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Als die Garde der Fahrkartenkontrolleure die MC Donalds Dependance im Bahnhof betritt und semifreundlich grüßt, grüßt die Belegschaft sichtbar angewidert zurück. Bedient werden sie trotzdem. Natürlich. Als sie dann später endlich gehen, kann ich die gesamte Filiale aufatmen hören. Mann kennt sich hier und jeder kennt sie. Verabschiedet werden sie nicht, auch wenn sie so freundlich ihnen das möglich ist, ein „Tschüssi“ in den Raum werfen. Fahrkartenkontrolleur, volgu: Ticketficker, ein Beruf der dir dein Leben versaut. Kurz und nur Eingang kleines Bisschen tun sie mir leid. Gleich werden sie mich im Bus mit einem lauten, selbstbewussten „Die Fahrscheine, bitte!“ wecken. Kaum ein anderer Berufszweig (GEZ-Lakaien mal ausgeschlossen) dürfte mit soviel Verachtung gestraft sein. Zu Recht.

22 Kommentare

  1. jnns3. August 2011 at 11:11

    Wieso bringst du dem ganzen Berufszweig Verachtung entgegen? Wie in vielen anderen Berufen auch, gibt es auch unter den Kontrolleuren solche und solche. Allein die Tatsache, dass sie kontrollieren kann doch nicht verachtenswert sein. Wie soll denn gewährleistet werden, dass Leute, die den ÖPNV nutzen auch dafür zahlen? Natürlich könnte man über Kulturflatrate-ähnliche Modelle diskutieren, aber dann muss man das anders aufziehen, als über die Kontrolleure herzuziehen.

    Ich fahre auch das ein oder andere Mal schwarz, wurde auch schon viele Male erwischt. Da hab ich das Spiel eben verloren und muss blechen. So einfach is das. Hab auch schon Arschlöcher von Kontrolleuren erlebt, die kleine Jungs dazu zwingen mit ihnen zurück zu ihrer Haltestelle zu fahren, um nachzusehen, ob der Automat wirklich defekt ist, an dem sie nicht bezahlen konnten, und solche Geschichten. Aber das kann man ja differenziert ausdrücken.

  2. Ronny3. August 2011 at 11:30

    Diese Berufswahl schließt es für mich per se aus, einer von „den Guten“ zu sein. Ich sehe da nicht solche, sondern nur solche. Es gibt da nichts zu differenzieren, wenn mich einer fragt.

  3. Fael3. August 2011 at 11:41

    Wenn du auf die Potsdamer WISAG Kontrolleure spekulierst, kann ich dir nur 110%ig zustimmen.

    • Ronny3. August 2011 at 11:47

      Die meine ich. Glaube aber fast, dass es anderswo kaum anders sein dürfte.

  4. Fael3. August 2011 at 11:53

    Hab auch mal im Bahnhof gearbeitet und es war immer wieder erstaunlich wie eingebildet und überheblich die mit einem in der (Nacht-)Schicht umgegangen sind… und selbst nach dem ein oder anderen ganz ordentlichen Smalltalk, 10 Minuten später im Bus waren sie dann wieder ganz und gar auf Arschloch getrimmt.

    Na was solls, sie machen ja nur ihren Job…

  5. Mmmatze3. August 2011 at 11:58

    Bin voll d’accord mit dir, Ronny. Kontrollettis sind die Letzten. Und ich sehe da ausnahmsweise mal überhaupt keinen Differenzierungszwang.

  6. Basti3. August 2011 at 12:21

    Ich find die Jungs von der GEZ noch viel schlimmer!

  7. hans3. August 2011 at 13:00

    Klar, und dem Typen bei Mac Donalds haust du demnächst eine rein, weil er dir den Burger nicht umsonst gibt, oder?

  8. hannes3. August 2011 at 13:02

    Bei der BVG/Sbahn/Tram würde ich dir da auch zu stimmen, wenn es aber um die ganz normalen Schaffner in nem Regio geht bin ich nicht einverstanden. Sicher gibt es auch da Arschlöcher, aber bei weitem nicht so häufig und es gibt auch nen paar richtig nette. (einer der mich vom Gesicht her kennt und weiß das ich mir immer Monatskarte kaufe geht zum Beispiel immer nur noch mit nem Freundlich Kopfnicken an mir vorbei, was zur folge hat das ich bei ihm schon aus Prinzip nicht mehr Schwarz fahre da ich nicht möchte das er Ärger bekommt wenn mal so ne dummen unabhängigen Kontrolleure vorbeikommen)

  9. Robert3. August 2011 at 13:02

    Ein durchaus zweiseitiges Schwert:

    Einerseits „We are all working for food!“ – andererseits, muss/sollte man sich wirklich nicht an alles und jeden verkaufen.

    Insbesondere bei Pförtnern, (Sicherheits-)Wachleuten und Kontrollettis bildet sich mit der Zeit ein ganz besonderes psychologisches „Selbstwertgefühl“ (Wichtigtuerei) heraus, dass sich jeder Grundlage entzieht und einfach nur widerlich ist.

  10. Ronny3. August 2011 at 13:10

    @hans
    Glückwunsch zum hier bisher dümmsten Kommentar. Wohin soll ich die Blumen schicken?

    @hannes
    An Zugbegleiter habe ich dabei keineswegs gedacht. Die haben ja auch ganz andere Aufgaben.

  11. Pfluesterer3. August 2011 at 13:10

    Ich bin schon fast 25 Jahre nicht mehr mit dem ÖPNV unterwegs und trotzdem kann ich Ronnys Abneigung voll und ganz verstehen, hege sogar darüber hinaus große Sympathien für seine Sichtweise. Arschlöcher gibt es überall, nur die Konzentration in einigen Berufszweigen ist auffällig hoch.

  12. tessa3. August 2011 at 14:19

    :D wie heißen sie noch, die netten menschen, die strafzettel auf falschparker kleben? na, die sind in der rangliste auch irgendwo on top zu finden. die berufsgruppe der gefängniswärter hat jetzt auch eder ehrgeiz gepackt und wollen sich für’s nächste ranking bewerben ;-)

  13. hans3. August 2011 at 14:23

    Na, da danke ich doch recht schön für das nette Blumenangebot :-)

    „Ticketficker“? Wenn’s dir hilft.

    Irgend jemand muss den Job machen und kassieren oder das Kassieren kontrollieren. Häufig schallt’s da auch so aus dem Wald raus, wie hineingerufen wird. Schwarzfahren als Menschenrecht? Doch wohl eher nicht.

  14. Ronny3. August 2011 at 14:31

    @hans

    Wer solchen Job macht, muss von Natur aus schon ein wenig „Arschloch“ sein.

    Ich gehe da weiter, und wünsche mir nicht das „Schwarzfahren“ als Menschenrecht, sondern das kostenlose Nutzen von öffentlichen Nahverkehrsmitteln.

  15. sVn3. August 2011 at 14:45

    Ich hasse Mc Donalds.

  16. Mmmatze3. August 2011 at 14:48

    Und dass es doch auch anders geht, zeigen meine Erfahrungen hier in der Schweiz. Kontrolleure wie Schaffner (hier heissen die Conducteure) sind grundsätzlich freundlich und machen nicht so einen auf dicke Hose, wie es in Deutschland durchgängig der Fall ist.

    Ich hab neulich sogar mal einen Schaffner erlebt, der seelenruhig und zuckersüss freundlich geblieben ist, als er sich einem Punk gegenüber fand, der weder Ticket (Billet) noch Geld (Stutz) noch Ausweis (ID) dabei hatte. Er hat einfach die Adresse aufgeschrieben und dann haben sie sich einen schönen Tag (En schöne) gewünscht. Das erscheint mit in Deutschland leider völlig unmöglich.

  17. hans3. August 2011 at 15:03

    @ronny

    Naja, zum Thema „Arschloch durch Macht“ hat Zimbardo ja schon mehr herausgefunden als wir, wenn wir ganz ehrlich sind, wahrhaben wollen.

    http://www.amazon.de/Luzifer-Effekt-Macht-Umstände-Psychologie-Bösen/dp/3827419905

    Ich bin auch der Meinung der öffentliche Nahverkehr sollte kostenlos und per Steuern und City Maut finanziert werden, aus einer ganzen Reihe von Gründen. Das ist aber m.E. eigentlich ein anderes Thema.

  18. bernd3. August 2011 at 15:44

    Niemand mag Kontrolleure, aber macht sie das verachtenswert? Was wäre mit so einer Haltung gewonnen? Auf Kontrolleure herabzusehen, bringt einen auch nicht weiter. Eher schon die Jesusmethode (Zöllner und so) Auweia, jetzt hagelts bestimmt Ohrfeigen; ich halt schon mal die andere Wange hin.

  19. Ronny3. August 2011 at 15:49

    @bernd

    bernd :

    Niemand mag Kontrolleure, aber macht sie das verachtenswert?

    Öhm… Ja. ;D

  20. Pfluesterer3. August 2011 at 19:42

    @hannes

    Schönes Video, danke fürs posten.

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