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Cottbuser Polizisten hinterlassen „Defend Cottbus“-Kürzel – und werden versetzt

Kurzer Nachtrag zu der Wand, vor der letzte Woche ein paar Polizeibeamte in Cottbus posiert haben. Ich schrieb, dass es sein könnte, dass es dort ein kleines Problem mit dem Neutralitätsgebot gäbe. Stellt sich raus, die haben noch ganz andere Probleme.

Die Wand nämlich wurde im Anschluss von neun Beamten gestrichen. Allerdings nicht gänzlich. Am Ende blieb ein Krebs übrig, ein „D“ und aus dem darauf folgenden „E“ wurde ein „C“ gemacht. Dann sei wohl die Farbe alle gewesen. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, denn so blieb für alle ersichtlich das Kürzel „DC!“ auf der Wand. Die Abkürzung für „Defend Cottbus“.

„Das Tier, entlehnt aus dem Stadtwappen der Stadt Cottbus, ist ein bekanntes Symbol der rechtsextremistischen Szene in der Lausitz, die entsprechende Kampagne „Defend Cottbus“ steht in enger Verbindung zur „Identitären Bewegung“.“

Dann begannen interne Ermittlungen der Polizei, wobei herauskam, dass jenes Kürzel absichtlich und im Kontext zu Defend Cottbus auf der Wand hinterlassen wurde.

Mit dem neu aufgetauchten Foto vom späten Donnerstagabend sei nun aber „klar, dass die neun Beamten bevor sie den Ereignisort nach der beauftragten Entfernung verließen, diesen Schriftzug zumindest kannten und ihn auch dokumentierten“, heißt es von der Polizei. Eine Veränderung des Buchstaben „E“ zum Buchstaben „C“ erst nachdem die neun Polizeibeamten den Ereignisort verließen sei damit ausgeschlossen. „Die Beamten haben demnach den Ereignisort unter Zurücklassung des Kürzels ‚DC!‘ samt Krebs verlassen.“

Am Montag seien in der Liegenschaft der Polizei in Cottbus außerdem Reste von Farbe festgestellt worden, die möglicherweise zum Überstreichen des Graffito genutzt wurde. Farbspuren an der Mauer wurden durch Kriminaltechniker gesichert.

Nazis bei der Polizei, die jetzt ein Disziplinarverfahren und eine Versetzung erwartet. Entlassen werden sie nicht.

6 Kommentare

  1. uff3. Dezember 2019 at 14:07

    Krass und erschreckend dass diese Leute sich so sicher fühlen, dass sie quasi noch ne Schippe oben drauf legen und einen Dreck drauf geben (oder sich vlt. gerade deswegen so sicher wähnen) dass die eigentlich die Staatsgewalt sein und repräsentieren müssten. Uff

    • Jack3. Dezember 2019 at 16:44

      Ansich ist das gar nicht so verwunderlich da diese tatsächlich weniger „nachdenken“. Bzw. der PFC weniger benutzt werden kann um Konsequenzen abzuschätzen. Ansich kennt man dieses Verhalten von trotzigen Kindern (wo der PFC noch nicht ausgebildet ist) – Die ärgern sich dass sie die Wand überstreichen müssen (und somit gegen ihre Gesinnung handeln müssen)- die Emotionen wirken auf die Amygdala wodurch es eine starke Hemmung auf den PFC gibt.
      https://neuro.psychiatryonline.org/doi/full/10.1176/appi.neuropsych.16030051

      • Speravir3. Dezember 2019 at 20:20

        Mann, schreib so etwas wie „PFC” wenigstens einmal aus oder verlinke es. Ich war mir erst mit deiner Verlinkung zu Psychiatriyonline.org sicher, was du meinst; Servicelink: Präfrontaler Cortex (Wikipedia).

        Zum Thema: Ich weiß nicht mehr, wo ich das mal gelesen habe, aber es hieß mal, dass in diesen Eingreiftruppen der Polizei nicht gerade die hellsten der Zunft versammelt seien (womit man sicher einzelnen Unrecht tut).

        • Jack3. Dezember 2019 at 21:36

          Ja sorry mehr als ein Link muss freigeschaltet werden – da versuche ich Ronny arbeit zu sparen, hätte es aber ausschreiben sollen.
          Ich glaube das Berufsbild „Polizist“ bzw. deren Altag führt unweigerlich zu einem bestimmten Konnektom ebenso beim Militär hat man sicherlich kaum kreative Künstler oder Pazifisten – oder welche mit einem hohen AOT (actively open minded thinking). Allerdings gab es dann durchaus Probleme weshalb man ja inzwischen Abitur für die Polizei braucht – ein Wesenstest wäre sicher auch toll. Bei Ärzten hatten wir ja das umgekehrte Problem durch die NC (Abidurchschitt) Selektion – Da haben wir nun lauter Ärzte die gut auswendig lernen können aber menschlich (EQ) nicht unbedingt zur Spitze gehören.
          In den USA fand man ja raus das es eine Grenze gibt ab der ein Soldat mehr Schaden anrichtet – durch seine bloße Anwesenheit. Daher gibt es dort den Armed Services Vocational Aptitude Battery (ASVAB) – um aufgenommen zu werden braucht man mindestens “ 36 for the Air Force, 35 for the Navy, 32 for the Marine Corps, and 31 for the Army.“ 71% der Amerikaner (17-24Jahre) fallen da durch (teils auch wegen der Fittness oder Vorstrafen)
          Allerdings hat Intelligenz nicht direkt etwas mit der Fähigkeit zum Belohnungsaufschub und Impulskontrolle zu tun – auch wenn es da eine gewisse Korrelation gibt – ebenso mit dem beruflichen Erfolg. Noch spannender wird es wenn man sich Psychopathen anschaut – die wenn sie unter guten Bedingungen aufwachsen ein Segen für die Wissenschaft sind, unter schlechten aber ein Problem für die Gesellschaft ( gibt da tolle talks von Jim (james h.) Fallon (Neurobiologe))

          • le_sput4. Dezember 2019 at 13:10

            Für den mittleren Dienst reicht ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsaubildung – ohne damit unterstellen zu wollen, dass das nicht ausreicht um ein „guter“ Polizist zu sein.

            Es werden auch durchaus Persönlichkeitsstrukturtests angewandt, allerdings nicht obligatorisch…

            • Jack4. Dezember 2019 at 16:08

              habe grade mal geschaut: Polizeiausbildung ist wohl auch noch unterschiedlich je Bundesland geregelt (hierbeimir™ braucht man Abi)
              http://www.traumberuf-polizei.de/bl/
              Dort steht aber zumindest Mittlere Reife oder erweiterter Hauptschulabschluss plus erfolgreicher Abschluss einer regulären Berufsausbildung. Schulnoten sind zwar kein Maß allerdings bewirkt die Menge der Information die wären dessen das Gehirn verarbeitet doch auch etwas (sofern nicht totaler Durchzug war).

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