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Flugkörperschießen auf der Fregatte Sachsen

Großes Feuerwerk. Da hätte sich Sachsen ja fast selber versenkt. Zwei Besatzungsmitglieder wurden, so heißt es, stressverletzt, seien aber wieder dienstfähig. Am Schiff entstand sichtbarer Materialschaden.

Während eines Flugkörperschießens hat es auf der Fregatte „Sachsen“ am 21. Juni eine Fehlfunktion gegeben: Der Antrieb einer Flugabwehrrakete brannte kurz nach dem Abfeuern ab, ohne dass der Flugkörper den Starter verließ. Die richtige und schnelle Reaktion der Besatzung brachte die Lage sofort unter Kontrolle.


(Direktlink, via reddit)

13 Kommentare

  1. Stefan D.28. Juni 2018 at 18:40

    Ich mag dich ja mein Freund, dennoch hab ich das Gefühl, dass du kein Bisschen auslässt, um irgendwie gegen DIE Sachsen und das Land an sich zu sticheln. Das Land kann nix dafür, dass hier ein paar Idioten wohnen, wie im Übrigen auch überall anders. Die Art und Weise ödet mich langsam an. Prost!

    Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen.

    • Ronny28. Juni 2018 at 19:11

      Och, ich stichel auch gegen Bayern, Hessen, Brandenburger, Berliner und sonst wen. Insofern lasse ich da die Sachsen nicht aus. Warum auch? Auch die haben sich ihren Ruf erarbeitet. Und ganz ehrlich, guckt man sich an, was da so los ist und schaut auf die Prognosen, passt das mit „ein paar Idioten“ langsam nicht mehr. Es scheinen ein paar viele zu sein, was leider auch für Bundesländer wie Meck-Pomm, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu gelten scheint.

  2. Stefan D.28. Juni 2018 at 20:15

    Ist ein schwieriges Thema, was man hier sicher nicht ins Detail erörtern kann. Und vielleicht habe ich auch eine falsche Wahrnehmung, kann sein, aber ich habe das Gefühl, dass nicht nur hier bei KFMW sondern auch bei Böhmermann, dem Spiegel und anderen prominenten Plattformen es en vogue ist, die Ost Länder und deren Einwohner pauschalisiert zu diskreditieren. Man macht dies natürlich nicht direkt, aber es schwingt so etwas immer mit, so dass sich auch der „normale“ Ossi oder Sachse, denkt, „was hab ich mit dem Mist zu tun, den ein gewisser Prozentsatz in meinem Land verzapft?“ Man wird mit denen in einen Topf geworfen. Und durch diese mediale Stigmatisierung, kommt es halt auch zu „lustigen“ Szenerien, wie dass ich mit einem Dresdner Kennzeichen in Hamburg angepöbelt werde. Das muss man sich mal vorstellen, und das ist kein Einzelfall. Das der Typ der mich auf offener Straße beleidigt nicht weiß, dass ich auf Pegida-Gegenveranstaltungen unterwegs war und nichts mit diesen Idioten zu tun habe, spielt anscheinend keine Rolle. Unter Youtube Videos, von unschönen Szenen die sich hier im Raum Sachsen abgespielt haben, sammeln sich zutiefst beleidigende und rassistische Kommentare die alle Ossis trifft wie: „Wieder eine Bestätigung mehr, nie in den Osten zu fahren, geschweige denn dort Urlaub zu machen, alles Assis dadrüben“. Es gibt, und das sind die Mehrheit, freundliche Menschen und schöne Orte im Osten und man muss keine Angst haben hier Sightseeing zu betreiben, aber das Klischee ist und bleibt seit der Wende fest verankert. Natürlich machen die Sachsen oft auch keine gute Werbung für sich, ganz klar, da brauche ich mir auch nix vormachen. Ich glaube nur, dass solche Dinge wie dieses Polizeiauto mit den dämlichen Bestickungen oder wenn Dynamo Dresden irgendwo rumrandaliert, ein gefundenes Fressen für die Presse ist und mehr Raum bekommt als vergleichbare Geschehnisse im Westen. Und jeder fühlt sich wieder bestätigt in seinem kleinen Weltbild. Es wird immer suggeriert, hier würden Hinterwäldler und schlechtere Menschen leben, dies ist aber nicht der Fall. Es gibt ja auch Gründe weshalb hier mehr Leute AFD wählen, historisch und sozial gewachsen. Das ist es was mich stört, dass keine Debatte darüber gefühlt wird, warum denn einige Menschen hier anders ticken als im Westen? Drüben leben die Leute seit 70 Jahren in einer freien Welt, auf die mit Neid zur DDR Zeit geschaut wurde. Man hatte dort schon seit den 60ern türkische Gastarbeiter. Im Osten gab es ein paar Polen, Tschechen und Russen und den ein oder anderen Vietnamesen. Viele haben nach der Wende auch ihren Job verloren oder fühlen sich nicht ernstgenommen, verdienen seit 25 Jahren weniger Gehalt für die gleiche Arbeit als im Westen, die Sozialisierung ist eine ganz andere. Und diese Lücke und Verunsicherung wurde dann von Rechtsradikalen Wessis nach der Wende gefüllt, die dann Parteien wie DVU, REP oder die Rechte gegründet haben. Es gibt sehr viele Gründe und ich glaube auch, dass hier im Osten viele auch aus Trotz AFD gewählt haben. Sicht nicht angekommen oder nicht ernstgenommen zu fühlen, kann viel Wut erzeugen.
    Ich hoffe dennoch, dass diese Generation so langsam ausstirbt. Das heißt, dass meine Argumente in 25 Jahren nicht mehr ziehen werden. Ich glaub auch nicht, dass die Jugend in England den Brexit wollte und in den USA Trump gewählt hat. Aber das ist eine andere Geschichte.
    Ich will dich jetzt auch nicht in diese Ecke drängen, wollte selbst nur etwas Dampf ablassen, da mich das mehr und mehr stört, da ich hier lebe und diese Diskriminierung gegen uns am eigenen Leibe spüre. Hier gibt es viele die sich gegen Rassismus stellen und sich stark engagieren. Diese Menschen sollte man nicht pauschal mit den anderen in einen Topf werfen.
    Sorry für den langen Text. Hab euch alle lieb und mag deine Kommentare und Postauswahl sehr gerne. Einen schönen Abend dir (euch)!!11!

    • Ronny28. Juni 2018 at 21:16

      Alles cool. Ich verstehe deinen Ärger.

      Aber: ich bin Ostler und schon vor 25 Jahren vor den Nazis im Osten um mein Leben gelaufen. Ich weiß, dass es auch dort gute Leute gibt. Natürlich! Ich zähle mich dazu. Ich sehe uns/mich allerdings nicht in der Mehrheit und genau das macht mir Sorgen. Nicht mal kleine. Der Osten tickt einfach anders – und ich fände es falsch, so zu tun, als wäre dem nicht so. Weil wir da offenbar ein Problem haben. Nicht nur in Sachsen. In BRB, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Meck-Pomm sieht es ja nicht besser aus. Was glaubst du, was ich mit diesem Heck dort überall auf den Sack bekomme? Bisher im Westen noch nie, aber da bin auch seltener.

      Ich würde es ja geil finden, wenn wir selber mal aus den verbreiteten, ganz persönlichen Befindlichkeiten rauskommen könnten, und Scheiße als solche auch zu benennen, denn das, was da in den „neuen Bundesländern passiert“ ist halt in der Mehrheit scheiße. Da nützt es wenig, auf die paar Leute hinzuweisen, die nicht Teil dieser Scheiße sind.

      Ja, die sind auch wichtig – und ich bin dankbar, dass es sie gibt. Aber sie sind eben nicht die Mehrheit. Leider.

      Schreibe ich als Ostler.

  3. CH6428. Juni 2018 at 21:29

    „Da hätte sich Sachsen ja fast selber versenkt. “
    Da war das Schiff weit von entfernt. Der Gefechtskopf ist ja nicht explodiert. Nach mehreren Unfällen, hatte die US-Marine zum Zeitpunkt der Konstruktion der SM-2 bereits umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen etabliert.
    Selbst bei eine Explosion wäre das Schiff höchstwahrscheinlich noch in der Lage gewesen einen Hafen anzulaufen. So schnell sinken gerade Kriegsschiffe nicht. Im ersten Golf Krieg wurde USS Stark von zwei Exocet getroffen und konnte aus eigener Kraft eine Hafen erreichen. Das Schiff war weniger als halb so groß, wurde Seitlich getroffen und die Exocet haben größere Sprengköpfe als die SM-2.
    Im Falklandkrieg sind die Schiffe auch nicht so schnell versunken. Die Zerstörungen durch Brände waren das Hauptproblem. Deshalb wird heutzutage auch kaum noch Aluminium auf Kriegsschiffen verbaut.

  4. florian28. Juni 2018 at 21:30

    @Stefan D.
    Ich habe 9 Jahre in Sachsen gewohnt (sogar in Leipzig, in Dresden hätte ich es wahrscheinlich nicht so lange ausgehalten) und bin nach und wegen den Bundestagswahlergebnissen (21% AfD, schon vergessen?) dort weggezogen.
    „Ein paar Idioten“? „Viele, die sich gegen Rassismus stellen“? Bullshit! Ein paar Aufrechte gibt es, mag sein, aber es sind ganz gewiss nicht nur „ein paar Idioten“, die stramm rechts sind, so sieht es im dunkelsten Dunkeldeutschland aus.
    Schau Dich doch einfach nur mal um, wie viele Sachsen mit 18 oder AH auf dem Kennzeichen herumfahren, sich Th… St… und sonstige aussagekräftige Aufkleber ans Auto bappen, und ich bin ganz, ganz sicher, dass die wenigsten SAchsen ihre Drecksdeutschlandfähnchen von Autos und Fensterbänken jetzt entfernt haben. Und hör Dir doch an, was Kretzschmer so von sich gibt, und nach der Landtagswahl nächses Jahr wird Sachsen sowieso ein einziger braunblauschwarzer Sumpf (AfD-CDU-Koaltion) sein. Also hör einfach auf, die Situation dort zu beschönigen. Sachsen kann man einfach nur noch boykottieren. Kühne-Senf statt Bautzner Senf, Holsten statt Radeberger, Holsteinische Schweiz statt Sächsische Schweiz.
    Diese Jammerossibegründung à la „nicht ernstgenommen werden“ – gehts noch? In den Westländern sind den Regierenden ihre Untertanen genau so egal. Nee, das ist keine Entschuldigung, echt nicht. „Diskriminierung gegen Euch“ – mir kommen die Tränen. NICHT.

  5. altah28. Juni 2018 at 22:11

    Titel des Vid: Sind Sachsen Sachen? In Sachen Sachsen?

  6. Stefan D.28. Juni 2018 at 22:51

    @Ronny: Großes Lob für dein Engagement. Wirklich ernst gemeint. Was ich so sehe, was du hier machst und postet (bis auf die Spitzen die mir nicht zusagen :-) ) – bleib am Ball.
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    @Florian: Das ist es was ich meine. Undifferenzierter Kommentar. „Sachsen kann man einfach nur noch boykottieren“ – ich hoffe du bist konsequent und machst das auch bei amerikanischen Produkten, Benzin aus den Emiraten für dein Auto usw.
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    „In Dresden hätte ich es wahrscheinlich nicht so lange ausgehalten“ – wie gut, dass ich solche Kommentare noch nie gelesen habe (Ironie out). Du hast hier noch nicht gelebt, ich tue es seit 18 Jahren. Trotzdem wirfst du einfach sowas in den Raum wofür keine persönliche Evidenz vorherrscht.
    Ich kenne sehr viele Wessis die in Leipzig studieren, ich bin selbst sehr oft auf Party da gewesen und übers WE bei Freunden gewohnt. Leipzig ist eine geile weltoffene Studentenstadt. Man kann aber überall sein Haar in der Suppe suchen.
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    „Also hör einfach auf, die Situation dort zu beschönigen.“ Das habe ich nicht getan. Es sind zwei paar Schuhe. Ich habe ganz klar einen anderen Sachverhalt hervorgehoben. Beschönigen würde ich, wenn ich sagen würde, dass es in Sachsen keine Nazis gäbe, oder die ja ganz harmlos sind.
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    „Schau Dich doch einfach nur mal um, wie viele Sachsen mit 18 oder AH auf dem Kennzeichen herumfahren,[..]“ Tue ich – ich wohne hier. Ist mir nicht aufgefallen. Hierfür sollten wir mal eine empirische Studie vom sächsischen Verkehrsministerium erbitten bzgl. Nummernschilder und die dazugehörige Häufigkeitsverteilung einiger Buchstaben und Zahlenkombinationen.
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    „[..]und bin nach und wegen den Bundestagswahlergebnissen (21% AfD, schon vergessen?)[..] In Bayern hattest du 12,4% – Ab wie viel Prozent ziehst du aus deinem Bundesland? Wo ist die Grenze bei dir? 12,4 % gehen noch aber ab 20% ist Schluss? Wie hältst du es mit Anschlägen auf Asylheimen? Hier eine Karte: https://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/chronik-karte Und ja, die meisten im Osten. Übrigens, ja wir haben ein Problem mit Rechts. Die Karte zeigt aber auch, dass es ein Problem auf der anderen Seite liegt. Ich habe nur oft das Gefühl, nur weil der Anschlags-Counter oder der pro Kopf-Counter nicht so hoch ist, ist das alles ok – scheinbar auch für dich, sonst würdest du auch dort lokale Lebensmittel boykottieren. Und wie viele Anschläge verkraftest du, bis du dann wegziehst? Ich hoffe für dich du wohnst nicht in Nordrhein-Westfalen.

    • Harry5. Juli 2018 at 01:55

      Auch wenn ich dir in vielen Punkten recht geben würde muss ich sagen: Nein, ich kann in Sachsen nicht Sight-seeing machen, ohne mich zu verkleiden. Ich kann dort nicht rumlaufen, wie ich es gerne möchte, weil ich dann offensichtlich als linker und Antifaschist zu erkennen bin. Und außerhalb bestimmter Stadtviertel oder Städte geht das nicht ohne weiteres. Solche Gegenden gibt es außerhalb von Sachsen auch. Ich wusste als Jugendlicher fern ab von Sachsen immer ganz genau in welche Dörfer in meiner Umgebung ich nicht gehen kann und wo ich aufpassen muss, wenn ich mit dem Bus durch fahr.
      Das Problem, dass Sachsen hat ist aber trotzdem deutlich größer als in vielen anderen Gegenden in Deutschland. Und das Problem das Sachsen hat erstreckt sich auch nicht nur auf Neonazis und gewalttätige Rassisten. Auch die bürgerlichen Parteien in Sachsen gehören zu den Rechts-außen im Bundesvergleich. Die Exekutive und Verwaltung ist in der Liga der autoritären Etatisten ganz oben mit dabei und selbst die mit akademischen Würden beschmückten Stichwortgeber des Rechtsrucks haben ihre Heimat in den Staatsnahen Instituten und Hochschulen in Sachsen. Es geht in Sachsen nicht um ein „paar Idioten wie es sie überall gibt“, sondern um eine verfestigte Struktur, die sich vom Staat über die Zivilgesellschaft bis in das Vereinsleben und in die Kneipen zieht.
      Woanders ist auch scheiße? Ja. Aber Sachsen ist deswegen nicht weniger beschissen.
      Und in dem Maße, in dem du das „Sachsen-Bashing“ nicht mehr hören kannst, kann ich das (nicht nur) sächsische Gejammer darüber wie unfair man behandelt wird nicht mehr hören.
      Der Grund, warum man bei entsprechenden Nachrichten aus Sachsen nicht „scheiß Rechte“ sondern „scheiß Sachsen“ denkt ist, dass sich in Sachsen so viel rechte scheiße auf so vielen Ebenen zusammengebraut hat, dass man diese Nachrichten als Folge dieser Struktur wahrnimmt und das nicht nur zu unrecht.
      Das Problem sind nicht die Leute, die eine Aversion gegen Sachsen entwickelt haben, sondern die sächsischen Verhältnisse.
      Wo ich aufgewachsen bin gab es auch schöne Landschaften, nette Leute und wir hatten auch ein cooles Jugendzentrum und alles. Aber jedem und jeder, die die Gegend als widerliches Drecksloch bezeichnen, würde ich aus tiefster Überzeugung zustimmen. Und das fällt mir deshalb nicht schwer, weil es stimmt.

      • Harry5. Juli 2018 at 02:42

        Es ist darüber hinaus auch nicht Hilfreich, dass „Sachsen“ sowohl das Land Sachsen als auch „die Sachsen“ also wenn man so will die Menschen, die dort wohnen meinen kann. Wenn ich „Scheiß Sachsen“ schreibe, meine ich selbstverständlich ersteres.

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