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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Als ich vor zwölf Wochen zum letzten Mal bei dem von mir bevorzugtem Dönermann war, hing dort so ein Zertifikat in einem dieser billigen vergoldeten Bilderrahmen, wie es sie in jedem Supermarkt gibt. Das Zertifikat war eigentlich kein richtiges, es sollte nur so aussehen. Eher war es ein offensichtlich schnell zusammengeschustertes Worddokument, das den Kunden davon überzeugen sollte, dass das Fleich im Spieß aus „sicherer“ brandenburgischer Haltung stammt. Mit zweifelhafter Qualitätsgarantie in Form eines Stempels, der aber eigentlich auch keiner war. Eben auch so ein Fake, genau wie das ganze Dingen. Einzig die Unerschrift war echt, wenn auch nur schnell drunter gekliert. das sah man gut. Vertrauenserweckend war das allemal auch vor zwölf Wochen nicht und natürlich fühlte man sich ein wenig verschaukelt, verstand aber die Lage des Dönermannes, der ja etwas dafür tuen muss um den Kunden das Gefühl zu vermitteln, sie würden hier genau das Fleich kriegen, was von guter Qualität sei. Das kann man schon verstehen irgendwie.
Als ich heute mal wieder bei ihm war, gab es dieses Zertifikat nicht mehr. Alles was davon übrigblieb, war ein heller viereckiger Fleck an der Wand. Umrahmt von längst vergilbten Latex.
Ich habe woanders gegessen.

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Ich behaupte jetzt mal was

Nur mal so und ohne Garantie. Es gibt drei Möglichkeiten: 1.) Die SPD macht die Onlineuntersuchungskiste nicht mit und die Koalition lässt sich scheiden, 2.) man wird sich bei der von Sigmar Gabriel vorgelegten – und natürlich geänderten – Atomaustiegskiste einigen (Was zweifelsohne auch ein Verarsche am Wähler wäre), oder 3.) man hofft auf das Bundesverfassungsgericht, was im Nachhinein darüber zu entscheiden haben wird, ob diese Nummer wirklich verfassungskonform sein wird, auch dann, wenn dafür um die 30 Gesetzte manipuliert geändert werden müssen.

Und selbst wenn man diese drei Möglichkeiten wegknickt wie einen überreifen Stengel Löwenzahn, weiß jeder, dass die Möglichkeit rein technisch bestehen und genutzt werden wird. Und man kann nichts dagegen tun.

[File under: Kurzer Frust über die Demokratie im Jetzt und Hier.]

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Geschmacksfrage

„Über den Geschmack anderer darf man sich nicht lustig machen.“, habe ich gestern gesagt bekommen. Schade, dachte ich, gerade weil es doch so einen Mordsspass macht, zumal man ja nun über Geschmack nicht einmal streiten kann. Denn entweder hat man solchen, oder eben nicht. Da gibt es nichts zu streiten. Aber dann wird man doch wenigstens mal ein Spässle machen dürfen, dachte ich. „Nein, darf man nicht“, sagte sie, wohlwissend, dass der vermeintliche Inhalt des Spasses über die vielzitierte Grenze des guten Geschmacks hinausragt. P!nk.

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Antwort optional

Wenn man als junger Mann heute zu seinem Musterungstermin geht und dort auf die Standartfrage „ob man den Drogen konsumiere?“ antwortet; „Ja“, man „rauche hin und wieder etwas.“, kann es sein, dass die dort sitzende Staatssekretärin, die für das Nachgespräch zuständig ist, gleich mal eine Frage vorneweg beantwortet haben will. Es kann nämlich sein, dass sie das Gespräch hiermit einleitet: „Und Sie nehmen also lieber Drogen, als für Ihr Vaterland zu dienen?“
Nun, was man da wohl drauf antworten sollte?

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Es nervt!!!

Können mal bitte alle damit aufhören, mich blogextern mit Herr Müller-Content zuzumüllern?!? Das geht mir gehörig auf den Sack. Schon deshalb weil die Story alles andere als neu ist. Wer hat die denn nun wieder ausgegraben. Der Tüp war nie, ist nicht und wird auch nie ein Krieger des Lichtes werden. Wozu also die Aufregung. Und wenn das die Gemüter besäftigt und ich dann endlich meine Ruhe habe: Ja, ich werde keine Produkte von Herrn Müller mehr kaufen. Ist nun besser?

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