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Monat: November 2011

Doku: Vinylmania


(Direktlink)

Mein Bruder kaufte damals, kurz nach dem die Mauer fiel und ich noch gar nicht wusste, was es da alles so gab, Schallplatten. Von Police und Rio Reiser. Ich mochte das. Nicht nur die Platten, sondern auch den Sound. Er kaufte auch andere Platten, aber das gehört hier nicht her.

Als ich dann 1990 mit 14 mit einem Freund das erste Mal die Ferien alleine bei seiner Tante in Dresden verbrachte, kaufte ich meine erste Platte. Run DMCs „My Adidas“. Ich hatte nicht mal einen Plattenspieler, aber ich mochte den Sound. Sehr sogar.

4-5 Jahre später explodierte dann diese Techno-Kiste in Berlin. Ich sparte mir den Arsch für zwei 1210er und einen Vestax-Mixer ab und began den Techno zu kaufen, zu dem ich am Wochenende tanzen ging. Erst bei Jordan im WOM im Forum, später dann im Delirium in der Krummen Straße. Noch später waren wir zu dritt alle 14 Tage Stammgäste bei Spacehall. Und egal, wie verpeilt wir dort am Samstagmorgen immer ankamen, wir wurden immer gut bedient. Vielleicht auch, weil wir immer irgendwas um die 500 DM dort liesen. Zu dieser Zeit kaufte ich eigentlich fast nur noch Downbeats, Drum’n’Bass oder Goa ein. Alles auf Vinyl. Ich habe es geliebt – ich liebe diese Fundstücke immer noch. Bis heute. Sehr sogar.

15 Jahre später habe ich fast immer noch jede Platte, für die ich jemals bezahlt habe. Ohne, dass ich sie irgendwann nochmal spielen wollen würde. Zumindest trifft das auf viele von denen zu. Als ich mich letztens auf den Downbeat-Gig in der Ritter Butzke vorbereitet hatte, allerdings, habe ich feststellen müssen, dass es viele dieser Nummern, die ich einst so sehr mochte niemals anders geben würde als auf Vinyl. Du findest sie einfach nicht im Netz. Die Labels sind lange pleite, die einstigen Musiker haben heute andere Dinge im Kopf, was heißt: entweder du hast die Platte, oder du bist am Arsch. Ich habe einige davon.

Ich spiele heute ausschließlich digital. Weil es keiner Koffer bedarf und weil ich immer alles dabei habe – ich immer auf alles vorbereitet bin. Und dennoch mag ich diese spleenigen Vinyl-Nerds, die manchmal schon fundamentalistisch wirken, was okay ist, denn sie sind alt. Und ich liebe immer noch die Schallplatte, auch wenn ich sie nicht mehr in den Klub mitnehmen würde. Ich liebe jede von denen, für die ich jemals Geld bezahlt habe. Und ich habe viel Geld dafür ausgegeben. Ich habe fast jede Kraftwerk VÖ der letzten 30 Jahre. Wenn ich irgendwann mal gehen muss, bleibt nicht viel für meine Kinder – bis auf meine Plattensammlung. Zumindest diese lohnt sich.

Aber was erzähle ich? Das hier ist die beste Dokumentation über Vinyl-Nerds, die je gemacht wurde. Ich habe mitgefühlt, verstanden und dennoch sehr oft schmunzeln müssen. Und: ich ziehe natürlich weiterhin mit meinem Controller durch die Landen, auch wenn mein Vinyl für immer im Schrank stehen wird. Sogar das der B-52’s.

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Ein Mixtape von David Lynch

Der gute Mann hat nicht nur im Alter damit begonnen, Platten aufzunehmen, sondern wenn es um die Promo für die selbigen geht, auch gleich noch Mixtapes durchs Netz zu jagen. Dieses hat er gemeinsam mit ‘Big’ Dean Hurley zusammengetragen. Wie das klingt? So:

(Direktlink, via FACT)

Tracklist:
1. Gary Clark Jr. – Bright Lights
2. Sonny Boy Williamson II – Bring It On Home
3. The Kills – The Search for Cherry Red
4. Gnarls Barkley – Who’s Gonna Save My Soul
5. Conway Twitty – It’s Only Make Believe [single]
6. Kitty, Daisy & Lewis – Going Up The Country
7. Elvis Presley – That’s All Right Mama
8. Big Brother & The Holding Company feat. Janis Joplin – Ball & Chain [Live recording from Monterey International Pop Festival]
9. James Blake – Limit To Your Love
10. Morris Stoloff & The Columbia Pictures Studio Orchestra – Moonglow [Theme from ‚Picnic‘]
11. This Mortal Coil – Song To The Siren

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Isotroph auf Echodub: „A soulful moment EP“

Fast vergessen, dabei hatte ich versprochen es zu erwähnen. Der Franzose Isotroph, bisher eher durch DJ-Mixe bekannt, die immer den schmalen Pfad zwischen Dubtech und Dubstep beschreiten, hat nun eine 4-Track EP auf DFRNTs Label Echodub abgeliefert. Diese klingt ebenso wie seine Mixe irgendwo dazwischen. Besonders angetan hat es mir die zweite Nummer „A soulful moment“, die den doch schon etwas angestaubten Dubtechno hier extrem frisch klingen lässt. Leider sind die letzten beiden Nummern ziemlich kurz und – was ich jetzt erst sehe – dieses Release gibt es nicht auf Bandcamp. Es heißt also, kann man nur kaufen. Gnarf.


(Direktlink)

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Ohhh, Shit! (NSFW)

Nackt Rubgy zu spielen ist ja schon eher so ichweißjaauchnicht, aber warum spielen da Hunde mit? So oder so, dass hier war ein schweres ein Foul, der Hund musste nach roter Karte den Platz verlassen und wurde mit einer einjährigen Spielsperre bestraft.


(via 10 Minutes)

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Das Spaltenhaus

Etgar Keret, israelischer Schriftsteller ist gerade dabei, in eine Spalte zwischen zwei Häusern in Warschau ein Wohnhaus für sich einzubauen. Das ist verdammt eng. Die schmalste Stelle hat gerade mal 70 Zentimeter und man kann von 2,5 Etagen sprechen. Familienfeste müssen da wohl ausgelagert werden, was den Vorteil haben dürfte, dass einem nicht mehr viele Leute gleichzeitig auf den Saque gehen dürften. Mit Familie ist auch blöd.

Aber sein Home ist sein Castle und Platz ist für die kleinste Hütte. Eingezogen wird im Dezember.

Von außen sieht das dann so aus:

Von innen so:


(via NPR)

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Just my daily cents


The Knife Maker | vimeo
Das Handwerk. Heute das eines Messermachers.

Liebe Menschen/Stalker/Creeps, | kaffeesatzlesen
„das hier ist das Internet und nicht das echte Leben. Alles hier und auf Twitter ist mindestens zur Hälfte ausgedacht, überhöht, verzerrt, verfremdet, übertrieben, gelogen, herbeifantasiert oder einfach nur eine Beleidigung, weil es gerade Spaß macht oder weil man sonst nichts zu tun hat, das mehr Spaß macht. Das Verhältnis von dem hier zur Realität sieht in etwa so aus wie das eurer Facebook-Profilbilder, für die ihr 500 Anläufe und diverse Filter braucht und auf denen ihr dann immer noch recht bescheuert oder beim besten Willen nicht erkennbar ausseht.“

Seit heute endlich im Reader – und zwar ziemlich weit oben.

Das Schlimme ist ja: Für irgendwen sind wir immer „jemand von denen“. | kaffeesatzlesen
„Jemand von denen, die entweder zu schüchtern oder viel zu laut sind. Jemand von denen, die keine Frisur haben, wenn sie sich dafür nicht ganz heftig anstrengen. Jemand von denen, die komische Sachen ins Internet schreiben. Jemand von denen, die der “jemand von denen”-Gruppeneinteiler nicht mag.“

Genau deshalb „ziemlich weit oben“.

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