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Kategorie: kfmw.stuff

Sotschi (2)

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Die Eröffnungsfeier war wie erwartet eher so naja. Das ist einfach nicht so das meinige. Dieses nationale Geschwurbel macht für mich nirgendwo auf der Welt irgendeinen Sinn, auch nicht in Russland. Immerhin aber haben die damals Nazi-Deutschland besiegt, weshalb ich ihnen das nachsehe. Und die feiern sich hier wirklich wie die geilste Sau schlechthin. Man könnte meinen, die improvisierten Spiele sind einzig dazu da, sich als Volk selber zu feiern. Und so improvisiert die baulichen Begleitumstände auch sein mögen, so technisch perfekt inszeniert war das gestrige Opening. Da wurde kein LED-Lämpchen und kein Laser Scanner auch nur irgendeinem Zufall überlassen. Wer sieht im dunkeln schon, dass auf den Klos immer noch die Silikonfugen fehlen. Da heißt es Prioritäten setzen.

Dieses ganze pompöse Gedöns ist einfach nicht so meine Baustelle, auch wenn es schon so ein bis zwei „Wow-Momente“ gab. Habt ihr das mit dem Hammer und der Sichel gesehen? Ich fühlte mich an die Pioniernachmittage in der POS erinnert. „Wow-Moment“. Ansonsten war ich etwas betrübt, dass ich mir in dem Stadion das nicht enden wollende Variete-Theater angesehen habe, während draußen die geilste Pyro-Action überhaupt durch die Luft ballerte. Ich liebe Pyros.

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Sicherheitsmäßig lief alles fließend. Also fließend ausziehen, sich fließend abtasten lassen (immer noch sehr zärtlich), fließend die DSLR auseinandernehmen und wieder fließend zusammenschrauben. Dass man ein iPhone nicht öffnen kann zumindest war nun schonmal klar.

Bissl Aufsehen erregte die Tochter, die sich dachte, „Nehme ich doch einfach mal meine Federtasche mit ins Stadion.“ Warum auch immer. Da die Russen allerdings damals den Kugelschreiber-Revolver erfunden haben, wollten die nun jeden Stift auseinandernehmen. Klar. Für größeres Tara in Form von gleich sechs Sicherheitsbeamten allerdings sorgte ihr Taschenlocher, der auch locker als Zünder hätte durchgehen können. Was weiß denn ich, warum sie Derartiges mit auf so eine Veranstaltung nimmt. Vermutlich fragten sich die Abtaster genau das auch – solange bis einer von ihnen verstand, was ein Taschenlocher sei. Heute hat sie dann bei einer Kontrolle noch mal mit ihren Armbändern „gepunktet“, die ständig im Scanner gepiept haben. Auf dem Rückweg dann mit ihrer Kaugummi-Dose. Keine Ahnung, wie sie das immer hinbekommt.

Heute waren wir in Sotschi Centrum. Riesig und irgendwie großstadtmäßig uncharmant. Der Hafen war schön, dass die Bahn aber von hier ein halbe Stunde lang direkt hinter dem Kieselstrand am Schwarzen Meer langtuckert und man quasi am Strand auf seine Bahn wartet, war noch (mindestens) sieben Mal schöner als das.

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Ansonsten ist die City nicht sonderlich wunderschön. Viel Glas, viel vermeintlicher Luxus, viel unschöne Seitenstraßen. Ich glaube, wir hätten es mit unserem Hotel in Adler kaum besser erwischen können. Urig scheint es hier zu sein, etwas alltäglich auch. Wie das hiesige Leben eben so spielt und trotzdem nur 100 Meter bis zum Meer.

Man findet sich so ein, gewöhnt sich an das bisschen Zeitverschiebung und verdrängt, dass man eigentlich schon wieder kurz vor Heimreise ist. Deshalb eben noch mal 300 Gramm Schaschlik vom Spieß mit 200 Gramm Zwiebeln und georgischer Soße mit Chili, Knoblauch und frischem Koriander am Strand reinhauen – könnte ja das letzte Mal sein.

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Sonst noch was erwähnenswert? Ja. Als wir gestern aus dem Stadion kamen, brannte oben im Gebirge ein Stück des Waldes. Keine Ahnung, warum und weswegen, es fiel eben nur auf. Während in den letzten Tagen die Flugzeuge stets nur rechts und links an uns vorbei flogen, schienen sie gestern kreuz und quer über das komplette Arial zu fliegen. Sie hinterließen unzählige Kondensstreifen und allerschönsten Sonnenschein. Diesbezügliche Zusammenhänge? Sicher nur rein zufällig.

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Stefan, ein Tüp aus Mönchengladbach, der ausgewiesener Borussen-Fan ist, öffnet in einem Stau auf der Autobahn schon mal per Hand die Tür des Busses, wenn er pissen muss und der Busfahrer sich weigert, ihn dafür raus zu lassen. Da stören ihn auch die 57 Bullen auf der Strecke nicht. „Pippi machen muss man“, sagt er. Ich denke an die Lokalmatadore, pflichte ihm bei und latsche ihm einfach auf dem Standstreifen der Autobahn hinterher. Ebenso wie der gesamte Rest der Truppe.

Als wir da gestern im Stadion saßen, sagte ich Putin, dass ich Teile seiner Politik total beschissen finde und einen furchtbar bösen Blogartikel darüber schreiben würde, um daran was zu ändern. Er saß 1000 Meter von mir weg und hörte mich nicht. Zumindest tat er so. Der Auftritt von t.A.T.u, der als Warm Up im Stadion statt fand und vielleicht als Versuch der Relativierung zur homophoben Politik Moskaus gedacht war, war dann auch eher Kuchenbacken im Sandkasten als ein wirklich, wohl so gedachtes, taktisch kluges Statement. Mehr als Händchenhalten war nicht. Also nach dem Motto: „Wir lassen hier sogar Lesben auf die Bühne!“, aber nur wenn sie da nicht explizit zeigen, wie lesbisch sie tatsächlich sind. Die beiden haben sich den Abend sicher gut bezahlen lassen. Wenn ich das richtig gepeilt habe, haben sie einen ihrer Songs auch für die Olympia-Hmyne der russischen Mannschaft zur Verfügung gestellt. Nun ja, nichts die Welt bewegendes.

Was gefehlt hat? Dass tatsächlich irgendwer aus irgendeinem Team die tatsächliche Regenbogenfahne rausholt, während damit ins Stadion gelaufen wird. Jetzt ausgerechnet dem Deutschen Team dieses Vorhaben aufgrund ihres Outfits andichten zu wollen, was ja einige gerne taten, ist leider total lächerlich. Kein Design hier ist so bunt und regenbogenartig wie das offizielle des russischen Kleidungsaustatter. Dahinter kann sich nicht nur die Klamotte der deutschen Mannschaft verstecken. Sondern sogar die Regenbogenfahne selber. Viele Farben machen eben noch lange keine Toleranz. Leider. Reichen aber, dass so mancher das Deutsche Team genau dafür feiert. Ja.

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Noch was? Ja, ich habe drei Sorten Vodka probiert. Alle super. Was bei uns der Whiskey an Platz in den Regalen einnimmt, bekommt hier der Vodka. Ich finde das ja angemessen. Natürlich.

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Morgen geht es dann zum Skispringen. Haha. Ich und Skispringen! Als Kind guckte ich das immer gerne mit meinem Vater. Ich stellte mich dann währenddessen immer auf einen Stuhl und immer wenn ein Springer von der Schanze abhob, sprang ich eben dazu von diesem Stuhl. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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Und wenn ich groß bin, mache ich doch noch einen Führerschein und kaufe mir eines dieser russischen Autos! <3

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Und unten in der Russendisko unterm Fenster läuft gerade russischer Chanson. Nach einem Tag, der wie Frühling war. Liebe.

[Disclaimer: Weil ja schon gemunkelt wurde, ich würde mich für derartige Artikel vielleicht sogar vom Russen kaufen lassen: Nein. Ich bin in Sotschi, weil P&G die Reise dorthin bezahlt hat. Dass ich darüber schreibe, war keine Bedingung des Deals (nicht mal erwünscht) und ich tue das deshalb total privat, ebenso freiwillig und sogar sehr gerne. Dass ich eine große Schwäche für Russland an sich habe, ist kein Geheimnis. Das ich dafür viel zu selten hier bin, vielleicht. Dass andere viel lieber ganz woanders hinfahren auch nicht, aber das kann ja nicht mein Problem sein.]

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Da bin ich nun am Schwarzen Meer, sitze in einem Hotel, welches seinen Platz ziemlich genau zwischen der Ein- und Ausflugschneise des doch überschaubaren Flughafens hat. Alle zehn Minuten kommt ein Flieger rein, alle zehn Minuten geht einer wieder raus. Immer im Wechsel. (Flieger kommt rein.) Ein großes Linienflugzeug, ein kleiner Jet in Art einer Fokker, oder dieser kleinen Privatjets, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Immer im Wechsel und schon so ziemlich tief über dem Kopf. Der Flughafen ist ziemlich nahe dran, wir sind hier ziemlich zentral untergebracht.

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Sotschi zieht sich gut 100 Kilometer an der Küste entlang und das hier ist wohl nicht mal in der Nähe des eigentlichen Zentrums. Aber es fühlt sich so ein bisschen so an. Wir sind heute in 9 Stunden gefühlt 25 Kilometer gelaufen. (Flieger geht raus.) Diesen Teil der Stadt gibt es offensichtlich schon seit langer Zeit. Nicht, wie in der Nähe des Olympia Parks, wo fünf ganze Stadien auf relativ engem Raum nebeneinander stehen, was ein perfektes Ziel abgeben könnte und nicht wie in der Nähe das Bahnhofs Sotschi Adler, der auch erst neu gemacht wurde. Wir sind hier genau dazwischen, hier ist alles lange schon so. Bis auf die Fassaden der direkt am Strand stehenden charmanten Ferienwohnungen mit Seeblick, die man aktuell immer noch auf neu zu polieren versucht, obwohl klar ist, dass das bis Morgen nicht mehr zu schaffen ist. Man versucht da jetzt so Fliesenplatten an die Fassaden zu hängen. Zweifarbig. Unten Weiß und oben in so einem Terrakotta-Braun. Ganz mediterran und so. (Flieger geht raus.) Wir sind schließlich am Schwarzen Meer, vielleicht erwarten das einige dort so. (Flieger kommt rein.)

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Dabei schadet das ein wenig dem charmanten Flair. Die Wohnungen wirken eben nicht so, als wären sie nur einer privilegierten Schicht vergönnt, sondern auch denen, die es allgemein nicht ganz so dicke haben. Zumindest hier. Kleine aneinandergereihte Bungalows mit zwei Etagen, die obere mit Meerblick. Weiter Richtung Olympia Park sieht das schon ganz anders aus. Neubauten neben Neubauten auf mehreren Etagen. Einige davon noch nicht ganz fertig, die, die fertig sind haben so große Fensterfronten, dass man weiß, was da jede Menge Geld für hinzulegen war. Ganz am Fuße: Mc Donalds. (Flieger kommt rein.)

Überhaupt lebt dieser kleine Stadtteil von seinem Charme. Viele kleine bis ganz kleine Häuser, die über die Jahre hinweg irgendwie zusammen improvisiert worden sind. Mit überdachten Terrassen und Palmen im Garten. So, wie ich das in Montenegro schon kennengelernt habe oder auch im Umland von Neapel sah. Wir scheinen offenbar Glück gehabt zu haben mit der Lage unseres Hotels – oder andere Pech. Hier sieht es womöglich schon lange so aus, Ausnahmen bestimmen das Stadtbild.

Ich habe am Rande mitbekommen, (Flieger geht raus.) dass sich irgendwelche Journalisten über die baulichen Zustände der Stadt oder besonders dem ihrer Hotels lustig machen und ihre Berichterstattung darauf beschränken. Hätten die Pfeifen sich irgendwo gediegen und nicht nur Olympia-fokusiert eingebucht, hätten sie das womöglich nicht (Flieger kommt rein.). Aber das würde der doch so gerne herausgekehrten westlichen Arroganz wohl kaum Futter geben. Mag ja sein, dass das kurz lustig war – mittlerweile erscheint es zumindest mir ziemlich albern.

Schließlich sind wir in Russland. Improvisation gehört hier zum Lebensgefühl, Bauschaum ist alles und Olympia fängt schließlich Morgen erst an! Das heißt, die Jungs und Mädels haben noch gut 22 Stunden Zeit fertig zu werden. Die werden sie nutzen. Und die werden sie auch brauchen, selbst wenn dann noch so einiges liegen bleiben dürfte. Aber so what?!

Hier wird jetzt noch fleißig Rollrasen gelegt, es werden Primeln gepflanzt und Palmen in die Erde gegraben. Manche Baustellen, die schon als Shopping-Meile in den Olympiakarten verzeichnet wurden, hat man jetzt unfertig aufgegeben. Die müssen bis nach Olympia warten. Jetzt wird sich hier auf das Wesentliche beschränkt. Alles soll irgendwie schön aussehen und wenn das nur von weitem der Fall ist. (Flieger geht raus.)

Die Olympiastätte an sich macht einen fertigen Eindruck, offenbar stand das darum gebaute Sicherheitssystem als aller erstes. Überall in der Stadt stehen Bullen. Und ich meine wirklich überall. Auf Kreuzungen, vor Hotels, neben Bahnlinien, unter Autobahnbrücken, am Strand. Also überall meint wirklich überüberall. An Knotenpunkten kommt dann noch Armee dazu. In Vollausrüstung bewaffnet. Im Olympia Park selber laufen dann auch noch Spezialeinheiten Streife. Man will hier nichts an- bzw. abbrennen lassen. Ob das ein sicheres Gefühl gibt? Nein. Eher im Gegenteil, aber Präsenz scheint hier zum Sicherheitskonzept zu gehören. Was sollen sie auch machen? Ich wette, dass selbst oben in den von hieraus sichtbaren Gebirgszügen alle 200 Meter ein Posten steht, um zu verhindern, dass irgendwer von da aus Ziele ins Visier nehmen könnte. (Flieger geht raus.) Dass genau das hier ein Thema ist, lässt sich nicht übersehen. Selbst in die Bahn kommt man nur mit einer Sicherheitsschranke mit Metal-Scanner und Abtasterei. In die Stadien sowieso. Aber die Wachen sind zärtlich bisher. So viel ist auch noch nicht los, was sich allerdings Morgen ändern dürfte. Dazu hat jeder, der dann irgendwo rein will, einen auf sich personalisierten Besucherpass, ohne den hier gar nichts geht. Ob das Morgen noch so sein wird, wenn aus den 100en Zehntausende werden, ist fraglich, aber ich gehe davon aus, dass die alles daran setzen werden, ihre Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Und Geduld wird hier zur Tugend. Für eine Eintrittskarte muss man schonmal eine Stunde anstehen. Haben wir heute gemacht (Flieger geht raus.) und keiner scheint sich daran zu stören, zumindest keiner der russischen Besucherinnern.

Ansonsten essen wir hier abends sehr russisch in einer alten Kantine am Strand, die primär russisch besucht ist, und kiloweise Fleisch am Spieß vom Grill mit einer Apfeltomatensoße anbietet, nachdem man irgendwie kommunizieren konnte, was man haben wollte, und haben furchtbar reduziertes Frühstück. (Flieger kommt rein.)

Dafür gibt es Birnenbrause, einen halben Liter ziemlich guten Vodka für 4 Euro und direkt unterm Fenster eine Russendisko, die die halbe nacht russischen Jazz mit russischem Pop und moderner, ich vermute russischer Klassik, mixt. Es könnte weitaus schlimmer sein. Und Russland ist nunmal speziell. Speziell und schön. Ja, auch das. Ein Flieger geht raus, ein weiterer kommt rein und es wird die ganze Nacht so weiter gehen.

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Under Pressure

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(Sybmolfoto unter CC von Mueritz)

Es war unser letzter gemeinsamer Sommer. Wir hatten alle gerade die 10te Klasse hinter uns, nach den Ferien würde jeder seine ganz eigenen alltäglichen Wege gehen. Die Zeugnisse waren bei fast allen mäßig bis dürftig – für fast alle reichte es da nur für eine Ausbildung auf dem Bau. Aber immer noch besser als nichts und immerhin nicht zum Straßenbau. Das gemeinsame nachmittägliche Rumhängen auf dem Schulhof mit den billigen 0,33er Schultheiß Blasen würde wegfallen und überhaupt würde nach diesem Sommer alles ganz anders werden.

Es war heiß. Viel zu heiß, um fünf, sechs Tage in Zelten an einem kleinen See in Teltow-Fläming zu verbringen. Wir taten es trotzdem. Natürlich. Wir soffen Bacardi mit pisswarmer River-Cola, rauchten mehr als unsere noch jungen und dennoch schon schwarzen Lungen vertragen konnten, spielten Karten und nachts angelten wir. Allerdings eher nur so alibimäßig – man konnte ja nicht nur Saufen, was wir natürlich trotzdem taten. Wenn der Bacardi alle und der schon geschnittene Käse am Tage in der Sonne mal wieder zu einem Klumpen verschmolzen war, liefen wir morgens vier Kilometer, um in dem kleinen Tante Emma Laden im nächsten Kaff Nachschub zu holen. Bacardi. Der Käse war dann nicht mehr wichtig.

Wir hatten einen riesigen Ghettoblaster dabei, den wir – ganz Ostler – „Doppelkassettenrekorder“ nannten. Und mindestens 34,7 Kilo Batterien für das Ding. Tagsüber hassten uns alle badenden Familien dafür, aber wir waren jung und das war unser letzter gemeinsamer Sommer. Die konnten uns also alle mal. Und das ordentlich. Mittelfinger hoch. Nachts waren wir immer allein und ballerten drei Platten über den dann ganz ruhig vor uns liegenden See. Erasures „Chorus“, 2 Live Crews‘ „Banned in the USA“ und „Hot Space“ von Queen. Die eigentlich nur wegen einem Lied, „Under Pressure“. Ein paar Jahre vorher hatte Vanilla Ice dieses eine Sample davon benutzt, dafür liebten ihn alle. Wir aber wussten, wo das im Original herkam und hassten alle, die davon keine Ahnung hatten. Am Ende lief dann meistens nur dieses Lied, „Under Pressure“.

Es lief morgens beim ersten Bacardi-Cola, mittags, wenn der See langsam aber stetig von den Familien umlagert wurde, abends als mein Bruder dieses Mädchen mitbrachte, das mich besuchen wollte. Es lief, als wir beiden im Zelt dann so taten, als würden wir viel mehr machen als uns nur zu unterhalten, was dafür sorgte, dass wir danach für alle „zusammen“ waren. Tatsächlich sollte es noch gut ein halbes Jahr dauern, bis wir das auch so sahen. Wir sehen das bis heute so. Und wenn wir dann nachts in den benebelten Schlaf der trunkenen Jugend fielen, lief „Under Pressure“ natürlich auch. So lange, bis die Batterien mal wieder den Geist aufgaben. Am Ende hatten wir ein Tape, dass wir damals – ganz Ostler – „Kassette“ nannten, auf dem nur dieses eine Lied war.

Es war unser letzter gemeinsamer Sommer. Und auch wenn keiner sich in diesem Bewusstsein von seinen Eltern dort hinfahren lies, wussten wir es irgendwie still und heimlich alle, als uns die Eltern nach diesen Tagen wieder abholten. Es blieb dabei. Nach diesem Sommer gingen wir alle irgendwelchen Ausbildungen auf allen möglichen Baustellen Berlins nach und verloren uns aus den Augen. Manche für immer.

Und jetzt sitze ich hier in der Küche, backe einen Mohn-Kirsch-Käse-Marzipan-Kuchen, während das Mädchen, das mich damals besuchte und mit dem ich im Zelt so tat, als ob, an der Nähmaschine Hoodies für unsere Kinder näht. Dann höre ich wie aus dem Nichts „Under Pressure“ und muss an damals denken. Und an den Sommer, der mir wie jedes Jahr so fehlt. Vielleicht fahren wir im nächsten einfach mal für eine Nacht an diesen See, trinken Barcardi-Cola und hören dort die ganze Nacht „Under Pressure“. Der alten Zeiten wegen und weil dieser eine Sommer für uns gar nicht der letzte gemeinsame, sondern erst der erste war.


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Mix: Das Kraftfuttermischwerk – Aging Wooden Textures (recorded at Villa Straylight at 30C3)

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Hamburg, 28.12.2013, Chaos Communication Congress, Villa Straylight. Einmal durch alles, was einem nicht auf den Saque gehen kann. Die uralten Thinner-Perlen, nebst dem frischen Shoegaze-Sound von Stumbleine, verstaubtem Psymbient ala Human Blue oder psyflorierendem Dub von Stress Assassin. Dazu allerhand Bässe und natürlich eine Prise Dubstep. „Zum Chillen“ war die Bedingung für diesen ziemlich wunderbarem Floor im Congress Center in Hamburg. „Zum Chillen“ kann ich.

Zünden Sie die Joints, legen Sie sich auf den Rücken, schließen Sie die Augen. Begeben wir uns auf eine kleine Reise durch den Wald der auf Synapsen tanzenden Töne. Das hier ist der akustische Flugbegleiter. Praise the Sonntag!


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Tracklist:
Transient – Warm Night Lullaby
Taho – The River Of Grace
Mondfabrik – Lluvia
Lufth – Duisburg Links
tlon – While My Tears Swept Away
Hieronymus – Waiting
Stress Assassin – Time
Stress Assassin – Emotion Trakker
Human Blue – Communicate
Robot Koch – Jupiter
Sorrow feat. CoMa – Dalliance
Sorrow – Maelys
Submerse – Monochrome
Robots Don’t Sleep – So Bad (Synkro Vocal Mix)
Stumbleine – Try to Remember Me
Stumbleine – Light Sleeper
DFRNT – Headspace
Clubroot – Talisman
Kwality – Doug Wilson
Sorrow – Embrace
Audialist – Serpent
Biome – Havana VIP
Erykah Badu – On & On (Booty Fade Remix)
Geode feat. C Tivey – Ruh
Noman – Passing by
Sorrow – Shadowed Doubt
Phaeleh – Journey
Phaeleh – In The Twilight
Kryptic Minds feat. Alys Be – Time Flies
James Blake – Limit to Your Love
Shed – The Bot
Bugge Wesseltoft – Yellow is the Colour
Charlotte Gainsbourg – Hey Joe
Stumbleine – I Wanna Dance With Somebody
Stumbleine – Lon Lon

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Mix: Das Kraftfuttermischwerk – tief #6

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Der letzte Mix meiner tief Serie ist jetzt über zwei Jahre alt. Eigentlich hatte ich nicht wirklich vor, da mal noch einen ranzuhängen. Zum einen sind meine Sets eh immer ziemlich das, was ich mit „tief“ assoziiere, zum anderen, ja, gab mir Dubtechno jetzt ziemlich lange nichts wirklich in die Hose Gehendes mehr. Auch deshalb habe ich den lange nicht angefasst. Als Elke von Spiel:Feld allerdings fragte, ob ich denn nicht Lust hätte, den Neujahres-Podcast für Spiel:Feld zu mixen, dachte ich gerade nach den dann doch glitzernden Dubtechno-Perlen meines Adventskalenders, es wäre ja mal an der Zeit für tief #6. Eigentlich.

Und so ist dieser Mix straight vom Beischlaf geprägt, den Dub und Techno halt so abhalten, wenn sie es mal wieder beide nötig haben. Bisschen weg vom Deep House, hin zum rohen, minimalen Dubtechno. Mit Schwerpunkt auf Techno. Es ballert mitunter ordentlich. Langsam zwar, aber es ballert. So war der Plan, den es eigentlich nicht gab. Aber die Stimmung.

Here we go. Wenn euch gerade der Kater der letzten Nacht verlassen will, fragt ihn, ob er nicht vielleicht noch kurz mit euch tanzen will. Happy Hangover! Und das Intro meine ich ernst.


(Direktlink)

Tracklist:
1.) Ihr könnt mich alle am Arsch lecken / Protogroup – Bornotto B
2.) Yagya – Snowflake 2
3.) Andy Wonderland – Psychea
4.) Unbroken Dub – Low Freq Vibes
5.) Sistema, Pablo Bolivar – Memories
6.) Pohl – Abdubced
7.) Toby Dreher – Imagination (Marko Fürstenberg Remix)
8.) Klmz – Deep Impact
9.) Manaboo – Blutrane
10.) Monomood – Nina
11.) Dublicator – Sand
12.) Tobias Hornberger – Strands
13.) Pablo Bolivar – My Favourite Colour
14.) Sven Weisemann – Light sway
15.) Der Kosmonaut – Timetravel
16.) Radio Slave – Neverending
17.) Dubsuite – Schlafschlauch

Alle anderen tief Mixe finden sich hier.

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Mix: Das Kraftfuttermischwerk – Träumerlein 2

Weil ganz ohne Downbeats ja sowieso nicht geht, weil Johannes auch gerne einen Mix von mir in seinem Kalender haben wollte und weil die beiden Mixe ganz wunderbar zusammenpassen. Vorhin gab es die 4-to-the-floor-Nummern, hier jetzt Perlen aus der Abteilung Breaks, Downbeats, Bass und ein kleines bisschen Jazz. Blümchensex-Ohrgasmus quasi.


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Tracklist:
01: Snowy Intro
02: Tom Day & Laura Lethlean – Couldn’t Be Alone
03: Das Kraftfuttermischwerk – Türöffner
04: Om Unit – Folding Shadows
05: Synkro & Manos – In my Arms
06: Flume feat. Chet Faker – Left Alone (Ta-ku Remix)
07: City – Am Fenster
08: St. Germain – Sure Thing
09: Gas-Lab & Traum Diggs – Jazz Hop (feat. Natayla)
10: Scrounger – Innere Werte (Duererstuben Remix)
11: KOAN Sound & Asa – Starlite
12: Robot Koch – So Bad (Synkro Vocal MIx)
13: Submerse – Spending Time
14: Nils Frahm – You
15: Bonobo feat. Andreya Triana – The Keeper
16: Piano Party – Heutnacht
17: Love the Cook – Bao Quan
18: Author – In The Sky
19: Tsching – Zeitlos
20: Manfred Krug – Machs gut, ich muss gehen (Baby, It’s cold outside)

Ein Kommentar

Adventskalender 2013, Türchen #09: Das Kraftfuttermischwerk – Träumerlein 1

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Den Tüpen* kenne ich heute seit genau 37 Jahren. Meistens verstehen wir uns ganz gut. Er mag Musik nicht nur wenn sie laut, dafür aber immer viel davon und dann in all ihren Facetten.

In diesen 70 Minuten widmet er sich ganz und gar dem tiefen House-Sound mit schleppenden Beats, jeder Menge Atmo und immer etwas Liebe zwischen den Takten. Das mag er nämlich gern. Auch.

Außerdem auch andere Sachen und irgendwie alles. Lange schon und hoffentlich noch viel länger. Auch wenn er sich einst leidenschaftlich mit einem Freund darüber stritt, dass die musikalische Sozialisation eines Menschen irgendwann in einem Hafen endet und diesen dann nicht mehr verlassen mag. Man hält dann an dem fest, was man bis dahin lieben gelernt hat und dabei bleibt es dann auch. So die These des Freundes, der schon damals fünf Jahre älter war und seinen Hafen bei Bands wie Oasis gefunden hatte.

Ronny sah das damals ganz anders, auch wenn der Techno aus ihm schon lange nicht mehr rauszukriegen war. Bisher zumindest hält er sich daran. Vielleicht auch einfach nur Angst wegen im o.g. Hafen endgültig das Alter zu finden. So genau weiß er das aber auch nicht. Wie auch immer… Tanzt! Von mir aus den ganzen Tag. Die „Volkswirtschaft kaputt tanzen“ nämlich klingt doch irgendwie erstrebenswert.


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Style: Tiefes
Lenght: 01:13:32
Quality: 320 k/bits

Tracklist:
Sven Weisemann – Rejection
Monomood – Nina
Minilogue – Certain Things Part 2 (Salz Remix)
Trulz, Robin – Late Night (Pablo Bolivar Remix)
Long Arm – The Waterfall Inside Me (Robag’s Bad Bocklet Revolut)
Solee – Dubtale
Mount Kimbie – Made To Stray (DJ Koze Remix)
Oliver Schories – Dont Care
Nicone feat. Benjamin Franklin – Keep it deep
Bonobo – Eyesdown (Sasha Remix)
Jimpster – Porchlight And Rocking Chairs (KiNK Remix)
Soulight – Going Home
Isolee – Allowance
Unai Trotti – Dimitri
Nils Frahm – You (Teen Daze Remix)

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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Mein Browser A-Z

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Ich hatte das vor ein paar Tagen zuerst bei Anke gesehen, gestern dann bei Eikman, der viel zu kuhl dafür ist, dem nicht mehr als nur ein Text-Dokument zu widmen (Höhö!), heute hatte das dann Nicole. Und ich dachte so, „Ja, dass ist schon irgendwie kuhl, ich guck da bei mir jetzt auch einfach mal rein.“ So.

Derartiges, liebe Leser, nannten diese komischen Blogger früher mal „Stöckchen“. Einer begann damit und gab jene Beschäftigungsmaßnahme an andere Blogger weiter, die dem nachkamen und wiederum weitere Netz-Schreiberlinge dazu animierten, ihnen das gleich zu tun. Irgendwann aber waren diese „Stöckchen“ total verpönt. Auch von mir. Man muss ja nicht jeden Shice mitmachen und so. In diesem Jahr allerdings scheinen die wohl wieder zu kommen. Die sind natürlich immer noch irgendwie verpönt, weshalb ich auch trotzdem bisher keines mitnahm. Bis jetzt. Warum ich jetzt dennoch an dieses hier anbeiße, weiß ich eigentlich auch gar nicht so genau. Vielleicht einfach deshalb, weil ich selber mal wissen will, wie das A-Z meines Standard-Browsers aussieht. Ja, denn ich nutze tatsächlich zwei Browser. Einmal Chrome für Standard und für Arbeit. Und einmal Safari für Tumblr und deswegen so gar nicht für die Arbeit, weil dann fast immer NSFW. Ich mache das jetzt hier mal mit Chrome, auch wenn es in Safari womöglich viel interessanter wäre. Nun ja.

Und das funktioniert so: Browser anwerfen, einen Buchstaben eingeben, gucken, was kommt, aufschreiben (nicht schummeln).

A: Apollo Music. Ein Blog, was sich um vinylrelevante Angelegenheiten in Kanada kümmert. Noch gar nicht so lange auf dem Schirm, aber dafür reicht es wohl, Amazon Kunde war ich schließlich noch nie.

B: Banking DKB. Nun ja. Wisst ihr auch, wo ich mein Konto habe.

C: Crackajack. René, die alte Hundelunge. Auch heute gerne noch übern Browser angefahren.

D: DB Bahn. Ich suche täglich danach, irgendwelche Verbindungen optimieren zu können, um irgendwie schneller rumzukommen. Das ist mittlerweile ein fast spleeniges Hobby von mir und ich liebe die DB für die App auf meinem Phone und hasse sie gleichzeitig dafür, wenn wieder einmal – wie fast täglich – ein + irgendwas (in genau so roter Farbe) in den Verbindungsdaten auftaucht. Das heißt Verspätung von irgendwas. Täglich.

E: eBay. Dabei bin ich da echt selten. Mhmm.

F: Flickr. Da mache ich jetzt auch gar nicht soviel, aber nun gut.

G: Google Bildersuche. Fast jedes Bild, was ich hier bringe und von dem ich nicht weiß, woher genau es kommt, schicke ich durch die Bildersuche von Google um die eigentliche Quelle zu finden. Meistens vergebens. Ich gebe da diesbezüglich mehr auf TinEye.

H: Hassan Fotografie. Guter Fotograf aus Potsdam, wie ich glaube, dessen Arbeiten ich sehr mag.

I: Instagram. Mein Stream in groß. Ja nun.

J: JOB e.V. Mein Arbeitgeber, dessen Seite ich administriere.

K: Kaputtmutterfischwerk. Meine Ersatzdomain, die ich obhin der eigentlich angedachten nur vorübergehenden Notwendigkeit nie gebookmarkt hatte und deshalb immer direkt angesurft hatte. Lesezeichen liegen mir eh nicht so richtig.

L: Listen to Wikipedia. Zweimal angeklickt, aber vermutlich suche ich sonst nichts anderes mit L.

M: Mo Greens. Alter Freund, Kollege und Kupferstecher.

N: Native Instruments. Natürlich hat das seine Gründe.

O: Ostsee Zeitung. Keine Ahnung, wie genau die da hinkommt. ¯\_(ツ)_/¯

P: Paypal. *hüstel*

Q: The QI Universe. Was zur Hölle ist das denn, und wer war an meinem Rechner?!

R: Reddit. Ganz klar. Aber gibt es da eigentlich auch eine brauchbare App für. Frage ich mich ja schon lange.

T: Tanith. Eines der Blogs, die ich schon seit Ewigkeiten lese und das bis heute beibehalten habe.

U: Who Unfollowed me. Ich gucke da hin und wieder mal nach, welche Unmenschen mich nach einer durchgetrunkenen Nacht auf Twitter entfolgt haben. Sehr selten zwar, aber offenbar gibt das „U“ jetzt auch nicht sonderlich viel mehr her.

V: Vine. Ich nutze Vine bis heute nicht, bin aber schwer in einige der Videos verliebt. Ja.

W: We Transfer. Irgendwie muss man Daten größerer Natur ja nun mal durchs Netz schicken können. Auch ohne Cloud.

X: XLR8R. Was besseres kann man sich auf dem „X“ ja kaum wünschen. Musik, primär elektronischer Natur. Natürlich.

Y: YouTube. Na klar YouTube.

Z: Zeitensprünge. „Stiftung demokratische Jugend“. Ist einem Projekt geschuldet, welches ich gerade beruflich begleite und wozu es einen Film und eine Fotoausstellung geben wird.

Das war es schon. Reichlich unspektakulär. Ganz anders womöglich als mein Safari-Verlauf. Aber den behalte ich für mich. Jaha!

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Wir machen das mit den Kommentaren hier jetzt mal anders

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Ich war jetzt zwei Tage in der Pampa unterwegs, habe auf einen See gesehen, habe auf eine Pute gesehen, die 7 Stunden über einem Feuer grillte, habe im Nebel gestanden, nichts mehr gesehen, habe geliebt, habe sehr viel gelacht, bin sommergerodelt und habe den Mond bewundert. Mein Internet beschränkte sich dort auf Twitter, Instagram und auf Mails. Nicht weil es nicht anders gegangen wäre, nein, sondern weil ich schlicht und einfach keinen Bock auf mehr hatte. Und überhaupt war das einzige worüber ich mich aufregen konnte… Einige der Kommentare, die dann doch per Mail reinkamen. Ich bin es leid.

Nie sind mir die Kommentare hier in meinem Blog so dermaßen auf den Saque gegangen wie in den letzten Wochen. Gemessen daran, dass ich das hier nun schon seit über 7 Jahre mache, hat das lange gebraucht. Die meisten der hiesigen Leser wissen, dass es auch mal etwas derber zugehen kann. Ich kann das einstecken, ich teile auch gerne mal aus. Allerdings ist es nicht Sinn und Zweck dieses Blogs hier, irgendwann nur noch austeilen zu müssen, weil irgendwelche Knetbirnen, denen offenbar sonst niemand da draußen zuzuhören bereit ist, meinen, sie müssten mich oder auch andere hier auf Teufel komm raus und 24/7 vollpupen. Nein, da habe ich keinen Bock drauf.

Ihr konntet hier bisher immer ohne die Angabe einer Mail alles kommentieren, was euch so auf der Tastatur lag. Ihr brauchtet nicht mal einen Namen eingeben. Grundsätzlich mag ich dieses Konzept. Immer noch. Es ist einfach und stellt für niemanden eine Hürde dar, gerne auch mal kontrovers zu argumentieren. Ich lese eh so gut wie alle Kommentare und bin meistens nur dann eingeschritten, wenn es soweit ging, dass irgendwelche Idioten andere beleidigten oder noch idiotigere Idioten ganz klar Grenzen überschritten, die das deutsche Recht setzt. Das war meistens okay. Selbst den ganzen alltags- und eindeutig rassistischsten Müll, der sich gerade in den letzten Wochen hier immer wieder in den Kommentaren sammelte, habe ich weitestgehend stehen lassen. Das hat Gründe. Zum einen wäre es naiv zu glauben, dass es diesen nicht gäbe, nur weil er hier nicht auftaucht, zum anderen müssen Trottel halt dann auch damit leben, wenn sie für ihre Arschloch-Meinungen argumentativ auf die virtuelle Fresse bekommen. Das hat immer ganz gut geklappt, war immer relativ ausgewogen. Jetzt, so habe ich den Eindruck, ist es das nicht mehr. Ich ärgere mich mitunter so dermaßen über manche Kommentare, dass ich diese hier einfach nicht mehr haben will. Ich will nicht mal jene Leute als Leser hier haben, die solche Hirnfürze in meine Kommentare dropen. Warum auch? Nun ist so, dass ich mir nicht aussuchen kann, wer hier mitliest – allerdings kann ich mir sehr wohl aussuchen, wer hier was kommentieren kann.

Mache ich im nicht virtuellen zu Hause ja auch nicht anders. Ich sitze, rede, lache und trinke dort mit Leuten, die ich mag. Ich streite auch mit denen – na klar. Aber ich werde mir nicht von irgendwelchen Arschlöchern in meiner Bude rassistische Parolen anhören. Nee, diese Tüpen würde ich einfach rausschmeißen. Klar. Auch jene, die mich zum Rassisten machen wollen, weil ich Rassisten shice finde. Da sehe ich schlicht keine argumentative Grundlage. Diese gibt es imho auch nicht. Man kann mich an so einem Abend gerne auch mal „Arschloch“ nennen. Ich weiß dann wer das in welchem Kontext sagt und weil ich ihn/sie kenne, weiß ich, wie ich damit umzugehen habe. Hier weiß ich das nicht. Hier musste ich mir sagen lassen, dass ich durch meine mitunter sehr klaren Standpunkte ein Anhänger Adolf Hitlers sei. Was Absurderes habe ich womöglich noch nie gelesen und es fühlt sich an, als käme ein wildfremder Mensch in meine Bude, der mir ein Porträt von Hitler an die Wand hängt, welches allen weiteren Gästen suggeriert, als wäre dieser Pisser mein Heiland. Denjenigen, der das tun würde, würde ich auf ewig nach Mordor verbannen. Natürlich.

Das kann ich hier nicht, aber ich kann entscheiden, wer hier welche Bilder an meine Wand hängt. Und genau das werde ich jetzt – zumindest vorläufig – auch tun. Weil ich es kann, weil ich keine Lust mehr auf Idioten habe, die das Streiten, die Zeit und die darüber gemachten Gedanken nicht wert sind; Punkt.

Nach wie vor ist das hier mein Blog. Ich lade sehr gerne Leute ein, sich hier umzusehen, sich hier wohl zu fühlen, mitzureden, gerne auch zu streiten. Aber ich will nicht mehr mit Arschlöchern streiten müssen. Das mache ich auch im realen Leben nicht sonderlich gerne und es dort trotzdem hin und wieder tun zu müssen, lastet meine diesbezügliche Leidensfähigkeit gänzlich aus. Warum also sollte ich mir das hier auch noch geben, obwohl ich das gar nicht muss? Richtig. Da gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund für. Fiel mir ein, als ich vorgestern Nacht in den Vollmond sah.

Kommentare sind immer noch keine Selbstverständlichkeit sondern ein Privileg.
Und manche hier haben dieses schlichtweg verkackt in letzter Zeit. Und genau diese will ich hier auch nicht mehr haben. Weder als Kommentierende noch als Leser. Verpisst euch einfach wieder dorthin, wo euch sonst keiner zuhört. Wenn ihr gelernt habt, wie man halbwegs angemessen miteinander umgeht, könnt ihr gerne wiederkommen und wir versuchen es noch mal. Da bin ich nicht so. Ihr müsst nicht mögen, was ich hier mache, Ihr müsst auch meine Meinungen nicht teilen, aber kein Mensch zwingt euch dazu, dennoch hierher zu klicken. Wenn ich euch so sehr auf den Saque gehe, dann bleibt doch bitte einfach weg. Da haben wir dann alle was von. Zumindest regen wir uns dann weniger auf und das ist ja fast schonmal Kupfer wert.

Das Ganze läuft hier ab jetzt so: Kommentare nur noch nach Abgabe einer Mail-Adresse. Ob die echt oder ein Fake ist, ist egal, sie zu tippen, bedeutet eine Zeile mehr. Eine Zeile, die noch etwas Zeit gibt, erst die Birne anzuschalten und dann zu schreiben. Soll ja helfen, auch wenn das wohl etwas naiv klingen mag.

Jeder Kommentar muss vorerst von mir freigeschaltet werden. Jeder. Dafür nehme ich mir etwas Zeit. Mal mehr, mal weniger. Taucht der Kommentar nach spätestens 24 Stunden nicht unter dem Artikel auf, wurde er umsonst geschrieben. Da macht es auch keinen Sinn, den wieder und wieder abzuschicken. Wurde unter der abgegebenen Mail-Adresse schon mal kommentiert und von mir freigeschaltet, geht alles seinen gewohnten Gang und ihr könnt genau so wie bisher kommentieren, ohne das ich das alles moderieren muss. Ganz einfach eigentlich.

Es tut mir leid für jene, die hier schon so lange aktiv dabei sind. Die, die ich kenne, die, die mich kennen. Aber ich möchte hier Arschlochkindern keine Plattform mehr bieten. Diese haben sie hier lange genug gehabt. Jene Knüppel von denen, die jetzt gleich wieder nach „ZENSUR!“ schnappatmen: fahrt zurück in die siebente Klasse und lasst euch in PB das mit der Zensur noch einmal vom Lehrer erklären – kann ja keiner außer euch was für, dass Ihr das damals verpennt habt. Und wenn Ihr dann von dort zurück seid, setzt Ihr euch selber ein Blog auf und verteilt eure Hirnfürze ganz selbstständig im Netz. Hier bei mir ist dafür ab genau jetzt kein Platz mehr.

Bitte danke!

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Verkauf: Domain & Blog www.kaputtmutterfischwerk.de

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Wie drüben schon angekündigt, verkaufe ich jetzt meine Notstandsedition vom Kraftfuttermischwerk; www.kaputtmutterfischwerk.de. Ich habe soeben sowohl die Domain als auch das Blog bei eBay eingestellt. Startpreis liegt bei 3000 EURO, weil darunter will ich es dann doch nicht hergeben.

Ich tue das aus verschiedenen Gründen: zum einen kann ich einfach keine zwei Blogs gleichzeitig befüllen. Ich habe da ja noch ein Leben und andere Dinge zu tun. Zum anderen fände ich es schade, wenn das Baby da jetzt einfach auf immer so einschläft und zum Dritten interessiert mich tatsächlich, was Leute für so etwas auszugeben bereit sind. Oder ob da überhaupt jemand was für auszugeben bereit ist.

Wer will, kann damit Geld verdienen, das funktioniert mit Werbung zumindest dann ganz gut, wenn man wirklich alles mitnimmt und sich für nichts zu schade ist. War meins ja noch nie, weshalb die Einnahmen darüber doch überschaubar waren.

„3000 EURO? Ronny, wirst Du jetzt total größenwahnsinnig?!“ Nein. Allerdings stecken da eben fünf Monate Arbeit drin und das Baby hatte zum Schluss 500k Besucher im Monat. Mit denen kann man halt schon was anfangen. Und wenn es dafür nicht weggeht, ist das eben auch total okay.

Ob mir egal ist, was nach einem etwaigen Verkauf mit der Domain passiert? Jein. Einerseits hänge ich natürlich daran und sähe nur ungern, wenn sich da jetzt ein Versicherungsportal (Hihi) einnisten würde. Andererseits liegt das halt dann auch nicht in meiner Hand. Vielleicht hat ja einfach jemand Bock mit einem Blog zu starten, was nicht auf „Null“ beginnen muss und einen gewissen Vorlauf mitbringt.

Hier die Artikelbeschreibung und jetzt schimpft mich von mir aus „Kommerz-Assi, der sein Blog zum Verkauf anbietet!“ oder so was. Darauf bin ich vorbereitet.

Falls irgendwer Fragen dazu hat, kann mir diese gerne per Mail stellen.

Sie bieten hier auf die „Notstandsedition“ des in Deutschland nicht ganz unbekannten Weblogs „Das Kraftfuttermischwerk„. Die Domain Kaputtmutterfischwerk.de diente nach einem Server-Chrash im Mai diesen Jahres der eigentlichen Domain als Ersatzblog, das eigens dafür angelegt wurde, und wurde bis Anfang Oktober täglich mit Content gefüllt. Dabei entstanden über 820 Beiträge über Musik, Kunst, Kultur, Politik und alles.

In dieser Zeit ergaben sich dutzende Backlinks, knapp 100000 Sharings in Facebook/Twitter/Others und über 4000 Leser-Kommentare, die nicht Teil des Angebots sind. Die Datenbank für Kommentare würde vor einer Übergabe gelöscht werden. Außerdem haben gut 3000 Leser den RSS Feed abonniert. Das Blog steht in den deutschen Blogcharts immer irgendwas um Platz 10.

Laut Statistik haben in den letzten fünf Monaten über 1.8 Millionen Zugriffe auf das Blog stattgefunden.

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Monate:

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Wochen:

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Tage:

Nachdem Umzug auf die Stammdomain haben die Zugriffe natürlich nachgelassen, liegen aber aktuell imm noch bei mindestens 1000 am Tag.

Kann man damit Geld verdienen?
Ja, man kann und zwar recht gut. Je nach Werbepartnern sollten bis zu 1000 EURO im Monat machbar sein. Sollte der Käufer das Blog weiterbetreiben und an Werbung nichts auslassen, was meine Sache nicht so ist, sollte man, wenn man es halbwegs clever anstellt, damit locker seine Miete bezahlen können. Nähere Infos darüber gerne per Mail.


Was ist mit der Anbindung zu Facebook und Twitter?

Die gab es konkret nicht. Beides lief über die eigentliche Domain. Beide Accounts sollten noch zu haben ein.

Was ist Teil des Deals?
Alles. Ich verkaufe sowohl die Domain als auch das Blog als solches, was auf WordPress läuft. Alle Artikel bleiben bis zur Übergabe erhalten. Allerdings werden diese allesamt auf das Kraftfuttermischwerk kopiert. Was der etwaige Käufer dann damit anstellt, ist mir egal. Wer das auch weiterhin als Blog nutzen will, was ich toll finden würde, kann den Content gerne drinnen lassen, wer was anderes damit anstellen will, soll das von mir aus auch tun.

Weil das gerade zum Thema wird: Natürlich werden die Mailadressen nicht Teil des Verkaufs sein. Auch die Kommentare, die an die Adressen gebunden sind, gehen nicht an einen etwaigen Käufer über. Natürlich nicht!

Warum verkauft man so was?
Zum einen, weil ich mit einem Blog völlig ausreichend ausgelastet bin, zum anderen, weil es schade wäre, dass doch recht gut besuchte Blog einfach so einschlafen zu lassen. Wäre schön, wenn das dort irgendwie weiterginge. Außerdem interessiert mich tatsächlich, wie viel Geld manche für Derartiges auszugeben bereit sind.

Wird unter allen Umständen verkauft?
Nein. Es gibt schon eine preisliche Vorstellung meinerseits, unter der ich das Blog nicht verkaufen werde. Sollte diese nicht geboten werden, behalte ich das Blog und mache ein Kochblog daraus. Oder so. Vielleicht. Ihr könnt es natürlich auch kaufen und mich trotzdem darauf übers Kochen bloggen lassen. Hihi.

Wie läuft das nach dem Verkauf?
Aktuell liegt die Domain auf dem Servers eines Freundes. Sie müsste dann umziehen. Wohin wäre egal, die namentliche Übertragung per Denic ist kein Problem.

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