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Hausbesetzung und Räumung in Potsdam

Gestern Abend wurde in der Potsdamer Stiftstraße ein ehemaliges Altenheim der Diakonie besetz. Heute Mittag wurde es geräumt. Hier die komplette Presseerklärung der Besetzer, die mir sowas von aus dem Herzen spricht. Denn auch ich werde dieser Stadt auf kurz oder lang aus eben diesen Gründen den Rücken kehren. Müssen.

In Potsdam steigen die Mieten seit Jahren kontinuierlich an. Die Innenstadt und die durchsanierten Stadtviertel wie Potsdam-West, Babelsberg oder die Nauener Vorstadt sind für Geringverdienende, Studierende, RentnerInnen oder Menschen die mit Hartz IV leben müssen fast unbezahlbar geworden. Ein Großteil der alteingesessenen Bevölkerung hat in den letzten Jahren diese Viertel bereits verlassen müssen und für die Verbliebenen wird der Druck immer größer.
Gleichzeitig ziehen viele besserverdienende Menschen ins „schöne grüne“ Potsdam und tragen damit zu den überhöhten Mieten bei. Dass diese Stadt für einige immer „attraktiver“ wird, wird so für viele andere Menschen zum Problem.

Die einseitig betriebene Stadtumstrukturierung hat dazu geführt, dass Potsdam zu einer prestigeträchtigen Vorzeige-Stadt für Touristen und Besserverdienende geworden ist. Menschen, die nicht mehr in dieses Stadtbild passen, werden in die Randgebiete und Plattenbausiedlungen abgedrängt. Doch sogar dort steigen die Mieten immer weiter an, so dass Potsdam in den letzten Jahren zu einer der Städte mit dem teuersten Wohnraum in Ostdeutschland geworden ist. Die zynischen Vorschläge, doch in eine andere Stadt zu ziehen wenn man sich die Miete hier nicht mehr leisten könne, kommt meist von denjenigen, die von solchen existentiellen Problemen nicht betroffen sind.

Ein Kommentar

  1. lil27. Dezember 2011 at 23:48

    „Denn auch ich werde dieser Stadt auf kurz oder lang aus eben diesen Gründen den Rücken kehren. Müssen.“
    hi ronny, vielleicht nicht nur die erklärung der besetzer_innen gutfinden, sondern selber kämpfen. sich mit andern leuten, ex-besetzer_innen, nachbar_innen etc. zusammentun und so lange terz machen, bis hier keiner mehr wegziehen: muss. es ist zeit, dass wir uns alle wehren!

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