Ich habe gerade, weil ich nicht schlafen kann, unter vielen Tränen einen ellenlangen Text geschrieben und traue mich nicht, ihn zu veröffentlichen, weil er unfassbar emotional ist und ich nicht weiß, ob ihr das so recht wäre.
Um es kurz zu machen: die von mir so hart geliebte und für mich beste Frau der Welt ist während unseres gemeinsamen Urlaub am Dienstagnachmittag auf einem Campingplatz an der Müritz aus dem Nichts mit einem Herzstillstand zusammengebrochen und musste reanimiert werden. Ich habe sie währenddessen beatmet und bin in dem Moment innerlich mit ihr gestorben. Es geht ihr den Umständen entsprechend gut, wenn man in dem Kontext überhaupt von „gut“ sprechen kann.
Sie liegt in Neubrandenburg in einem künstlichen Koma. Es sieht soweit ganz gut aus, wenn man in dem Kontext überhaupt von „ganz gut“ sprechen kann. Morgen soll sie aus dem Koma entlassen werden und wir, unsere zwei gemeinsamen Töchter und ich, werden bei ihr sein. In der Hoffnung, dass alles irgendwie wieder gut werden wird. Ich pendele derweil zwischen Potsdam und Neubrandenburg und versuche, dieses seit über 30 Jahren gemeinsame Leben irgendwie beieinander zu halten und habe nach all den Tagen genau jetzt zum ersten Mal das Gefühl mit all dem überfordert zu sein.
Aber ich kann das hier gerade nicht so weiterführen als wäre da draußen nichts passiert. Ich muss hier Pause machen. Das Leben hat gerade andere Prioritäten für mich. Ich komme wieder, aber gerade sind andere Dinge sehr viel wichtiger.
An unsere Buddies, die hier noch mitlesen und unsere Nummern haben: bitte ruft nicht an. Schickt mir eine Nachricht, einen Brief oder ein Fax. Ich werde nicht rangehen. Und kommt bitte nicht einfach so random vorbei. Danke.
Bis später. Passt auf euch auf. Und auf die, die ihr liebt.

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