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Über Kommentarkultur und Meinungsfreiheit

Ich hatte dazu hier oft genug was, nun hat die Frankfurter Rundschau einen durchaus lesenswerten Artikel, der noch ein bisschen weitergeht: Im Land der „gleichgeschalteten Medien“. Es geht dort auch um die Kommentare, die es hier erst gar nicht durch die Moderation schaffen.

Der Schrei über Zensur ist vollkommen deplatziert, denn Zensur kann nur dort greifen, wo es um das Grundrecht der Meinungsfreiheit geht. Und an diesem Punkt verwechseln viele User die Kommentarspalten im Internet mit dem Tresen ihrer Stammkneipe. Hier sei beispielhaft ein Telefonat mit einem erbosten Leser erwähnt, der sich über das Löschen diverser Postings beschwert hatte:

„Das ist ein Fall für den Presserat, ich kenne mich juristisch aus. Das ist Meinungsfreiheit, die Sie da untergraben.“ – „Nein“, muss da die Redakteurin erklären, „die inhaltliche Hoheit eines Online-Auftritts liegt einzig bei der Redaktion. Die bestimmt über die Netiquette den Diskussionsrahmen. Auf der Straße können Sie sagen, was Sie wollen.“

5 Kommentare

  1. skFFM30. Juli 2014 at 12:46

    Das Thema scheint ja zu trenden, gibt es doch derzeit einige Blätter und SM-Kanäle-Betreuer in Deutschland, die sich an der Kommentar“kultur“ echauffieren. Bleibt die Hoffnung, dass nicht wegen derer, die es zweifelsfrei übertreiben, auch andere kritische Stimmen auf der Strecke bleiben. Kritik wird derzeit ja schnell als Empörung bewertet und von da ist’s dann wieder nicht alll zu weit von der „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Fraktion. Alles nicht so leicht.

  2. Alwin30. Juli 2014 at 14:48

    Bin ich hier etwa nicht am Tresen von meiner Stammkneipe?
    Dann war*s ja richtig hier nicht mehr zu Kommentieren. Hier befinde ich mich also in feineren Gefilden. Da darf man nur durch Gutes, Schönes, Wahres bereichern.
    Bis ich mich aus meiner Egozentrik dazu erhoben habe, probier‘ ich über mich zu Lachen und zu verstehen, dass das hier nicht „Die Welt“ ist.

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