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Schlagwort: Nazis

Ein Foto am Rande einer Neonazi-Demo im tschechischen Brno

Nicht nur in Deutschland fanden am 1. Mai Demonstrationen statt, die von Rechtsextremen und Neonazis initiiert wurden. Auch in Brno, der zweitgrößten Stadt Tschechiens, gingen die Nationalisten auf die Straße. Begleitet wurden sie auch dort von Gegendemonstranten, die den Einfältigen nicht die Straßen und die Deutungshoheit über die selbigen überlassen wollten.

Am Rande einer solchen Demo in Brno machte Vladimír Čičmanec dieses ikonische Foto, das den Moment festhält, in dem sich eine stoische junge Frau aus der tschechischen Pfadfinder-Gruppe JunaK – cesky Skaut einem Neonazi in den Weg stellt. Gerahmt von Seifenblasen.


(via Good)

In der Nähe als GIF:

Zugabe:

Rechtsradikale Partei verschickt „Ausreise-Gutschein“ an Olper Stadtrat – der klagt jetzt auf Reisekosten

Der Olper Stadtrat Kai Bitzer hat neben anderen, die politisch in Linken Lagern unterwegs sind, Post von der rechtsradikalen Partei der Dritte Weg bekommen. Ein pseudosatirischer Gutschein zur Ausreise nach Afrika. „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ Blah, blah, sie wissen schon.

Bitzer hat die Aktion wörtlich genommen – Afrika soll ja ganz schön sein. Die Lappen vom Dritten Weg aber haben wohl zuviel versprochen und sich nicht zurückgemeldet. Jetzt will Bitzer das „Reisegeld“ einklagen.

Er hat die Option „Schiffsreise“ angekreuzt und die Karte zurück geschickt. Es geht um eine Reise nach Afrika im Wert von 2.200 Euro. Eine Antwort bekam der Olper aber nicht: „Ich habe noch einmal schriftlich darum gebeten, mir die Reise zukommen zu lassen. Nachdem auch darauf keine Reaktion kam, habe ich die Klage eingereicht.“

Wie hoch die Chancen stehen, in diesem Fall Recht zu bekommen, kann keiner genau sagen. Sollte die Klage für Bitzer allerdings erfolgreich verlaufen, hätten auch andere Empfänger der Karte Anspruch auf die „Reisekosten“. Und das dürften so einige sein.

„Das Problem besteht darin, dass hier kein Unternehmen sondern eine Partei auf der Gegenseite steht.“ Da es aber noch kein Urteil in einer vergleichbaren Sache gibt, sei die Klage einen Versuch wert.

(via Nilz)

Völkische Siedler im ländlichen Raum – Der Bio-Nazi von nebenan

Interessantes Feature von Peter Podjavorsek für Deutschlandradio Kultur, in dem er das Treiben Völkische Siedler beleuchtet und dokumentiert, wie man vor Ort mit diesen Situationen umzugehen versucht. Gerade im Kontext Schule ganz sicher nicht immer einfach zu entscheiden.

„Sie wirken zunächst wie typische Ökos: Hunderte von Biobauern, Züchter alter Nutztierrassen oder auch Verleger, die in dünn besiedelten Gebieten Immobilien und Höfe kaufen. Harmlos sind diese rechten, völkischen Siedler in der Öko-Nische jedoch nicht.“

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(Direkt-MP3)

Story im Ersten: Clausnitz – Der Bus, der Mob und das Dorf

Man vergisst ja immer so schnell. Clausnitz ist jetzt ein Jahr her, die Story im Ersten hat mal nachdem geschaut, was in dieser Zeit dort im ländlichen Sachsen so passiert ist. Hier als Doku in der Mediathek.

„Es waren schockierende Videosequenzen, die im Februar 2016 den Weg aus dem sächsischen Dorf Clausnitz bis in internationale Nachrichten fanden: Ein Reisebus mit Flüchtlingsfamilien, darunter weinende Frauen und Kinder, wird belagert von einer Menge hasserfüllter Männer, die „Ab nach Hause!“ schreien und „Wir sind das Volk!“. Die Aufforderung der Polizei, den Weg freizuräumen, quittierten sie mit Hohngelächter. Als ein Beamter den Flüchtlingsjungen Luai aus dem Bus in die vorgesehene Unterkunft zerrt, johlt die Menge. Die nächtlichen Szenen symbolisieren bis heute die hässliche Seite Deutschlands während der Zuwanderungs-Debatte.“

Eine Lange Nacht über Fredy Hirsch – Der stille Held von Auschwitz


(Foto: ArthurMcGillCC BY 3.0)

Wieder eine sehr hörenswerte Lange Nacht vom Deutschlandfunk.

„Sowohl in Theresienstadt als auch in der Hölle von Auschwitz gelang es dem klugen und unerschrockenen Humanisten Fredy Hirsch, Haltung und Anstand zu bewahren und sich für Gerechtigkeit und Menschenwürde einzusetzen.

In Auschwitz versuchte er, den jüngsten Häftlingen in einem von ihm der SS abgerungenen und eingerichteten Kinderblock den grausamen KZ-Alltag ein wenig zu erleichtern. In diesem Schutzraum konnten sie betreut spielen, singen und lernen. Sketche und Theaterstücke kamen zur Aufführung. Über fast preußisch strenge Sport- und Ordnungsmaßnahmen gelang es dem auf Sauberkeit und Hygiene bedachten Pädagogen, die seelischen und physischen Widerstandskräfte der Kinder zu stärken.“

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(Direkt-MP3)

Richard Spencer hat keine Schelle kassiert – er wurde alternativ umarmt

Am Tag, an dem Donald Trump in den USA zum Präsidenten gemacht wurde, kam es in Washington D.C dazu, dass ein Demonstrant dem gerade ein Interview gebenden Neonazi Richard Spencer mit dem Ellenbogen eine recht ordentliche Schelle verpasste.

Seitdem diskutiert das halbe Internet, ob es legitim wäre, Schellen an Nazis zu verteilen. Ganz einig ist man sich da bisher noch nicht. Aber das scheint auch nicht mehr zum Thema zu taugen, denn nach aktuellem Kenntnisstand war das, was Spencer da entgegengebracht wurde, gar keine Schelle – es war eine alternative Umärmelung. Alternativen Fakten sei dank.

Studenten in Magdeburg schmeißen AfD aus dem Hörsaal

[Update] Bei jetzt erzählt einer der dabei gewesenen Student, wie sich die Aktion angefühlt hat.

In Magdeburg hatte die AfD-nahe Hochschulgruppe Campus Alternative mit André Poggenburg den Chef der AfD in Sachsen-Anhalt eingeladen. Er sollte über Geschlechterforschung reden. Poggenburg ist einer derer, die Homosexualität schon gerne mal mit Pädophilie gleichsetzen.

Eigentlich hatte die Campus Alternative ein paar geneigte Zuhörer erwartet. Im Hörsaal wurde Poggenburg und seine Entourage von gut 400 Studenten in Empfang genommen, die so gar nicht zuhören wollte – und ihm das auch sehr schnell sehr deutlich machten. Darauf kam es zu Gerangel und Böllerwürfen. Am Ende musste die Polizei Poggenburg und seine Kumpels von der Polizei nach draußen begleitet werden. Lief nicht so gut für die AfD.


(Direktlink)

Poggenburg selber war dann auch etwas traurig.