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Autor: Ronny

Jeder Tag des zweiten Weltkriegs in 7 Minuten

Passt ja auch irgendwie zum 3. Oktober.

YouTuber EmperorTigerstar hat die Frontverläufe des zweiten Weltkriegs in MS Paint gemalt und diese beeindruckende Animation daraus gemacht. Jeden Tag. Was sich erst wie ein Krebsgeschwür ausbreitet, wird dann ab Februar 1944 ordentlich zusammengefaltet.

In den Kommentaren wird moniert, dass die jugoslawischen Partisanen ausgeblendet werden, weshalb ich da hier mal drauf hinweise.

Starting with the German invasion of Poland (1 September, 1939), the invasions of Norway (April 9, 1940), France (May 10, 1940), Yugoslavia and Greece (April 6, 1941), to the invasion of the Soviet Union (June 22, 1941), through to the Battle of Moscow (November 25, 1941), the Battle of El Alamein (October 23, 1942), the German surrender at Stalingrad (January 31, 1943), the Allies capture of Rome (June 4, 1944), the Normandy Landings (6 June, 1944), the liberation of Paris (August 25, 1944), the Soviets enter Berlin (April 23, 1945), and Victory Europe Day (8 May, 1945).


(Direktlink, via Dangerous Minds)

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Ein Tisch aus aneinander schwebenden Holzwürfeln

Nicht wirklich praxisnah, dass Dingen. Wenn man der Großtante darauf den guten Bohnenkaffee im Familien-Porzellan serviert und dann beim Setzen mit dem Knie dagegen stößt, gibt es sicher eine Riesensauerei und der gute Orientteppich muss derbe leiden. Aber ein echter Hingucker mit wahrscheinlich ziemlich hohen Spaßfaktor: The Float Table.

The Float Table is a matrix of „magnetized“ wooden cubes that levitate with respect to one another. The repelling cubes are held in equilibrium by a system of tensile steel cables.

It’s classical physics applied to modern design. Each handcrafted table is precisely tuned to seem rigid and stable, yet a touch reveals the secret to Float’s dynamic character.


(Direktlink, via BoingBoing)

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Drachenhandschuhe

Die Tage werden kälter. Viel schneller übrigens als mir lieb ist, wobei mir Kälte ohnehin nie irgendwie lieb ist. Wie auch immer…

Kälte ist noch beschissener, wenn man dazu auch noch kalte Hände hat. Dagegen helfen bekanntlich Handschuhe. Nun könnt ihr zu den schwarzen Leder-Modellen greifen, die schon von eurem Vater bis hin zur Großoma interfamiliäre Dienste leisteten. Oder ihr zieht Fausthandschuhe an, die ich immer noch mit einem Faden durch die Jackenärmel verbinde – man will ja nichts verlieren. Ihr könnten allerdings auch einfach diese geilen Drachenhandschuhe der Etsy-Userin HotScones kaufen. Grün ist zwar gerade aus, aber die sehen auch in rot recht schnuffelig aus.

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(via this isnt happiness)

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Jugendkultur im Deutschland der 80er-Jahre und Icke so

IslBG

Ich hatte nur wenig von den 80ern, andererseits hatte ich alles. Zum Beginn der selbigen war ich Vorschulkind, zum Ende war die Mauer gerade eingefallen und ich war ziemlich bis verdammt pubertär. Und ich liebte Musik. Die Kultur auch, die Musik mit sich brachte, wenn sie bitte schön rotzig und dreckig war. Da war der Mainstream, den ich schon damals ziemlich beschissen fand: Pop und Falco, der heute ja auch obhin seiner Koks-Nase gerne zum kuhlen Tüpen stilisiert wird. Da waren die alten Scherben-Platten, die mein großer Bruder zwar besorgte, obwohl er eigentlich lieber die von Phil Collins und von Westernhagen mochte (der tatsächlich auch mal gute Platten machte). Die Ärzte, die es sogar auf Amiga schafften. The Cure, die damals alle interessanten Mädels in der Stadt mochten, viel mehr noch als BROS, die eigentlich schon in den 80gern so total tragisch späterer 90er-Bullshit waren. Die waren ihrer Zeit auf tragische Weise sehr viel hinaus. Da war der Kassetten-Rekorder meines Bruders, der RIAS konnte, und sein Plattenspieler, den ich nie hätte benutzen dürfen, was ich natürlich trotzdem tat, um die Platten zu hören, die er zwar hatte, aber nie so wirklich gerne mochte: Rio Reiser, Opel-Gang, Grönemeyers „Gemischte Gefühle“ (bis heute auch deswegen ein Riesenalbum), die Dada-Sachen von Trio, 80er eben.

Später dann kamen Anne Clark (Die Nummer haben wir dann bis auf die Vocals Mitte der 90er komplett auf der MC-303 nachprogrammiert), die die eine Grufti-Betreuerin (Gott, was war die lieblich) mit ihren lila Strähnen im Ferienlager total gerne mochte. Und New Orders Blue Monday.

Und dann waren meine 80er auch schon wieder vorbei. Musikalisch verabschiedeten sich diese irgendwo in der Mitte zwischen Techno, der gerade alles zu runterreißen vermochte, und zwischen Punk. Beides mag ich bis heute, wie ja hier nur unschwer zu erkennen sein dürfte. Nur war Techno für mich schon damals nicht nur dumpfes Geballer für den Dancefloor, sondern alles, was aus Maschinen kam – was bis heute so geblieben ist. Und Punk schon immer viel mehr als nur ein 3-Akkorde-Riff, sondern viel mehr eine Haltung. Im Kopf eben punken. Nicht nur, aber eben auch. Auch in der Playlist, die damals noch als Mixtape auf die papierende Hülle einer Kassette geschrieben wurde. Natürlich.

Populärmusikalisch waren in Deutschland eigentlich nur die 80er noch schlimmer als die der 90er. Populärmusikalisch nämlich kann man beide Jahrzehnte gerne in den Tonne drücken. Und jetzt kommt mir nicht mit NDW und kommt mir nicht mit Eurodance. Beides war musikalisch für den musikalischen Arsch (Jehova, Jehova!). Bei mir ohne jegliche Tränen, ohne jegliches Vermissen. 20 Jahre für nichts. Aber daneben passierte so vieles, was so viel wichtiger war, als die „Heavy Rotation“ auf RIAS. Es pulsierte im Unten auf soviel mehr zu Erwartendes.

Aber ich verschreibe mich hier gerade mal wieder fürchterlich. Was ich eigentlich sagen wollte und was man sich gerne auch mal anhören könnte/sollte vielleicht: Deutschlandradio (ich mag den Namen nicht, aber was kann ich schon dafür) hat gerade ein ziemlich hörenswertes Feature über die Jugendkultur im Deutschland der 80er-Jahre, auch der im Osten dieses Landes.

[audio:http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/09/29/dlf_20130929_2005_62197152.mp3]
(Direktlink)

Hippies verschwinden fast völlig, Punks gewinnen die visuelle Oberhand, aus Rockern werden Heavy-Metal-Fans, daneben gibt es Gothic-Anhänger, Skinheads und, und, und; in Anfängen auch in der DDR. Charakteristisch für das Jahrzehnt: der Protest vor allem junger Leute gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Ost und West, gegen den Bau von Atomkraftwerken oder Wiederaufbereitungsanlagen sowie gegen das Waldsterben.

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt. Pessimismus greift um sich. In der DDR äußert sich die zunehmende Politisierung der Jugend vor allem in der kirchlichen Arbeit oder der alternativen Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“. Gorbatschow weckt ab 1985 neue Hoffnungen, die sich vier Jahre später in der Friedlichen Revolution in der DDR erfüllen.

Und ich gebe mir jetzt ein The Cure-Konzert voll alter Klassiker. Aus Gründen. Die nämlich spielen sie auch heute gerne mal noch, mittlerweile fast 30 Jahre später. Auf dem Lollapalooza. In Chicago. „Pictures of You“ und so. Nämlich.


(Direktlink)

Das Foto ganz oben ist übrigens vom großartigen Ulrich Joho, der wohl, wie es kein anderer vermochte, die Jugend der DDR mit seiner Linse festzuhalten vermochte. Wirklich.

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Origami und Weed: Wie man einen Rosen-Joint baut

Ich verstehe ja hiervon rein gar nichts, aber werde damit wieder mal meinem Bildungsauftrag gerecht.

Immer wieder hört man da von einem, dass der einen kennen würde, der Joints in Form von Rosen bauen könne. Ich habe nie eine zu Gesicht bekommen, die wesentlich besser als diese in diesem Video hier aussah. Und das ist keine Rose, sondern – wenn überhaupt – eine mittelmäßig Tulpe. Und das hat mit Können jetzt nicht soviel gemein. Glaube ich, der davon rein gar nichts versteht.

Tony Green Hand allerdings versteht davon jede offenbar Menge (der macht schon mal Joints in Form von Bullenköpfen) und hat hier eine bebilderte Anleitung, wie man aus ein paar Blättchen und etwas Gras ein Rose bauen kann die tatsächlich auch wie eine Rose aussieht. Fast zu schade, um das Dingen in Rauch und Asche zu ziehen legen.

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Kurz-Doku über rechte Hools von Schalke und dem BVB aus den 80ern: Die sind eben so

Es ist keine Geheimnis, dass ich für Fußball nicht sonderlich viel übrig habe, um das mal irgendwie diplomatisch zu verpacken. Andererseits habe ich ein Schwäche für Ultras, die fanatisch ihre Klubs feiern. Ich wäre ja für viel mehr Musik-Ultras, aber das ist eine andere Geschichte.

Nach der Wende besonders im Osten gewachsen und bis heute gefürchtet: Nazi-Hools, die sich irgendwie den Anschein geben, ihren Ursprung in der Ultra-Bewegung zu haben. In den 90ern gab es hier in der Gegend mitunter Kreisliga-Spiele, die nicht ohne massive Polizeipräsenz gespielt werden konnten und auch dann trotzdem schon mal abgebrochen wurden. Schuld daran: meistens Nazis, die sich als Hools unter Fangruppen gesellten, oder fast gänzlich aus diesen bestanden.

Allerdings wurde diese Abart des Fantums nicht im Osten geboren, wie diese kurze Doku aus dem Ruhrgebiet in den 80er Jahren zeigt. Teilnehmer der „Borussen Front“ machen aus ihrer Missachtung gegenüber Schalke-Fans keinen Hehl und Mitglieder der „Mighty Blues“, Schalke-Hools, lassen alles raus, was ihnen an Beleidigungen gegenüber BVB-Anhängern so einfällt. Was dabei auffällt, ist die Einfältigkeit nahezu aller gezeigten Personen, die – es ist kaum zu übersehen – in Doofheit geißelt. Was auch auffällt und wirklich erschreckt, ist die damalige Nähe zur nationalsozialistischen Gesinnung. Und zwar nicht irgendwie verholen, sondern ganz offen propagiert. Man kommt einfach nicht drum herum, diese Männer hier als absolute Volltrottel wahrzunehmen. Und dafür sind sie ganz alleine verantwortlich. Man möchte ihnen fast ein Stück Gehirn hinwerfen und ihnen sagen, wozu dieses eigentlich benutzt werden kann.

„Wir steh´n zu den Nazis, weil die Nazis power gemacht haben und die Borussenfront die macht genauso power und deshalb steh´n wir zu den Nazis und das is die Macht und da wir die Macht sind, neh? Steh´n wir auch zu den Nazis, weil das, die Nazis und die Borussenfront, das sind die Macht.“

Interessant wäre es ja schon zu sehen, was diese Leute heute so machen und wie sie zu den Aufnahmen und ihren Äußerungen von damals heute stehen. Gruselig.


(Direktlink, via Pantoffelpunk)

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