Der von Ingwar Perowanowitsch gemachte Dokumentarfilm „Cycling Cities“ handelt über die schönsten Fahrradstädte Europas und was wir in Deutschland von diesen Städte lernen können. Dafür ist er im Mai 2025 mit Kamera und Fahrrad von Freiburg aufgebrochen und zwei Monate lang quer durch Europa gefahren, hat dabei die Städte Paris, Gent, Amsterdam, Utrecht, Groningen, Hamburg und Kopenhagen besucht. ER wollte herausfinden, was diese Städte so lebenswert macht, was eine fahrradgerechte Stadt ausmacht und welche Voraussetzungen es braucht, um die Verkehrswende und den nachhaltigen Stadtumbau voranzutreiben.
Gleichzeitig ist Cycling Cities auch ein Reisefilm, der zeigt, wie vielseitig das Fahrrad einsetzbar ist und welche Freiheit damit einhergeht. Das macht schon ein bisschen Bock auf eine Radreise.
Heute lernte ich, dass Oskar Speck nach der Wirtschaftskrise im Mai 1932 in Ulm mit seinem faltbaren Kajak in die Donau stieg, um in einer Kupfermine auf Zypern zu arbeiten. An der bulgarisch-jugoslawischen Grenze entschied er sich, in den wilderen Vardar umzusetzen, der mit dem Faltboot bislang noch nicht befahren worden war. Bis er die Stadt Veles in Mazedonien erreichte, waren die Hälfte der Spanten seines Kajaks gebrochen, die aus Eschenholz gefertigt waren. Und dann ist er mit Pausen einfach mal 50.000 Kilometer bis nach Australien gepaddelt, wo er ihm Jahr 1937 anlandete.
Nach Ankunft in der Ägäis fuhr er an der anatolischen Küste entlang bis nach Syrien, transportierte sein Faltboot auf dem Landweg nach Maskanah am Euphrat und setzte seine Fahrt von dort durch den Persischen Golf und entlang der Küsten von Indien, Malaya, Java und Bali nach Australien fort. Seine Anlandung fand am Strand der Insel Saibai statt, die sich in der Torres-Straße etwa 100 Kilometer nördlich der Thursday Island befindet. Beide Territorien gehören geografisch zur nördlichsten Gemeinde Australiens, Torres Shire. Er erreichte Thursday Island im September 1939. Kurz zuvor war, ohne dass Speck schon davon erfahren hatte, der Zweite Weltkrieg ausgebrochen. Daher wurde er unmittelbar nach seiner Ankunft verhaftet und als feindlicher Ausländer bis 1945 in Tatura, Victoria, interniert.
Nach Kriegsende baute er sich in Australien eine Existenz als Opalhändler auf.
Ein britischer Blick auf die griechische Insel in den frühen 1960er Jahren. Ich war noch nicht auf Korfu, hab jetzt aber schon ein bisschen Bock, genau jetzt genau dorthin zu fahren. Alleine der „warm afternoons“ wegen, die hier aktuell ja wohl vorbei sein dürften.
Ich habe vor Jahren Ähnliches auf erlebnispädagogischen Touren gemacht. Die jungen Menschen, die da mit fuhren, konnten zwar keine Instrumente spielen, aber immer ihre Tatkraft in Form von Arbeit gegen Essen tauschen. Tolle Reisen, auf denen sie alle viel für ihr weiteres Leben mitnahmen, denke ich. Die vier Frauen hier machen dieses halt im Tausch gegen ihre Musik.
„Wir tauschen unsere Musik gegen Kost und Logis. Alles, was passiert ab dem Moment, wo wir losgehen, ist komplett offen und entscheidet sich von Tag zu Tag, von Begegnung zu Begegnung.“
Vier Profi-Musikerinnen aus Essen, Köln und Bremen kehren den großen Konzertbühnen den Rücken und gehen eine Woche lang auf musikalische Walz durch den Osten Deutschlands. Zu Fuß, ohne Geld, ohne Handy, nur mit einer Landkarte als Orientierung.
Von Schlamau in Brandenburg nach Buro in Sachsen-Anhalt: auf der Karte ist die Strecke nur 31 km lang, doch für die vier Freundinnen des „Ensemble Unterwegs“ steckt dahinter ein großes Abenteuer. Im Gepäck haben Anna, Frieda, Barbara und Annette ihre Instrumente, ein großes Repertoire an klassischen Volksliedern und Chansons und eine unbändige Lust auf Begegnungen am Wegesrand. Start und Ziel stehen fest, dazwischen sind sie angewiesen auf Menschen, die ihnen ihr Haus und ihr Herz öffnen im Tausch gegen ein spontanes Konzert.
Jan Böhmermann ist auf einem Elektroroller über 600 Kilometer von Köln-Ehrenfeld nach Chemnitz unterwegs gewesen. Daraus ist diese durchaus sehenswerte Reisedoku entstanden. Respekt auch dafür, das er im Osten so oft vom Roller gestiegen ist. Geliebt wird er dort ja nicht von allen.
Als wir Jan geraten haben, mal an die frische Luft zu gehen, meinten wir damit eigentlich einen kleinen Spaziergang ums Studiogebäude – aber dann wollte Jan lieber mit dem E-Scooter von Köln bis nach Chemnitz fahren. Also packte er seine sieben Sachen (und ein Kamerateam, eine Kamera-Rikscha, einen Lkw) ein und schwang sich auf einen E-Scooter. Und so durchquerte er das Land über Stock und Kopfsteinpflaster. Und fand Antworten auf die Fragen: Wem begegnet man auf so einer Reise? Wie lange hält eine E-Scooter-Akkuladung? Und wofür eigentlich das Ganze?
Als Kind machte ich mir nach den verhältnismäßig vielen Reisen, die meine Eltern mit mir unternahmen, immer so kleine Erinnerungsheftchen. Mit Fotos, Eintrittskärtchen, Parkscheinen, kurzen Notizen, diesdas. Hin und wieder sah ich sie mir später dann nochmal an und schwelgte in Erinnerungen. Ich fand es deshalb ein bisschen schade, dass ich meine Kinder nie wirklich dazu animieren konnte, Ähnliches nach unseren gemeinsamen Reisen anzufertigen.
Meine letzte Fahrt mit dem, was sich hier Nachtzug nennt, ging in einer Sechser-Kabine mit gefühlt 38 Koffern nach Frankfurt am Main. Komfortabel war das nicht und an Schlaf war nicht zu denken. Dass das zu einem gar günstigen Preis aber möglich ist, zeigt diese Nachtzugerfahrung aus Japan. Wie kann man denn so nicht reisen wollen?
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