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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Nur ein Lied


(Panama Reed – Gold Medal Kid)

Wir waren gerade etwas über 20, fuhren mit sechs Leuten in einem gemieteten Wohnmobil durch Holland und hörten immer dieses Album. Die Frau hatte gerade an dem Tag Geburtstag, ich machte ihr vorher dafür eine Mischkassette, die mit Thomas Ds „Rückenwind“ begann. Alles was danach kam, war fast ausschließlich von Panama Reeds Album Remote Soul Modulations. Es war 1997. Irgendwo auf dem niederländischen Land fuhren wir auf der Suche nach einem offenen Coffee-Shop mit dem gemieteten Wohnmobil in eine Jalousie, was ein Loch ins Dach machte und dafür sorgte, dass wir später die Kaution für die Karre nicht wieder bekamen. Ein paar Tage später parkten wir die Kiste direkt auf einer Hecke in irgendeinem Einfamilienhaus-Wohnviertel in Amsterdam, was dazu führte, dass auch die Polizei mal vorbeischaute. Wir stritten uns. Später dann aßen wir zusammen Schokolade und stellten uns auf dieser an eine Gracht. Wir lagen uns in den Armen und wunderten uns darüber, wie schön diese Welt und unser gemeinsames Leben auf dieser ja eigentlich sei. Es war 04:30 Uhr, die Sonne ging gerade auf, die ganze Welt schien zu schlafen. Bis auf die Polizei, die dann auch gleich noch mal bei uns anhielt und die Frau fragte, ob doch auch alles in Ordnung wäre. Sie erklärte denen auf denglisch, dass ich kein Arsch sei und das alles gut wäre. Die Schokolade! Sie fuhren wieder, wir saßen da noch so lange an der Gracht und schaukelten die Beine über dieser bis die Sonne hoch stand und das Leben um uns herum wieder voll im Tagesmodus lief. Schlafen ließen wir ausfallen und machten uns auf die Suche nach einem Coffee-Shop in Amsterdam um zu frühstücken. Ohne Schokolade – Grilled Cheese Sandwiches wollten wir. Alles war schön.

Vor ein paar Wochen grub ich diese Nummer nach ewigen Jahren mal wieder aus. Ich spielte sie in einem eher dubstepigen Set und die Leute begannen zu tanzen. Ausgerechnet dazu. Nur ein Lied, aber eine lange, tiefverankerte Geschichte.

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Carolina, my darling

Manchmal zaubern mir die einfachsten Dinge ein ganz dickes Lächeln ins Gesicht.

My best friend, Logan, the one that many of you know, lives in London now. Last night Logan had a show and after it, was headed home and got stopped by a drunk man who insisted that Logan teach him a song. This is honestly the most beautiful thing I’ve ever heard.


(Direktlink, via 10 Minutes)

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Siebdruck und Graffiti

Animstory haben für dieses Video zwei visuelle Kunstformen zusammen bekommen, die ich beide außerordentlich gerne mag: Siebdruck und Graffiti. Beides in seiner Art hier von der schönsten Weise. Ich will auch so eine Siebdruckanlage im Keller! Beim Graffiti war ich immer nur so Durchschnitt, Siebdruck konnte ich immer ganz gut.

Vor der Kamera die Etam Cru.


(Direktlink, via DeadFix)

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Sushi in der DDR

Es gab – man mag es kaum glauben – auch damals in der DDR zumindest einen Sushi Laden. Seit gestern läuft ein Film über diesen in den Kinos; Sushi in Suhl. Hier der Trailer dazu.


(Direktlink)

Einestages hat das zum Anlass genommen und dieses lesenswerte Interview mit dem Sohn von Rolf Anschütz geführt. Dieser managte den „Waffenschmied“, wie der Laden damals hieß. Und irgendwie erinnern die Fotos dazu an eine verkokste Schickimicki-Disco des damaligen Klassenfeinds.

Zwei Jahre Warten auf einen Tisch, eine Monatsmiete für ein Menü – und doch immer ausgebucht: Rolf Anschütz‘ „Waffenschmied“ war das einzige japanische Restaurant der DDR. Bei einestages erinnert sich sein Sohn an Teilzeit-Geishas, rituelles Nacktbaden – und Promi-Gäste aus dem Westen.

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