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Diagnose Krebs – und nicht krankenversichert

Ich kenne Claudius nur aus dem Netz. Dort folgen wir uns schon länger und so weiß ich, dass er gemeinhin gute Dinge tut. Auch und gerade um anderen Menschen zu helfen. Jetzt braucht er selber mal Hilfe – er bekam vorgestern die Diagnose Hodenkrebs.

Dass Krebs ein Arschloch ist, wissen wir alle, aber Claudius erwischt es besonders hart – denn er ist nicht krankenversichert und muss nun Kohle für seine Behandlung zusammen kriegen. Er „ging vor kurzem mit der Firma „1337MATE“, die sein Bruder und er selbst aufgebaut haben, beinahe Pleite. Um das Unternehmen zu retten, hat er sich selbst entlassen – seitdem stauen sich bei ihm die Krankenkassenbeiträge und er ist offiziell nicht versichert.“ (MoPo)


(Direktlink)

Ich habe ihm vorhin per Paypal ein paar Euro rüber geschoben und werde einen Teil des Geldes für den nächsten Werbeartikel, der hier später noch kommen wird, ebenso an ihn weiterreichen. Wer helfen will: [email protected] oder https://www.paypal.me/CHoller Guter Mann!

25 Kommentare

  1. Karin31. März 2016 at 13:01

    Jeder ein paar Euro…und schon kommt was zusammen.

    Mutig ist es mit so was ins Netz zu gehen!

    Bin dabei!

  2. spartacus31. März 2016 at 13:31

    In Deutschland kann man nicht nicht versichert sein. Um eine KV zu kündigen bedarf es einen Nachweis der neuen Versicherung – solange der nicht erbracht ist, kann die alte KV die vollen Bezüge (Arbeitnehmer+Arbeitgeber Anteil) einfordern, und ist im Umkehrschluss verpflichtet zu zahlen. Das ist eine gefährliche Falle, da viele Personen erst durch die aufgestauten Beiträge in eine Privatinsolvenz gedrängt werden.
    Falls die Private KV da Theater macht, ist die einfachste Lösung, sich von einem Kumpel auf 450,- anstellen zu lassen und ihm den Betrag zu erstatten. Sich arbeitslos zu melden würde vermutlich auch schon reichen. Ich würde unbedingt empfehlen sich viele verschiedene Meinungen einzuholen (Verbraucherschutz etc).
    Alles Gute!!!

  3. uff31. März 2016 at 13:54

    Gibt leider eine Menge Freiberufler, vor allem Frauen die nicht versichert sind, da die Beiträge zu teuer sind…

  4. Twinnie31. März 2016 at 14:09

    Kann sein das ich mich wie ein Arsch anhöre… aber das sind so Dinge die muss man im Leben einplanen. Jeder kann z.B. während einer Selbstständigkeit auch in die Arbeitslosenversicherung einzahlen um im Falle eine Pleite zumindest eine Grundsicherung vom Arbeitsamt bekommt… inkl. Krankenversicherung.
    Und wenn jemand Selbstständig arbeitet und nichtmal die roundabeout 350 Euro im Monat übrig hat um sich freiwillig gesetzlich krankenversichern zu lassen sollte darüber nachdenken ob nicht eine Anstellung die bessere Lösung ist.
    Daher hällt sich mein Mitleid in Grenzen… nicht was den Krebs betrifft was richtig Scheiße ist, aber dafür das man nicht vorgesorgt hat fehlt mir doch ledliches Verständnis.
    Ausserdem bin ich mir nicht sicher wie das ist wenn man in Deutschland eine potentiell tödliche Krankheit hat. Kann mir nicht vorstellen das man das nicht irgendwie regeln kann das man eine entsprechende Behandlung bekommt. Da gibt es sicherlich gemeinnützige Vereine die ihn beraten können wie ihm zu helfen ist.
    Eine Krebsbehandlung ist unglaublich teuer… das wird mit Spenden garantiert nicht zu bezahlen sein.

  5. Malaria31. März 2016 at 14:47

    Manche Dinge im Leben, wie eine schwere Erkrankung, lassen sich nicht planen. Habe selbst einen Kumpel, der seine eigene Firma hatte, die (Aufgrund von Peilo- Mitarbeitern/ Teilhabern) pleite gegangen ist. Bei ihm waren es motorische Ausfälle in den Händen, die mit teilweisen Lähmungen einhergingen. Bis heute weiß auch kein Arzt, was es sein könnte. Das Ende vom Lied war: Durch die Lähmung konnte er nicht arbeiten –> es kam kein Geld rein —> er konnte die Beiträge der Krankenkasse und die Miete nicht mehr zahlen –> Strom abgestellt –> Schulden –> Krankheit und Obdachlosigkeit. Mitlerweile hat er wenigstens ein Dach über dem Kopf und ein Handy. Das ist aber auch alles.

  6. Hans31. März 2016 at 14:59

    Shit happens! m.E. gibt es aber bessere/andere Möglichkeiten als um Kohle zu betteln:
    1. Ruf Deine KV an. Wahrscheinlich ruht Dein Versicherung nur und es gibt Möglichkeiten diese zu reaktivieren. Der (freiwillige) Mindestbeitrag für die KV lieg für Nichterwerbstätige bei ca. 150 €/Monat.
    2. ggf. hilft auch eine Familienversicherung? (Frau, Eltern?)
    3. melde Dich arbeitslos! Als Arbeitsloser/H4-Bezieher bist Du pflichtversichert.

    Gute Besserung und Toi, Toi, Toi!

  7. @Twinnie31. März 2016 at 15:02

    „Und wenn jemand Selbstständig arbeitet und nichtmal die roundabeout 350 Euro im Monat übrig hat um sich freiwillig gesetzlich krankenversichern zu lassen sollte darüber nachdenken ob nicht eine Anstellung die bessere Lösung ist.“

    Das ist falsch.
    Roundabout 800,- ist richtiger für offiziell Selbstständige!!!
    Und das ist nicht wenig!

  8. antiantianti31. März 2016 at 15:02

    Twinnie,

    Grundsicherung kommt vom Jobcenter, nicht vom Arbeitsamt. Dann ist aber erstmal alles weg und man darf sogar noch umziehen, wenn dem Amt die Wohnung zu groß ist. Grosser Spass für jung und alt, das, auch ohne Krebs. Das Geld für die KV muss man erstmal haben, als Selbstständiger bist du ganz schnell mal am Ende, wenn ein, zwei, drei Kunden einfach mal nicht bezahlen, aber alle laufenden Kosten noch weiterlaufen. Genauso wie man eben nicht mal schnell ne Anstellung findet.
    Sammeln/Spenden machen sehr wohl Sinn, weil man damit die aufgelaufenen Kassenbeiträge abstottern kann.

    Und ja, Arsch. Und zwar einer von der „Mir kann sowas nicht passieren weil“-klugscheisserischen Sorte. Viel Spass beim Planen.

  9. Klara31. März 2016 at 15:21

    Twinnie du hast recht, du hörst dich tatsächlich wie ein Arsch an.
    Warum soll Claudius in Hartz 4 fallen und seine Firma aufgeben (bei der ein wichtiger Lieferant abgesprungen war) nur damit er eine Krebsbehandlung bekommen kann? Gerade jemand der sich immer an Andere gedacht hat, sich für Jugendliche und Refugees eingesetzt hat, bekommt jetzt zum Glück zu spüren, dass Solidarität keine Einbahnstraße ist!

  10. Torsten31. März 2016 at 15:21

    Ich wünsche ihm viel Kraft und Durchhaltevermögen, in der Hoffnung, dass er das „Arschloch“ Krebs besiegt. Ohne Krankenkasse wird es vermutlich erstmal ein steiniger Weg werden.

    Ob jetzt allerdins jemand wie Twinnie weniger Mitleid spendet, spielt denke ich nur untergeordnet eine Rolle. Es ist schlichtweg nervtötend, irgendwelche Meinungen preis zu geben, wie man ein Verhalten beurteilt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir wissen nicht, was tatsächlich dazu geführt hat, warum er dies und jenes nicht gemacht hat.

    Wenn man heute ein Unternehmen gründet, dann wird man wohl oder übel jeden Euro umdrehen müssen. Viele haben gerade in den ersten Monaten/Jahren nicht die 80 EUR, um die freiwillige Arbeitslosenversicherung zu zahlen (oder wollen sie lieber in den Aufbau ihres Unternehmens investieren).

    Und nochwas Twinnie: Er war eine ganze Weile lang krankenversichert, hat dann aber aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens sich selbst entlassen. Wir können leider nicht schon beim Gründen wissen, ob wir in einem oder zwei Jahren erfolgreich sein werden. Dann wäre das mit dem Gründen auch ziemlich einfach und hätte mit Risiko nichts mehr zu tun. Wenn man übrigens alles an möglichen Risiken einplanen würde, dann hätte man innerhalb kurzer Zeit kein Geld mehr für das Unternehmen selber (Krankenversicherung, Berufshaftpflicht, Arbeitslosenversicherung, Privathaftpflicht, Hausrat, Produkthaftpflicht – um nur einige zu nennen).

  11. Phil31. März 2016 at 18:03

    Da ich mich selber bereits in einer Lage befand, in der ich arbeitslos war und Rückstände bei der Krankenversicherung hatte, kann ich definitiv nur anmerken:
    Man ist NICHT regel-, sondern weiterhin nur notfallversichert, obwohl die Kosten für die monatlichen Beiträge vom Amt übernommen werden.
    Und zwar so lange, bis man die Außenstände beglichen hat oder aber eine verhandelte Summe abbezahlt hat und regelmäßige Raten abträgt, was als Arbeitsloser vollkommen unrealistisch ist.
    Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass die Behandlung nicht übernommen wird.

    Auch von mir viel Kraft

  12. fisch31. März 2016 at 21:12

    Hi, an den an Krebs erkrankten:

    im Notfall Gewerbe abmelden und ALG2 beantragen, dann bist du ab Antragstellung gestzlich versichert, die kasse kannst du dir aussuchen. Wenn es Ärger gibt sofort zum Sozialrechtsanwalt!!! Ich war auch viele Jahre selbsständig und war am ende einige Monate nicht versichert, das ist eine Belastung wie sau. Bei dir ist es ja 1000 mal schlimmer. Rette dein Leben und begieb dich erstmal ins hartz system um kv versichert zu sein, der Rest sollte dir erstmal gleichgültig sein! Dein Körper braucht Ruhe und Kraft, so kannst du im Moment eh keine Firma retten!!! Alles Gute!!!!!

  13. civ311. April 2016 at 01:00

    @fisch

    Das dachte ich auch gerade.

    Jedoch wissen wir nicht, was für Verbindlichkeiten an der derzeitigen Rechtsform der beiden Kreativisten hängt..

    ggf. setzt das eine Insolvenz voraus.

    Ich würde diese durchziehen. Wenn die Gesundheit gewonnen hat, können alle Beteiligten ja wieder loslegen!

    Gute Besserung Großer! (ein bisschen Geld is drüben.)

  14. Nick1. April 2016 at 06:15

    Passender Titel wäre: Staat ist ein Arschloch – hilfst du mir?

  15. nur ein leser1. April 2016 at 12:35

    Ich weiß es doch auch nicht, ich hab auch nicht die Zeit zu checken ob das jetzt ein selbstverschuldeter zustand oder unverschuldete unglückliche umstände sind. ich teile nur mal fix mit, daß mir das kraftfuttermischwerk und die person dahinter einen sympathischen eindruck macht, und mich das veranlasst einen tropfen auf den heißen stein zu spenden.
    will sagen, wenn hier ein aufruf kommt, gehe ich davon aus, daß ronny das nicht ohne grund tut.

    ich halte es für legitim sich zu fragen, wie so eine situation entstehen konnte. bevor ich selbständige menschen kannte, war selbständig für mich ein synonym für wohlstand. seit eine person aus meinem umfeld sich als geschäftsführer 2 jahre kein gehalt auszahlt, damit die firma weiter existiert, bin ich gezwungen zu akzeptieren, daß ich nicht immer so informiert bin, wie ich denke. hab ich auch gar keine zeit für.

  16. Alex1. April 2016 at 15:11

    Hallo Internet!
    Mir gings auch voll dreckig, weil ich krank war und nicht versichert war. Auf die Idee, fremde Leute deswegen anzubetteln, kam ich einfach nicht.
    Ich war selbst schuld an der Situation, aber dafür bin ich cool und mag Katzen. Zahlste mir das jetzt zurück bitte? Selbstverständlich könnte ich den Arsch mitnehmen und mich um Klärung des Unzustandes kümmern, oben stehen vernünftige Tipps. Oder ich wende mich erstmal vertrauensvoll an dich, dafür muss ich nicht mal das Sofa verlassen.
    Danke, Community!

    (Das findest du jetzt affig? Ach Quatsch.)

  17. Ronny1. April 2016 at 15:32

    Alex,

    Hättest in deiner Situation in dieser Form ja andere um Hilfe bitten können. Offenbar hast du dich damals für einen anderen Weg entschieden. Toll, dass das andere auch tun können.

  18. Alex1. April 2016 at 18:09

    Ronny,

    Hast Recht.
    Wenn ich um Hilfe gebeten werde, unterscheide ich zwischen unverschuldeten Notlagen und selbstverschuldeten. Ich respektiere, wenn du nach anderen Kriterien unterscheidest.

  19. Crunchy1. April 2016 at 18:30

    Moin!

    Ist ja erstaunlich, was hier so alles festgestellt wird. Wie wäre es, endlich zu begreifen, dass das gegenwärtige System höchst fragwürdig (um nicht zu sagen „beschissen“) ist und IHR seid in der Verantwortung etwas zu ändern. Stichworte: Menschenwürdig, sozial und gerecht…

    Gruss, ein alter Sack!

  20. ThomasF.4. April 2016 at 15:59

    liebe viele,

    da steckt jemand in der scheiße. das kann jedem passieren. und jeder geht anders damit um. ich kann mir durchaus vorstellen, dass claudius dieser schritt sicher auch nicht gerade leicht gefallen ist. bei mir wäre das definitiv so.

    und nochmal verkürzt:
    da braucht jemand hilfe. helft, oder helft eben nicht. hätte, hätte fahrradkette hilft sicher nicht.

    und ja, wenn’s gerade geht, helfe ich auch dir, liebe(r)…
    so wie soeben claudius…

  21. Jack Framer7. April 2016 at 13:54

    spartacus,
    Man kann sich nicht arbeitslos melden wenn man krank geschrieben ist! Ist mir selber schon passiert.

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