedroppten Sound von Skrillex tatsächlich übrig bleibt: jede Menge Geklöppel. Und wenn ich ehrlich bin ist das weit weniger, als ich in der Quintessenz von Skrillex halte. Es macht bei diesem Sound eben doch auch die modernisierte Technik, ohne die ein Skrillex nicht so klingen könnte, wie er nunmal klingt.

(War das jetzt wertfrei? Zuviel pro Skrillex? Zu viel Contra? Ist mir doch auch egal.)

Vocals were performed with the DECTalk Express. The same speech synthesizer used by Stephen Hawking back in the eighties. The main vocals are the Betty and Rita presets overlapped. Kit and Dan vocal presets were also used.

Back in 2009 I used an 8 inch floppy drive in my Bohemian Rhapsody video but this time I wanted to update it with Sammy1am’s Arduino version. I find 3.5 inch floppy drives only sound good when playing short duraton notes with a fast tempo.

DECTalk – vocals
HP Scanjet 3C – lead
Yamaha CX-5 computer – guitar
Floppy and CDROM – lead bass solo
Modified Toy Laser Guns
Robot Bass, Snare and Cymbal


(Direktlink, via Interweb3000)

Der neue DJ-Tarif der GEMA ist beschlossene Sache

Q2BmE

Der in letzter Zeit häufig diskutierte und dennoch nicht ernst genommene neue Tarif für DJs mit dem Klarnamen Tarif VR-Ö ist also beschlossen und hinterlässt mindestens so viele Fragezeichen in meinem Gesicht, wie schon die im Vorfeld laufende Debatte. Um genau zu sein in Form von zwei Fragezeichen, die sich um ein Ausrufezeichen gesellen und denen ein wtf und Capslock vorangeht; WTF?!? also.

Kurz bedeutet das also: man zahlt 13 Cent zahlt pro File ergo pro Track das/den man für eine Veranstaltung kopiert hat. Egal, ob man diesen dann dort spielt oder nicht. Man zahlt für das Kopieren desselbigen und die darauf folgende Mitnahme.

Weil die GEMA natürlich auch gerne rückwirkend kopierte Musik bezahlt haben will, die man schon vor dem 01.04 irgendwie irgendwann mal kopiert hatte, zahlt man dafür 125 Euro. Ein Schnäpper! Backups kosten dann aber jedes Mal wieder 125 Euro (oder 13 Cent pro Stück).

Die De:Bug listet dankbarer Weise mal auf, was das denn nun für den DJ im Konkreten bedeutet und zeigt auch auf, was für Konsequenten jeder für sich daraus ziehen könnte.

Gibt’s Laptop-Kontrolle?
Nur wenn man der GEMA ein vertragliches Kontrollrecht eingeräumt hat. Wer sollte das tun? Wie soll das gehen? Bislang keine Antworten auf diese Frage, wir vermuten aber, wenn man Kunde beider GEMA als DJ wird, dann kommt da so ein Vertrag mit, mit dem man in so etwas einwilligt.

Etwa einen DJ-Führerschein?
Die GEMA prüft tatsächlich gerade ob sie so etwas macht. Das nennt sich dann Zertifikat und man kann es seinen Kunden zeigen, damit die wissen, dass man noch ganz legal auflegt.

Soll man sich der GEMA anmelden?
Ja soll man. Dann wird man GEMA Kunde und nur dann lässt sich da überhaupt etwas zahlen. Genaueres steht in den Sternen.

Wie findet man heraus welches Stück bei der GEMA ist?
Nicht über die GEMA Datenbank online scheinbar, denn die sagt nach eigener Aussage des FAQs “nichts über den Schutz des angezeigten Werkes aus”. Man darf sich aber gerne bei der GEMA melden. Und ich werde das auch gleich tun, mit einer Liste die beispielsweise eine TB-Platte voller Musik wiedergibt, sagen wir mal so 150.000 Stücke. Bin gespannt wann die Antwort kommt, kann mich ja dann immer noch entschliessen, die nicht zum Auflegen zu nehmen.

Darf man Playlisten, damit die Künstler die man gut findet was von diesem Geld haben das man zahlt?
Nö.

Aber ich will meine Playliste abgeben!!!
Nehmen sie nicht, wirklich nicht. Man darf immer nur melden wie viele Tracks man zum Spielen kopiert hat.

Ich spiel nur meine eigenen Tracks!
Egal. Wenn du bei der GEMA bist, musst du trotzdem dafür zahlen. Bekommst aber vermutlich das Geld über die GEMA-Einnahmen nicht wieder, weil du keine Playlisten abgeben darfst.

[…]

Laptop kaputt?
125 Euro fällig.

Festplatte kaputt?
125 Euro fällig.

USB-Stick kaputt?
125 Euro fällig.

Mist, schon wieder kaputt?
125 Euro fällig.

Hätte ich mehr als zwei Hände, würde ich mir auch mit denen noch jetzt immer im Wechsel auf die Stirn klatschen. Und das wirklich Traurigste an der ganzen Angelegenheit: die GEMA meint das tatsächlich ernst. Man könnte fast drüber lachen, wenn… Ich lache trotzdem. Ehrlich. Weil man das gar nicht anders aushalten kann.

Hallo Leute, wie findet ihr Graffiti auf S-Bahnen?

BFUVttrCQAEG63_
(Danke, Markus Schlegel)

Nur ein Faultierbaby beim Klettern

Mattie holt einfach mal alles aus sich raus und zieht die Turnnummer im Sloth Sanctuary in Costa Rica konsequent durch. So in etwa sehe ich beim Sport aus.


(Direktlink, via Say OMG)