Zum Inhalt springen

Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Vegane Neonazis

Als ich letztens im Artikel über die Nipster schrieb „Auch alles immer schön Öko, am besten vegetarisch und nachhaltig. Manche Youtube-Accounts rufen in dem Kontext in Kochshows zum Containern auf und dazu, nicht bei amerikanischen und israelischen Unternehmen einzukaufen. Nationalismus wird dort in der Summe zu einem Lifestyle.“, meinte ich genau jene Knetbirnen hier, auf die der SWR mal genauer geschaut hat. Ich wollte deren Show damals nicht verlinken – man muss ja nicht jeden Scheiß teilen – aber ich guckte mir das an.

Die kochen beschissen und verkaufen offenbar tatsächlich nur den veganen Hype. Einer der beiden kann nicht mal ordentlich schnippeln, der andere scheint gemessen daran Koch zu sein, redet aber nicht so gerne, aber darum geht es auch nur am Rande.

Rechtsextreme nutzen vor allem das Internet, um junge Leute anzusprechen. Nicht immer ist eindeutig erkennbar, dass sie hinter dem Netzangebot stecken. Bei allem, was gerade angesagt ist, machen sie mit – selbst bei veganen Kochshows.


(Direktlink, via r0byn)

4 Kommentare

EU-Politiker Michel Reimon filmt Hilfsflug zu den Jesiden

Es ist einer dieser Momente, in denen mir die Worte fehlen. Weil keine Worte Situationen wie diese verständlich machen können. Zumindest keine Worte, die ich kenne. „Drama“ wäre eins dafür, aber das sagt sich so da dahin – leider auch auch mehrfach täglich. „Humanitäre Katastrophe“ wäre ein anderes, welches sich dafür wohl auch durchgesetzt hat. Am Ende allerdings basiert das, was da gerade im Nordirak passiert, auf Unmenschlichkeit und es macht mich unsagbar betroffen.

Der österreichische Grünen-Politiker Michel Reimon, der auch EU-Parlamentarier ist, hat einen Hilfsflug für die Jesiden begleitet, von denen Tausende auf dem Berg Sindschar von der Dschihadisten-Milizen „Islamischer Staat“ (IS) eingekesselt sind. Und was er an Videoaufnahmen mitbrachte, ist kein Kinofilm, das ist aktuell Realität für jene Menschen, die unter dem Vormarsch des IS zu leiden haben. Hier hat er sein Erlebtes aufgeschrieben.

Seine Aufnahmen sind erschütternd. Sie zeigen unter anderem, wie verzweifelt Dutzende Menschen versuchen, an Bord des Hubschraubers zu klettern. „Die Jesiden sitzen in einer Todesfalle“, sagt Reimon am Telefon zu SPIEGEL ONLINE. „Es sind 45 Grad in der Sonne, es verdursten jeden Tag Menschen.“ Der Flug selbst fand bereits am Sonntag statt, nun verbreitet sich das Video im Netz.
(SpOn, die auch eine kürzere Version des Videos haben)


(Direktlink, via SpOn)

8 Kommentare

Copyright-Bullshit: Wikipedia hat jetzt eine Kategorie für Selbstportraits von Tieren

Bildschirmfoto 2014-08-06 um 23.42.35

Wer es nicht mitbekommen hat: Wikipedia hat gerade einen kleinen Copyright-Streit am Hacken. Es geht dabei um das nicht ganz unbekannte Selfie, welches ein Makake im Jahr 2011 von sich selber machte. Allerdings mit der Kamera des englischen Natur-Fotografens David Slater. Und es war nicht nur eins, der Primat schoss hunderte Bilder von sich.

British nature photographer David Slater was in Indonesia in 2011 attempting to get the perfect image of a crested black macaque when one of the animals came up to investigate his equipment, hijacked a camera and took hundreds of selfies.

Slater will nun, dass die Bilder des Affens von der Wikipedia verschwinden und beruft sich dafür auf das Urheberrecht. Es geht natürlich, wie so oft, um Geld. Wikipedia hat die Fotos bei sich unter Public Domain eingestellt („This file is in the public domain, because as the work of a non-human animal, it has no human author in whom copyright is vested.“ ) und argumentiert nun, dass Slater die Fotos ja gar nicht selber gemacht und deshalb auch nicht der Urheber der Fotos sein könnte – schließlich hat der Affe sich fotografiert. Haha! Schöner Spin, der mich schonmal Popcorn holen lässt.

Währenddessen taucht bei Wikipedia eine Kategorie auf, die sich einzig der Selbstbildnissen von Tieren widmet. Keine Ahnung, ob es diese schon länger gibt, oder die bezüglich dessen jetzt erst aufgenommen wurde, aber in dem Kontext finde ich das schon sehr, sehr amüsant.
(via Mathias Schindler)

13 Kommentare

Das Bundesverfassungsgericht entschied: „Bullen raus“ kann man unter Umständen schon mal rufen

9702453577_dee0f68832_z


(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Marcus Sümnick)

Eine Aktivistin auf einer Münchner DGB-Kundgebung am 1. Mai 2008 hatte Beamte des polizeilichen Staatsschutzes erkannt, die sich in Zivilkleidung unter die Kundgebungsteilnehmer gemischt hatten. Darauf rief sie durch die Flüstertüte der Veranstalter, „Bullen raus aus der Versammlung!“ Da das nicht auf Anhieb fruchtete, wiederholte sie die Ansage noch einmal deutlicher: „Zivile Bullen raus aus der Versammlung – und zwar sofort.“ Die Polizei empfand das nicht als sonderlich freundlich, klar.

Später musste die Frau dann auf Anordnung des Münchner Amtsgerichts 250,00 EURO Strafe für ihre vermeintlich unzulässige Aufforderungen zahlen. Noch etwas später bestätigte das Oberlandesgericht Bamberg die Verurteilung. Das aber wollte die Verurteilte nicht auf sich sitzen lassen und erhob Verfassungsbeschwerde – mit Erfolg.

Die „Bullen raus“-Durchsage sei „versammlungsbezogen“ gewesen, erklärte eine mit drei Richtern besetzte Kammer des Verfassungsgerichts. Versammlungsteilnehmer seien nämlich berechtigt, dafür einzutreten, dass „Polizisten sich außerhalb des Aufzugs bewegen“, und „dass nur die das Anliegen der Versammlung unterstützenden Personen an ihr teilnehmen“. Schließlich seien Demonstrationen „die körperliche Sichtbarmachung von gemeinsamen Überzeugungen“.

Offen ließ Karlsruhe, ob sich Zivilpolizisten der Versammlungsleitung vorstellen müssen, wenn sie sich unter eine Demonstration mischen.

4 Kommentare

Portraits von Menschen, die sich gegen die Zivilisation für ein Leben in der Wildnis entschieden haben

Scrubsland“ ist eine enorm ausdrucksstarke Fotoserie des französischen Fotografens Antoine Bruy, der in den letzten Jahren in Europa eher zufällig auf Aussteiger traf, die es vorziehen, ihr Leben fernab der Zivilisation zu leben.

In the hustle and bustle of everyday life, most people can only dream about escaping to the quiet isolation of the rural countryside. French photographer Antoine Bruy, however, turned that dream into a reality when he hitchhiked across Europe from 2010 to 2013, wandering through remote mountain regions without any fixed destination or route in mind. Along the way, he met several individuals who had willingly abandoned life in the city and retreated deep into the wilderness, sacrificing modern comforts for greater autonomy and freedom.

In his series Scrublands, Bruy documents the homes and faces of the people he encountered, by chance, who live far away from civilization. Staying with these individuals for days or even weeks at a time, the photographer helped them farm land and raise livestock while learning more about their self-sufficient lifestyles. Once teachers, students, and engineers, these people now rely on makeshift buildings, recovered materials, and agriculture in order to survive.

Bruy’s compelling photos capture the idyllic and rustic beauty of living a Walden-esque existence in these secluded, wild environments. „The people and places depicted in my pictures display various fates which I think should not only be seen at a political level, but more importantly, as daily and immediate experiences,“ he explains. „These are, in some ways, spontaneous responses to the societies these men and women have left behind. This documentary project is an attempt to make a kind of contemporary tale and to give back a little bit of magic to our modern civilization.“


(via Art the System)

Einen Kommentar hinterlassen

Nipster: Auf der Suche nach der neuen Nazi-Mode

Als der Rolling Stone vor ein paar Wochen mit dem Begriff „Nipster“ schwer schwanger ging, habe ich mich auch aus beruflichen Gründen lange durch die Sozial Media Accounts jener geklickt, für die dieser Begriff wohl gedacht ist. Instagram liegt da ziemlich weit vorne. Manche dieser Pfeifen feuern dort gleich von mehreren Accounts aus ihre deutsche Weltsicht ins Netz. Auf mich wirkt davon vieles etwas bis sehr peinlich, aber ich dürfte auch nicht zur Zielgruppe gehören. Facebook hat auch einige dieser wirklich sehr merkwürdigen Tüpen, die das aktuell irgendwie als Lebensentwurf verkörpern wollen. Auch alles immer schön Öko, am besten vegetarisch und nachhaltig. Manche Youtube-Accounts rufen in dem Kontext in Kochshows zum Containern auf und dazu, nicht bei amerikanischen und israelischen Unternehmen einzukaufen. Nationalismus wird dort in der Summe zu einem Lifestyle. Und ja, viele Kids finden Lifestyle irgendwie geil – auch ohne den erst reflektiert zu haben.

Was ich nur etwas problematisch finde: die Begrifflichkeit aus Nazi und Hipster. Niemand nimmt Hipster in auch nur irgendeiner Weise ernst. Jeder lacht über sie. Auch jene, die selber wie welche aussehen, aber auf keinen Fall welche sein wollen. Hipster, das sind immer die anderen. Über die lacht man. Wenn sich das nun aber mit menschenverachtender Ideologie vermischt, wird es schwer, nicht doch wenigstens mal zu schauen, was die dort treiben. Und das ist mitunter schon ziemlich übel. Leider zeigt eben jener Beitrag vom NDR diese Seiten nicht, was das wohl existente Problem dann auch ein wenig verkürzt darstellt. Ich finde das alles irgendwie weniger lustig als hier dargestellt, but that’s just me.

Und: nennen sich die Knüppel eigentlich selber auch „Nipster“?


(Direktlink, via René)

2 Kommentare