Was dem Westen seine Arcade-Automaten, war dem Osten sein Poly-Play, obwohl ich das Teil in 14 Jahren DDR-Aufenthalt niemals nicht zu Gesicht bekommen habe. Hergestellt wurde die Schrankwand vom Möbelhersteller VEB Raumkunst Mosel in Zwickau, was ja schonmal einen unfaßbar großen Haufen an Spaß verspricht, so rückblickend meine ich. Das das Ding aussah wie ein Fernseher, der in einer Schrankwand versenkt wurde ist kein Zufall – es war ein Fernseher, der 8 Farben bei einer Auflösung von 512×256 Pixeln darzustellen vermochte. Die funierte Spanplatte drumherum waren wahrscheinlich die Reste, die von Muttis Schrankwand irgendwo in der Halle rumlagen. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, ich habe nie vorher was vom Poly-Play gehört, geschweige denn gesehen. Das kann durchaus daran liegen, das der Preis mit 22.000 Ostmark etwas hoch angesetzt war, einen neuen Trabbi gab es immerhin für ein Drittel weniger und der war den Menschen damals irgendwie wichtiger, glaube ich.
(via murdelta)