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Kategorie: kfmw.stuff

Update hgm-Press: Klage gegen mich wurde vom LG Hamburg abgewiesen

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Das LG Hamburg hat heute entschieden, dass die Klage, die hgm-Press gegen mich bezüglich einer vermeintlichen Urheberrechtsverletzung eingereicht hatte, abgewiesen wird. Urteil von heute laut telefonischer Auskunft der Geschäftsstelle des Landgerichts Hamburg: der Tenor lautet: „1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Verfahrens trägt die Klägerin, 3. Vollstreckungsschutzklausel. Die Begründung folgt schriftlich.“ Über die Gründe dafür, kann ich nur spekulieren, was ich hier jetzt nicht tun werde. Sobald mir das Urteil in schriftlicher Form vorliegt, in dem dass dann alles stehen wird, werde ich es öffentlich machen. Alle weiteren Infos dann.

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Ich gestern auf der re:publica

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Ich war nun gestern zum nun zweiten Mal in Folge auf der re:publica. Anders als im letzten Jahr, wo ich mich furchtbar unwohl und irgendwie total verloren fühlte, fand ich es gestern als Speaker und als Tagesbesucher insgesamt sehr angenehm bis total schön.

Ich hatte mittags zusammen mit Nerdcorene und Valie von iRights.info ein Panel zum Thema „Urheberrecht vs. Netzkultur“. Bei diesem ging es natürlich viel um die Abmahnerei der letzten Monate aber eben auch darum, wie man damit umgehen kann, und wie man das perspektivisch händeln könnte. Vorneweg: es gab keine Antworten. Ein, wenn nicht das Problem, auch anderer Panels, die ich mir ansah, es gibt keine und schon gar nicht einfache Antworten.

Das Ding auf Bezug auf das Urheberrecht ist eben, dass sich das Netz in seiner Gesamtheit über die Jahre hinweg immer weiter und weiter entwickelt hat, währenddessen das zumindest Deutsche Urheberrecht in so gut wie keinster Weise auch nur irgendwie darauf reagiert hat. Dieses hat in seiner heutigen Fassung fast 70 Jahre auf dem Buckel und wurde in dieser Zeit nur geringfügig geändert. Im Regelfall nicht zu Gunsten des Nutzers.

Genau das steht sich aktuell mit den Bedürfnissen der Nutzer ganz wunderbar im Weg. Und ich sehe nicht, dass sich daran in naher Zukunft auch nur irgendwas ändern wird. Die Politik verschläft das Thema genauso konsequent, wie sie aktuell auch viele andere Themen zu verschlafen scheint.

Ich habe nach dem Panel mit vielen Leuten gesprochen, die dem weitaus optimistischer gegenüberstehen. Ich hoffe wirklich, dass sie am Ende Recht behalten werden und sich irgendetwas bewegt. Allerdings wurde schon in dem vor uns stattfindendem Panel klar, dass dieses „Urheberrecht“ eine so große Kiste ist, dass viele, die darüber reden, so gut wie keine mehr Berührungspunkte haben müssen, einfach weil es ihnen im Kern um andere Schwerpunkte geht. Es unterscheidet heute im Hinblick auf die digitale Realität nicht wirklich zwischen Texten, Bildern, Musik, Bildern und Videos. Einfach auch deshalb, weil das vor 50 Jahren schlicht nicht wirklich von Nöten war – ganz anders als heute eben. Auf der einen Seite hattest du damals den Urheber, auf der anderen den nur Rezipienten, der heute eben keiner mehr ist, auch weil heute fast jeder digital Empfangende auch automatisch zum Sender wird. Da hat das Urheberrecht keine Ahnung von, auch das Teilen ist ihm fremd. So, wie ihm so vieles fremd zu sein scheint. Irgendwie ist das in der Summe enorm traurig. Aber wie auch immer, hier das Panel zum Thema, das natürlich in 30 Minuten nicht allumfassend sein konnte, und doch sehr konkret auf die Abmahnwelle der letzten Monate einging. Interessiert hatte das dennoch überraschend viele Leute, der Raum platzte quasi aus allen Nähten.


(Direktlink)

Was mich rückblickend wirklich ärgert ist, dass wir uns ganz am Ende von einem der Spaten haben trollen liesen, die letztens für die peinliche „Don’t fuck with music“-Aktion verantwortlich war, die Deutsche Bundestagsabgeordnete mit falschen iPods und einem Pamphlet pro Urheberrecht zu beglücken versuchten. Gefälschte iPods. Oh, Irony!

Er meinte, dass eine Abmahndeckelung ja gar nichts bringen würde, weil „seriöse Abmahnungen“ deshalb ja keinen Effekt mehr hätten, und das „unseriös“ Abmahnenden ja egal sein könnte. Die schicken dann halt trotzdem Abmahnungen raus – vielleicht sogar noch mehr. „Damit sein keinem geholfen“, brubbelte er ins Mic. Ich verstand ihn akustisch nicht so recht und war gedanklich auch schon fertig. Allerdings denke ich heute, dass ich ihn hätte fragen _müssen_ ob es für ihn „seriös“ sei, Kids im Alter von 20 Jahren von 10 Kanzleien auf einmal abmahnen zu lassen, weil sie sich – dumm wie sie nunmal manchmal sind – in geistiger Umnachtung per Torrent die aktuellen „German Top 100″ saugten. Dafür gehen dann halt, wie in diesem Fall, schonmal 17 Abmahnungen mit einer Gesamtforderung von nicht weniger als 17.000 EURO raus. Von seinen Kumpels, den ach so seriösen Abmahnanwälten der Musikindustrie raus. Die Künstler bekommen davon im Regelfall nichts. Der etwaig von Kids bezahlte Kuchen wird zwischen Anwälten und Verwerten aufgeteilt. Ganz getreu dem Motto „Don’t fuck with music“, fuck with law! Ich ärgere mich wirklich sehr darüber. Arsch!

Abschließend fand ich es übrigens irgendwas zwischen überraschend und sehr erschreckend, wie hoch das Durchschnittsalter auf einer derartigen, eigentlich der Deutschen Konferenz dafür, war. Irgendwas mit um die 30. Die Jugend nimmt daran so gut wie gar nicht teil und daran ändert auch der wirklich großartige Rant von Tanja und Johnny nichts, der sich für die Jugend stark macht.

Wir werden dieses, von uns zudem gemachte und geliebte Netz verlieren, wenn wir nicht in der Lage sein werden, die Jugend mit in unser Boot zu holen. Daran ändert leider auch das von vielen gelobte, aber wohl von wenigen gesehene Panel zu YouTube nicht viel. Denn die Kids machen alles anders als wir darüber sprechenden. Und wenn wir das nicht wahrnehmen werden wir mit ihnen das Netz verlieren. Vielleicht mache ich im nächsten Jahr auch einfach mal so was ganz plakativ Plattes wie „Jugend im Netz“ und bringe ein paar Kids mit. Denn davon wissen die wenigsten von uns etwas.

Trotzdem war es, ganz anders als 2012, ein ziemlich toller Tag, an dem ich gefühlt mit 1473 Leuten gesprochen habe. Danke dafür.

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Paar Tage mit Musik im Wald? Könnt Ihr haben, schon am kommenden WE: proto.lab Betriebsausflug 2013

Die hoch geschätzten Kollegen der Prototypen veranstalten am kommenden Wochenende jetzt zum was-weiß-ich-wie-vielten-Male ihren Betriebsausflug mit viel Musik und noch viel mehr Liebe irgendwo in der Brandenburger Pampa. Ich werde irgendwann am Freitag oder Samstag zusammen mit Rudi Stöher die Regler übernehmen und dort für Musik sorgen. Wobei die Entscheidung, da hinzufahren, daran gar nicht festgemacht werden sollte, weil die eh immer ganz großartige Musik am Start haben. Und noch viel mehr Liebe.

Wo genau das sein wird, verrät ein Detail im Flyer – mehr wird auch nicht gesagt. Wenn Ihr in der Nähe von Berlin sein solltet und Bock auf ein hippie-likes Wochenende haben solltet: vergesst die urbanen Berlin Open Airs, fahrt ein Stück weiter raus. Wobei ich jetzt ganz bewusst _nicht_ auf die Wettervorhersage gucken will. Bringt euch was zu trinken mit und ein Zelt, kostet genau gar nichts. Der Rest ergibt sich dann vor Ort von selbst.

Betriebsausflug_2013_Flyer
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Mix: Das Kraftfuttermischwerk – Diepholz

diepholz

Eigentlich wollte ich diesen Mix lange schon gemacht haben und er sollte gestern kommen, aber mein Zeitmanagement war noch nie ein optimales – das wussten schon meine Lehrer und ich hoffe, sie können sich noch daran erinnern. Eigentlich sollte er auch ganz anders heißen, aber letzte Nacht brannte das Pallas Schallplatten-Presswerk in Diepholz nieder. Ich las in letzter Zeit immer wieder viel und gerne darüber. Heute Morgen dann fiel mir auf, was für ein geiler Name „Diepholz“ denn eigentlich für ein Label wäre.

Die Sache mit dem Label habe ich ja hinter mich gebracht, aber für einen Mix, ist dieser Name immer noch gut genug. Da gibt es kein Vertun. Hierfür ist der Name sogar perfekt. Dachte ich.

Vorneweg etwas Durchqueres, weil ich gar nicht so genau wusste, wo die Reise denn überhaupt hingehen sollte. Nach Joey Badass dann dafür aber zumindest in solidem Tempo. Mehr Gleichnis muss ja auch nicht sein.

Einige der mir in letzter Zeit liebsten Nummern. Und ein paar olle Kamellen. Passend zum Osterausklang.

(Zwischen Minute 37 bis 41 springt das Ganze hin und wieder. Das ist quasi mein Aprilscherz für heute. Haha. Müsst ihr durch.)


(Direktlink)

Tracklist:
Mala in Cuba – Changes
Teebs – for Phil
Joey Bada$$ – Unorthodox
Panama Reed – Blue Breeze
Youandewan – Disarray
Bonobo – Know You
Korablove – Walking in my Blues
DJ Koze – Ich Schreib‘ Dir Ein Buch (feat. Hildegard Knef)
Jerome C. – Heart, Soul
Fly o Tech – Funk me down
Rodriguez Jr. – Satellite
Steve Lawler – Avaida (The Organ Track)
Sascha Braemer, Anna Muller – You
Holtoug – You Got My Girl
Bonobo – Cirrus
Doc Daneeka – Just Say the Words
Robots Don’t Sleep – So Bad (Synkro Vocal Mix)
Sweatson Klank – Oblique
Shlohmo ft. Jeremih – Bo Beep (Do U Right)

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Neue Tapete im Blog

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Ich habe das jetzt einfach mal gemacht. Ich mag das alte Theme zwar immer noch sehr, aber ich will auch mal was Neues hier haben. Also jetzt erstmal so. Daran wird sich im Laufe der Tage noch einiges ändern, was ich auch online machen werde, weil meine offline Xampp-Installation mein WordPress nicht mehr spielen will. Ist aber dann aber eher technischer und nicht merkbarer Natur. Etwas schneller sollte das jetzt hier sein und die häufigen Crashs in Firefox, die ich mir nie erklären konnte, sollten sich hiermit auch erledigt haben. Hoffentlich.

Grundsätzlich aber würde ich das optisch im Großen und Ganzen gerne so lassen wollen. Bisschen den Header aufhübschen und Spaltenbreiten-Änderung in der Sidebar, die Kommentare kommen wieder unter den jeweiligen Artikel. Coder, denen ich dafür gerne mal auf den Saque gehen kann, können jetzt gerne ganz laut hier! schreien. Das meiste bekomme ich alleine hin, aber ich hätte gerne die alte Antwort und Zitat-Funktion aus dem alten Theme in dieses implementiert und habe natürlich keine Ahnung, wie genau das geht. Ich verabschiede mich somit von meiner doch so lange durchgehaltenen 500 Content Breite. Gut für euch, weil breiter.

Soweit erstmal. Und wenn mir das Morgen alles nicht mehr gefällt, switche ich wieder auf die alte Klamotte, wa?

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Mein erster Studio-Rechner is gone

Das schlimm Schöne an so einem anstehenden Umzug ist ja, dass man das ganze alte Zeug mal wieder in die Hände bekommt, das man seit Jahren irgendwo in seinem Wohnraum irgendwie so versteckte, dass man es nicht immer wieder in die Hände bekommen würde. Gerade dann, wenn man, so wie wir hier gerade, vier riesige Abstellkammern mit allerhand Zeug vollmüllenstellen kann. Da kommt so einiges zum Vorschein. So wie heute mein oller Kumpel, der Atari ST 1040.

Als wir damals 1998, in Berlin Schöneberg wohnend, erfuhren, dass wir schwanger sind, war uns beiden der erste Reflex: „Wir müssen aus dieser Stadt weg!“ Jetzt und sofort. Also suchten wir uns was. Ebenso reflexartig natürlich dort, wo wir beide mal herkamen. Heimat und so. Wir fanden eine unfassbar geile Bude mit fünf Zimmern auf 120m². Mit Garten und Garage. Die Gasetagenheizung trieb uns später an die Grenze des Ruins, aber immerhin hatten wir diese ganze Etage eines alten Bauernhauses für uns ganz allein.

Wir kamen aus zwei Zimmern, eine Stube und das Schlafzimmer, in dem ein furchtbar geiles Hochbett stand, was alleine schon als Schlafzimmer gereicht hätte. Also baute ich darunter eine Installation für das ganze Musik-Zeug. Platten, Plattenspieler, Mixer, 1000 Watt-Anlage, von der im Sommer bei offenem Fenster der komplette Hinterhof etwas hatte. Sie liebten uns dafür!

Jetzt kamen wir hier also mit unserer kleinen Habe in fünf Zimmer und wussten erst gar nicht, womit wir diese alle füllen sollten. Mehr als Stube, Schlaf- und Kinderzimmer würden wir ja gar nicht brauchen. Brauchten wir ja vorher schließlich auch nicht. Also entschieden wir uns, für die von uns damals so wahrgenommene, totale Dekadenz und gönnten uns ein Esszimmer. Und ein Studio.

Alles, was bis dahin irgendwie mit Musik zu tun hatte, kam in dieses Studio. Platten, Plattenspieler, Mixer, die 1000 Watt-Anlage, die hier niemanden mehr störte, da die uralten Nachbarn unter uns halbtaub waren – mehr Nachbarn gab es dort nicht. Wir stellten noch die ganzen Bongos, Congas und Didgeridoos da mit rein, wir waren schließlich Hippies – da musste das so. Außerdem eine Matratze für etwaigen Besuch, von dem wir schon seit jeher immer sehr viel hatten. Dazu dann noch dieses ganze alte Synthie-Zeug, was sich in der Clique so über Jahre hinweg angesammelt hatte. Die TR 808, die TB 303, die 606, die 707, die MC 303, das Nordrack, den Crumar-String, das Rhodes, die Basststation, die damals frische Korg-Electribe, die alten Akai und E-MU-Sampler, ein paar Kilo Effektgeräte, einen Korg X3 als Midi-Taste, zwei Rack-Synthies und den Moog Prodigy. Das war alles, was wir damals so zusammengesammelt hatten, was mir gerade jetzt furchtbar viel Zeug erscheint, was es ja auch war. Wir füllten damit einen 25 m² großen Raum komplett aus. Aber um das alles irgendwie sinnvoll nutzen zu können, fehlten genau zwei Dinge: ein großes Mischpult und ein Rechner, der das alles irgendwie per Midi verbinden konnte. Also kauften ich einen.

Das Mischpult wurde ein 24 Kanal-Monster von Dynacord. Der hier. Es war das erste Pult, das die Puhdys sich für ihre Aufnahmen irgendwann etliche Jahre vorher mal im Westen kauften. Ihr Pult. Das Pult der Puhdys, das wir irgendwo gebraucht und tatsächlich bezahlbar irgendwo in Oberschöneweide kauften. Ich weiß heute noch genau wo, wenn ich daran vorbeifahre. Bei uns im Studio. Darüber lache ich heute noch. Damit konnten wir zumindest alles routen. Per Midi syncen allerdings ging trotz dessen nur über einen Rechner. Einen Rechner, den wir nicht hatten. Alle begannen damals wie blöde damit, sich diese PCs zu kaufen. Aber die waren furchtbar teuer und mit Midi war bei denen ohne wieder teure Zusätze auch nicht alles gold, wie ich las. Ich las aber immer wieder und öfter von einem Atari. Ein Atari nämlich hatte schon von vornherein einen Midi-Anschluss, der uns all diese alten Geräte mit den neueren syncen würde. Das war es, worum es ging. Also suchte ich nach einem.

Ich fand diesen in der Zweiten Hand. Ein Musiker, der an der Hans Eisler Hochschule für Musik Saxophon studierte, wollte ihn im Prenzlauer Berg loswerden. Also fuhr die Frau des Hauses mit mir dorthin. Ein verdammt sympathischer Tüp. Der Geruch von Gras in seiner Bude. Downbeats, Dub und sein Saxophon. Auch wenn ich die Kiste als völlig unbrauchbar empfunden hätte, hätte ich ihm dafür Geld gegeben. Weil er so war, wie er eben war. Hippie, durch und durch. So wie ich. Außerdem hörte ich mir Sachen an, die er damit gemacht hatte und war voll aus den Schuhen. Grandioses Zeug. Ich zahlte ihm 450 D-Mark und bekam sowohl eine Logic als auch eine Cubase Lizenz dazu. Beides alleine war damals schon Gold wert, denn P2P gab es noch nicht so wirklich.

Dann machten wir mit der Kiste Musik. Sie lief, irgendwie. Ich weiß heute nicht mehr, wie genau sie das tat, aber sie tat es. Dieses voll hässliche casegemodete, was aus ursprünglich zwei 1040ern zusammengelötet wurde, Ding machte sein Arbeit verdammt zuverlässig. Immer für viele Jahre fast 24/7. Anmachen, Cubase starten (wir entschieden uns damals gegen Logic), alles routen. Musik machen. Gras. Räucherstäbchen. Unmengen an Kaffee. Morgens der Geruch von kaltem Rauch. Musik machen. Chords. Dub. Liebe. Sein. Mein Atari 1040 ST.

Ich wippte vor diesem, auf einem Schaukelstuhl sitzend, meine heute Große in den Schlaf. Sehr oft. Nebenher editierte ich Flächen am Nordrack und klickte die Midi-Daten in den ST. Sie schlief dann meistens tief und fest und blieb die halbe Nacht auf meinem Bauch liegesitzen. Wir waren dann zu viert. Sie, der Atari und ich. Und Musik. Immer Musik. Wir nahmen ungefähr drölf dutzend Mini-Discs mit dem dabei entstandenen Zeug auf. Auch bis heute mitunter kuhles Zeug wie Psy’n’Bass. Wir spielten in einer Zeit, in der alle auf PC umstiegen unsere ersten Live-Gigs mit dem Ding. Wegen dem und dem Riesenpult mussten wir damals immer fragen, ob die Platz für eine Tapezierplatte hätten. Die brauchten wir ob des Platzes für die Teile und dem enormen Hardware-Aufkommen immer. Wir liebten diese Kiste auch sehr viel später noch.

Wir zogen wieder um, dann in eine WG. Wir verzichteten alle gemeinsam auf ein Wohnzimmer, welches wir gerne gegen ein Studio eintauschten. Das Herz davon: der Atari ST und das riesige Pult. Ich kaufte etwas später, so um 2001 eine externe Festplatte dazu, weil das Speichern auf Disketten immer umständlicher und vor allem zeitintensiver wurde. Ich legte für die 60 MB Festplatte, die fast so groß war wie ein Plattenspieler gut 200 Mark auf den Tisch. Der Tüp, von dem ich sie kaufte, war ein Arsch, aber ich musste sie haben – ich hatte sie bis heute.


(Die heute Große im Heimstudio, 2002. Triebwerk war zu der Zeit der 1040er. )

Wir machten verdammt lange Musik mit dem Ding. Auch wenn die HD damals schon muckte und man sie manchmal sechs mal an und ausmachen musste, bis sie sich endlich zum Arbeiten bequemte. Aber dann lief sie. Wir machten noch ein paar Sachen für unser erstes Album auf Thinner mit dem Teil. Dann kaufte ich ein iBook.

Mit diesem neuen Rechner, der auf all das Midi-Zeug verzichten konnte, weil er auch sämtliche Klangerzeugung und EFXs in Form von VSTs mit sich brachte, ging der Atari in seinen wohl verdienten Ruhestand. Wir kauften dann, ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende noch einen Siemens-PC fürs Studio, zogen uns auf eMUle eine Cubase Lizenz und motteten die Kiste ein. Später zogen wir dann wieder um, hatten kein Studio mehr, auch weil wir dieses nun jeder für sich in unseren iBooks hatten. Ich nahm die Kiste entgegen des Willens der Frau des Hauses mit. Ich trenne mich so schwer von Dingen, die mir irgendwann mal ans Herz gewachsen sind. Hier hatten wir vier Abstellkammern, da würde der doch wohl irgendwo unterkommen können. Er konnte.

Jetzt ziehen wir wieder um und die Frau räumte heute die letzte der vier Kammern aus, stellte das Dingen in den Flur und fragte, „Quo Vadis?“ Ich stellte ihn schweren Herzens in den Garten, in dem er die Nacht nicht überleben wird, so lang er denn überhaupt noch irgendwas tun würde – ich habe es nicht probiert. Ich hatte den Geruch von Gras in der Nase. So wie damals. Räucherstäbchen auch. Stundenlange Lava-Lampen-Sessions. Hippietum. Chords. Die Erinnerung an das Rhodes, das ich mal verkaufen musste, um eine Miete davon klarzumachen. Ganz viel persönliche Geschichte und persönliche Geschichten. Ganz viel Liebe auch. Zur Musik. Zu dem, mit dem ich sie einst machte.

Nächste Woche kommt ein großes, orangenes Auto und holt die blaue Case Mod-Kiste ab. Auf nimmer Wiedersehen. Ich werde ihn nicht vermissen. Mein Rechner heute macht all das, wofür wir damals immer 25m² an Technik auf- und abbauen mussten. Verkabeln mussten. Und darauf hoffen mussten, dass das alles überhaupt irgendwie funktionieren würde. Trotzdem tat es mir heute ein bisschen weh. Ich trenne mich so schwer von Dingen, die mir irgendwann mal ans Herz gewachsen sind. Mach es gut, 1040er, Du warst mir ein wahrlich dicker Kumpel!

Und ja, hier steht ein Gartenzwerg vorm Haus.

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Du, Internet, ich habe Dich heute ganz besonders doll lieb und ich finde, Du solltest das wissen


Ich weiß gar nicht, wo genau ich anfangen soll – ich bin total überwältigt. Innerhalb der letzten 12 Stunden habt Ihr alle zusammen um die 5000 Euro zusammengelegt, um in den Prozess gehen zu können. Ich ringe um Fassung. Echt jetzt, Was hier heute passiert ist, ist völlig wahnsinnig!

Ich trug diesen Artikel, den ich heute Morgen schrieb, schon seit Tagen mit mir rum. Mir ging es gar nicht gut damit. Ich mache das hier eigentlich nicht um zu empfangen, sondern in erster Linie deshalb, weil ich senden will. So war das schon immer. Ich hatte keine Ahnung, ob das überhaupt irgendwie funktionieren würde, aber ich hatte keine wirkliche Alternative.

Dann kamen Mails aus Südafrika, aus den Staaten, aus Russland, Norwegen, Thailand, aus ganz Europa und von sonst noch wo mit dem Inhalt, mich unterstützen zu wollen. Auch Paypal Zahlungen von überall. Von ganz kleinen Beträgen, die sich manche von ihrem ALG2 abzwacken, bis hin zu wahnsinnig großen Summen, die ich niemals nicht erwartet hätte und die ich niemals wieder gut machen kann, außer vielleicht mit dem, was ich hier nun halt immer so mache.

Es ist nämlich so, dass ich mit Paypal nicht meine besten Erfahrungen im Hinblick auf freiwillige Zahlungen gemacht habe. Damals, als wir noch bei Thinner Musik veröffentlichten und den Paypal-Button daneben hatten, haben wir für über 120.000 Downloads gerade mal 75 Euro bekommen. Aber darum soll es ja gar nicht gehen.

Ihr habt es echt geschafft, die komplette Kohle für einen Prozess, den hgm-press gegen mich führen will, oder besser noch gegen mich führen wird, innerhalb nicht mal eines Tages zusammenzubekommen. Und zwar soviel, dass es sogar dafür reichen wird, wenn dieser für mich komplett gegen die Wand fahren sollte, was – das will ich noch einmal betonen – nicht ausgeschlossen ist. Ich verstehe das als ein von euch an mich übertragenes Mandat, es auf diesen Prozess auch ankommen zu lassen und sich nicht im Vorfeld mit denen auf irgendwas Halbgares zu einigen. Ihr habt „Prozess“ gesagt. Ihr seid bereit, diesen auch zu bezahlen. Das ist so unfassbar fantastisch! Also machen wir das so, denke ich.

Ob der zu gewinnen ist, kann ich nicht sagen, wünschen würde ich es mir allemal. Nicht mal unbedingt für mich, sondern für ein Recht, dass sich endlich der gelebten Realität anpasst, und dieser nicht weiter auf Jahrzehnte lang hinterherhinkt. Wahrscheinlich werden viele Prozesse geführt werden müssen, bis es dazu wirklich kommen wird, aber irgendwann muss man schließlich damit anfangen. Machen wir es jetzt. Auch auf die Gefahr hin, diesen zu verlieren. Irgendwann wird ihn jemand gewinnen und Ihr könnt dann alle von euch sagen, „Ich war von Anfang an dabei.“ Oder so.

Was auch bemerkenswert ist: wir Blogger sind im Regelfall ein komisches Völkchen. Wir lieben uns in der Summe für das, was wir in der Summe alle gemeinsam so tun. Jeder für sich. Konkret aber mag da virtuell gar nicht jeder jeden. Alle wissen das, keiner redet wirklich gerne drüber, schon gar nicht öffentlich, aber genau so ist das. Wir alle pflegen unsere Koalitionen. Ich weiß nicht mal, warum genau das so ist – ist eben so. Aber wenn dann so eine Kiste hier hochfährt, stehen wir in der Summe für das, was wir in der Summe alle gemeinsam so tun: Bloggen. So ungebunden wie möglich. Jeder für sich, alle für diesen verdammt bunten Haufen voller Awesomeness. (Ich hasse dieses Wort, Marcel von Amy&Pink hat das mal ins deutsche Netz geworfen. Seht ihr!) Und trotzdem, wenn es darauf ankommt, sind alle am Start. Mit Trackbacks, Tweets, FB-Shares oder eben einer Paypal-Zahlung. Danke, Ihr Bekloppten. ;) Es geht uns alle an. Gerade im Hinblick darauf, dass just in dem Moment auffällt, dass die nächsten Abmahnungen auch für das Einbetten von YouTube Videos kommen könnten, was alles andere als neu sein dürfte. Kommt bestimmt auch. Das deutsche Recht erlaubt das. Wir sollten uns das auf gar keinen Fall von irgendwem wegnehmen lassen. Wir sind die, die auch dazu beigetragen haben, dieses hiesige Netz so bunt zu machen, wie es nunmal ist.

Mehr weiß ich jetzt auch gerade nicht. Ich bin gerade ein bisschen dolle glücklich. Das liegt weniger an der zusammenbekommenen Summe. Eher daran, wie diese zusammenkam. Durch euch. Euch alle. Jeder mit dem, was er dafür geben konnte. Letztendlich wäre die Summe ohne das nie zudem geworden. Wenn ich also nach Hamburg muss, um mich vor dem Landgericht zu verteidigen, weil ich ein Foto bloggte, das die Macherin auf Facebook zum Teilen anbot und welches durch meinen Artikel 2200 Leute auf Ihre Seite brachte, werde ich euch alle irgendwie hinter mir wissen. Also wenn das in eurem Sinne ist. Und wenn dem so ist, ist das ist ein ziemlich gutes Gefühl. Wirklich.

Was ich vielleicht noch schreiben sollte – hier steckt eh schon mehr Pathos drin, als gut für uns alle ist. Ich schrieb vorhin mit einem wahrlich guten Freund folgenden Dialog und ich denke, Ihr solltet das wissen. Weil ich heute genau das fühlte:
***
„boah wat is denn bei dir los? krass wie die leute helfen…NICE..hammer!!“

Es ist wirklich krass ergreifend. Dieses, das man einfach sowieso immer so macht, weil man es macht… Die Leute lieben das. Es bringt sie durch die Tage, die Woche, die Monaten. Auch durch die ganz beschissenen. Und dann, wenn sie auf die einfachste Art mal „Danke“ sagen können, kommen sie einfach so vorbei und sagen irgendwie „Danke“. Manche mit 150,00 Euro, andere mit 1,37 von ihrem ALG 2. Heute liebe ich das Internet ganz besonders doll. Du kannst Dir nicht vorstellen, was das alles in mir auslöst. Ich bin total überwältigt. Ohne Shice!

das netz umarmt dich gerade! ich gönn es dir von ganzen herzen!

Danke! Ich weiß. Und ich weiß das sowas von zu schätzen.
***
Das seid Ihr. Ihr habt heute gemacht, dass mir die Worte fehlten. Ihr habt gemacht, dass ich kurz vor Rührung weinen musste (Echt jetz.). Ihr habt gemacht, dass ich wieder in Ruhe schlafen kann. Ihr, das, mein Internet. DANKE DAFÜR! Für jeden Cent, jeden Euro, jeden Tweet, jeden FB-Share, jeden Kommentar, jeden Trackback. Ohne euch könnte ich auch zu machen. Ihr seht toll aus!

Ich mache die Spendenaktion über Paypal jetzt zu, auch wenn das irgendwie doof ist. Aber mehr als da jetzt beisammen ist, bedarf es gerade nicht, um diese Kiste durchzustehen. Hoffe ich. Wer aber dennoch irgendwie etwas geben mag, kann das über das Button in der Sidebar tun. Zwei-drei Tage noch. Auch wenn das dann nicht mehr ausschließlich den Prozesskosten zu gute kommen wird. Vielleicht reicht es ja dann auch mal für eine kleine Vinyl-Auflage des kommenden Albums. Oder so. Das liegt bei euch.

Über all das Geld, was von der bis hier angedachten Aktion mal übrig bleiben sollte, reden wir dann, wenn es soweit ist. Wenn ich verliere, wird das nicht viel sein. Wenn nicht, bin ich für alles offen.

Aber, ey… warte mal… Guck mal da: Ein Katzenbaby-GIF! Awwwwwwwwwwwww!1ölf!!!! (Achtung, riesengroßes GIF.)

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Update: Klage von hgm-press und die Sache mit dem Geld, an dem es fehlt

[Update] Ihr Wahnsinnigen habt in gerade mal 12 Stunden die komplette Kohle zusammengesammelt, die für einen Prozess nötig sein wird. Im Zweifelsfall auch für einen, der nicht zu gewinnen ist. Ich danke jedem einzelnen von euch dafür von ganzem Herzen. Für jeden Cent, jeden Euro, jeden Tweet, jeden FB-Share, jeden Trackback und für all das. Ihr wisst schon. Ich nehme den „Spenden-Button“ deshalb jetzt hier raus. Wer trotzdem -aus welchem Grund auch immer – dennoch was hier lassen will, kann das in der Sidebar. Aber das geht dann nicht mehr explizit in die Prozesskasse. Warum dem so ist und warum ich gerade nach heute das Internet noch viel mehr liebe, steht genau hier. Danke!

Ich habe lange nichts mehr zum leidigen Thema der Abmahnung geschrieben, die mir die Kanzlei ActiveLAW im Namen der Bilderagentur hgm-press im November letzten Jahres hat zukommen lassen. Das hat auch damit zu tun, dass mein Anwalt mir nahelegte, mich vorerst in Zurückhaltung zu üben, die Gegenseite sei wohl etwas sensibel, wenn man ihre Wünsche öffentlich macht. Zum anderen will ich damit auch keinem auf den Saque gehen – ist ja doch irgendwie meine Kanne Bier.

Der aktuelle Stand stellt sich nun folgendermaßen dar: wie ich hier schon äußerte, hat die hgm-press noch vor Ablauf der mir gesetzten Frist um auf ihre Abmahnung zu reagieren oder die von ihnen geforderte Unterlassungserklärung abzugeben, Klage gegen mich vor dem Landgericht Hamburg eingereicht. Inwiefern das rechtlich so geht, ist nicht ganz klar, eigentlich könnte man erwarten, dass die ihre eigenen Fristen einhalten. Allerdings schrieb ich in einem sehr frühen Artikel dummerweise, dass ich „natürlich nicht zahlen werde“, was ich eben besser mit „natürlich nicht zahlen werde, bevor ich einen Anwalt konsultiert habe“ formulieren hätte sollen. Das hat denen dann aber wohl, so vermutet mein Anwalt, dazu gereicht, anzunehmen ich würde gar nicht zahlen wollen. Nimmt man das genau, hätten sie ihre Abmahnung auch auf eine Seite stellen können, in der Hoffnung, dass ich da irgendwie drauf reagieren würde. Diese aber schicken sie mit der Post und warten dann nicht darauf, dass ich mich auf dem selben Weg bei ihnen melden würde. Aber nun gut, soviel zu der oben angesprochenen Sensibilität.

Das Problem an der Klage allerdings ist nun, dass diese einen Streitwert festlegt. Dieser liegt jetzt bei 32.000 Euro und an diesem staffeln sich die Anwaltsgebühren, die zu zahlen es nun gilt. Ich verstehe diesen gegebenen Zusammenhang nicht so richtig, aber das ist auch nicht mein Fachgebiet. Nun ist es so, dass die Klage vor dem Landgericht schlummert. Mein Anwalt und ich haben nun eine Klageerwiderung eingerecht und beantragt, die Klage der hgm-press abzuweisen. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen haben sie nicht den Ablauf ihrer Frist abgewartet, zum anderen stehen falsche Behauptungen in ihrer Klage. Auch ist nach wie vor nicht adäquat nachgewiesen, dass sie die Rechte an den Bildern besitzen, für die sie in diesem Fall Geld verlangen. Dass sie die damalige anonyme Morddrohung von irgendeinem Vollidioten als Quasi-Beweismittel in der Klageschrift vorlegen, ist dann noch das Sahnehäubchen.

Will heißen: entschieden ist noch gar nichts. Ich kann in keinster Weise absehen, in welche Richtung sich das alles entwickeln wird. Wie ein zuständiger Richter reagieren wird? Ab es überhaupt zu einem Prozess kommen wird? Alles noch völlig offen.

Mir wäre einerseits natürlich am liebsten, die Klage wird abgewiesen und man einigt sich da irgendwie anders. Andererseits wäre dann auch nicht geklärt, wie eben in derartig komplexen Fällen wie dem diesigen mit dem Urheberrecht umzugehen ist. Denn so einfach wie die hgm-Press sich das hier vorstellt ist das alles nicht. Warum hatte ich hier schon ausführlich erläutert. Sollte man sich also irgendwie einigen, könnte das bedeuten, dass man zahlt, obwohl die die Rechte gar nicht besitzen. Zumal das nicht der erste Fall wäre, weshalb die hgm-Press ja auch schon mehrere Anzeigen wegen Betrugs am Hacken hat.

Ich werde also vorneweg eine grundsätzliche Entscheidung treffen müssen. Werde ich, sollte das überhaupt noch möglich sein, mich auf irgendwelche Einigungen einlassen, oder werde ich es auf einen Prozess ankommen lassen, um Klarheit zu schaffen? Ich weiß es nicht.

Das Problem ist: die ganze Kiste kostet so oder so Geld. Und das nicht wenig. Geld, das ich nicht so rumliegen habe. Auch meine „hohe Kante“ bewegt sich auf dem Niveau der aktuellen Schneehöhe und ist genau so schnelllebig wie diese. Zumal ich kurz vor einem Umzug stehe, welcher den Schnee sehr schnell schmelzen lassen wird. Leider.

Als das vor ein paar Wochen los ging und sehr aktuell war, fragten mich viele, ob sie irgendwie finanziell helfen könnten. Ich schrieb damals, dass das erst dann der Fall wäre, wenn es tatsächlich dazu kommen würde, dass ich was zahlen müsste. Nun ist es soweit, ich könnte etwas Unterstützung gebrauchen. Die erste Rechnung vom Anwalt ist da. Diese ist obhin des angesetzten hohen Streitwertes im niederen vierstelligen Bereich festgesetzt. Dem guten Willen das Anwalts ist zu verdanken, dass er das noch mal gedrückt hat. Nichtsdestotrotz muss ich das erst mal zahlen. Nichtsdestotrotz werden auch danach weitere Kosten auf mich zukommen – ganz egal, wie die Sache weitergehen wird. Im besten Fall werde ich das dann wieder bekommen, sollte der noch abzusehende Prozess zu meinen Gunsten entschieden werden. Sollte er das nicht, werden, nach Aussage meines Anwaltes, Gesamtkosten in Höhe von 3000-4000 EURO auf mich zukommen, die ich – natürlich nicht – habe. Ich bin also am Arsch.

Anders als die hgm-press ja gerne behauptet, ist es eben nicht so, dass Blogger mit ihren eventuellen Bildern dickes Geld verdienen. Ich hatte im letzten Jahr hier etwas Werbung drauf, was ein wenig Geld eingebracht hat, reich macht das einen nicht, wenn man nicht will. Ich weiß, dass ich hier mittlerweile gutes Geld mit machen könnte, wenn ich euch mit Werbung aller Art vollballern würde. Aber das wollte ich bisher nicht und würde eigentlich auch gerne in Zukunft dabei bleiben wollen. Und das auch, wenn das Dingen hier mittlerweile locker meine Miete zahlen würde. Vielleicht tut es das auch irgendwann mal, aber jetzt geht es um andere Dinge.

Ich könnte gerade wirklich etwas Hilfe gebrauchen. Ich werde keinen darum bitten – das liegt mir nicht. Zumal ich den Shice selber zu verantworten habe; Punkt. Dankbar dafür wäre ich trotzdem. Für jeden Euro. Sehr sogar. Denn so richtig weiß ich sonst nicht, wie das weitergehen soll. Und da ja einige der 300 Leser hier gerne etwas geben wollten, kann das mein blutendes Loch im Knie des Portemonnaies vielleicht ein wenig lindern. Das wäre schön. Bei anderen hat das glücklicher Weise ja auch schon geklappt.

Deshalb mache ich hier jetzt ein Button rein, auf dem „Spenden“ steht. Wer also so lieb ist, und was hier lassen möchte, kann das einfach per Paypal tun. Überweisungen gingen auch, die Daten dafür gebe ich gerne per Mail weiter. Mehr bleibt mir erstmal nicht zu sagen. Außer vielleicht im Vorfeld schon mal Danke. Vielleicht macht das meine Nächte wieder etwas ruhiger. Vielleicht bringt es auch gar nichts – ich weiß es nicht.

Und ja, ich verstehe mittlerweile, dass viele einfach zahlen und sich so dem damit verbundenem Kopffasching entledigen. Man kann nämlich immer leicht sagen, „Zieh das durch! Das muss ein Urteil her!“ Bin ich auch für. Aber das kostet erstmal Geld, vor allem aber kostet es Nerven. Von zweiterem habe ich mehr als vom ersteren. Aber bei dem aktuellen Stand der Dinge kann ich mir das wohl nicht mehr aussuchen und muss da jetzt irgendwie durch. Ruhiger hätte es allemal werden können, wenn ich mich mit denen auf einen geringeren Betrag geeinigt hätte und diesen einfach bezahlt hätte. Andere haben das auch getan und haben wieder ihren Netzfrieden. Andere allerdings, bei denen es um genau die selben Bilder ging wie in meinem Fall, haben auch nicht gezahlt und mittlerweile die Klage kassiert. Allerdings zu weitaus günstigeren Konditionen, wenn man das so sagen kann. Sie nämlich haben eine modifizierte Unterlassungserklärung abgegeben. Eine Sache, die man mir im Rahmen der gesetzten Frist gar nicht erst ermöglich hatte.

Sollte hier wirklich soviel zusammenkommen, dass ich mich gedanklich wieder anderen Dingen widmen kann, werde ich jeden Spender in mein Abendgebet einschließen. Sollte gar irgendwann dann irgendetwas davon übrig bleiben, werde ich mir eine Insel kaufen und alle Spender zu einer Party dahin einfliegen lassen. Sollte ich am Ende gar gewinnen und die Kohle geht an mich zurück, mache ich hier in Potsdam eine Party, zu der alle herzlich eingeladen sind. Und genau das ist kein Scherz!

Alle hier vorherig erschienden Artikel zum Thema hgm-press lassen sich hier nachlesen.

Vielen Dank!
Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.
Ich geh‘ schaukeln.

P.S. Wem auch immer es in der Fingern jucken sollte hier jetzt wieder einmal in die Kommentare zu schreiben, ich solle nicht rumheulen und sei selber Schuld und so: Ich werde derartige Kommentare wieder raushauen. Ich habe das 1000076 Mal gelesen, ich habe es verstanden, ich habe das akzeptiert. Aber das hilft mir gerade kein bisschen.

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Oliver Lange, Rudi Stöher & Das Kraftfuttermischwerk – 5h Set @ Mensaclub, Greifswald, 19.01.2013

Man könnte diesen Mix auch „2 Liter Vodka in 300 Minuten“ nennen, aber das wäre wohl etwas allzu offensichtlich und was sollen da die Kinder denken.

Oben im Floor: „Jogginghosen-Party“ mit DJ Thomas, der offenbar nicht ganz glücklich mit seinem Job in dieser Konstellation war, aber das wegen seiner Professionalität dann eben so runterreißt. So viel Professionalität kann man zumindest von mir nicht erwarten – ich trage nur zu Hause Jogginghose.

Dafür allerdings gab es im Keller von Oliver, Rudi und mir irgendwas, was wir mit Deep House begonnen hatten und was sich dann nach jedem Vodka Schluck aus den Literflaschen verselbständigte. Alles was nach den ersten drei Stunden passierte, nahm ich nur noch sekundär wahr, was natürlich einzig und allein der Müdigkeit geschuldet war.

Nach gestrigem durchzippen allerdings ist klar, dass das so schlimm alles gar nicht gewesen sein kann, der Mix ist auch hintenraus durchaus hörenswert. Zumindest gemessen an dem gefühlt desolaten Zustand. Dafür gibt es keine Tracklist, aber wer braucht die schon zum Tanzen.

(Der Stöher hat das Ding hier auf 320 k/bits exportiert, was natürlich gemessen an der Länge irgendwie nicht wirklich user-freundlich ist – das sind um die 650 MB. Aber da müsst ihr jetzt durch.)


[audio:https://www.kraftfuttermischwerk.de/music/Oliver%20Lange%2C%20Rudi%20St%C3%B6her%20%26%20Das%20Kraftfuttermischwerk%20%40%205h%20Deephouse-Set%20Mensaclub%2C%20Greifswald%2019.01.2013.mp3]
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