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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

So ziemlich genau vor einem Jahr kam auf Stadtgruen, die für mich bis dahin schönste VÖ überhaupt auf diesem Netlabel: „Dubsuite – Eigenleben„. Martin Müller und Holger Flinsch, zusammen als „Dubsuite“, haben ein Jahr lang Sounds gesammelt, diese ewig hin und her geschickt, um sich dann nach diesem Jahr zu treffen und ein Album aufzunehmen. So die Idee. Bei der Umsetzung der selbigen allerdings, entwickelte die ganze Kiste ein Eigenleben und sie machten aus all dem gesammelten Material eine Platte, die nur einen Track an Board hatte. Dieser allerdings hatte dann eine Gesamtlänge von 58:54 min. Das Ergebnis war schlichtweg sensationell. Ein Epos, der an die klassichen Ambient-Releases auf FAX anknüpfte. Nicht unbedingt vom Soundkleid, aber eben vom Konzept, den Hörer auf eine lange Reise zu schicken, ohne ihn durch die Pausen zwischen den Tracks zu unterbrechen. Ich vermute mal, dass diese VÖ arscherfolgreich war, so klasse wie sie war.

Nun ganz genau ein Jahr, nach dem „Eigenleben“ ins Netz kam, holen die bei Stadtgruen zum nächsten Schlag aus. Dubsuite in der Interpretation diverser Musiker. „Dubsuite Rearranged“ heißt das Ganze, ist seit gestern zu haben (Warum sagt eigentlich keiner Bescheid?) und hat auch eine nette Hintergrundgeschichte. Die beiden haben sich Künstler ihrer Wahl rausgesucht, bei denen nach einem Remix angefragt und eine Bedingung dafür gestellt. Man dürfe sich für den Remix einzig und allein der Soundbank bedienen, die sie für Eigenleben zusammengesammelt hatten. Es durfte nichts dazu gefügt werden und man durfte keinerlei eigenes Material benutzen. So gab es dann für die Remixer ein 100MB großes Zip und man konnte anfangen. Glücklicherweise wurden auch wir gefragt und haben natürlich zugesagt. Bei so einer großen Sache wollte man nicht fehlen. Mit dabei außerdem: Marko Fürstenberg, Lomov, Toby Dreher und noch eine Handvoll andere Musiker. Was dabei raus kam, weiß ich noch nicht, hab es auch noch nicht gehört, bis auf zwei-drei Tracks und unseren Remix natürlich, den ich immer noch, für ganz großartig halte, obwohl der nun auch schon paar Tage auf dem Buckel hat. Heißen tut das Dingen „Autoexistenz-Edit“, womit sich auch das endlich mal aufklären sollte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dubsuite – Eigenleben (Das Kraftfuttermischwerk Autoexistenz-Edit) gibt es jetzt bei Stadtgruen. Also hin da!
Tracklist, Info und Download: Hier lang.

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Kurze Durchsage: Moarice hat endlich mal wieder einen neuen Mix ins Netz gestellt. Ich habe es ja nicht mehr ganz so mit dem Psy-Gedöns, aber der Tüp haut echt die Vögel aus den Bäumen oder so. Ich dachte, so einen Sound gäbe es gar nicht mehr. Ach, was bin ich froh, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.
Fucking yeah!

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So ein Rauchverbot auf Arbeit ist eine fiese Sache. Heute schon. Dabei besteht das erst seit gestern. Ich geh mal eben frische Luft schnappen.

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The killer in me is the killer in you

www.kraftfuttermischwerk.de/blog/hannibal.jpg


Wer wissen will, welcher Irre tief in seiner Seele schlummert, kann das hier rauskriegen. Vom ES-Clown bis zum Zombie ist alles dabei. Aber ich sage mal schon im Vorfeld, da kann nichts gutes bei rauskommen und wenn die Seite nicht so hässlich wäre, könnte das sogar richtig Spass machen.

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Er trägt Glatze – nassrasiert, fährt einen tiefergelegten und breiter gemachten japanischen Kleinwagen. Er hat nur einen mäßigen Schulabschluss, aber das stört ihn und seine Kumpels nicht, denn er hat Arbeit. Seine Kollegen mögen ihn, er sagt nicht viel und das was man ihm an Arbeit überträgt, erledigt er – ohne Wiederrede. Als er jünger war, hat er Landser gehört und Störkraft, aber die hört er heute nicht mehr. Er sagt, die seien ihm „zu dumm“ und außerdem sei „er kein Nazi mehr“. Er möge zwar „die Ausländer nicht sonderlich“, aber deshalb sei „man ja nicht gleich ein Nazi“. Seine alten Freunde, mit denen er früher rumhing, sind allesamt zum Bund gegangen, aber da wollte er nicht hin, er hatte ja eine „gute Ausbildung und auch Chancen und sowas“. Er ist Straßenbauer. Mindestens 4 mal die Woche geht er für zwei Stunden in den Kraftraum, wie die abgespeckte Variante einen Fitnesscenters genannt wird, die der Sportverein des kleinen Ortes betreibt in dem er lebt. Wenn er mal mehr Zeit hat, geht er auch öfter, auch an den Wochenenden. Seine erste große Liebe hat ihn vor Jahren schon verlassen, weil ihr das „ganze Kraftsportzeug zu viel wurde“. Seit dem ist er allein. Alles was er hat, wonach im der Sinn steht, ist seine Arbeit und sein Sport. Er reißt 50-Kilo Hanteln, in jeder Hand eine, ohne Probleme. Seine Sportsfreunde finden das „amokkrass“ und er genießt genau jenen Umstand. Die jüngeren Jungs sehen ihn als Vorbild, sie wollen so aussehen wie er, wie Schwarzenegger in seinen besten Jahren. Außerdem hat er einen eigenen Schlüssel für den Kraftraum. Das imponiert ihnen sehr. Alle vier Wochen mal fährt er mit seinem tiefen und breiten japanischen Kleinwagen in irgendeine Dorfdisse, trinkt zwei Wodka-Energy, fährt um 3:00 Uhr nach Hause und hält sich für besonders „verrückt“. Er zieht sich dafür immer die furchtbar hässlichen Sneakers an, die er nicht kauft, weil sie kuhl aussehen, sondern weil sie teuer sind. Sonntags dann, wenn er bei Mutti zu Mittag gegessen hat, geht er wieder in den Kraftraum und trainiert. Er tut das immer ohne Shirt, klar. Manchmal schaut seine erste große Liebe vorbei, um mit ihm zu plaudern. Man kann dann, und nur dann, die Sehnsucht nach Liebe in seinen Augen erkennen. Wenn sie danach von ihrem neuen Freund mit der deutschen Großraumlimousine abgeholt wird, geht er wieder zurück in den Kraftraum und quält seinen Körper.
Wenn man ihn nach seinen Träumen fragt, sagt er: „Eine Frau, wie sie eine war, eine Luxuskarosse, Arbeit und ein Haus. Vielleicht noch einen Hund und Kinder wären nett, wenn die Frau sie großzieht.“ Fragt man ihn, ob er denn nicht die Welt verändern wollen würde, sagt er: „Nöö, warum denn? Die Welt ist doch okay, so wie sie ist.“

Er ist Anfang zwanzig und ein ganz normaler junger Mann irgendwo im Berliner Umland.

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Die jungen Menschen, mit den glattgebügelten Kappen auf dem Kopf, unter denen sich dann immer noch eines der Ohren versteckt, tragen, für dieses Wetter viel zu dicke Jacken (meistens mit BäFo-Fell um die Kapuze), viel zu große Hosen, viel zu schwere Ketten und viel zu laute Mp3-Player. Aus diesen scheppert immer die Snaredrum, so um 90-95 Bpm, was durchaus Rückschlüsse auf die von ihnen gehörte Musik zulässt. Sie hören, welch Überraschung, Hip Hop.
Nur eines verstehe ich nicht so recht. Warum müssen die dabei immer sooooo böse gucken. Das Leben ist schön und die Sonne scheint auch. Macht doch mal nicht immer son Harten, Ihr seid doch noch jung. Da nimmt man Euch doch ein Lächeln nicht übel. Also nur mal für den Fall, dass Euch das schändlicherweise vorher noch keiner mitgeteilt hatte. Eure Mutter, zum Beispiel.

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