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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Herzlichst idealisiert

Die kleine Tochter der zwar leicht militanten, und gerade deshalb dennoch sehr sympathischen Veganerin musste sich heute von der kleinen Tochter des Nicht-Veganers (in diesem Fall ich) darüber aufklären lassen, wie das Fell eines Schafes bearbeitet werden muss, bevor man es als Wolle nutzen kann. Als die Geschichte beendet war sagt sie mit angewidertem Blick: „So eine fiese Tierquälerei!“. Ich sage dann, dass das Schaf da ja schon nicht mehr lebt und es deshalb ja eigentlich nicht mehr gequält werden konnte. Sie darauf: „Ja, eben! Trotzdem! Pah!“

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„Mal wieder im Tresor“

war Katja Hanke und hat ihren Eindruck für die Berliner Zeitung aufgeschrieben. Viel zu kurz, wie ich finde, aber offenbar treffend:

Wahnsinn. Treibend, roh, düster. Klassischer Detroit-Techno, wie er im Tresor von Anfang an zu hören war, resistent gegen jegliche Trends der letzten achtzehn Jahre. Die werden oben auf dem großen Floor gefeiert. Früher hieß er Globus, jetzt Batterieraum. Da tanzt man gesittet zu Minimal-Techno und poppigem Electro, lümmelt in gemütlichen Sitzecken oder steht an der Bar und redet. Wie in jedem anderen Club. Also doch lieber nach unten.

Ich war übrigens immer noch nicht da und habe womöglich auch gar nicht das Bedürfnis danach.

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Muss denn soviel Mann sein?

Er steigt in die Tram, ist circa 17 Jahre alt, trägt einen total verschnittenen Igel auf dem Kopf, den man auch mit Gel nicht kaschieren könnte. Vielleicht versucht er es deshalb erst gar nicht. Außerdem hat er eine Brille im Gesicht, die ihn alles andere als Kleiden würde. Er hat diesen nervösen, wieselartigen Blick, wenn er sich unruhig in der Bahn nach einem Platz umsieht. Ich sehe nicht weiter zu ihm, ich habe das Gefühl, er könnte auch mich unruhig werden lassen.

Auf einmal steht er direkt neben mir. Er will sich setzen, was ich erst nicht bemerke, weil ich sehr konzentriert auf mein Handy sehe. Er fragt jedoch nicht, ob ich meinen Rucksack von dem Platz nehmen könnte, den er sich zum Sitzen auserkoren hat. Stattdessen macht er Anstalten, sich auf meinen Rucksack zu setzen, woraufhin ich ihn auch bemerke. Sein fragenden Blick deutet mir ein „Kann ich mich setzen?“ an, worauf ich ihm sage: Kein Problem und den Platz räume, so das er sich setzen kann. Dabei presst er seine Oberschenkel dicht aneinander, so wie das Menschen tun, die so schüchtern sind, dass sie fast schon ängstlich wirken. Im Gegenlicht der Bahnlampen kann ich, wenn ich ihn im Profil ansehe, erkennen, das ihm im Gesicht so ein zarten Pflaum zu wachsen beginnt, den man locker mit dem Handtuch abschlagen könnte, um sich das Rasieren zu sparen. Das lohnt sich noch nicht. Die leichte Akne und die fettige Haut lassen erkennen, dass er es da draußen nicht so einfach hat. Er ist nicht mit Schönheit gesegnet und sehr nervös, als er das Buch aufklappt, was er schon beim Einsteigen in der Hand hatte. Da wir schon kurz vor der Endhaltestelle sind, muss es für ihn um äußerst wichtige Dinge gehen, die er in den 3 Minuten Fahrweg noch erlesen möchte. Ich achte darauf, was er am Leib trägt, (das tue ich immer – muss so eine Macke sein), erkenne ich eine abgewetzte Velourjacke im Harrington-Stil, eine Hose, die eine Mischung aus einer Outdoor-Klamotte und einer Jogginghose sein muss mit Reflektoren an den Seiten und furchtbar unförmige Halbschuh. Ich denke mir da nichts weiter bei, soll jeder so, wie er mag… Irgendwie aber schweift mein Blick über die Seiten seines Buches und ich glaube die Abbildungen von Molotow-Cocktails zu erkennen: Holla! Beim genaueren Hinsehen stelle ich fest, das es solche nicht sind, sondern eine illsutrierte Darstellung davon, wie man am besten Bierflaschen mit den Zähnen öffnen kann: Na aber holla! Das interiessiert mich dann doch genauer. Was liest der Junge da? Als er umblättert, werden Cowboys zum Thema seiner Lektüre, Autos auch und die beste Möglichkeit Rost von denen zu entfernen. Noch eine Seite weiter geht es um kuhle Körperhaltungen von Männern und um die rechte Dosierung von Haargel. Harter Stoff, denke ich und versuche den Buchtitel zu erkennen. Als er kurz vorm Aussteigen den Buchdeckel zuklappt, kann ich es sehen: er liest: „Männer unter sich“.

Als er dann förmlich durch das Dunkel in die Nacht entflieht, denke ich: So wird das doch aber nichts mit den Frauen, junger Mann! Er kann mich nicht hören.

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The lonesome Kinderwagenrider

Potsdam ist nicht New York und der Volks, – ist nicht der Central Park. Na nämlich dürften an einem Dienstagmorgen um 09.00 Uhr deutlich mehr Menschen auf den Beinen sein. Hier waren es genau zwei, fünf. Einer davon war ich, das Kommafünf lag im Wagen. Dafür aber haben die Potsdamer die definitiv schickere Website, die ich sehr mag. Außerdem kann man hier zuckersüßen Kätzchencontent vor das Objektiv bekommen:

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Verdammt lang her

– „Inge, als die Platte kam, waren wir gerade frische Zwanzig. Das ist über zehn verdammte Jahre her.“
– „Stimmt, und da waren wir noch voll gut druff! Harharharhar!“
– „Stimmt auch. Aber wenn ich das Teil heute so höre, mit der gelben Sau im Gesicht, werde ich schon ein büsschen geil.“

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Holzhammermethodik

Als das kleine Mädchen vorhin beim Spielen vom Klettergerüst fiel und bitterlich weinte, sagte die Erziehern der Kategorie Basteltante zu ihr: „Hör auf zu flennen, du kleine verwöhnte Zicke!“ Dabei sieht sie mich nach Verständnis suchend an und lächelt schamhaft, so wie ein Kind, das beim Dummheiten machen erwischt wurde. Miststück!

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We feed the world – Full Movie

Ein Film von Erwin Wagenhofer. Mein mir liebster Kollege sah das Dingen mal mit Klienten und erzählte mir davon. Jetzt hab ich es gesehen und irgendwie ist mir übel, was nicht vom Bordeaux sein kann.

(Direktfutter)

(via murdelta, der auch noch „super size me“ und „sicko“ im Angebot hat.)

Eines davon hatte ich auch schon bei Holgi gesehen, der eben gerade mal wieder nicht erreichbar ist, weshalb ich den Link schuldig bleiben muss.*
*Nein, hatte ich doch nicht.
Und doch, nur woanders.

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