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Eine Kreuzung in Addis Abeba

Als die Mauer damals weg war und an den Wochenenden die Berliner „Buletten“, wie unsere Alten sie immer scherzhaft nannten, einen motorisierten Ausflug ins neu zu erschließende Umland wagten, wurden viele von denen immer belächelt, weil sie an Kreuzungen, die keine Ampeln hatten, nie genau wussten, wie sie fahren sollten. Also standen manche so lange an einer Kreuzung, bis kein anderes Autos vor ihnen mehr fahren wollte, um dann diese Kreuzung im zweiten Gang zu nehmen. Viele der alten Ossis lachten darüber immer gerne, was natürlich böse war, mir allerdings als durchaus plausibel erschien. Mein Vater meinte damals immer zu mir, „Junge, wenn in Berlin eines Tages mal alle Ampeln ausfallen, steht die ganze Stadt still.“ Ich glaubte ihm. Ich muss heute häufig daran denken, wenn ich sehe, dass wieder mal eine Ampelkreuzung gegen einen Kreisverkehr getauscht wurde. Hihi.

Allerdings geht das woanders auch ganz ohne Ampeln, worauf ich nämlich eigentlich hinaus wollte. Der Meskel Square in Addis Abeba ist das Verkehrsnervenzentrum der Hauptstadt Äthiopiens. Wie es hier aussieht, geht das da ein paar Minuten ohne Unfälle. Wie das im andauernden Verkehr aussieht, weiß ich nicht. Ich kenne da keine Statistiken, aber vermutlich wäre jeder deutsche autofahrende Großstädter überfordert und würde so lange warten, bis kein anderes Autos vor ihm mehr fahren will.


(Direktlink, via reddit)

10 Kommentare

  1. Reiner22. April 2014 at 22:31

    Ach, ich bin da zwei Jahre lang gut (ohne Angst und ohne Unfaelle) durchgekommen. Sieht natuerlch toll aus im Video :)

  2. Rudy22. April 2014 at 23:12

    Das müsste man mal in Russland veranstalten.das würde lustig werden :)

  3. Captain Correction23. April 2014 at 02:29

    Mit dem Bus?!
    Reiner,

  4. Kaddus23. April 2014 at 07:30

    Hab ihr auf die Fussgänger geachtet?
    Kein Chaos und es funzt.

  5. Goma23. April 2014 at 09:44

    Ich glaube, dass das an den fehlenden Markierungen auf der Kreuzung liegt.
    Schwarmverhalten. Reguliert sich von selbst.

  6. mduratweb.de23. April 2014 at 10:36

    Das Bevorzugt Auto scheint klar ein T3 zu sein… ein Traumland!

    Und wie man sieht: s’geht och!

  7. Elektrosandy23. April 2014 at 11:06

    Und ich dachte schon Rom wäre schlimm. … ;)

    Sieht aber echt total flüssig aus, der Verkehr. Mir kommts aber auch irgendwie so vor, als wenn die Strasse, die von Süd nach Nord führt, die Hauptstrasse ist. Die fahren nämlich alle durch.

  8. instantflorian23. April 2014 at 12:31

    Naja, das Video läuft mit erhöhter Geschwindigkeit (mal auf die Fußgänger_innen achten), d.h. die Autofahrer_innen rasen da nicht mit 50+ Sachen auf die Kreuzung. Da kann mensch noch schnell einen kleinen Schlenker machen. Vor allem aber pochen sie nicht auf ihr „Recht“, wie es hierzulande üblich wäre. Deshalb funktioniert so etwas dort.
    @mduratweb Ich glaube, die Kleinbusse sind keine T3s, sondern irgend welche Toyotas o.ä.

  9. Reiner23. April 2014 at 14:46

    Captain Correction:
    Mit dem Bus?!
    Reiner,

    Captain, nee, die Orangen Busse hab ich nie benutzt, schwierig, herauszufinden, wohin die fahren, noch schwieriger, rein zu kommen, da proppevoll (billigstes Verkehrsmittel). Mit eigenem Auto, mit und ohne Fahrer, das ging, Hupen hilft da ausnahmsweise auch mal.

    Die blau/weissen Minibus-Dinger sind zum allergroessten Teil Toyota Hiace, die kleineren blau-weissen sind normale Taxis, Lada.

  10. TOPCTEH23. April 2014 at 22:05

    Ausnahmsweise scheint es auch in Deutschland mal ohne Ampeln zu funktionieren: http://www.youtube.com/watch?v=zv9FQZ7kgqU

    Man muss auch gar nicht so weit weg ins Ausland zu gehen. Ich hatte den vollen WTF-Effekt, als ich in Basel eine Kreuzung in der Nähe der Messe beobachtete. Straßenbahnen und Autos fuhren irgendwie trotzdem kontrolliert auch ohne Ampeln.

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