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Schlagwort: Documentary

Doku: Leben wie die Faultiere

54 Minuten der Entschleunigung, die für die geliebten Helden der Langsamkeit leider gar nicht so Gemütlich ist: 360° Geo Reportage – Leben wie die Faultiere.

Unbeholfen wirken sie mit ihren runden Gesichtern und dem tief ins Gesicht wachsenden Fell. Pura Vida, „wahres Leben“, nennen die Menschen in Costa Rica das lächelnde Gesicht der Faultiere. Sie schlafen viel und bewegen sich wenig. Aber ihr biologisch bedingtes Slow-Motion-Tempo wird den urzeitlichen Tieren immer öfter zum Verhängnis. In einer Welt, in der der Mensch Wälder rodet, Häuser baut und mit schnellen Autos über breite Straßen rast, ist für Langsamkeit kein Platz. Die Geschichte der Faultiere begann vor rund 40 Millionen Jahren. Damals gingen sie aufrecht und erreichten eine Höhe von stattlichen sechs Metern. Im Laufe der Evolution schrumpften sie auf ihre heutige Größe von rund einem halben Meter. Ihr geruhsames, bewegungsarmes Leben und ihre Physiognomie haben zu Vorurteilen und Fehleinschätzungen durch den Menschen geführt – sie galten als faul, unnütz und als Überträger von Krankheiten. Lange wurden sie deshalb gejagt. Richtig ist nur, dass sie extrem langsam sind in allem, was sie tun.

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Crowdfunding für einen dokumentarischen Graffiti-Roadtrip durch Osteuropa

Der Berliner Filmemacher Matti Cordewinus hat mit „Grenzgebiet“ einen dokumentarischen Roadtrip aufgezeichnet, der die Reise von drei Trainwritern durch den Osten Europas zeigen will. Immer auf der Suche nach dem nächsten Zug. Die Doku ist im Rohschnitt fertig und könnte jetzt durch Crowdfunding in die Postproduktion und den Veröffentlichungsprozess. Dafür sammelt Cordewinus bei Startnext. Ein Film, den ich mir ansehen würde.

„Einen Monat lang reiste ich mit drei Trainwritern in einem VW Passat durch den Osten Europas. Entstanden ist ein 80-minütiger Dokumentarfilm (Rohschnitt), der in seiner Form ebenso ein Spielfilm sein könnte. Mit dieser Kampagne möchte ich den Versuch wagen, einen Teil der Postproduktion sowie die Veröffentlichung zu finanzieren.

Alex, Henne und Ivan machen Urlaub in Osteuropa. Bald wird klar, dass die drei Freunde nur auf eines geeicht sind: Wo steht der nächste Zug? Wie kommen wir ungesehen heran? Wie ungeschoren davon?

GRENZGEBIET handelt von Menschen, die sich auf das Besprühen von Zügen spezialisiert haben, von Freundschaft, von Zweckgemeinschaft, vom Leben auf leichtem Fuß. Dabei verzichtet der Film auf das Ablichten von Graffiti, auf Maskierungen sowie auf Interviewsituationen, nicht jedoch auf schweißgebadete Gesichter, authentische Dialoge und Grenzerfahrungen.“

https://vimeo.com/239340936
(Direktlink, via I love Graffiti)

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Dokumentation über die Realitäten des DJ-Lebens: Why We DJ – Slaves To The Rhythm

40-minütige Dokumentation von DJsounds, die sich dem DJ-Leben widmet. Dabei werden erfrischend aufrichtige Interviews mit Managern, Psychologen, Musikfachleuten und DJs gezeigt. Mit dabei: Carl Cox, Luciano, Seth Troxler, Erick Morillo, B.Traits, Ben Pearce und Pete Tong.

In a revealing new documentary investigating the reality of what being a professional DJ is really like, from the hype and parties to relentless touring and the toll that can take on both physical and mental health.

Following the success of last year’s ‘The Underground Sound of Paris’, ‘Why We DJ – Slaves To The Rhythm’ delves deep into the psyche of the DJ, exploring the motivations that drive people to pursue a career behind the decks in the first place and the effects it can have.

In refreshingly candid interviews from artist managers, tour managers, Psychologists, music industry professionals and DJs including Carl Cox, Luciano, Seth Troxler, Erick Morillo, B.Traits, Ben Pearce and Pete Tong MBE we hear stories of the lofty highs and plunging lows DJs can experience on a daily basis.

‘Why We DJ – Slaves To The Rhythm’ provides an honest look at the lives of professional DJs from the point of view of the people subjected to a heavy schedule of travel, sleep deprivation and creative pressure, whilst constantly under the social media spotlight.

For the first time, the film examines how DJs can suffer from conditions such as imposter syndrome, opening up the discussion about the sometimes-dark places artists can easily find themselves in when they’re off stage.


(Direktlink, via FACT)

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Raving Iran im Stream

Der hier schon mehrfach beschriebene Dokumentarfilm Raving Iran der deutschen Filmemacherin Susanne Regina Meures aus dem Jahr 2016 lief gestern Abend in 3sat und ist nun in der der Mediathek als Stream verfügbar. Die Doku begleitet zwei iranische Techno-DJs in ihrem Alltag in Teheran und bei einer Reise zum Lethargy Festival in Zürich.

„Zwei DJs gegen das iranische Regime: Anoosh und Arash arbeiten als DJs in Teherans Underground-Technoszene. Das ewige Versteckspiel mit der Polizei ist zermürbend. Der Film vermittelt Einblicke in die Subkultur von Teheran.“

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Doku: Das VHS-Imperium – Als das Kino nach Hause kam

Ich bin nach dem Fall der Mauer mit Videokassetten groß geworden. Im Spätsommer des Jahres 1989 gab es in der DDR die ersten offiziellen VHS-Rekorder in den „gut sortierten“ Kaufhäusern des Landes. Sie kamen von Sanyo und kosteten 7.350 Mark. So teuer, dass diese sich nur die wenigsten leisten konnten. Um ehrlich zu sein, kannte ich niemanden, der so ein Dingen zu Hause hatte. Die Leerkassetten gab es für 90 Mark. Ein ziemlich teures Vergnügen.

Mit dem Mauerfall konnte man die Rekorder dann auch im Osten zu einem verkraftbaren Preis kaufen. Billig waren sie da immer noch nicht und so gaben viele Kids des Ostens ihr Begrüßungsgeld erstmal für die einfachen Doppelkassettenrekorder aus. Die gab es für 99.00 D-Mark und die dürften zum Ende des Jahres 1989 für einen echten Absatzschwung bei den Herstellern gesorgt haben. Ebenso wie die Jeansmarke WitBoy, aber das ist ein anderes Thema.

Nur ein paar Jahre später allerdings zogen auch die Videorekorder in die Wohnzimmer unserer Eltern und in unsere Jugendzimmer ein – und sie waren ein Segen. Es gab keine zeitlichen Vorgaben fürs Fernsehen mehr und auch die Werbung konnte man locker vorspulen, wenn man sie nicht schon automatisch beim Aufnehmen rausfiltern konnte. Dann kamen die Videotheken und alles wurde anders.

Wenn wir am Wochenende mal nicht feiern waren, zückten wir einen unserer Kundenausweise in der Videothek unseres Vertrauens, wovon es über die Jahre durchaus verschiedene gab, und liehen uns über diese Jahre hunderte von Filmen aus, für die wir nicht ins Kino mussten, wo manche schon lange nicht mehr liefen, oder dort gar nicht nicht gespielt wurden. Die Videothek wurde zu so etwas wie einem guten Kumpel, der immer irgendwas hatte, was man sich mal ansehen könnte.

Die kulturelle, wirtschaftliche und auch politische Größe der Videokassette war uns damals nicht mal ansatzweise bewusst und wuchs erst später. Als ich mir sämtliche Kassetten der X-Mix-Serie kaufte, die total neu und am Anfang unfassbar spannend war. Und als viele um mich herum damit anfingen, selber Videos auf ihren Kameras aufzunehmen und aus den Urlaubsdiaabenden Urlaubsvideoabende wurden, die nicht sehr viel spannender waren, aber andere begannen in der Zeit damit, aus ihren selbst aufgenommen Videos Kunst zu machen. Visuell bewegte Kunst, die auf Bildern basierte, die dann jeder locker in seinem Wohnzimmer selber zu dieser neuen Kunstform machen konnte, wenn das dann so sein sollte. Demokratisiert und noch einfacher als das zur Zeit der Super-8 Filme möglich war. Ein großartige Zeit, die noch heute im Netz ihre Früchte präsentiert. Wenn qualitativ auch um einiges hochwertiger. Na klar. VHS sorgte für eine kulturelle Revolution im Kleinen.

Ein paar der mir damals liebsten VHS-Kassetten habe ich noch immer. „Hass“ ist eine davon. Die X-Mix-Serie. Außerdem stehen auf Arbeit noch 450 selbst aufgenommener VHS-Kassetten, auf denen Filme sind, die damals immer im TV liefen und auf den Dingern aufgezeichnet sind. Ich konnte mich bisher nicht davon trennen und habe die Idee, dass man damit mal irgendwann noch irgendwas visuell künstlerisches machen könnte. So wie damals, nur halt mit heutigen Möglichkeiten irgendwie geiler.

Die letzte Videothek der Stadt schloss, glaube ich, im letzten Jahr. Ein paar meiner damaligen Kundenausweise liegen hier noch rum.

Diese Doku belichtet die Geschichte der VHS-Kassetten und das war alles sehr viel mehr als nur mal eben „Wetten dass?!“ aufnehmen. Kulturell und ziemlich politisch. Wirtschaftlich sowieso. Und ich lerne, dass eben diese technologische Entwicklung im Ostblock schon viel weiter verbreitet war, als mir bisher bewusst war.

Eine ganze Generation, die mit Videokassetten groß geworden ist, schwelgt heute in VHS-Nostalgie. Doch nur wenigen ist bewusst, welche enormen gesellschaftlichen und politischen Folgen die Einführung dieser Technologie hatte. Von den 1970er bis zu den 1990er Jahren erzählt die Dokumentation die Geschichte des ersten wahrhaft demokratischen audiovisuellen Mediums.

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Escape from Syria: Rania’s odyssey

Die 21-jährige Rania Mustafa Ali hat ihre Flucht aus dem syrischen Kobane nach Österreich filmisch dokumentiert. Mit allem „Drum und dran“. Ich hoffe sehr, es geht ihr gut.

Rania Mustafa Ali, 20, filmed her journey from the ruins of Kobane in Syria to Austria. She is cheated by smugglers, teargassed and beaten at the Macedonian border. She risks drowning in the Mediterranean, travelling in a boat meant to hold 15 people but stuffed with over 50. Her footage shows what many refugees face on their perilous journey to Europe.

[Update:] Rania lebt mittlerweile in Wien. Sie fühlt sich In Sicherheit, aber allein. (Danke, Johnny!)

Wenn das erledigt ist, will sie studieren und Journalistin werden. Rania Mustafa Ali wurde vom Bundesasylamt subsidiärer Schutz gewährt. Drei Jahre kann sie bleiben, dann wird wieder über ihren Asylstatus entschieden.

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Doku: United Kingdom of Pop

Das Gute am Urlaub: du kannst am frühen Nachmittag schon drei Dokus gesehen haben. So wie diese zweiteilige Doku über die Geschichte der Popkultur auf der Insel. Dabei wird mir dann bewusst, wie britisch meine musikalische Sozialisation verlief. Ska, Punk, Erasure, Drum ’n‘ Bass, TripHop, Dubstep. Von dort kam einiges, was mich geprägt hat oder auch heute noch prägt.

Teil eins über Beatles, Bowie, Bond:

Großbritannien ist definitiv Europas Popnation Nummer eins! Von dort kommen nicht nur die Beatles, die Rolling Stones, Led Zeppelin, Coldplay und Adele, sondern die Briten haben Europa und der Welt auch James Bond und Harry Potter sowie Monty Python, Mr. Bean und Eddie Izzard geschenkt. Musik, Mode und Humor aus Großbritannien gehören zum Kern der europäischen Leitkultur. Der erste Teil der Dokumentation beleuchtet die ersten Jahrzehnte eigenständiger britischer Popkultur – angefangen beim Einfluss von Jazz und R’n’B der 50er Jahre über die Swinging Sixties mit den Beatles und den Rolling Stones, der „British Invasion“, weiter bis zum Punk, zu Glam und Metal und zieht dann Verbindungen in die Gegenwart.

Teil 2 über Britpop, Boygroups, Brexit:

Der zweite Teil der Kulturdokumentation „United Kingdom of Pop“ beschreibt unter der Überschrift „Der britische Weg“ die Entwicklung der Popkultur auf der Insel aus den tristen 80er Jahren hin zu „Cool Britannia“, der Zeit des Labour-Aufsteigers Tony Blair Ende der 90er Jahre bis hin zu seinem Fall. Dabei wirft der Film einem Blick darauf, wie sich in dieser Zeit die Musik-und Lebensstile auseinander bewegen: vom Fließband-Pop zu Elektro, von diversen Boy- und Girlgroups zu „Pop Idol“, vom Hip-Hop zu Grime. „Der britische Weg“ scheint in der Jetztzeit im Brexit zu enden, eine Entscheidung, deren Folgen derzeit weder politisch noch ökonomisch noch kulturell abzusehen sind.

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Doku: Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa

Seit Tagen wird darüber debattiert, warum der Dokumentarfilm „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Sophie Hafner und Joachim Schröder, der vom WDR in Auftrag gegeben und redaktionell abgenommen wurde und für eine Erstausstrahlung bei Arte geplant war, nun doch nicht gezeigt werden soll. Zumindest bei Arte weigert man sich, den Film so zu zeigen. Beim WDR „prüft“ man noch.

Arte-Programmdirektor Alain Le Diberder weigert sich aber, den Film zu zeigen, unter anderem mit dem Verweis auf dessen mangelnde „Ausgewogenheit“ – als ob das beim Thema Antisemitismus ein sinnhaftiges Argument sein könnte.
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Der WDR äußert sich ähnlich bizarr. In einer Pressemitteilung schreibt er: „Wir bedauern, dass die redaktionelle Abnahme im WDR offenbar nicht den üblichen in unserem Haus geltenden Standards genügte.“ Zum Hintergrund: Abgenommen hat den Film die Arte-Beauftragte des WDR, Sabine Rollberg, sie ist eine mehrfach preisgekrönte Redakteurin, drei von ihr betreute Filme wurden mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Es gibt in Deutschland im Bereich Dokumentarfilm nur wenige Redakteure, die ähnlich kompetent sind wie sie. Bleibt die Frage: Was haben die Kölner Hierarchen wirklich gegen den Film?

Nun bringt ausgerechnet BILD.de den Film für 24 Stunden ins Netz. Von dort aus hat er jetzt auch seinen Weg zu YouTube geschafft. Ob er dort lange bleiben wird ist fraglich, aber ich gucke den da seit einer halben Stunde und finde ihn nicht wenig erschütternd.


(Direktlink, via Zecko)

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Doku: Bruce Springsteen – Born to Run

Ich hege eine ominöse Schwäche für das, was Bruce Springsteen sein Leben lang so gemacht hat. Eigentlich ist das alles nicht meint Sound, der mich in diesem Fall aber halt trotzdem mitnimmt. Eigentlich ist mir das alles auch ein bisschen zu pathetisch, weil eigentlich nicht cool genug. Und dennoch mag ich Bruce Springsteen. Vielleicht weil er so charismatisch und dabei noch authentisch bei mir ankommt. Vielleicht auch, weil er meine kleine Liebe fürs Songwriting über die Jahre gefüttert hat. Aber so ganz genau weiß ich es auch nicht.

Als Songwriter hat sich Bruce Springsteen in die Riege der großen amerikanischen Erzähler geschrieben. In seinen Liedern, sagt er, schreibe er immer auch über sich selbst. Und im selben Maße kommentiert der charismatische Rockstar in Nigel Coles Dokumentation persönlich den Soundtrack seines Lebens. Er blickt auf seine Kindheit zurück, berichtet von seinen Jahren als „King der Bar-Bands“ in Asbury Park, vom Aufstieg der E Street Band und seinem Durchbruch. Springsteen erzählt von den frühen Einflüssen des Doo-Wop, der in den wonnigen 50ern zu Hause im Radio erklang, bis hin zum Rausch der Elvis-Rockabilly-Rebellion und seiner engen Verbindung zur spirituellen Soulmusik. Springsteen wuchs als einfacher Junge in New Jersey auf, in einer typisch amerikanischen Arbeitersiedlung der 50er Jahre, geprägt vom Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit. Bereits in seinem Heimatstaat erspielte er sich den Ruf eines Local Heroe. Der Durchbruch gelang ihm 1984 mit „Born in the U.S.A.“, einem Album, das sich über zweieinhalb Jahre in den britischen und amerikanischen Charts hielt. Nigel Cole beleuchtet auch den kreativen Schaffensprozess des Künstlers und erklärt, wie es Bruce Springsteen gelingen konnte, zeitweise zum größten Rockstar des Planeten zu avancieren, für den Rock ’n‘ Roll jedoch stets weit mehr war als nur Musik. Ergänzt wird der persönliche Kommentar von Springsteen mit unveröffentlichtem Archivmaterial aus verschiedensten Phasen seines Lebens und Schaffens; zur Verfügung gestellt von Thom Zimny, der in 16 Jahren einen repräsentativen Katalog mit Foto-, Film- und Audioaufnahmen von Bruce Springsteen zusammenstellte. Das Porträt von Regisseur Nigel Cole („Kalender Girls“, „We Want Sex“) bietet einzigartige Einblicke in das Leben des Rockstars. Es zeigt, wie Bruce Springsteen mit Entschlossenheit und Hingabe zu einem der fesselndsten Geschichtenerzähler seiner Generation wurde.

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Doku: Wilde Miezen – Katzen allein unterwegs

Bis vor ein paar Jahren hatten wir über längere Zeit verschiedene Katzen. Ich hatte immer mal Lust zu wissen, wo genau die Burschen sich rumgetrieben haben, wenn sie außerhalb unserer Sichtweite waren, was ja häufiger vorkam. In Weimar hat man das jetzt mal mit 10 Katzen beobachtet und dokumentiert.

Katzen sind das beliebteste Haustier in Europa, allein in Deutschland leben zwölf Millionen Katzen. Und dennoch: Kaum jemand weiß, wie sie leben, sobald sie das heimische Grundstück verlassen. Wohin gehen sie? Was treibt die Katzen an? In der Dokumentation wird eindrücklich erlebbar, dass so mancher Stubentiger ein Doppelleben führt und in der Dämmerung ungeahnte Raubtierinstinkte in den Schmusetieren erwachen. Als Freigänger erleben die Katzen Abenteuer, von denen ihre Halter nichts ahnen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Katzenforscherin, die sich in Weimar, der Katzenhochburg Deutschlands, auf Spurensuche in die heimliche Welt der Katzen macht. Denn hier in Weimar leben 65.000 Menschen und geschätzte 10.000 Katzen. Ihr Experiment ist dabei ebenso effektiv wie leicht verständlich: Mit modernster Technik, mit GPS-Katzenhalsbändern und speziell entwickelten Kameras, folgt die Katzenforscherin den Tieren auf ihren Streifzügen in freier Wildbahn. Das GPS-Signal sendet dabei im Minutentakt den Aufenthaltsort der Katze und entwickelt damit einen lückenlosen Bewegungspfad, der auch nachts die Aktivitäten der Katze darstellt. Damit die Untersuchung auch repräsentativ ist, wählt die Forscherin ein breites Spektrum von Katzen aus: junge und ältere Katzen werden von ihr genauso beobachtet wie freche oder scheue Tiere. Schon innerhalb einer Woche erhält die Katzenforscherin damit gleich Zehntausende Daten zur Auswertung. Sie kartiert und entschlüsselt die unbekannten Wege und entdeckt verborgene Lieblingsplätze. Aber vor allem stellt sich heraus, dass Katzen auch eigene Reviere haben, in denen sie angegriffen werden und die sie verteidigen. So kommt die Dokumentation dem Wesen und der Faszination dieser beliebten Tiere ein Stück näher.

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