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Das Bundesumweltministerium versucht sich an einer Kampagne – und scheitert nicht

Ich habe keine Ahnung, wie die eigentliche Zielgruppe der 18-35-Jährigen die aktuelle Klimaschutz–Kampagne „Zusammen ist es Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums aufnehmen wird, ich finde zumindest zwei dieser drei dazugehörigen Clips, die auch im Kino laufen werden, allerdings durchaus gelungen. Ob mich elterlicher Sex, peinliches Machogehabe und Zombies nun zu mehr Klimaschutz motivieren können, weiß ich jetzt noch nicht genau. Sollte das aber bei ein paar wenigen der Jüngeren so sein, hat die Kampagne ihr Ziel erreicht. Und das kann man auch mal lobend erwähnen – Ministerium hin, Ministerium her.

Wenn Vater Staat unter die Werbungtreibenden geht, dann ist das Ergebnis meist dementsprechend: Wohlmeinende Ratschläge in Geschichten präsentiert, die immer etwas zu verzweifelt versuchen, cool zu wirken. Dass moderne Kommunikation auch im Umfeld deutscher Behörden entstehen kann, zeigt jetzt das Bundesumweltministerium.

Horizont hat das ganze Marketingkonzept-Blabla. Und nein, dieses Blog hat kein Geld dafür bekommen, diese Clips zu bringen.

Manche Dinge will man nicht sehen
„Licht aus“ ist in solchen Momenten die ideale Lösung, die nebenbei auch noch Stromverbrauch und -kosten senkt. Wenn jeder deutsche Haushalt nur fünf Prozent weniger Strom nutzt, könnten knapp sieben Terawattstunden (TWh) im Jahr eingespart werden. Soviel Strom erzeugt ein großes Kohlekraftwerk, das aus fünf Kraftwerksblöcken besteht.


(Direktlink, via Christian)

Dauerkipp ist gruselig fürs Klima
Für frische Luft im Winter ist kurzes Stoßlüften – also mindestens fünf bis zehn Minuten bei vollständig geöffnetem Fenster – der beste Weg, um Wärme zu sparen. Schon fünf Prozent weniger Wärmeverbrauch in deutschen Haushalten spart 4,55 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht 158 Millionen Liter Heizöl. Zum Vergleich: Damit ließen sich über eine Million Badewannen füllen. Deshalb: Stoßlüften statt Dauerkipp!


(Direktlink)

Männliches Balzverhalten
Eine Kurzstrecke von 3,7 Kilometer mit dem Rad statt Auto vermeidet ein halbes Kilogramm CO2. Denn jeder Personenkilometer mit dem Auto verursacht 137 Gramm CO2. Das macht bei Hin- und Rückweg ein Kilogramm CO2. Was das mit männlichem Balzverhalten zu tun hat? Schauen Sie es sich an.


(Direktlink)

10 Kommentare

  1. Filippo18. November 2014 at 16:14

    i like! Endlich mal wieder originelle Werbung für gute Zwecke ohne Fingerzeig.

  2. René18. November 2014 at 17:07

    @Sysdef: Das kann man so nicht wirklich vergleichen. Die Nahrungsmittel, die wir essen sind quasi Bioenergie. Was wir veratmen, haben die Pflanzen vorher über die Photosynthese aus der Luft entnommen. Bei fossilen Treibstoffen hingegen wird eben CO2 freigesetzt, das bereits seit Milionen von Jahren aus dem Kohlenstoffkreislauf entnommen wurde.
    Was man gegenüberstellen kann wäre der CO2-Ausstoß bei der Lebensmittelproduktion (Bewirtschaftung der Felder, Transport, Verarbeitung etc) gegen die Autoemissionen. Dann bekommt man ein vernünftiges Ergebnis.

    Radfahren ist übrigens sogar deutlich energieeffizienter als Laufen.

  3. Rüffel18. November 2014 at 18:31

    Kommt auf den Untergrund an…Schlaumeier.

  4. bolle19. November 2014 at 13:58

    @Sysdef: …. ;-) Atmen -> Stoffechsel und damit sog. ‚Leben‘. Autos braucht wohl niemand wirklich zum Leben (außer vielleicht mal nen Krankenwagen oder so.)

    Aber insgesamt wird auch bei dieser Aktion wieder mal auf die falsche Seite geschielt: Wie wärs denn mal mit anständigen Restriktionen gegen diese unsägliche Müll erzeugende Industrie, auch genannt Werbewirtschaft? Das sind doch alles Telefondesinfizierer, die erzeugen ‚Produkte‘ die kein Mensch will aber dafür werden Bäume gefällt, Papier hergestellt und bedruckt, Elektroenergie vergeudet, ohne Ende Sprit verbraucht und Kunststoffe (Folien/Farben usw.) und damit Rohöl verplempert. Da passiert genau *nichts*!
    Deren CO²-Ausstoß sollte das Ministerium mal ermitteln. Und mir nicht nahelegen, meine ohnehin schon sparsame LED-Stehlampe auszuschalten wenn ich mal in die Küche gehe, das ist lachhaft!

    Aber das ist System: der Verfassungsschutz beobachtet ja auch ganz angestrengt den ‚linken Terror‘, was u.A. dazu führt dass Kackbraun machen kann was es will… ach ich reg mich schon wieder auf…

  5. SuperRobert20. November 2014 at 14:30

    bolle,

    Ist Dein Aluminium-Hut umweltverträglich?

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