Skip to content

Schlagwort: Nazis

New York City 1939: Treffen sich 20.000 Nazis

Ein Kapitel der amerikanischen Geschichte, das gar nicht mal so sehr präsent sein dürfte: Auch dort feierten einige, nicht wenige, einst die deutschen Faschisten. Regisseur Marshall Curry sammelte historische Aufnahmen aus verschiedenen Archiven, um den Kurzfilm „A Night at the Garden“ zu machen.

The footage is so powerful, it seems amazing that it isn’t a stock part of every high school history class. But I think the rally has slipped out of our collective memory in part because it’s scary and embarrassing. It tells a story about our country that we’d prefer to forget. We’d like to think that when Nazism rose up, all Americans were instantly appalled. But while the vast majority of Americans were appalled by the Nazis, there was also a significant group of Americans who were sympathetic to their white supremacist, anti-Semitic message. When you see 20,000 Americans gathering in Madison Square Garden you can be sure that many times that were passively supportive.

(Direktlink)

When and if fascism comes to America it will not be labeled “made in Germany”; it will not be marked with a swastika; it will not even be called fascism; it will be called, of course, “Americanism.”
(Halford E. Luccock)

Keine Kommentare

Samstags in Spandau Nazis blockieren ✔

Ich war vorhin mit der Frau des Hauses in Spandau. Neonazis hatten dort zu einem Gedenkmarsch für Hitlers einstigen Parteistellvertreter Rudolf Heß mobilisiert – und das muss man ja nun wirklich nicht unwidersprochen hinnehmen. Das sahen andere wohl auch ähnlich und so versammelten sich gut 2000 Gegendemonstranten, um den 400-500 Leuten, die Heß mit Fahnen der Reichsfarben des Deutschen Reiches gedenken wollten, die Route zu versauen. Das gelang recht gut. Die selbsternannten „nationalen Widerständler“ liefen erst um die 300 Meter, standen dann gut zwei Stunden in der Sonne rum und mussten dann aufgrund mehrerer Blockaden erst eine sehr viel kürzere Alternativ-Route laufen, um kurz darauf begleitet von der Polizei zum Bahnhof gebracht zu werden. Lief nicht.

Es gab da heute Passanten, die meinten, dass man nicht gleich ein Rechter sei, weil man an einem Rudolf Heß-Gedenkmarsch teilnimmt.‬ Mir fehlt irgendwie die Perspektive, darauf zu kommen, dass Leute, die einem Nazi gedenken, keine Rechten sein könnten. Für mich sind das keine Patrioten, keine Besorgten oder AfD-Wähler, sondern schlicht Neonazis.

‪Es gab junge Araber mit Pali-Tüchern, die deutsche Shoah-Relativierer lauthals aus der Gegendemo gedrängt haben, was mich tatsächlich beeindruckt hat‬.

‪Es gab in der Blockade besoffene Nazis, die die Sitzblockierer vollgepöbelt haben und dann gerade so ungeschoren davon kamen.‬ Also so ganz knapp mit den Beinen in den Händen.

‪Es gab eine philippinische Frau, die anmerkte, das die eingesetzte Polizei zu 99,00 % aus Weißen besteht.

Es gab einen jungen Polizisten, der die Demo der Heß-feiernden „Nazi-Demo“ nannte. ‬

‪Und es gab eine sehr bunte Kultur des Gegenprotests. Alte, Junge, Laute, Leise, geeint in der Entschlossenheit, den Arschlöchern nicht die Straßen zu überlassen. ‬

‪Stabil, Spandau, stabil! ‬Ein guter Samstag.

14 Kommentare

In Argentinien haben sie in einem versteckten Raum die größte dort je gefundene Sammlung von Nazi-Artefakten entdeckt

Als ich damals in Berlin Zivildienst machte, hatte ich mit mehreren alten Menschen zu tun, die mir erzählten, dass ihre Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien „gegangen waren“. Meistens die als erste die Väter. Ich dachte zu dieser Zeit nicht drüber nach, warum die das wohl getan haben könnten. Wetter soll da ja auch besser sein. Erst im Laufe der 10 Monate wurde mir klar, dass wohl einige dorthin „gegangen waren“, weil man sie für das, was sie hier im Zweiten Weltkrieg verbrochen hatten, hier danach hätte juristisch belangen können. Einige von ihnen waren unter Hitler hochrangige Funktionäre und haben sich nach dem Krieg mit ihren Kollegen nach Argentinien aufgemacht, wo sie darauf hoffen konnten, für ihre mitverantworteten Gräueltaten nicht belangt zu werden.

Dass da, rein von den mir damals täglich um die Ohren fliegenden Namen, richtig „dicke Fische“ bei gewesen sein könnten, realisierte ich erst spät nach meinem Zivildienst, als ich etwas über die Rattenlinie las. Seitdem hat sich Argentinien als Zufluchtsort für Nazis irgendwie eingebrannt.

Und genau dort haben sie jetzt einen Kunsthändler hochgenommen, der in einem versteckten Raum dutzende Relikte aus der NS-Zeit hortete. Wie genau die dort hingekommen sind, ist bisher nicht geklärt. Ermittler wurden auf den Sammler aufmerksam nachdem ein Exponat illegaler Herkunft in einer Galerie im Norden von Buenos Aires aufgetaucht war – Interpol übernahm.

Es handelt sich wohl um die größte illegale Sammlung mit Nazi-Artefakten, die je in Argentinien gefunden wurde.

Unter anderem sicherten sie eine Adolf-Hitler-Büste, Vergrößerungsgläser in einer mit Hakenkreuzen besetzen Kiste und medizinisches Equipment zur Vermessung von Köpfen. Insgesamt soll es sich um etwa 75 Objekte handeln. Den Behörden zufolge gehörte die Sammlung während des Zweiten Weltkriegs vermutlich einem hochrangigen NS-Funktionär.

[…]

„Unsere ersten Ermittlungen deuten darauf hin, dass es sich um Originalstücke handelt“, sagte die argentinische Sicherheitsministerin Patricia Bullrich. Bei einigen Exemplaren seien auch Fotografien gefunden worden, die die Relikte zusammen mit Hitler zeigen. Die Fotos sollten den besonderen Wert der Gegenstände belegen, sagte Bullrich.

Und ich muss gerade an Indiana Jones denken, so irgendwie.


(Direktlink, via TYWKIWDBI)


(Direktlink)

12 Kommentare

Gäste des Bierkönigs auf Mallorca skandieren „Jeder Nazi ist ein Hurensohn!“ nach dem Zeigen der Reichskriegsflagge

Dass man sowas aus dem Bierkönig mal sehen würde, überrascht mich dann doch, auch wenn die kollektiv vorgetragene Beleidigung natürlich politisch nicht ganz korrekt ist.

Im Bierkönig kamen zu einer Partyveranstaltung ungefähr 15 Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Hammerskins forever, forever Hammerskins“ skandierten gemeinsam die Parole „Ausländer raus!“ (in Spanien wohlgemerkt) und hielten eine Reichskriegsflagge in den Raum. Die Sängerin unterbrach ihren Auftritt, sprach die Spaten an und forderte, die Fahne einzupacken. Es gelang es dem Sicherheitspersonal, die Rechtsradikalen aus dem Laden zu entfernen – begleitet von „Auf Wiedersehen“-Rufen des Publikums. Der DJ spielte zum Abgang “Schrei nach Liebe“ von die Ärzte. Couragiert.

17 Kommentare

Ein Foto am Rande einer Neonazi-Demo im tschechischen Brno

Nicht nur in Deutschland fanden am 1. Mai Demonstrationen statt, die von Rechtsextremen und Neonazis initiiert wurden. Auch in Brno, der zweitgrößten Stadt Tschechiens, gingen die Nationalisten auf die Straße. Begleitet wurden sie auch dort von Gegendemonstranten, die den Einfältigen nicht die Straßen und die Deutungshoheit über die selbigen überlassen wollten.

Am Rande einer solchen Demo in Brno machte Vladimír Čičmanec dieses ikonische Foto, das den Moment festhält, in dem sich eine stoische junge Frau aus der tschechischen Pfadfinder-Gruppe JunaK – cesky Skaut einem Neonazi in den Weg stellt. Gerahmt von Seifenblasen.


(via Good)

In der Nähe als GIF:

Zugabe:

3 Kommentare

Rechtsradikale Partei verschickt „Ausreise-Gutschein“ an Olper Stadtrat – der klagt jetzt auf Reisekosten

Der Olper Stadtrat Kai Bitzer hat neben anderen, die politisch in Linken Lagern unterwegs sind, Post von der rechtsradikalen Partei der Dritte Weg bekommen. Ein pseudosatirischer Gutschein zur Ausreise nach Afrika. „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ Blah, blah, sie wissen schon.

Bitzer hat die Aktion wörtlich genommen – Afrika soll ja ganz schön sein. Die Lappen vom Dritten Weg aber haben wohl zuviel versprochen und sich nicht zurückgemeldet. Jetzt will Bitzer das „Reisegeld“ einklagen.

Er hat die Option „Schiffsreise“ angekreuzt und die Karte zurück geschickt. Es geht um eine Reise nach Afrika im Wert von 2.200 Euro. Eine Antwort bekam der Olper aber nicht: „Ich habe noch einmal schriftlich darum gebeten, mir die Reise zukommen zu lassen. Nachdem auch darauf keine Reaktion kam, habe ich die Klage eingereicht.“

Wie hoch die Chancen stehen, in diesem Fall Recht zu bekommen, kann keiner genau sagen. Sollte die Klage für Bitzer allerdings erfolgreich verlaufen, hätten auch andere Empfänger der Karte Anspruch auf die „Reisekosten“. Und das dürften so einige sein.

„Das Problem besteht darin, dass hier kein Unternehmen sondern eine Partei auf der Gegenseite steht.“ Da es aber noch kein Urteil in einer vergleichbaren Sache gibt, sei die Klage einen Versuch wert.

(via Nilz)

21 Kommentare