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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Adventskalender 2016, Türchen #15: Saetchmo – Horizontal tanzen

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Saetchmo, der Wizard des Dub aus Berlin, ist hier Stammgast. Nach wie vor bespielt er die Welt jeden Donnerstag mit den frischsten Dubtunes des Planeten aus seiner Echokammer heraus. Basstherapie. Leider komme ich nicht all zu häufig dazu, bei ihm einzuschalten, aber wenn dann doch, dann ist’s halt auch immer sehr geil.

Wir haben diesem Jahr, anders als in den letzten Jahren, sehr viel weniger irgendwo gemeinsam gespielt, fällt mir gerade auf. Meeresrausch und das war es dann auch fast schon. Das aber ändert nichts an Saetchmos immer exorbitant guter Musikauswahl, die einen, so wie in diesem Fall hier, auch schon mal horizontal tanzen lässt. Ich leg mich am besten wieder hin.


(Direktlink)

Style: Dub
Length: 01:04:06
Quality: 320 kbit/s

Tracklist:
1.) Aligning Minds – Deep Trench
2.) Jungle Weed – Univers Parallele
3.) DownBeat dub – DUB Pulse
4.) Archa – Motion
5.) GhostChant – (S)no(w)
6.) Tara Putra – Euro Bongs
7.) Clorviolt & Illusive – We Descend As One [Milestone]
8.) Breakage – Vial feat. Burial – Original Mix
9.) Imagika Om – Kamakhya (feat. Rama)
10.) Ras Bruno – Dub’in Chessets
11.) Black Market – Space Oddity
12.) Jambow – Autumn
13.) Akin – Polar
14.) Endaf. – Waiting ft Laura James
15.) mildtape & Ebsa – Free As Air
16.) Art-X – City’s too Ruff

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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Beim Landeanflug auf Rom und was ein Zeichen an der A24 damit zu tun hat

Hier an der A24 stand über viele Jahre hinweg ein aus Dosen oder Ähnlichem zusammengebasteltes Peace-Zeichen, das sich immer im Wind um die eigene Achse drehte. Wenn man dort vorbei fuhr, wusste man, dass man etwa die Hälfte zwischen Berlin und Güstrow weggefahren hatte. So zumindest meine Erinnerung daran – kann sein, dass es in Kilometern gemessen so nicht ganz genau passt. Jenes Peace-Zeichen tauchte damals neben der Autobahn kurz nach dem Mauerfall auf. Einer Zeit, in der ich aus familiären Gründen mal öfter noch nach Güstrow fuhr und jenes Zeichen für mich den Mittelpunkt des Weges dorthin markierte.

Nachdem ich dann nicht mehr nach Güstrow fuhr, war dieses Zeichen immer noch ein Hinweis darauf, fast zu Hause zu sein, wenn man aus dem Norden kam. Fast die A19 und dann den Berliner Ring erreicht zu haben. Wenn wir von der Ostsee kamen. Wenn wir aus Hamburg kamen. Wenn wir von der Fusion kamen. Da war immer dieses Peace-Zeichen, das sich drehte und das dir klarmachen konnte, dass du fasst schon zu Hause bist.

Seit 2-3 Jahren steht es dort nicht mehr. Ist einfach so weg. Der Hof dort hinter steht immer noch, aber das Zeichen ist verschwunden. So, als wäre es nie dort gewesen. Als Wegweiser. Als Forderung. Als Auftrag. Als Markierung. Jeder, der dort mal vorbeikam muss es gesehen haben.

Das wirft Fragen auf. Warum dreht es sich dort nicht mehr? Warum ist es weg? Wer hat es abgebaut? Warum weiß trotzdem jeder um genau diese Stelle, wenn er an dieser vorbeifährt, auch wenn sich das Dingen dort trotzdem nicht mehr dreht?

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Das alles kam mir gerade in den Sinn, als mir Paul sein Foto eines Landeanflugs auf Rom schickte. Er schreibt: “
Schönheit am Weg: Das hat mir heute das Herz erwärmt. ??
Gesehen beim Landeanflug auf Rom“.

Irgendwie musste ich an die A24 denken – und hoffte kurz, dass dieses Zeichen auf einer Weide in Italien mindestens so lange vom Flugzeug ausgesehen werden kann, wie das sich gefühlt schon immer an der A24 drehende, graue Peace-Zeichen.

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Aal gegen Oktopus, dann gegen Taucher

So ein Leben als Oktopus vor Hawaii ist auch nur so lange geil, bis ein Aal dir an den Kragen will. Dann musste dir halt irgendwas einfallen lassen und womöglich auch ein bisschen was opfern. Zumindest dann, wenn dir der Rest deines Salzwasserlebens noch irgendwas wert sein sollte. Vielleicht verpisst sich der Aal dann ja und versucht, den Taucher zu fressen, der gerade das tolle Filmchen deiner gelebten Misere aufnimmt. Erstmal volltinten, den Penner.


(Direktlink, via Sploid)

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Adventskalender 2016, Türchen #14: Sarah P. – 27th Bday Mixtape

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Sarah ist hier, so glaube ich, nicht zum ersten Mal im Blog gelandet. So hat sie schon für Mmoths und die Sun Glitters gesungen. Das nachdem sie eine ziemlich erfolgreiche Karriere beim Indie-Duo Keep Shelly in Athens aufgab, um sich auf Solopfade zu begeben.

2015 erschien ihre Debut-Solo-EP Free, im Mai kommt dann ihr erstes Solo-Album, von dem am 06. Januar die erste Single ausgekoppelt wird. Und hier sorgt sie für einen Mix, der ziemlich außergewöhnlich klingt. Weil er musikalische Grenzen einreißt und ganz eigen daherkommt. Elektronische Indie-Mucke, wie ich sie hier eher selten habe. Gefällt mir ziemlich gut.

Sarah hat heute Geburtstag und feiert ihren 27. In diesem Zuge hatte sie sich das Türchen am 14. gewünscht. Nun denn. Feier schön, Sarah, und bleib musikalisch so eigenständig wie bisher.

Außerdem könnte dieser Mix der Beweis sein, dass sich Soundcloud tatsächlich mit der Verwertern geeinigt hat, denn ob der mit dieser Tracklist in den letzten Jahren durchgegangen wäre? Ich bin mir da nicht ganz sicher.


(Direktlink)

Style: Indie
Length: 00:44:12
Quality: 320 kbit/s

Tracklist:
Providence (Album Version) – Sonic Youth
Obama – ANOHNI
Here – Christine & the Queens
Frozen To Death – Kadebostany
50:50 – Sad Lovers & Giants
A Line In The Sand – Pj Harvey
Fulfilling Romance – Teddy
Reptile – The Church
It’s Alright – Echo & The Bunnymen
Whatever – Roisin Murphy
Street Song – Matthew Dear
You Wouldn’t Understand – Sarah P.

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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Surfen 2015 auf Neil Youngs „Cortez The Killer“

Jetzt, so kurz nach Mitternacht, wo eh viele schon im Bett sind und so…

Ich habe diesen Tab seit Tagen offen. Wie ich immer viele Tabs tagelang offen habe, um sie dann vielleicht doch sang- und klanglos irgendwann zu schließen. So hier nicht.

„A cinematic Journey through the Indian and Pacific oceans over the span of 2015.“

Wir schreiben das Jahr 2015, irgendwo auf den Wellen zwischen des Indischen und des Pazifischen Ozeans reiten Surfer auf ihren Brettern. Dazu singt Neil Young sein mittlerweile über 40 Jahre altes Lied. Und alles passt in diesen Momenten irgendwie so gut zusammen wie kaum was anderes; punkt.

Filmed and Edited by: Tom Jennings.

Surfers:
Jay Davies
Luke Campbell
Taj Burrow
Brendon Gibbens
Creed McTaggart
Mitch Coleborne
Sam Jervis
Kelly Slater
Alex Gray
Jack Robinson
John John Florence
Yago Dora
Andrew Doheny
Ozzie Wright
Dion Agius
Dillon Perillo
Dane Reynolds
Craig Anderson.
Music:
Gustav Holst – Venus (The Planets)
Neil Young – Cortez The Killer

https://vimeo.com/193358188
(Direktlink)

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Ein Fahrrad aus den 1940ern: Bowden Spacelander

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(Foto: Brooklyn MuseumCC BY 3.0)

Benjamin Bowden war Industrie-Designer und entwarf Autos, designte Sportwagen, diesdas. Ende der 1940er entwickelte er auch ein Fahrrad mit Elektromotor, das erst 1960, nur in den USA und ohne den Motor in Kleinserie ging. Das Bowden-Spacelander.

„Bowden gestaltete das Spacelander-Fahrrad 1946 als Beitrag zu der Londonern Großausstellung „Britain Can Make It“ im Victoria and Albert Museum. Bowden brach für das Fahrrad mit der bisherigen Tradition des Fahrradbaus. Anstelle von verschiedenen Rohren, die miteinander verschweißt wurden, entstand das Spacelander aus zwei Pressstahlrahmen, die miteinander verbunden einen hohlen Körper formen. Das Modell von 1946 enthielt einen Elektromotor, der auf Abfahrtsstrecken und beim Bremsen Energie sammelte, die dann bergauf vom Fahrer abgerufen werden konnte. Die Batterie im Fahrrad versorgte ebenso Licht, Hupe und ein eingebautes Radio mit Strom. Damalige Fahrradproduzenten betrachteten das Gerät als zu exotisch und wollten es nicht bauen. Das von Bowden vorgestellte Pressstahlverfahren wurde später von Honda für seine Mopeds und Piaggio für seine Vespas benutzt, beide begründeten damit einen Massenmarkt für preiswerte Motorroller.

Erst 1960 ging das Fahrrad in den Vereinigten Staaten in einer Kleinserie in Produktion. Das Fahrrad verzichtete auf den Elektromotor, Licht und Hupe waren aber weiterhin batteriebetrieben. Das Spacelander war aus Glasfaser statt aus Stahl, wog aber immer noch über 20 Kilogramm. Anstelle des revolutionären Antriebskonzeptes mit einer starren Welle benutzte das Spacelander einen konventionellen Kettenantrieb. Das Modell erschien in sieben Farbvarianten. Mit 522 verkauften Exemplaren fand es jedoch kaum Abnehmer und der Produzent ging Konkurs. Obwohl Bowden auch in seiner amerikanischen Karriere zahlreiche Erfolge erzielte, soll er innerlich nie den Misserfolg des Spacelanders verwunden haben.“
(Wikipedia)

Ich verstehe das. Was für’n Fahrrad!

1960 Bowden Spacelander from pics

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