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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Die Unterschiede menschlicher Tränen unter dem Mikroskop

Die Fotografin Rose-Lynn Fisher hat schon vor Jahren menschliche, getrocknete Tränen unter dem Mikroskop fotografiert, die aus ganz unterschiedlichen Gründe geweint wurden. Und diese unterscheiden deutlich in ihren Strukturen. Der Artikel dazu ist staubalt, aber ich habe ihn gerade zum ersten Mal gelesen.

When she caught one of her own tears on a slide, dried it, and then peered at it through a standard light microscope, “It was really interesting. It looked like an aerial view, almost as if I was looking down at a landscape from a plane,” she says. “Eventually, I started wondering—would a tear of grief look any different than a tear of joy? And how would they compare to, say, an onion tear?”

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Chemnitz hat angerufen – es will die 90er zurück

Vorneweg eine positive Nachricht:

Dann zu den schlechten: Mich überrascht das alles wenig. Wir hatten das alles schon mal. Die 90er sind so lange nicht her. Eine Zeit, in der Neonazis durch Städte marodierten und Angst verbreiteten. Die Polizei schützte damals davor nicht. Zumindest dort, wo ich herkomme, schützte sie keinen vor den Nazis, die damals „ihre Zeit“ gekommen sahen. Meistens sahen sie weg, ebenso wie die Politik, die irgendwie wie gelähmt, so gar nicht auf die neuen Nazis reagieren wollte.

Dann gab es Jahre der Tabuisierung, die manchen vielleicht das Gefühl gab, dass sich irgendwas zum Besseren gewendet hätte. Das war ein Trugschluss, der sich jetzt vermeintlich wie ein Knallbonbon in marodierenden Horden aufreißt, von dem viele über die Zeit nichts mitbekommen haben wollen.

Das Problem: das alles war nie weg, es war nur ruhiger, „gesitteter“, aber dennoch, wenn auch leise, alltäglich. Die betrunkenen Gespräche in den Kneipen oder auf den Familienfeiern auf dem Land. Der ganz normale Einkauf im Supermarkt, die Unterhaltungen in der Bahn. Dort fand sich auch nach den 90ern all das wieder. Dieser Hass, diese Nichtfähigkeit der Empathie, der völlig überzogene Stolz auf eine Nation, für den die meisten, die ihn hegen, rein gar nichts getan haben.

Jetzt haben wir den Scheiß wieder auf der Straße. In Karl Marx Stadt Chemnitz. Unter dem Antlitz von Karl Marx, ausgerechnet, sammeln sich deutsche Neonazis, skandieren was von „Volk“, „Frei, sozial und national“, „Ausländer raus“ und was weiß ich nicht noch für hanebüchenen Bullshit. Sie heben den rechten Arm, die Polizei, die völlig unterbesetzt scheint, sieht zu, lässt sie machen, lässt sie, wie gestern, Menschen durch die Innenstadt jagen. Wenn ich mir die letzten beiden Tage unter #C2608 und #C2708 ansehe, habe ich Saures im Hals, das nicht vom Essig im Essen von vorhin kommt, sondern von weiter tiefer unten, weil es den Hals wieder nach oben zu kriechen versucht. Zu Recht auch.

In Chemnitz zeigt sich die deutsche Fratze so ungeschminkt wie zuletzt in den 90er Jahren. Auch weil viele in den letzten Jahren immer mit denen „reden“ wollten. Und jetzt haben wir den Salat, den mit den braunen Blättern, die nicht wieder grün werden. Zum Kotzen.

https://twitter.com/RaphaelThelen/status/1034167620151463937

Fotos aus der Arschloch-Parade und die Stunden später folgende Reaktion der Polizei Sachsen, die wieder einmal mehr nicht sonderlich glänzen konnte. Im Gegenteil. Ein mittlerweile nur zu gewohntes Trauerspiel. Vom sächsischen Ministerpräsidenten ganz zu schweigen. Für den wäre „Trauerspiel“ in all diesem Kontext sogar fast noch ein Kompliment.

Und es wird so schnell nicht besser. Alles andere würde mich überraschen. Leider.

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Buntes Gewebe in alter Ruine mit Blick aufs Meer

Das Künstlerduo Quintessenz hat mit Kagkatikas Secret eine in 120 Farben leuchtende Installation aus Gewebe in eine 400 Jahre alte griechische Ruine gehängt – und das sieht ziemlich geil aus. Auch ohne den Meerblick, aber den gibt es als Bonus.

The installation is located on the island of Paxos in the Adriatic Sea. This work unfolds in a 400-year-old ruin in the village of Kagatika to offer an aesthetic and unique contrast between the old and the new, waiting for the public to contemplate.
The mesh material is colourized with spray paint in 120 different colour shades, and each layer is getting more prominent when you walk to the window from where you can see the wideness of the view. For the ones who will go there, the installation is a part of the Paxos Contemporary Art Project and will run until September 9th.


(Direktlink, via BoingBoing)

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