Keine Ahnung, wie es dazu kam. Ich glaub, es begann vor 10 Minuten.
Hoffentlich ist es in 10 Minuten wieder weg.
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Hoffentlich ist es in 10 Minuten wieder weg.
Einen Kommentar hinterlassenAnders alles, neu alles. Dinge fahren gegen eine Wand ohne zu bremsen, ohne zu zögern. Frühling kommt, der Schwermut geht. Nicht. Gedanken verlieren sich im Dunkel. Unzufriedenheit sollte nicht, ist aber. Richtig oder falsch, machen oder lassen? Gedacht, dass es so kommt, gewusst sogar? Nein. Euphorie frass das Sein, frass die Idee. Zwingt zu dem Anderen, dem Nichtgewollten, dem Nichtgeliebten. Machen oder lassen? Ist es das? Nein. Will man das? Man weiß nicht, man wollte nicht, man wusste nicht. Man war naiv und guter Dinge. Nur mit dem Herz, nur nicht mit dem Kopf. Man hätte wissen müssen, denken müssen. Das Herz holt ein – früh oder spät. Deutlich immer. Wegfahren. Nicht hier sein ändert nichts, verlängert nur. Frühling kommt, der Schwermut geht. Nicht.
Einen Kommentar hinterlassenUngebetener Besuch bei MoGreens.
Gerade standen 5 Bullen in Zivil vor der Tür mit einem Durchsuchungsbefehl in der Hand. Als mein Mitbewohner gestern vor einem Einkaufsmarkt sein Auto etwas aufräumte und ihm dabei die wirklich winzige Spielzeugpistole des Zöglings in die Hand viel war der Fall für die aufmerksame Tatortkonsumentin klar. Der Mann führt nichts gutes im Schilde. Jedenfalls wurde das Beweisstück beschlagnahmt und auf eine komplette Hausdurchsuchung verzichtet…
Ich sagte schon lange, man sollte die bösen Spielzeugwaffen endlich mal verbieten. Lasst Euch blos nicht mit so Dingern erwischen.
Ein KommentarIm Radio reden sie über Sex – im Kontext zu Uschi Glas!
Ich geh brechen.
Potsdam nimmt nicht nur den schon einmal Enteigneten die Grundstücke weg, nein, die machen auch noch andere Sachen, die irgendwie an längst vergangen geglaubte Zeiten erinnern. Potsdam schickt zu jedem Neugeborenen Stadtbewohner das Jugendamt vorbei. Da kommt dann eine furchtbar nette, viel zu alte Sachbearbeiterin vom Jugendamt vorbei – nach Terminvereinbarung wohlgemerkt – und beguckt sich die Lebensumstände des neuen Erdenbürgers. Angebotenen Kaffee oder Tee lehnt sie ab, vielleicht um sich unbestechlich fühlen oder so. Sie sagt da nichts weiter zu. Wenn sie denn da ist, erklärt sie den frischen Eltern, dass Kinder immer gerne in das Geschehen integriert werden wollen und nur ungern isoliert in ihrem Zimmer liegen. Aha, das ist mir jetzt nicht ganz neu. Irgendwann mal in den Sechzigern hatte sie vielleicht im Kombinatskindergarten Erzieherin gelernt, was sie immer noch zu einer fachlichen Größe macht, denkt sie. Über die Jahre hat ihr Kopf begonnen, immer ein wenig zu wackeln, wenn sie spricht. So wie es bei vielen Lehrern der Fall ist, die zu lange schon diesen Job machen. Sie bemüht sich wohl, Ratschläge zu erteilen, auch jene, auf die man gerne verzichten kann. Sie bemüht sich auch, nicht als Kontrollinstanz aufzutreten, das was sie macht nennt sich „Begrüßungsdienst der Stadt“. Sie bringt eine „superklassetolle“ Info-Mappe der Stadt mit, wie sie findet, wie sie immer wieder sagt. Fragen nimmt sie entgegen, Anliegen auch und irgendwie weiß sie offenbar auch nicht so ganz, was das Ganze überhaupt soll. Heute. Hier. Aber sie macht nur ihre Arbeit, wie sie sagt. Sie glaubt, sie macht sie gut. Auf die konkrete Frage, wie es denn im Herbst mit Kita-Plätzen in der Gegend aussehe, meint sie: „Das ist jetzt gar nicht mein Ressort, aber die Kita-Tante, die im Bürocontainer sitzt, die wisse das.“ Und das es im Schlaatz, im Stren und in Waldstadt freie Plätze gäbe, das wisse sie auch. Das überrascht mich nicht, denn wer bitte soll dort auch sein Kind abgeben. Ich nicht, soviel ist mal klar.
Als sie geht, weiß ich nicht so recht, wo ich diesen Begrüßungsdienst nun hinstecken soll. So mental meine ich. Ich weiß, dass ich kein Freund davon bin, wenn das Jugendamt mal so fix jemanden vorbei schickt, weil ein Kind geboren wurde. Ich weiß, das andere das anders sehen, aber das tut hier nichts zur Sache. Nicht das ich was zu verbergen hätte, im Gegenteil. Und genau deshalb kann sie auch gerne in ihrer Amtsstube bleiben, wenn es nach mir geht. Mir schnuppert das zu sehr nach DDR, sagt doch selbst meine Mom; „Och, ist ja wie früher.“
Eines jedenfalls hat sie sich über die Jahre abgewöhnt: Sie zieht sich ihre Schuhe nicht aus. Und genau das nehme ich ganz persönlich. Und gehen wollte sie auch wieder nicht, wegen „der äußerst entspannten Atmosphäre“, wie sie sagte. Na aber hallo!
8 KommentareKann mal bitte jemand den Haufen 1&1 in die Luft sprengen? Danke. Spesen werden erstattet.
Ein KommentarDas vielleicht Deprimierendste an der täglichen Viertelstunde Wartezeit an der Bushaltestelle, sind die Gespräche der Alten, die sich fast ausschließlich um ihre Arztbesuche und die damit verbundenen Gebrechen drehen. Ein anderes Thema haben sie selten. Es sind auch nicht immer die selben alten Leute, die sich austauschen – es sind täglich andere und dennoch haben sie nur dieses eine Thema. Sie steigen dann in den Bus, um sich auf ihre Dörfer verteilen zu lassen, was bei manchen gut 90 Minuten dauert. Am nächsten Morgen dann lassen sie sich wieder in die Stadt fahren. Sie haben Termine, wie sie sagen, immer haben sie Termine.
Ein KommentarIch frage mich gerade ernsthaft, wie man jetzt in den Jugendhaft- und Jugendarrestanstalten, seitens der staatlichen Kontrolle, die brisante Mischung aus dem neuem Jugendschutzgesetz, dem neuen Nichtraucherschutzgesetz und den Bedürfnissen Süchten der Jugendlichen auf die Reihe bekommt. Das würde mich echt mal interessieren.
Manche Gesichter vergisst man sein Leben lang nicht. Nie. Ganz gleich auch, wie lange es her ist, das man sie das letzte Mal gesehen. Ernst hat so ein Gesicht. Er wohnte früher in der „Neuen Wohnstadt“, gegenüber der Kaufhalle, direkt neben dem kleinen Zeitungskiosk, bei dem ich als Kind immer meine Flieger-Revue kaufen ging und wo seit der Wende der Dönerladen drin ist. Ernst arbeitete in dem großen Reglerwerk, sowie Tausende andere in unserer Stadt auch. Er muss ziemlich mies verdient haben damals. In seiner Freizeit verdiente er sich deshalb noch ein paar Mark dazu, in dem er Fahrräder wieder „flott machte“, wie er das nannte. Ernst sammelte irgendwelche Rahmen ein und machte wieder funktionierende Gefährte daraus. Diese verkaufte er dann an alle möglichen Leute, die ein Fahrrad brauchten, aber billig dabei wegkommen wollten. Ich weiß nicht mehr, wie wir an den Typen geraten sind , ich weiß aber, dass wir irgendwann einen Deal mit ihm hatten: Wir sammelten auf den Schrottplätzen der Umgebung Fahrradteile jeglicher Art und wenn die noch brauchbar waren, bezahlte er uns ein paar Mark dafür. Irgendwo lag immer was rum, was noch verbaut werden konnte. Sattel, Lenker, Räder und all so ein Kram.
Er soff wie ein Loch, seine Familie hatte schwer darunter zu leiden, was ihm aber nichts wert war. Er hatte sich neben seinem Kohlenkeller eine kleine Werkstatt in die Sechziger Jahre-Mietskaserne gezimmert. Wahlweise konnte man darin auch prima feiern, was er regelmäßig mit seinen Freunden tat, wie er sagte. Obwohl ich mir nie sicher war, das er davon mehr als eine Handvoll hatte. Wenn Ernst mal nicht arbeiten war, verbrachte er seine komplette freie Zeit in diesem Keller. Dort stand ein Radio, sein Goldbrand und es roch immer nach Zigarettenrauch – er rauchte Kette. Wir fanden es spannend, unsere Samstagvormittage dort zu verbringen. Außerdem gab es meistens, wenn wir Teile mitbrachten, auch etwas Geld, dass wir sogleich in die Kaufhalle tragen konnten.
Ernst war nie sonderlich freundlich, so ein Brubbelkopp eher, der, zudem noch dazu neigte, ständig aufschneiderische Geschichten zu erzählen. Er könne Karate und all so einen Schmiss wollte er uns weismachen. Irgendwann rastete er im Keller aus. Keiner wusste so recht worum es ging, was auch egal war. Er flippte völlig aus, schrie uns an, drohte damit, uns zu verprügeln. Dabei drückte er einen von uns an die Wand und sah ihn mit so einem Irrenblick an. Er schrie und schrie und schrie. Wir bekamen es mit der Angst und flüchteten förmlich vor ihm. Danach gingen wir nie wieder hin. Über dreiundzwanzig Jahre muss das her sein. Dann zog er um und ich habe ihn seit dem nie mehr wirklich wahrgenommen und bin mir sicher, ihn zwanzig Jahre lang nicht mehr gesehen zu haben.
Vorhin stand er mir gegenüber. Am Bahnhof. Viel kleiner wirkt er heute und sieht um Längen schlechter aus, als damals schon. Hager ist er, fast dürre. Eine dieser Billigzigarillos, für 2,30€ die Schachtel, steckte schlaff in seinem Mund. Das Gesicht ist faltig, die quallig teigige Haut ist untersetzt mit vielen roten Äderchen, die nach und nach alle aufzuplatzen drohen. Die Nase ist knallrot. Keine Frage: er ist immer noch ein Säufer, nur wahrscheinlich ist er das noch konsequenter als er es damals ohnehin schon war.
Ich habe ihn sofort erkannt. Er mich nicht.
Ein KommentarVor der Oberschule hocken die Lehrerinnen in ihren Kleinwagen und gönnen sich eine Zigarettenpause, wenn man in diesem Rahmen von „gönnen“ sprechen kann. Die Fenster der Autos sind dabei geschlossen.
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