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Kategorie: Doku

Artes „Durch die Nacht mit…“ als Hommage an Ai Weiwei

Arte hat anlässlich der Verhaftung Ai Weiweis dieses 55 minütige Special über ihn gesendet. Dieses kann man jetzt für sieben Tage auf arte+7 ansehen.

Genau 1001 Landsleute lässt der chinesische Künstler Ai Weiwei für seine Aktion „Fairytale“ zur documenta nach Kassel einfliegen. Seine Gäste beherbergt er in den Gottschalkhallen auf dem ehemaligen Kassler VW-Werksgelände. Dort begrüßt er auch seinen belgischen Künstlerkollegen Wim Delvoye, und schon bald sind die beiden umringt von Kunststudentinnen aus Shanghai. Delvoye ist ein großer Verehrer von Weiweis Kunst. Und auch zwischen den jungen Asiatinnen fühlt er sich sichtlich wohl. Ai Weiwei hat aber noch anderes im Sinn. Gemeinsam entflieht man dem Trubel und besucht den Kassler Hauptfriedhof, Ai Weiweis liebsten Ort in der Stadt. Dort stellt sich bald heraus, was Delvoye noch so umtreibt: Zum ersten, aber nicht letzten Mal, wässert der unkomplizierte Belgier die freie Natur.


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arte-Doku: Die Opium-Route

Lief gestern Abend auf arte, ab heute für sieben Tage auf arte+7 und unbedingt sehenswert.

Der Opiumhandel ist längst weltweit organisiert. Die amerikanische Drogenaufsichtsbehörde versucht zu verhindern, dass den Taliban in Afghanistan Opiumgelder zufließen, berichtet aber zugleich von den Schwierigkeiten, diese Ausbreitung zu verhindern. Bis zu einer halben Milliarde Dollar verdienen die Taliban im Jahr am Geschäft mit der Droge. Schätzungsweise 90 Prozent des Opiums schmuggeln sie trotz Kontrollposten der Behörden aus dem Land, über die 1.200 Kilometer lange Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan.
Indien geht einen anderen Weg im Umgang mit der Droge. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts galt Opium als wichtiges Heilmittel der westlichen Medizin und wurde legal produziert. Zur größten Sorge wurde die schnell eintretende Abhängigkeit. Morphin sollte die Lösung sein, hatte jedoch den gleichen Effekt. Auch Heroin galt zunächst als weniger suchtgefährdend, verschlimmerte das Problem jedoch weiter.
Um 1900 waren eine halbe Millionen Amerikaner von legal bezogenem Morphin und Heroin abhängig. 1920 wurde der Konsum verboten. Heute scheint der Kampf gegen den Drogenhandel verloren. Trotz immer mehr Polizei, Soldaten und Grenzkontrollen nimmt das Opium nahezu ungehindert seinen Weg in die Großstädte Amerikas und Europas. Ist deshalb die Legalisierung der richtige Weg, um den Abhängigen einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Sucht und Kriminalität zu weisen? Denn die Profite der Drogenbarone, Schmuggler und Dealer fließen nur, solange Handel und Konsum illegal sind.


(Direktlink, via @mogreens)

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Doku: Die letzten Tage einer Legende – Juri Gagarin

Es gab da mal diese Doku-Reihe „Die letzten Tage einer Legende“, die sich mit allerhand Berühmtheiten auseinandersetzte. Anders als der Titel hier vermuten lässt geht es jedoch nicht nur um die letzten Tage Juri Gagarins, sondern zeigt auch sehr anschaulich, wie er zu dem wurde, was er dann schließlich war – der erste Mensch im Weltall.


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BBC-Doku-Reihe “Die Letzten ihrer Art”, Teil 4 von 5: Der Kakapo

Der Kakapo ist ein seltsamer Vogel: Er fliegt nicht, er schreitet. Stephen Fry vergleicht die Gangart dieses Papageis mit der eines britischen Aristokraten. Manchmal klettert der Kakapo auf Bäume. Um ein Weibchen anzulocken, legt er sich in eine Erdmulde und produziert merkwürdige Balzgeräusche, die weithin zu hören sind. Stephen Fry hat seine helle Freude an dem Kerl – besonders als dieser den Kopf von Mark Carwardine für ein zu begattendes Weibchen hält.

Teil 1, Das Weiße Nashorn, gibt es hier.
Teil 2, Das Aye-Aye, gibt es hier.
Teil 3, Der Komodowaran, gibt es hier.


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arte-Doku über Speermüll: Die wundersame Reise der unnützen Dinge

Wenn man wie ich im Schatten der Berliner Mauer ostwärts aufwuchs, weiß man, dass im Berliner Umland auf Ostseite einige Mülldeponien dafür reserviert waren, den Müll aus dem Westen Berlins dort zu deponieren. Die Berliner Stadt Reinigung fuhr dann einiges an Müll in die DDR, die DDR lies sich das mit harten Währungen bezahlen.

Der Zugang auf diese Halden war strengstens verboten, die Deponien wurden mitunter von den Grenztruppen bewacht. Zum Ende der 80er versuchten wir als Pubertierende dennoch in dem Schutz der Nacht auf diese Deponien zu kommen. „Um zu gucken“, wie wir sagten. Ein, zwei mal gelang das auch und wir waren völlig überfordert mit dem, was wir da vorfanden. Uhren, in denen nur die Batterien gewechselt werden mussten, Schuhe, an denen nur die Schnürsenkel fehlten, völlig intaktes Spielzeug, was wohl keiner mehr wollte. Alles wurde scheinbar einfach weggeworfen. Da wurde uns augenscheinlich klar, was der Staatsbürgerkunde-Lehrer immer mit „Wegwerfgesellschaft“ meinte, wenn er über die BRD sprach.

Dann kam die Wende und es dauerte keine fünf Jahre und man war selber Teil dieser alles immer schnell verwerfenden Gesellschaft. Man kann schließlich immer alles und meistens sofort verfügbar neu kaufen.

Das fällt mir ein, weil ich gerade diese Doku hier über Sperrmüll sehe, in der alles weggeworfen wird, was eigentlich gar nicht wegwerfenswert ist und was dennoch keiner mehr braucht. Und dennoch kommen welche und holen es sich.

Ein uralter gelber Lieferwagen biegt um die Ecke. Es ist der fünfte Kleintransporter mit polnischem Kennzeichen, der in der letzten Viertelstunde hier vorbeigefahren ist, hinterm Lenkrad ein aufmerksamer Fahrer, der jeden neu herausgestellten Gegenstand taxiert. Denn schon lange landet kaum etwas von dem, was in Deutschland auf den Sperrmüll gestellt wird, tatsächlich auf dem Müll. Der weitaus größere Teil tritt eine Reise an in Richtung Osten. Auch Regina Leupolds Sofa, drei Sessel und ein kleiner Wandteppich verschwinden im Laderaum des Wagens von Piotr Liszcz und Jan Mysliwiec.
Piotr war einer der ersten, der nach Deutschland fuhr, um die Sperrmüllberge zu durchforsten und alles Brauchbare zu Hause zu verkaufen. Inzwischen gehören regelrechte Kolonnen polnischer, ungarischer, rumänischer und ukrainischer Kleintransporter an den Tagen vor der Sperrmüllabfuhr zum Straßenbild in den rheinhessischen Dörfern. „Am Tisch der Reichen werden auch die Hunde satt“, sagt Piotr Liszcz. „Wir sind hier keine Gäste. Wir sind Eindringlinge, nicht Gäste. Keiner lädt uns ein. Wir müssen uns absolut unauffällig benehmen, leise sein, keinen Dreck machen, keinen Alkohol trinken.“ Nicht leicht, wenn das Leben sich zwischen Sperrmüllhaufen und öffentlichen Parkplätzen abspielt, auf denen die Männer die Ware sortieren, essen, Pause machen und in ihren Autos übernachten, bevor es ins nächste Dorf oder nach Hause geht.


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BBC-Doku-Reihe “Die Letzten ihrer Art”, Teil 3 von 5: Der Komodowaran

Eigentlich heißt der Komodo-Drache ja Komodowaran, doch die Bewohner Indonesiens nennen ihn nicht ohne Stolz „Drachen“. Denn die erschreckend aussehende Riesenechse ist extrem gefährlich – aber auch in ihrem Bestand stark gefährdet. Deshalb wirft Stephen Fry seine Ängste über Bord und folgt Mark Carwardine auf den indonesischen Archipel Komodo. Hier ist der gleichnamige Drache zu Hause.
Doch zunächst wird auf der „Schlangeninsel“ haltgemacht, um eine der giftigsten Schlangen der Welt, die Gelblippen-Schlange, zu sehen. Anschließend führt die Fahrt die beiden Protagonisten an der Station eines Rettungsprojektes für Meeresschildkröten vorbei. Die Mitarbeiter tragen Sorge, dass die von den Schildkrötenweibchen in den Sand gelegten Eier sicher ausgebrütet werden, so dass die Jungen schlüpfen und ihren Weg ins nahe gelegene Meer finden können.
Auf einem weiteren Zwischenstopp tauchen Mark Carwardine und Stephen Fry in einem Korallenriff, bewundern Seepferdchen, deren getrocknete Körper sie später in einem Geschäft für traditionelle Chinesische Medizin hängen sehen. Der extreme Bedarf an unzähligen Tieren für diese Art von Arzneimitteln stellt eine weitere Bedrohung für bestimmte Tierarten dar.

Teil 1, Das Weiße Nashorn, gibt es hier.
Teil 2, Das Aye-Aye, gibt es hier.


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BBC-Doku-Reihe “Die Letzten ihrer Art” Teil 2 von 5: Das Aye-Aye

Auf der Ostafrika vorgelagerten Insel Madagaskar lebt das sagenumwobene Aye-Aye. Es ist ein nachtaktiver Lemur und – wie sich die Landesbewohner erzählen – so hässlich, dass es jedem, der es direkt ansieht, den Tod bringt. Die Inselbewohner sind sich so sicher, dass das Aye-Aye ein Unglücksbote ist, dass Stephen Fry und Mark Carwardine sich fragen, ob sie einem solch hässlichen Zeitgenossen tatsächlich in die Augen schauen wollen.
Zunächst reisen sie nach Nosy Mangabe, einer idyllischen kleinen Insel, auf der sie zwar kein Aye-Aye sehen, dafür aber Ringelschwanz-Lemuren und Sifaka, eine weitere Lemurenart. Die Reisenden erfahren, warum das Aye-Aye so stark gefährdet ist: Zum einen wurde und wird es aus Gründen des Aberglaubens verfolgt. Und zum anderen wird sein Lebensraum zunehmend abgeholzt.
Einem lebenden Aye-Aye begegnen Stephen Fry und Mark Carwardine im Zoo von Antananarivo. Zugegeben, das Tier ist keine Schönheit, es stinkt bestialisch, und wenn es mit seinem langen knochigen Finger auf einen zeigt, beschleicht den Betrachter ein unangenehmes Gefühl. Die beiden Reisenden machen sich auf den Weg nach Kirindy, einem zu großen Teilen unerforschten Urwald, der vielen Lemurenarten eine letzte Zuflucht bietet. In der dortigen Forschungsstation sehen der Zoologe und der Schauspieler einen winzigen Mäuselemur, der gerade erst entdeckt wurde und nach seiner Entdeckerin den schönen Namen „Madame Berthe“ erhielt.
Weiter in Richtung Westen, auf einer kleinen Insel, wird das lange Warten belohnt. Endlich gibt es ein Aye-Aye in freier Wildbahn zu sehen. Es ist sogar ein Pärchen. Die Forscher hoffen, dass es zur Sicherung der Population beitragen wird.

Teil 1 gibt es hier.


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BBC-Doku-Reihe „Die Letzten ihrer Art“ auf arte+7, Teil 1 von 5: Das Weiße Nashorn

Trotz aller dämlichen Kommentare, die ich hier über die Jahre in Hinblick auf Tiere immer wieder bekommen habe, habe ich eine echte Schwäche für Tiere, weshalb ich diese sehr geile Doku-Reihe, „Die Letzten ihrer Art„, der BBC hier auch komplett durchbringen werde. Heute lief der erste von fünf Teilen und widmet sich dem „Weißen“, dem Breitmaulnashorn.

In der Hoffnung, das sehr selten gewordene Nördliche Weiße Nashorn, das sogenannte Breitmaulnashorn, noch in freier Wildbahn zu erleben, machen sich Stephen Fry und Mark Carwardine auf in Richtung Demokratische Republik Kongo.
Auf ihrem Weg besuchen sie die Schimpansen-Rettungsstation auf der Insel Ngamba in Uganda. Stephen, der zwar gegen alle Seuchen dieser Welt geimpft ist, aber nun von einer banalen Erkältung in Schach gehalten wird, darf lediglich aus der Ferne zuschauen, wie verwaiste Schimpansenbabys zum ersten Mal mit erwachsenen Artgenossen zusammengeführt werden. Ein wichtiger Schritt für die anstehende Auswilderung der Tiere.
Weiter auf der Reise Richtung Kongo machen die beiden Abenteurer Halt im Bwindi-Nationalpark. Hier lebt die Hälfte der letzten wilden Berggorillas der Welt, einer extrem gefährdeten, majestätischen Tierart. Eine denkwürdige Begegnung für Stephen Fry und Mark Carwardine. Weiter geht es zum Queen Elizabeth National Park, wo sich die beiden ein Programm zum Schutz wilder Tiere erklären lassen und unerwarteten Besuch von Elefanten bekommen.
Kurz vor der Grenze zum Kongo erfährt Mark Carwardine, dass es zu diesem Zeitpunkt aus Sicherheitsgründen unmöglich ist, in den Kongo zu reisen. Außerdem wird ihm berichtet, dass das Nördliche Weiße Nashorn dort aller Wahrscheinlichkeit nach bereits ausgerottet ist. Damit rückt das Schwarze Nashorn oder Spitzmaulnashorn in der Liste der gefährdeten Arten auf den ersten Platz.


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DEFA-Doku über die Jugend- und Protestkultur in der DDR von 1989: Unsere Kinder

Im Jahre 1986 machte sich der damalige DEFA-Dokumentarfilmer Roland Steiner auf den wahrhaftig steinigen Weg, mit der Doku „Unsere Kinder“ Jugendliche in der DDR zu portraitieren, die sich jenen Jugendbewegungen zugehörig fühlten, die es offiziell nicht geben durfte: Neonazis, Skinheads, Anti-Skins, Punks und Grufties. Er trifft sich mit ihnen, fragt, lässt sie reden, hört zu, ohne zu verurteilen, zeigt ein Abbild. Er befragt Stefan Heym und lässt Christa Wolf mit jugendlichen Neonazis sprechen.

Er arbeitet drei Jahre an dem Film, zur Veröffentlichung kam ihm dann wohl der Fall der Mauer zu gute, denn ich kann mir keinesfalls vorstellen, dass diese Doku so in der DDR zu sehen gewesen wäre.

Hochgeladen hat dieses fulminante Zeitdokument Youtube-User watisnhierlos2, der ganz viel großartiges DDR-Material auf die Tube pumpt, aber immer das Einbetten verbietet, was mich gerade sehr ärgert. Ich habe aus den sechs Teilen dieser Doku trotzdem eine Playlist gemacht, die man sich hier ansehen kann. Unsere Kinder: Jugend- und Protestkultur in der DDR.

Wer auch nur annähernd was für das Thema übrig hat: unbedingt ansehen. Dafür liebe ich das Internet.

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