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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Computer in der DDR

Ich könnte hier jetzt irgendwas Erklärendes, Aufklärendes schreiben. Aber eigentlich will ich das nicht. Weil ich weiß, dass der KC-87 bei meinem Vater im Büro auf seinem Schreibtisch stand und er den niemals auf so einer dämlichen Parade an die Leine genommen hätte. Er mochte Computer nicht und gab sich lieber dem „Zwei-Finger-Such-System“ auf seiner ollen Schreibmaschine hin. Aber seine wehrpflichtigen, jungen Soldaten mochten diese Kisten sehr und spielten, im Schatten des imperialistischen Schutzwalls, gerne Hitler-verherrlichende Spiele auf den Dingern. Im Text-Modus damals noch. Immer dann, wenn er schlief. Im Winter 1988.

Trotzdem toll, dass das gerade über reddit läuft.


(Foto unter CC von Das Bundesarchiv, via einfach mal was Neues machen)

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Ne Braut mit Vollbart

Nichts habe ich während meiner Kindheit bewusst mehr gesehen als diesen dicken Kumpel hier. Mein Vater liebte diese rückblickend völlig bescheuerten Filme und war ähnlich knuffig. Ich mag die heute noch sehr gerne und habe gar kein Problem damit, dass auch so zu sagen. Denn eine Message hatten fast alle dieser Filme: „Manchmal im Leben reichen keine Worte mehr, gut wenn du dann trainierte Fäuste hast.“

„Trink ein Schlückchen.“
„Will kein Schlükchen – will ’nen richtigen Schluck.“

Und ganz nebenbei stelle ich fest, dass es auf Youtube dutzende Filme von ihm und seinem dünnen, blauäugigem Kumpel gibt, die man sich ohne weiteres dort komplett ansehen kann. Mein Wochenende ist hiermit verplant. Ich gucke Filme – mit den Kindern.


(Direktlink)

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Frei.Wild sagt den umstrittenen Gig auf dem With Full Force-Festival ab

Frei.Wild dreht den Spieß jetzt kurzerhand um und zieht ganz eigene Konsequenzen aus dem Rückzug von Sponsoren und Medienpartnern des With Full Force-Festivals und sagt den geplanten Auftritt auf dem diesjährigen Festivals ab. Schuld daran sind – natürlich – die fiesen Shitstormer und „Internet-Freaks“, wie ein frischer Beitrag auf der Facebook-Seite des Festivals klar machen will. Und die Medien. Natürlich die Medien.

Frei.Wild sagt With Full Force ab.

Frei.Wild werden nicht auf dem „With Full Force Festival“ auftreten. Die Band bedauert es sehr, dass ein Auftritt unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist. Philipp Burger: „Wir haben uns wirklich ganz besonders auf den Auftritt und auf eine erneute Begegnung mit den Festivalbesuchern des With Full Force gefreut. Wir erinnern uns mit Freude an den WFF – Auftritt 2010. Dieser gehörte ohne Zweifel zu den Jahreshöhepunkten, aber wir wollen und werden keinesfalls die Existenz des Veranstalters und somit des Festivals aufs Spiel setzen.“

Einer kleinen, aber effizienten Gruppe von Internet-Freaks ist es gelungen, einen sogenannten „Shitstorm“, ein Phänomen im Rahmen von sozialen Netzwerken, bei dem Emotionalisierung zu Massenentrüstungen führt, zu starten, der eine hektische Medienberichterstattung zur Folge hatte. Die Veranstalter des Festivals sind hierdurch dermaßen unter Druck geraten, dass sich Frei.Wild gezwungen sehen, ihren Auftritt aus freien Stücken abzusagen. Philipp Burger dazu: „Wir spielen dort, wo man sich ungetrübt auf uns freut. Wir suchen nicht die Auseinandersetzung mit unseren Gegnern auf Gedeih und Verderben. Am meisten tut es uns für unsere Fans leid. Unser Publikum ist großartig und kennt unsere Positionen, teilt sie und fällt nicht auf die Stimmungsmache einiger Medien herein. Die Vorwürfe sind alte Hüte mit faulen Löchern, die aber scheinbar bis heute nicht an medialer Brisanz verloren haben, leider.“

Frei.Wild arbeitet schon seit langer Zeit an einer sachlichen Auseinandersetzung mit den Vorwürfen. Auf der Internetseite „www.die-macht-der-medien.de“ stellt sich die Band der Berichterstattung, und fragt nach. „Wir stellen uns den Presseartikeln, den Vorwürfen, und wir sind überzeugt, dass es einen Platz für Wahrheit in der Gesellschaft gibt.“, so die Band. „Wir haben zur Zeit viele positive Resonanzen, auch von ehemaligen Gegnern aus dem Bereich der Presse, die die Dinge mittlerweile anders beurteilen. Wir sehen uns auf dem richtigen Weg, und hoffen, dass unsere Fans unsere Entscheidung zur Absage des With Full Force verstehen.“

Man kann jetzt spekulieren, wie es denn letztendlich tatsächlich zu dieser Entscheidung kam. Wäre diese Entscheidung von Seite der Festival-Macher gefällt worden, stünden zumindest die im besseren Licht da. So wie es jetzt kommuniziert wird, haben die Freiwilderer wieder mal eine für sie passende Gelegenheit, sich als die Missverstandenen und die Gejagten produizieren zu können. Das wird natürlich viele Kids triggern, auch zu diesen gehören zu wollen und deshalb erst recht dieses patriotische Gejammer zu hören. Aber so ist das eben, wenn Veranstalter nicht die Eier haben, Entscheidungen zu treffen, die für sie auch durchaus unpopulär sein könnten. Dämlich genug war man ja schon, die überhaupt zu verpflichten.

Und wie läuft das jetzt wohl mit den schon unterschriebenen Verträgen und den damit verbundenen Vertragsstrafenzahlungen, sollte es nicht zu dem Gig kommen? Aber lassen wir das.

Frei.Wild werden auf dem WFF 2013 nicht ihre patriotische Polonaise anstimmen können. Das ist zu begrüßen. Das nicht die Veranstalter, sondern sie selber diesen Entschluss gefällt haben, ist eher semi-schön, weil es einer weiteren Mythenbildung Futter in das eh schon aufgerissene Maul wirft.

Eine Stellungnahme der Festival-Macher bleibt nach wie vor aus, sie teilten dieses Statement lediglich von der FB-Seite der frei wildernden.

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