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Berliner Friedrichstraße lebt ohne Autoverkehr auf

(Foto: Kasman)

Kurze Durchsage an jene, die immer behaupten, dass das Vertreiben von Autos aus den Innenstädten, die Innenstädte vom Leben befreien würden: Nein. Datenerhebungen aus der Berliner Friedrichstraße, für die ja auch genau das behauptet wurde, ergeben, dass der Publikumsverkehr trotz Corona um 65 % gestiegen ist. Keine fahrenden und parkenden Autos macht in diesem Fall demnach mehr menschliches Leben. Und jetzt bitte andere Städte auch so.

Mitte September 2020, gut zwei Wochen nach Einführung des Autoverbots, wurden in diesem Teil der Friedrichstraße pro Tag im Durchschnitt 9026 Menschen gezählt. Ein Jahr später, im September 2021, wiesen die Daten von What a Location dort täglich 9084 Menschen nach. Im März 2022 war ein weiterer Zuwachs festzustellen: Vorige Woche waren es 9781 Menschen pro Tag – im Vergleich zu Juni 2020 ein Anstieg um 65 Prozent.

30 Kommentare

  1. Jack29. März 2022 at 18:58

    Da hat man wohl die Menschen in den Autos nicht gezählt .. sind natürlich auch nicht so interessant da sie keine Werbung und Schaufenster anschauen. Und Ich bin mir sicher wenn wir Autofahren verbieten – würden wir auch überall mehr Fußgänger und Radfahrer haben .. rein aus dem Zwang heraus.

    • seven29. März 2022 at 19:26

      Du meinst, wer vorher mit dem Auto die Friedrichstr. als Durchgangsstraße genutzt hat, hat das nun „zwangsweise“ mit dem Fahrrad erledigt?

      Jaja, die armen Autofahrer. Gezwungen, gemolken und stigmatisiert….

    • Ronny29. März 2022 at 19:27

      Stimmt. Weil die ja generell mit geschlossenen Augen durch die Stadt fahren. Die sehen und gucken ja auf Nichts. -.- Was genau bitte will gerade dein Argument sein?

      • Jack29. März 2022 at 22:40

        Du glaubst ein Autofahrer nimmt die Schaufenster bei der Durchfahrt war .. der nimmt ja nicht mal alle Verkehrszeichen wahr. Bestimmt entstehen so die verstopften Straßen, weil die Autos stehen bleiben um sich aus 10m Entfernung alles kaufbare genau anzuschauen…

        • Ronny29. März 2022 at 22:49

          Dann lass die einfach weg dort. Ist doch so schwer gar nicht. Und scheint ja offenbar auch zu funktionieren.

    • Fritz30. März 2022 at 00:45

      Dass die Anzahl der Menschen in Autos Straßen belebter machen sollen, halte ich für (an den Haaren herbeigezogenen) Quatsch oder bestenfalls einen Scherz.

      Ich hab die Friedrichstraße immer gern mit Fahrrad und Brett als Nord-Südachse genutzt. Das kann ohne Autos nur besser werden. Und ich ließ mich auf der engen Gasse schon vorher lieber von 4 Radrennfahrern überholen als von einem Auto.
      Schaufenster nebenbei geben mir da nicht mal was, wenn ich ausnahmsweise zu Fuß unterwegs bin.

  2. Robert29. März 2022 at 22:07

    Hier wird das genaue Gegenteil behauptet: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/warum-die-friedrichstrasse-endgueltig-zur-trostlosstrasse-wird Ehrlich gesagt vertraue ich da lieber etwas mehr auf die Anreiner, die schon seit vielen Jahren dort sind als auf irgendwelche „Menschen-Zählenden“-Statistiker. Zählen sie dort Leute die alle in die eine oder in die andere Richtung laufen? Zählt man vielleicht die dort zur Arbeit gehenden mit? Die Uhrzeit? (kurzum: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“! – Zitat Statistik-Prof im 1. Semester).
    Die „Fahrrad-Rennstrecke“ ist dort schon etwas schräg und diese extravaganten Glas-Sarkophage ebenfalls recht komisch. Aber diese wellenförmigen „Holzbänke“ sind echt der Hammer aller wunderbaren Einfälle und werden dort zumeist zweckentfremdet – da sieht man schon seit vielen Jahren einen Haufen Leute ihren Rausch ausschlafen, was ja vielleicht auch so gewollt ist – was weiß ich schon. Informiert Euch wenigstens mal bei anderen Quellen, die etwas anderes sagen und auch belegen können!

    • Ronny29. März 2022 at 23:00

      Ich sag‘ Bescheid, wenn ich mal einem Axel Springer Medium mehr als allen anderen vertrauen werde. Aber dieser Tag ist nicht heute.

    • Otto H.30. März 2022 at 09:05

      Vor allem sollte man von des Professors Spruchs die erste Ableitung beherzigen: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, weil deren Ergebnisse einem nicht in den Kram passen.“ Denn „die“ Anrainer, wovon der Großteil Geschäftstreibende sein dürften, sind in der Mehrzahl mit der Sperrung zufrieden. Deren Umsätze blieben gleich oder sind teileweise sogar gestiegen seit der Sperrung.

    • m30. März 2022 at 09:42

      Da hast du natürlich eine sehr seriöse Quelle rausgesucht.

      • Robert30. März 2022 at 12:55

        Ehrlich gesagt halte ich meine Quelle, bei dem Thema, in der Tat für seriöser als die andere Quelle. Immerhin kommen dort viele Betroffene mit persönlichen Worten und Foto zu Wort. Die werden zitiert, kann man also durchaus prima nachprüfen. Was man von der anderen Quelle „What a location, Berlin“, bei der es sich um ein privates, gewinnorientiertes und mit „Location-Value-Chain“ werbendes Unternehmen / Startup handelt, nicht behaupten kann: https://www.whatalocation.ai/ueberuns
        Und da wird einfach eine Grafik mit Zahlen präsentiert, die mal schnell mit datawrapper.de gebastelt worden ist. Und ich sehe (leider) jetzt erst, dass man dort als Quelle die „Auswertung von Mobilfunkdaten“ angibt. Ist das so legal machbar? Und was haben Mobiltelefone eigentlich mit einkaufswilligen Besuchern zu tun? Genauso gut könnte man argumentieren, das die Leute von 2020 bis heute 2022 mehr Mobiltelefone besitzen – so ein Quatsch auch. Ich vermute, Whatalocation hat da ganz andere Interessen und will sicherlich lieber weiterhin öffentliche Fördergelder für ihre „Value-Chain“ bekommen. Und dafür braucht es vielleicht auch mal umgeschönte PPR „positive public relations“.
        Und was die Springer-Quelle betrifft, natürlich weiß ich was Springer-Presse ist. Doch sind beide nicht so weit voneinander entfernt, wie ihr vielleicht denkt: https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Verlag
        DAS ist ein wichtiger Teil von Medienkompetenz. Und noch wichtiger: „Dont kill the messenger“, wenn eine Nachricht kommt, die Euch nicht passt.

        • Otto H.30. März 2022 at 15:20

          Ich empfehle entsprechend der Medienkompetenz-Übung auch folgende Quellen zu Rate zu ziehen. Dann wissen die interessierten Lesenden auch, was von dem Wurstblatt-Artikel zu halten ist. Die negative Darstellung mag dem Stammtisch gefallen. Sie findet sich in der auffällig dystopischen Skizzierung so in keiner einzigen anderen Berichterstattungen so wieder. Kann man als „Wenigstens einer der die Wahrheit ausspricht!!1“ werten, dann ist es nur eine emotional erzählte Story. Oder als das was es ist. Meinungsmache durch anekdotische Evidenz und geschicktem Weglassen von Informationen der Gegenseite. Die Aussagekraft einer solchen Vorgehensweise ist, sofern man an einem neutralen Erkenntnisgewinn interessiert ist, gelinde gesagt beschränkt.

          Zu den angeblichen Verkehrsverlagerungen und Fußverkehrseinbrüchen: https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/senat-schafft-vollendete-tatsachen-friedrichstrasse-in-mitte-bleibt-autofrei-li.188723?pid=true

          Zu den angeblichen Umsatzeinbrüchen der Geschäftstreibenden:
          https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/10/friedrichstrasse-berlin-soll-dauerhaft-autofrei-bleiben.html

          Zu den angeblichen Fahrradrasern:
          https://www.tagesspiegel.de/berlin/tempokontrolle-fuer-radfahrer-auf-der-friedrichstrasse-findet-die-polizei-keine-fahrrad-raser/26200456.html

          Und der offizielle Zwischenbericht, verfasst in Zusammenarbeit mit einem in der Verkehrsforschung anerkannten Büro für Verkehrsplanung, ist hier zu finden:
          https://www.berlin.de/friedrichstrasse/ueber-das-projekt/projektergebnisse/

          • Robert30. März 2022 at 19:05

            Liest Du eigentlich Deine eigenen Links? Der erste ist hinter einer Paywall, beim zweiten (auch nicht im nachgereichten) Link geht es mit irgendeinem einzigen Wort um Umsatzeinbrüche. Im dritten Link heißt es, die Polizei hat vor mehr als 1 1/2 Jahren an immerhin 2 Tagen für GANZE 2 STUNDEN das Tempolimit kontrolliert, was für Dich der ultimative Beweis ist, dass es dort keine Fahrradraser gibt.
            Wirklich ganz großes Kino. Und dann kommst Du auch noch mit Medienkompetenz, Stammtisch und Wahrheit um die Ecke. Alles klar, jetzt weiß ich wenigstens, wer von uns beiden wirklich „anekdotische Evidenzen“ durch weglassen gefunden hat.

            • Otto H.30. März 2022 at 21:37

              „Der erste ist hinter einer Paywall“ Dein Problem wenn du erwartest, dass du alle Informationen kostenlos bekommst. Die Erkenntnisse aus der Verkehrsmessung werden dadurch nicht unplausibel. Am Tag der Veröffentlichung war der Artikel frei lesbar. Im Gegenteil, wärst du an die Daten mit etwas Brain auch anders ran gekommen. So schwer habe ich es dir nicht gemacht.

              „geht es mit irgendeinem einzigen Wort um Umsatzeinbrüche“ Letzter Absatz sollte deiner sein. Spoiler: Es gab für den Großteil der Betreiber keine Umsatzeinbrüche, zumindest keine relevanten. Das Wurstblatt dagegen beruft sich auf genau zwei Befragte wo überhaupt nicht klar wird, ob die Einbußen durch die Sperrung oder durch die Pandemie verursacht sind. Einer von denen hat sein Lokal nicht mal in der gesperrten Straße, lol! Wenn man schon die Interviewmethode wählt, sollte man so ehrlich sein und den Bias zugeben oder man macht es gleich wie der rbb und trifft abstrahierte Aussagen. Hier kann man zumindest den Corona-Bias vernachlässigen, denn ein Umsatzplus durch die Pandemie erklären zu wollen wäre für eine Einkaufsstraße für gehobene Produkte ziemlich erstaunlich.

              „[…] was für Dich der ultimative Beweis ist, dass es dort keine Fahrradraser gibt.“ Im Gegensatz zu der ultimativen Beweisführung deines Wurstblattes nennt der Tagesspiegel Tag, Standort, Zeitraum und Messmethode. Mit Wiederholung in der gleichen Woche. Was bietet dein Wurstblatt an Verifikation? Keine, die Fotos sind 404. Gegenteiliges wird unüberprüfbar einfach behauptet. Das Wurstblatt hat seine Messung fast zur gleichen Zeit veröffentlicht, verlinkt sie aber nicht (danke an 3.14) und sagt auch nicht wann und wie lange gemessen wurde. Eine Wiederholung der Messung fand statt? Nicht? Keine Ahnung! Der TSp maß nicht selbst, sondern ließ das Profis machen. Die Frage, ob man der Messung eines Journalisten mehr trauen sollte als die der auf solchen Messungen ausgebildeten Polizei, stellst du dir erst gar nicht. Das nennst du seriös? Für mich ist das hochgradig tendenziös.

              „Alles klar, jetzt weiß ich wenigstens, wer von uns beiden wirklich ‚anekdotische Evidenzen‘ durch weglassen gefunden hat.“ Die Interviews im Wurstblatt sind und bleiben Anekdoten unter einer ganzen Latte an Betroffenen, die von der B.Z. überhaupt nicht befragt wurde. Das Mindeste wäre gewesen, wenn auch Leute befragt worden wären, die von der Sperrung profitiert haben. Dann hätte man was zum Diskutieren gehabt. So bleibt es false balance. Und da du für dich beanspruchst, mit dem Wurstblatt eine seriöse Quelle gefunden zu haben, während du meine pauschal ablehnst (Paywall), unvollständig beachtest (Umsatzeinbußen) oder ignorierst (Zwischenbericht) bist du für echten Erkenntnisgewinn sowieso nicht offen.

  3. Wolf-Dieter Busch30. März 2022 at 06:38

    Also ich selbst bin zwar Fahrradfahrer, aber der hiesige Glaubenskampf Fahrrad gegen Auto törnt mich ab.

    • Ronny30. März 2022 at 18:37

      Da vorne rechts ist deine Tür, mein Lieber.

      • Wolf-Dieter Busch31. März 2022 at 10:55

        Der Fundamentalismus kommt nicht aus deinem Blog, der ist schon ok, sondern von hintenrum.

    • Rumold31. März 2022 at 00:39

      Na, Wolf-Dieter, dich „törnt“ eher das strafbare Zeug an, oder?
      Ob wir vielleicht mal einen Blick in deinen Keller werfen dürften?…;)

  4. Philipp30. März 2022 at 07:40

    Ich bin zwar nicht mit den genauen statistischen Zahlen vertraut, aber eines erscheint mir nichtsdestotrotz an den genannten Zahlen und Daten sehr merkwürdig:
    Ganz am Anfang werden die Zahlen von „Mitte September 2020, gut zwei Wochen nach Einführung des Autoverbots“ genannt, sowie die von „voriger Woche“. Ganz am Ende heißt es, dass „das im Vergleich zu Juni 2020 ein Anstieg um 65 Prozent. [sei]“.
    Warum werden denn die Zahlen von voriger Woche dann nicht mit denen von Mitte September bzw noch besser von gut zwei Wochen davor verglichen, als es die Maßnahme noch nicht gab? Oder alternativ zusätzlich die Zahlen von Juni 2020 genannt? Warum überhaupt ausgerechnet der Monat Juni?
    Bitte nicht falsch verstehen, an sich klingt die Maßnahme für mich erstmal wie eine gute Idee.

    Aber dann bitte bei Statistiken Zahlen vergleichen, bei denen es einen logischen, erkenntnisbringenden Grund genau diese dafür auszuwählen, statt willkürlich irgendwelche Zahlen auszusuchen, bei denen möglichst große Effekte herauskommen. In meinen Augen manipulative statt objektive Berichterstattung.

  5. Conrad30. März 2022 at 10:10

    Wäre es für einen aussagekräftigen Vergleich nicht sinnvoll die Zahlen mit denen vor Corona zu vergleichen, als keine Geschäfte geschlossen hatten und die Leute eher zu Hause waren und Dinge wie shoppen in Geschäften auf das Nötigste beschränkt haben?

  6. 3.1430. März 2022 at 13:13

    Also ich bin da fast jeden Tag und verfolge auch die (grundsätzlich negative) Berichterstattung der BZ und anderer Springermedien zu dem Thema seid Jahren. Unvergessen auch, als die BZ da nen jungen Reporter mit ner Laserpistole hingeschickt hat um viel zu schnelle Kampfradler zu stellen:
    https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/blitzschnell-durch-die-friedrichstrasse-viele-radler-halten-sich-nicht-ans-tempolimit
    Unglaubliche Skandale die da augedeckt wurde – ein Aufreger!
    Die ganze Kritik an dem aktuellen Konzept wird immer wieder durch einige dort ansässige Geschäfte perpetuiert, die schon vor dem Modellprojekt arge wirtschaftliche Schwierigkeiten hatten wie etwa die Galeries Lafayette. Anstatt sich auf ein neues Konzept, andere Zielgruppen und neue Bedürfnisse der Kundschaft einzustellen versucht man lieber die Uhr zurückzudrehen. Andere Geschäfte, die neu dort hingezogen sind oder sich anpassen machen weiterhin glänzende Geschäfte. Diese dürften sich sogar noch weiter positiv entwickeln, wenn das aktuelle Konzept endlich mal verstetigt und damit Stadtplanerisch weiter gedacht und gebaut wird und sich dadurch die Aufenthaltsqualität weiter verbessert.
    Aber klar, sobald Ronny hier mal wieder auf die armen Autofahrer*innen eindrischt beginnt wieder das große MIMIMI in den kommentaren und die ganzen Jürgens und Ullis vergessen ihre Medizin gegen Bluthochdruck zu schlucken :)

    • Gurkenmensch31. März 2022 at 08:58

      Danke für diesen Kommentar. Wenn ich hier noch einmal so nen Mitte 50 jährigen Jürgen heulen lese, kotze ich im Strahl. Ich bin auch keine 18 mehr. Trotzdem ist es lächerlich wie sich manche Menschen dem Fortschritt in Gänze versperren.

  7. Martin Däniken30. März 2022 at 19:26

    Sollte der Senat bei der nächsten Wahl eine andere Zusammensetzung bekommen, könnte sich dann eine andere Förderungspolitik durchsetzen…?!
    Denn ohne irgenswelche Gelder vom Senat oder Bund kann man sowas nicht stemmen, egal ob das Fußgängeraufkommen okay ist oder nicht.
    Denn für lau kriegt man diese Kapitalisten nicht geändert.
    Aufs Blaue geraten, gehe ich davon aus das der Hauptteil der Friedrichstrasse oder anderer interessanter Sahneschnitten grossen Spielern (Erben, Blackrock und deren Abzweigungen) gehört und nicht Kleinkrämern.
    Bleibt genug Kohle im Netz hängen, wirds gemacht….
    Oder jemand mit Einfluß fände dieses oder jenes ganz gut…
    Wann werden denn die Tempelhofer Felder endlich erschlossen?
    Soviel freie unsinnig ungenutzte freie Fläche mitten in der Stadt…

  8. Fußgänger31. März 2022 at 00:13

    Muss aber auch sagen, dass ich eine komplette Fußgängerzone besser gefunden hätte als mit der Radrennstrecke da noch mit drin. Ich als großer Freund des Spazierens und Flanierens kann weder die Autofahrer noch die Rennradfahrer leiden (Radfahrer auf normalen Stadträdern, die rücksichtsvoll fahren, gehen noch klar. Aber Rennrad ist für Stadtverkehr genauso sinnvoll wie n Sportauto)

  9. Robert31. März 2022 at 15:46

    Sogar die Regierende Bürgermeisterin von Berlin ist mit der derzeitigen Situation unzufrieden. Ein aktuelles Zitat: „Die Flaniermeile Friedrichstraße muss anders aussehen“, sagte Giffey (SPD). Und auch die Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hat eine Überarbeitung zugesagt.
    https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/giffey-nicht-zufrieden-mit-autofreier-friedrichstrasse
    Vermutlich sind die dann für Euch genau so „wurstblättrig“, sind ebenfalls gegen Fortschritt, wollen auch keinen Erkenntnisgewinn und machen beide ganz viel MIMIMI, so wie ihr es mir hier unterstellt und gemeint habt ich sei so. Dabei befürworte ich beispielsweise den letzten Kommentar hier vom „Fußgänger“. Wenn schon Fußgängerzone, dann bitte richtig und nicht mit so einen Berliner-Sonderweg-Blödsinn mit Glas-Sarkophagen und Radbahn in der Mitte der Straße.
    NOTIZ: Habe nur gesagt, dass ich die genannte Statistik für absoluten Bullshit halte und es von den direkt betroffenen Anrainern einen ganz anderen -gegenteiligen- Blickwinkel dazu gibt, den ich auf Grund der Darstellungsart für sehr viel mehr plausible halte als diese Statistik. Pro-Auto habe ich dabei nie und gar nicht argumentiert und genau daran könnt Ihr gut selbst erkennen, dass Eure vorgefertigte gefestigte Freund-Feind-Erkennung ganz hervorragend funktioniert. Das Wort „Fundamentalismus“ von Wolf-Dieter beschreibt es perfekt.

  10. Otto H.31. März 2022 at 17:42

    Mal ein paar erklärende Sätze zu der aktuellen Berichterstattung, um die Emotionen rauszunehmen:
    Klar sind beide Politikerinnen unzufrieden, schlicht weil es ein Modellprojekt mit provisorischem Charakter ist. Es war von Anfang an klar, dass die Gestaltung keine Dauerlösung sein wird. Denn das war eine der Forderungen vieler Skeptiker, keine vollendeten Tatsachen zu schaffen sondern die Projektergebnisse abzuwarten um im Zweifel gegensteuern zu können. Nun haben sich nach den anderthalb Jahren neben negativen Erkenntnissen (die ich gar nicht in Abrede stellen wollte, sondern nur zu _nicht ausschließlich_ zu korrigieren versucht habe), eben auch viele positive gezeigt. Jetzt muss ich doch aus dem Paywall-Artikel paraphrasieren: Der Kraftfahrzeugverkehr ist in den Parallelstraßen zwar gestiegen, doch in der Gesamtheit um ein Viertel zurück gegangen. Gleichzeitig stieg der Radverkehr um 45%. Die Stickoxide sind um 20% gesunken. Im Jahr vor der Sperrung kam es im Untersuchungsgebiet zu 250 Unfällen, wo etwa 450 Kraftfahrzeuge beteiligt waren. Für die Projektzeit sollen die Zahlen kommenden Monat vorgestellt werden, aber man kann sich, denke ich, an einer Hand abzählen wie groß der KFZ-Anteil seit der KFZ-Aussperrung sein wird. Nichtsdestotrotz muss, auch wenn der Kraftverkehr insgesamt weniger geworden ist, eine Lösung für den Ausweichverkehr gefunden werden. Das was Frau Giffey und Frau Jarasch jetzt fordern, sind jene Maßnahmen, die 3.14 als stadtplanerisch weiter denken bezeichnet hat. Nämlich über die Friedrichstraße hinaus auch die umliegenden Straßen einzubinden. Diese sind ja von dem Modellprojekt bisher ausgeklammert worden. Andererseits ist es genauso verkehrt, wiederum den Radverkehr komplett abzusperren wenn er so massiv von der Sperrung profitiert hat, obwohl die Steigerung im Hinblick auf die Mobilitätswende so den jahrelangen Kernforderungen der Mobilitätsforschung entspricht. Man wird um den Radverkehr nicht herumkommen und eine reine Fußgängerzone löst nicht das Problem. Da sind jetzt auch die Anrainer gefragt mitzuwirken, statt nur zu jammern, und ihre Geschäftskonzepte auf die veränderten Gegebenheiten und den neuen Zielgruppen anzupassen. Denn obwohl alle über die Gestaltung jammern, hat sie doch eine beachtliche Kundschaft angezogen. Und das in einer Pandemie. Sollte man als Chance sehen. Ganz ehrlich: Als Unternehmer wären mir schaufensterbummelnde und langsame Verkehrsteilnehmer hundert mal lieber als in Blechkarren sitzende Menschen, die nur von A nach B wollen. Denn wirklich Zeit und Flexibilität haben eher die sich langsamer fortbewegenden Menschen.

    „Pro-Auto habe ich dabei nie und gar nicht argumentiert und genau daran könnt Ihr gut selbst erkennen […]“
    …dass du hier einer Aussage widersprichst, die dir so niemand unterstellt hat.

  11. Robert1. April 2022 at 11:46

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