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Interviews zu Artikel 13: Axel Voss vs Julia Reda


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Wir hier ganz für uns ganz heimelig wissen ja alle, dass Axel Voss (CDU) ganz offensichtlich zu den Ahnungslosen in Sachen digitaler Nutzung gehört. Brauchen wir uns auch gar nicht weiter drüber zu belustigen, leben wir seit über 20 Jahren mit. Und stört uns auch gar nicht weiter, solange Eierköpfe wie er, uns nicht in dem Netz rumzupfuschen versuchen, das wir seit über 20 Jahren so lieben. Und genau dann wird es zum Problem, dass Tüpen wie er keine Ahnung haben, aber von irgendwem dazu befähigt wurden, tiefgreifende Entscheidungen darüber treffen zu sollen. Will heißen: dass der keine Ahnung hat ist klar, wie wenig Ahnung der aber tatsächlich hat, ist ein bisschen beängstigend. Und dann ist’s nicht lustig, sondern eher sehr, sehr traurig. Weil dem Eierkopf eben keiner erklärt hat, dass er nicht weiß, worüber er da redet – und worüber genau er da entscheidet. Wobei vielleicht tatsächlich irgendwer versucht haben mag, ihm das zu erklären. Er hat’s halt nicht verstanden und geht vom Gegenteil aus.

Gut, dass es Menschen wie Julia Reda gibt, die diesem Blödsinn entgegen zu treten nicht müde werden und immer noch volles Rohr dafür kämpfen, dass zumindest ein Teil des Netzes so bleibt, wie alle es, ganz ohne Artikel 13, lieben, leben und nutzen gelernt haben. Es wird wohl ihr letzter Kampf, denn die Julia, die für die Piratenpartei ins EU-Parlament gewählt wurde, ließ verlautbaren, dass sie erstmal keinen Bock mehr auf Politik hat.

Wer könnte ihr das nach all dem übel nehmen? Ich für meinen Teil nicht.

9 Kommentare

  1. Fabian Neidhardt15. März 2019 at 10:40

    Inhaltlich brauchen wir gar nicht reden, voll auf Julias Seite, aber ich bin bei Sebastians Vergleich mit der Autoindustrie gestolpert. Ich finde leider keine Quellen, aber soweit ich weiß, gab es beispielsweise mit der ersten Altfahrzeugverordnung 1997 genau den Fall, dass die Industrie immer behauptete, dass die von der Regierung geforderte Recyclingquote nicht einzuhalten ist. Bis die Hersteller rechtlich gezwungen waren, die Autos zurückzunehmen und selbst zu verschrotten. Dann ging es plötzlich. Ich finde sehr wohl, dass Regierungen solche Regularien einsetzen dürfen. Ich finde nur nicht, dass Artikel 13 so etwas ist.

  2. Pro Artikel 1315. März 2019 at 12:07

    „…das Internet ist für die, welche alles selber machen können und IT studiert haben…“
    Ich lach mich weg. Das Internet ist verarmt durch diese Plattformen. Die Leute wissen nicht mehr wie es geht, weil diese nur noch hochladen können. Kaum einer ist in der Lage manuell eine simple Website aufzubauen. Und wenn, dann muss auch gleich ein riesen Werkzeug her (nen Blog oder gleich ein irres CMS). Mit dem verdrängen von Macromedia Flash-Inhalten hat die Industrialisierung des Web begonnen und jeglichem Normie (nicht IT-Fuzzi) die individuelle Ausdrucksform in seinem Web genommen. Mit Artikel 13 wird den Plattformen (welche unglaublich viel Geld binden) einhalt geboten. Diese werden endlich in die Pflicht genommen Ihrer Größe entsprechend Personen zu beschäftigen welche sich um Ihre Mitglieder kümmert. Ich halte es bei jedem Großunternehmen für absolut indiskutabel ein Produkt zu veröffentlichen, welches nicht beherrscht wird. Wer also Artikel 13 nicht bedienen kann, soll kleiner werden oder zumachen.

    • sld15. März 2019 at 20:15

      „Kaum einer ist in der Lage manuell eine simple Website aufzubauen. Und wenn, dann muss auch gleich ein riesen Werkzeug her (nen Blog oder gleich ein irres CMS). Mit dem verdrängen von Macromedia Flash-Inhalten hat die Industrialisierung des Web begonnen“

      Weiß nicht wie du darauf kommst. Es ist heute leichter als je zuvor semiprofessionelle Websites zu erstellen und zu befüllen. So viele Baukästen und Deisngthemes mit Tools zum Befüllen & Optimieren von Inhalten. Die gratis Google Tools helfen die Präsenz zu strukturieren und zu analysieren.
      Kein Schwein braucht mehr Coden zu können. Und das ist gut so. Weil es ein Demokratisierungsprozess ist. Ob der Code dann schön sauber ist ist eine andere Frage. Aber der Handwerker, der Verein oder Kreative schaffen ihren Auftritt und Ihre Erreichbarkeit damit.

      Zumal „individuelle Ausdrucksformen“ wenig mit Nutzerfreundlichkeit und Informationsarchitektur zu tun haben. Der Nutzer soll bedient werden und nicht der Websitebetreiber.

      • ja hab ich18. März 2019 at 09:40

        Du sprichst Webagenturquark und merkst nicht, das Du gerade die Argumente der Dame, wie ich auch, aushebelst. Übrigens ist mir individuell mehr Wert als Dir. Das mag aber daran liegen das Du nur das Werbeinternet bzw. Wirtschaftsinternet kennst. Machs gut… Du wirst es später mal vetstehen was geneint war.

        • sld21. März 2019 at 22:40

          Sorry, musste kurz gähnen. Was hab ich mit der Dame zu schaffen? Ich ging auf deine Buchstbaben ein.
          Webagenturquark, den ich für kleine selbstständige Unternehmer mache. Gut analysiert, Sherlock. Schön am Nutzer vorbei designen ist dann also individualisieren. Klar, mach mal. Am Besten mit DropUp Navigation ausm Footer und so.
          Individualiserung sollte als erstes vom Website-Inhaber und seiner Idee/Geschäftsidee kommen. Dann kommt Design. Form follows … Du weißt schon. Dieter Rams und so.

          Wenn jeder DJ, Produzent oder Hobbyfotograf proggen können müsste, wie sähe dann das Internetz aus? So wie Axel Voss´Internetbrowser nehme ich an.

  3. Nacho16. März 2019 at 17:01

    Warum hat so ein CDU-Fuzzi in dem Zusammenhang ˋwas zu entscheiden? Leider ist er gewählt worden.
    Also nicht jammern, -andere Leute wählen!
    Und Engagement zwischendurch schadet auch nicht…

    • ja ja name18. März 2019 at 09:44

      Dein Engagement betrifft 180.000 Kulturschaffende welche sich nicht mal eine normale Krankenversicherung leisten können. Denk mal drüber nach wenn Du das nächste Werk eines Fremden für Dich nutzt. Ob monetär oder fürs eigene Image. Letzteres bist Du ja gar nicht. Mach mal selber was!

      • DasKleineTeilchen21. März 2019 at 09:26

        und du willst uns hier allen ernstens weismachen, diese 180.000 kulturschaffenden können sich nach artikel 13 WEGEN artikel 13 ne KV leisten? die einzigen, die *möglicherweise* durch diese „reform“ profitieren werden, sind die VERWERTER, aber unter garantie nicht die URHEBER.

        für alle anderen: wir sehen uns samsag auf der demo!

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