Sehr interessantes Feature von Deutschlandradio Kultur, das der Frage nachgeht, ob es im Osten Deutschlands einen spezifischen Rassismus gibt. Und was die DDR mit dem heutigen Umgang mit Flüchtlingen im Osten zu tun hat. Es werden mehrfach Dinge angesprochen, die für mich ich als Ostler gut nachvollziehbar sind.
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(Direktlink, via Swen)
Die Salonwagen wurden einzeln oder auch als Zugverband eingesetzt. Das hieß dann Staatszug oder auch Regierungszug. Letzterer verkehrte in der Regel mit einem der Zugnummer vorgestellten R. Für die Fahrten gab es eine spezielle Dienstanweisung, die als Vertrauliche Verschlusssache so geheim war, dass sie im Verzeichnis der Dienstvorschriften nicht geführt wurde. Wurde ein solcher Zug bereitgestellt, folgte seine Aufstellung zunächst auf zwei Gleisen des sogenannten „R-Zug-Geländes“ beim S-Bahnhof Nöldnerplatz. Von dort wurde der Zug dann auf Gleis 49 des Bahnhofs Berlin-Lichtenberg gefahren, wo er für die anstehende Fahrt vorbereitet wurde. Um die Sicht auf den Zug von den anderen Bahnsteigen zu verhindern, wurde als optische Sperre ein Zug mit Leerwagen auf das Parallelgleis gestellt. Die Staatsfahrten liefen unter der Aufsicht des Ministerium für Staatssicherheit, denen auch die Transportpolizei unterstand. Der Ablauf war höchst aufwendig organisiert.
Nach der Dienstanweisung gab es drei unterschiedliche Stufen des Aufwandes, wenn ein solcher Zug verkehrte. Bei Stufe I verkehrte zum eigentlichen Staatszug noch ein Vorzug und ein Nachzug. Der Vorzug (scherzhaft auch „Minenräumer“ genannt) bestand in der Regel aus einem Salonwagen und einem Gepäckwagen. Der Zug war mit Mitarbeitern von Transportpolizei und des MfS besetzt, die aus der offenen Übergangstür des letzten Wagens die Strecke beobachteten. Der Nachzug war meist nur ein Triebwagen oder eine einzeln fahrende Lokomotive. Alle Weichen, über die der Zug verkehrte, mussten verschlossen werden. Schranken waren spätestens 10 Minuten vor Durchfahrt des Zuges zu schließen und durften zwischen der Fahrt des Vorzuges und der des Hauptzuges nicht geöffnet werden – auch nicht für Feuerwehr- oder Notarzteinsätze. Sowohl Eisenbahn- als auch Straßenbrücken über die befahrene Bahnstrecke durften nicht genutzt werden. Für die Züge wurde eine Trasse von etwa einer Stunde freigehalten, in der keine anderen Züge die Strecke nutzen konnten. Die zuständigen Dispatcher erhielten keine Meldung über die Zugbewegungen – sie mussten nur für die vorbestimmte Zeit die Trasse absolut frei halten.
(Wikipedia)
Ich mag die Musik von Rammstein nicht – so gar nicht. Aber ich mag das, was ich von und über Christian „Flake“ Lorenz in den letzten Jahren hören und lesen konnte. Sein Buch, „Der Tastenficker“, gibt es mittlerweile auch als Hörbuch und die ehemalige „Märkische Volksstimme“ hat ihn zum Interview geladen. Ich such mal eben das Hörbuch dazu. Denn das will ich hören.
MAZ: Sind Sie Punk geblieben?
Lorenz: Ich versuche, die Punk-Idee in manchen Bereichen zu leben, aber nicht in der Band. Das geht nicht mehr. Wenn wir auf Tour gehen, fahren 20 Trucks hinterher. Rammstein ist ein schwerfälliger Koloss verglichen mit Feeling B. Wenn vor uns eine Band mit drei Jungs auf die Bühne geht und das Stadion rockt, stünden wir genauso dumm da wie früher die Ostrockbands.
MAZ: Sie identifizieren sich also noch mit dem Punk von früher.
Lorenz: Ja, und deshalb verstehe ich auch die Punks von heute, die sagen – ach nee, diese ganze Inszenierung bei Rammstein, das will ich nicht.
Diese vierteilige Doku-Reihe lief im letzten Jahr bei ZDFinfo und taucht ein in die Lebenswelten von Ost- und Westdeutschen während sie durch die Mauer voneinander getrennt waren. Ich habe mir vorhin den hier 4. Teil „Schwarzer Kanal oder BILD“ angesehen, der sich auch mit der Jugendkultur Punk sowohl in Ost als auch in West auseinandersetzt. Sehenswert.
Irgendwer hat die Doku auf YouTube geladen, es gibt sie aber auch in der Mediathek.
In der Doku-Reihe werden Alltagserfahrungen und Alltagsprobleme gegenübergestellt und gezeigt, wie sich die Lebensentwürfe und -ziele im Osten und Westen unterschieden.
Im Blick aber auch, wie gewisse Vorstellungen und Eigenheiten sogar 40 Jahre deutsche Teilung mehr oder weniger schadlos überstanden.
Trabbi gegen Käfer, Grilletta gegen Hamburger: Wie lebte es sich wirklich – hüben und drüben im geteilten Deutschland? Wuchs 1989 zusammen, was zusammen gehört?
Oder passten die beiden deutschen Staaten längst nicht mehr zusammen?
Erziehung, Wirtschaft, Lebensstandard und sogar Promillegrenze: Nach Jahrzehnten der Entfremdung war bei den Nachbarn scheinbar alles anders. Der Blick auf das jeweils „andere“ Deutschland ist bis heute verstellt von Klischees
und Vorurteilen.
In der zweiten Folge der vierteiligen Doku-Reihe „Unser Leben im geteilten Deutschland“ macht sich ZDFinfo auf Spurensuche zwischen Ballermann und Balaton.
Ab Mitte der 50er Jahre zog es die Westdeutschen an die Nordsee und die Berge. Käfer und Isetta machten es möglich. Mit Einführung des gesetzlichen Mindesturlaubs ging die Reiselust dann richtig los, zumal die D-Mark überall willkommen war. Traumziel war Italien. Wer es sich leisten konnte, ließ das Auto stehen und düste mit dem Flieger auch mal nach Mallorca. Freie Wahl des Urlaubsziels – das gab es in der DDR nur innerhalb des Landes. Oft ging es auch in die „sozialistischen Bruderstaaten“. Der Westen war tabu – offiziell auch in Sachen Lebensstil und Mode. Wer im Osten cool sein wollte, musste sich mit Nähmaschine und Schnittmustern behelfen. Mit dem Verbot von „hektischen Modewechsel“ wollte der Staat Ruhe auf dem Modemarkt verordnen – doch die privaten Nähmaschinen ratterten weiter.
Dieser rot-gelbe Ikarus 250, Erstzulassung 1984, war bis zum Fall der Mauer der Protokollbus ZK der SED. Mit diesem reiste die DDR-Regierungsriege durch das kleine Land. Mit dem Fall der Mauer verlor das in Ungarn gebaute Gefährt seine Aufgabe. Luxus wurde ab nun anders formuliert. Ein Busunternehmen in Sachsen Anhalt kaufte dennoch die Karre und hat sie über Jahre offenbar bis heute erhalten.
Nach Angaben der neuen Besitzer wurde der Bus zwischen 1984 und 1989 vorwiegend bei Jagdausflügen von Mitgliedern des Zentralkomitees der SED und für “Fahrten ranghöchster Ehrengäste“ wie Fidel Castro oder Michail Gorbatschow eingesetzt. “Der Normalsterbliche kam da nicht rein“, sagt Vetter. Der Luxus-Ikarus mit Klimaanlage und Reichsbahn-Toilette an Bord konnte mehr als 100 Stundenkilometer fahren.
Die Leute von Genex haben dem Busunternehmen Vetter nun offenbar einen Besuch abgestattet und ein paar Fotos auf ihre FB-Seite geladen. Ostdeutscher Luxus von damals. Irgendwie niedlich.
Immer wieder sehenswert, Ikarus 250 des ZK der SED!
Da ich hier heute schon mal was über Ostautos hatte, passt dieser Flashback in die östliche Kindheit ganz gut dazu: Mit Jan und Tini auf Reisen – Im Fahrzeugwerk. Jan und Tini besuchen nach einer Panne ihrer „Silberhummel“ ihren Kumpel Eddie im Fahrzeugwerk. Ich wollte ja immer so einen Barkas haben damals.
Mit Jan und Tini auf Reisen – Im Fahrzeugwerk (ca. 26 min)
Jan und Tini erfahren, wie ein Wartburg und andere Fahrzeuge gebaut werden.
Die beiden aus dem DDR-Kinderfernsehen bekannten Puppentrickfiguren Jan und Tini fahren mit ihrem lustigen Cabrio Silberhummel durchs Land und lernen verschiedene Berufe, Betriebe und Verkehrsmittel kennen. Sie schauen den Menschen bei ihrer Arbeit über die Schulter, um herauszufinden, wie die Dinge funktionieren.
Jan und Tini auf DVD bekommt ihr bei Amazon >>> http://amzn.to/1QtXUWe
Posted by DDR Fernsehen on Sonntag, 21. Februar 2016
Mein Vater kaufte im Frühjahr des Jahres 1989 einen Trabant de Luxe Kombi. In „gletscherblau“. Auf diesen hat er sieben Jahre lange gewartet, nachdem er einer Frau, die sich eigentlich schon ein paar Jahre davor auf diesen Kauf angemeldet hatte, eben jene Anmeldung abkaufte. So war das halt damals. Er bezahlte 14.000 Mark, die meine Mutter mit mir im Schlepptau in einer Sparkasse in Kleinmachnow abholte. Man legte ihr dort 140 Hundertmarkscheine auf den Tisch des Ausgabeschalters. Dafür hatten die beiden lange gespart – sechs Monate später war die Mauer gefallen und die Kiste keinen Pfifferling mehr wert. Jetzt wollten alle Autos aus dem Westen.
Etwa zur selben Zeit wurde der Trabant 1.1 vorgestellt. Er sollte 1990 auf den Markt kommen und 18.900,- Mark kosten. Der Wagen wurde allerdings nicht freudig angenommen. Nach 26 Jahren Entwicklung und bei einer Preissteigerung um 6.000,- Mark wollte man ein Auto, das Weststandards so sehr hinterherhing, nicht mehr akzeptieren. Nach nur zwölf Monaten verließ der letzte von 39.474 „1.1“ gebauten das Werk. Er wurde schnell so überflüssig wie der 601er den mein Vater damals kaufte. Keiner wollte mehr einen Trabbi, auch keinen 1.1er.
1989 wurde der 1.1 im Verkehrsmagazin vorgestellt, einer regelmäßig im DDR-Fernsehen laufenden Sendung. Damals für schon viele auch in bunt. Genutzt hat das am Ende alles wenig. Als der letzte 1.1er vom Band lief, fuhr mein Vater schon einen alten Benz, den er für 2000 DM einem Berliner Taxiunternehmer abgekauft hatte. Das war ne geile Karre!
Das Verkehrsmagazin wurde jeden 2. Donnerstag um 19:00 Uhr im 1. Programm des DDR-Fernsehens gesendet und Rolf-Dieter Saternus, Oberstleutnant der Volkspolizei der DDR, in Unifom moderiert. Er stellte neue Automobile vor und gab Tips für Instandhaltung und Wartung der Fahrzeuge. Ein wichtiger Bereich war das Verhalten und die Sicherheit im Strassenverkehr. Hier eine Sendung vom Herbst 1989, in der der Trabant 1.1 vorgestellt wurde.
Mein Vater hatte sich bei der Armee damals ein paar minikleine Tattoos stechen lassen. Ganz dezent, kaum zu sehen. Die meisten der anderen, die damals größer tätowiert waren, haben sich im Knast stechen lassen, so zumindest die damalig gesellschaftlich getragene Meinung.
Sammy Metwalli jedenfalls hat im letzten Jahr eine Doku über Kalle gedreht, der schon zu Ostzeiten im Knast Tattoos gestochen hat, um dann später, nach dem Fall der Mauer, das erste Tätowierstudio im Osten Berlins zu eröffnen. Das Old School Tattoo in Friedrichshain – den Laden gibt es immer noch.
Der Film ging dann über ein paar Festivals und hat ein paar Nominierungen eingesammelt. Das ist ja auch eine Geschichte von denen, die es so häufig nicht zu erzählen und deshalb auch nicht zu hören gibt.
Zumindest tippe ich auf die ganz späten 80er Jahre. Genau weiß ich’s gerade nicht. Und werten will ich das auch nicht. Ein sehenswertes Zeitdokument. Nicht mehr – nicht weniger. Und „don’t read the comments“! Wie immer.
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