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Schlagwort: Advertising

Graffiti-Artists tauschen in der Bahn jegliche Werbung gegen ihre Kunst

Geile Aktion der New Yorker Maler 2ESAE und SKI, die in einem U-Bahn Wagon ihrer Stadt nachts komplett die Werbung mit ihren eigenen Arbeiten überkleben. Animal ist da mal mitgefahren. Das zeigt schön den Widerspruch in der immer wieder öffentlich geführten Debatte auf, warum Werbung überall ungefragt hingenommen wird, bei Graffiti aber immer Riesenfässer aufgemacht werden. Schönes Ding.

“Advertisers have been stealing graffiti tactics for years,” says long-time graffiti writer 2ESAE. SKI adds, “We’re not allowed to paint trains anymore. Who knew that years later… fucking Target could have a full car?”

SKI is referring to the time when the MTA first let a brand wrap an ad entirely around a subway car in 2010. Now, it’s not uncommon to see them taken over by an ad campaign, inside and out. ANIMAL followed the two graffiti artists as they hijacked a J train car at around 3AM, and replaced the ads with their own art in between the time it took to go from one stop to another.


(Direktlink, via Doobybrain)

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Ein Werbespot wie für eine Arznei: für keine Kinder haben

Keine Kinder haben ist nichts für jedermann. Für mich beispielsweise käme das nicht in Frage. Für andere, die eventuell noch drüber nachdenken, wurde dieser Spot gemacht. Ganz ernst zu nehmen ist der natürlich nicht, lehnt er sich doch an Werbungen für Arzneimittel an.

The more and more varieties of social media we get, the more baby pictures we see. This video parodies drug commercials by telling us the humorous side effects.

Und natürlich ist das alles zusammen sehr viel weniger schön als Kinder zu haben.


(Direktlink, via TDW)

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Netto steht auf junges Gemüse. Sie auch?

Dass Unternehmen mit der von ihnen gefahrenen Werbung hin und wieder mal tief ins Klo greifen ist leider keine Neuigkeit mehr. Im Gegenteil. Man könnte meinen, dass einigen von denen so etwas wie Sensibilität völlig abgeht oder das diese für sie ein regelrechtes Fremdwort zu sein scheint, von dem sie im Leben noch nie nichts gehört haben. Da werden gerne mal rassistische Ressentiments oder sexistische Klischees bedient und gepflegt. Zweiteres noch häufiger denn „Sex sells“, wie wir alle wissen. Ob diese Fehlgriffe der Unkenntnis, der oben benannten fehlenden Sensibilität, der bewussten Provokation oder einfach einer diesbezüglichen Leck-mich-am-Arsch-Haltung geschuldet sind, ist meistens für denjenigen, der die Werbung dann auf der Straße abbekommt, nicht nachvollziehbar. Der wird schließlich nicht gefragt, ob er diese Werbung sehen will – er muss sie ertragen, muss sie aushalten.

Der Discounter Netto setzt gerade auf ein Plakat, das vermittelt, dass man dort auf „junges Gemüse“ steht. Ein Korb mit jungem Gemüse nebst einer jungen Frau, die rein optisch irgendwas zwischen 14 und 20 Jahren alt zu sein scheint. Ganz genau kann man das nicht sagen. Der gedruckte Slogan fragt den Einkäufer: „Sie stehen auf junges Gemüse?“ und stellt darauf folgend fest: „Ach, wir auch.“

netto

Man hätte natürlich auch von „frischem Gemüse“ schreiben können, was ja wohl jeder mag, aber dann hätte das Konterfei der jungen Frau keinerlei Sinn gemacht, weil es einen assoziativen Bogen zum „jungen Gemüse“ nicht gegeben hätte. Nun frage ich mich, was die wohl mit „jungem Gemüse“ meinen könnten, weil, wie schon erwähnt, frisches ja viel sinnvoller und vor allem eindeutig wäre. Also befrage ich das Internet nach „junges Gemüse“ und bekomme, so wie ich es auch in Erinnerung hatte, folgende Antwort. „Junges Gemüse“ steht als primäres Synonym für „junge Leute“. Da fragt man sich ja, was genau die denn nun mit Gemüse bei Netto zu tun haben und was die junge Frau auf dem Plakat macht. Liest man sich etwas weiter in die sprachliche Bedeutung ein, kommt man der Sache vielleicht schon etwas näher, denn da steht u.a. „Jugendliche, Heranwachsende, Jüngling, Knabe, junge Mädchen, junges Blut“. Aha. Netto steht also u. a. auf junge und heranwachsende Mädchen und junges Blut. Nein, ich nicht, danke der Nachfrage Dann macht das Foto auch irgendwie Sinn. Wenn auch denkbar unschönen.

Jetzt könnte man noch überlegen, was genau die mit „stehen auf“ meinen, aber das erspare ich mir in dem Kontext, denn diese Werbung ist meines Erachtens ein ziemlich tiefer Griff ins Klo. Wieder einmal. Hier wird nicht nur mit sexistischen Klischees hantiert, sondern auch mit dem nicht klar erkennbaren Alter des weiblichen Models, die hier doch sehr kindlich gezeigt wird. Vermutlich ist das alles ein Versehen, ein Missverständnis, aber das will ich nicht so recht glauben. Irgendwer scheint den Verantwortlichen bei Netto vor der Genehmigung dieser Plakate die Denkapparate vom Strom gelöst haben. „Netto. Günstig sind wir sowieso.“ Billig offenbar auch.

Ich möchte Derartiges nicht sehen. Aber mich fragt danach ja keiner. Ich muss auch diese Art von Werbung ertragen, muss sie aushalten – wie bei jeder Form von Werbung im öffentlichen Raum.

P.S. Dass diese Plakate schon eine ganze Weile hängen, ändert an meiner Betrachtungsweise nichts.

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Ein Google-Clip, der in Indien und Pakistan schon mal zu Tränen rührt

Ein alter Herr schwelgt vor seiner Enkelin in Kindheitserinnerungen und erwähnt seinen damaligen Freund Yousuf, dessen Vater eine Konditorei in Lahore führte. Seit der Trennung Britisch-Indiens im Jahre 1947 sahen sich die beiden nie wieder. Seine Enkelin scheint gerührt und denkt sich so, „Ich gucke mal in diesem Internet, vielleicht kann ich Yousuf ja ausfindig machen.“ Und siehe da, sie findet die Konditorei, in der mittlerweile der Enkel von Yousuf die Regie führt. Die beiden sorgen nun dafür, dass der alte Yousuf aus Pakistan seinen damaligen Freund in Indien zum Geburtstag besuchen kann. Das Internet macht’s möglich.

„Das Internet“ steht in diesem Fall natürlich für Google, die dann wohl so evil doch mal wieder nicht sein wollen. Der Clip ist großartig und kann Gänsehaut machen, ohne das man auch nur ein Wort in ihm versteht (Untertitel gehen natürlich). In Indien und Pakistan hingehen, wo Trennung aus dem Jahre 1947 eben noch gar nicht so lange her ist, sorgt der Film auch schon mal für Tränen. Zumindest aber für weiche Herzen, wie die überaus positiven Reaktionen auf den Clip beweisen.


(Direktlink, via Hakantee)

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Plakat-Kampagne gegen Crack-Konsum mit krabbelnden Käferlarven

Diese Brasilianische Plakatkampagne, die sich gegen den Konsum von Crack stark macht, hat hinter dem jeweiligen Plakat immer gleich noch eine handvoll krabbelnder Reismehlkäfer, die natürlich über die Tage hinweg das Plakat zerfressen. Keine Ahnung, was der Tierschutz dazu sagt, ob die Larven gefragt wurden, oder ob sie einfach gehen können, wenn ihnen danach ist, an die Plakate aber dürften sich all jene gut erinnern können, die mal davor standen. Ob das dann noch Wirkung hat, wenn man mit seinen Homies in der Runde und vor der Pfeife sitzt, kann ich nicht beurteilen.

(Direktlink)

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