Das neue Album ist schon ein paar Wochen alt und es ist durchweg wundervoll. Florian Seyberth von Boozoo Bajou hat wohl auch im Zuge dessen einen DJ-Slot beim Glastonbury Festival bekommen. Das hier ist der Mitschnitt davon. Süße Träume aus Klang als perfekter Wochenend-Exit.
Florian Seyberth from Boozoo Bajou came all the way from Germany to play this excellent set for us at Glastonbury 2014.
(Mixmaster Morris)
Wenn man sieht, wie vier Leute auf einen losgehen und auch dann nicht von ihm ablassen, wenn er schon am Boden liegt, würde man – davon gehe ich jetzt mal aus – die Polente rufen. Doof nur, wenn die schon vor Ort ist und von genau ihr die Gewalt ausgeht. Gestern geschehen am Görlitzer Park.
Interessant daran finde ich, dass dort so etwas wie Zivilcourage aufkommt. Aber wem nützt die schon, wenn sich diese der Polizei widmet.
Bei Angriffen aus einer Gruppe von etwa 60 Personen heraus wurden gestern Nachmittag sechs Polizisten verletzt. Gegen 17.45 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei zum Görlitzer Park, da zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Personen in eine Schlägerei verwickelt waren. Im Park eingetroffen, sahen die Beamten einen 25-jährigen verletzten Mann, der am Ohr stark blutete. Bei der nun folgenden Sachverhaltsklärung mischten sich zunächst mehrere Personen, die kurz zuvor an einer Demonstration von Neukölln nach Kreuzberg teilgenommen hatten, lautstark in die Ermittlungen der Beamten ein. Darüber hinaus stellte sich ein 22-jähriger Mann den Beamten in den Weg und störte sie bei der Sachverhaltsaufklärung. Nachdem die Polizisten ihn vergeblich des Platzes verwiesen hatten und die Behinderungen anhielten, zog ein Beamter den Störenfried zur Seite, woraufhin sich eine Personengruppe von bis zu 60 Personen in das Geschehen einmischte und die Einsatzbeamten attackierte. Aus der Gruppe heraus wurden zwei Fahrräder gegen die Beamten geschleudert, wodurch ein Polizist eine Kopfverletzung erlitt, die später in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Mit Unterstützung weiterer hinzugerufener Polizisten wurde die Personengruppe abgedrängt und zwei Männer im Alter von 32 und 46 Jahren sowie eine 33-jährige Frau festgenommen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Insgesamt sechs Beamte wurden bei den Angriffen verletzt.
Klingt erstmal alles nachvollziehbar, nur das Video dieses Vorfalls gibt einen ganz anderen Einblick, als das, was da an Pressemitteilung zusammengeschrieben wurde. Die Polizei, Freund und Helfer.
[Update] Nachdem das Video nun doch einen nicht unerheblichen Kreis durchs Internet gefahren ist, hat sich die Polizei Berlin wohl gedacht, dass die erste Pressemitteilung vielleicht dann doch nicht ganz reichen würde und gerade eine zweite zu dem Vorfall nachgeschoben.
Nach der Veröffentlichung eines Videos im Internet, auf dem die Festnahme eines 22-jährigen Mannes am Görlitzer Park zu sehen ist, möchte die Polizei Berlin folgende Ergänzungen bekanntgeben:
Das veröffentlichte Video zeigt nur einen Ausschnitt der Ereignisse vom vergangenen Samstag, 5. Juli 2014. Vorausgegangen war ein Polizeieinsatz anlässlich einer Schlägerei am Görlitzer Park, bei der ein 25-jähriger Mann schwer am Ohr verletzt worden war. Die alarmierten Polizisten kümmerten sich zunächst um den Verletzten und alarmierten die Berliner Feuerwehr. In der weiteren Folge nahmen die Beamten die Personalien des jungen Mannes auf und versuchten nun, den Sachverhalt aufzuklären und die Täter der gefährlichen Körperverletzung zu ermitteln. Hierbei wurden die Polizisten hartnäckig gestört. Der in dem Video zu sehende Mann, ein 22-Jähriger, behinderte die Beamten mehrfach bei ihrer Arbeit und verhinderte, dass die Beteiligten der Schlägerei ermittelt werden. Der Abgebildete erhielt nun einen Platzverweis, dem er nicht nachkam, so dass er weggeführt werden musste. Nachdem sich der Einsatzbeamte nun dem mittlerweile im Rettungswagen sitzenden Verletzten zugewandt hatte, ging der 22-Jährige erneut auf die Beamten zu. Hier beginnt die Videoaufnahme.
Ein Polizist wollte die Personalien des jungen Mannes feststellen, um ihm dann einen so genannten qualifizierten Platzverweis auszusprechen. Hier widersetzte sich der auf dem Video zu sehende Mann und versuchte sich zu entfernen, so dass er von den Einsatzbeamten festgehalten werden musste und zu Boden gebracht wurde. Der Mann versuchte sich der Personalienfeststellung zu entziehen, indem er sich auf seine Arme legte und damit verhinderte, dass die Beamten ihn zur Identitätsfeststellung zu einem Polizeifahrzeug führen konnten.
Als Kind war ich fasziniert von der Idee, eine kleine Schatulle zu besitzen, die nur ich hätte öffnen können. Da hätte ich dann all das drin versteckt, was mir damals wichtig war. Meine doch recht stattliche Sammlung von Abziehbildern zum Beispiel. Aber ich bekam so eine Schatulle nie und aus Mangel daran packte ich all mein Zeug in eine Alu-Box mit Klappdeckel. Diese vergrub ich dann mit 13 im Garten meines Vaters. Später wurde der verkauft und immer wenn ich in der Nähe bin, denke ich kurz darüber nach, ob meine Schatulle von damals wohl noch in der Erde dieses Gartens steckt, aber darum soll es ja nicht gehen.
Sondern eher um diese kleine Sammlung von Trickboxen, die beweisen, dass ich mit meiner einstigen Faszination dafür nicht alleine war. Das dritte Exponat ist ein Knaller!
Jasper aka Vandera hat sich mal wieder hingesetzt und basslastige Perlen auf eine akustische Kette gefädelt. Am Ende besteht diese bei 90 Minuten aus nicht weniger als 64 Tracks. „Halfstep“ nennt er das ganze. Ich nenne es den perfekten „AfterPartynachHausekommSoundtrack.“ Ja. Alleine die Tracklist! Wie Sahnekaramell für die Ohren und auch für den Bauch, wenn man nur den Bass weit genug aufdreht, was ich hiermit tue.
Tracklist:
01. Skyphos – Fly Like a Bird [Deep Heads]
02. Queensway – Run [Blu Mar Ten Music]
03. Om Unit – Le Singe [Om Unit]
04. Vandera & Lickz feat. Inky Jack – Ring the Alarm [Good Looking Records]
05. Doc Scott – Tokyo Dawn [Earth]
06. Synkro – Look At Yourself (Djrum Remix) [Mindset]
07. Thunderball – Solar [Eighteenth Street Lounge Music]
08. Nuage & N4M3 – Sunday Morning [Translation]
09. Jan Mayen – Boozoo Bajou [Apollo]
10. KRTS – Bonehead [Project Mooncircle]
11. Phaeleh – Never Fade [Afterglo]
12. Etherwood – Falling Out of Consciousness [Med School]
13. Grenier – Be Here Now [Voids]
14. Indigo – Azha [Apollo]
15. Om Unit & Sam Binga – Triffidz [Exit]
16. Synox & Psyko Konceptor – The Sky [Soul Deep]
17. Atom – Analog Books [IM:Ltd]
18. Major Lazor feat. Chronixx – Where I Come From [Free]
19. Vandera – Anandamide [Good Looking Records]
20. Amit – Changes [Function]
21. Ital Tek – Hyper Real [Civil Music]
22. A Sides & MC Fats – Crazy 2006 [Eastside]
23. Stumbleine – Cherry Blossom [Monotreme]
24. Seba – Soul 2000 [Good Looking Records]
25. Nitin Sawhney – Dead man [V2]
26. Amit – Lost Voices [Commercial Suicide]
27. The Herbaliser Sensual Woman [Ninja Tune]
28. Klute – Birdland [Commercial Suicide]
29. Ulrich Schnauss – Between Us And Them [City Centre Offices]
30. Om Unit feat. Kromestar – Lightworker’s Call [Civil Music]
31. Notorious B.I.G. feat. Method Man – The What [Bad Boy]
32. Jafu – What’s Your Theory [Deep Heads]
33. Vandera & Red Eyes – Northern Lights [Broken Music]
34. Lung – Too Cold to Start a Fire [Med School]
35. Rae & Christian feat The Jungle Bros – Play On [Grand Central]
36. Glen E.Ston – Black On Ice [IM:Ltd]
37. Nanobyte – Honour [Abyssal Audio]
38. Thievery Corporation – Amerimacka [Eighteenth Street Lounge Music]
39. Lung & Phaeleh – Open Palms (Feat. Rachel K Collier) [Med School]
40. Om Unit – Ulysses [Civil Music]
41. Synkro – Acceptance [Apollo]
42. Everything But the Girl – Mirrorball (DJ Jazzy Jeff Remix) [Virgin]
43. Kromestar – In 2 Minds [Cosmic Bridge]
44. Cutworks & Bulb feat. Julia Marks – Against The Grain [Occulti Music]
45. DFRNT – Dark Blue [Cut]
46. Nightmares On Wax – Les Nuits [Warp]
47. J-Laze – Lazy Dayz [Looking Good Records]
48. Bebel Gilberto – Aganjú [Atlantic]
49. Amit – Immortal [Commercial Suicide]
50. Sunny Crimea & Physical Illusion – Fading Shadows (Stunna Remix) [Respect]
51. delPurr & Eraser – Imagine [Blu Mar Ten Music]
52. Dolphin Boy – Shake It Loose [Tummy Touch]
53. Sven van Hees – Bypass [Life Enhancing Audio]
54. Stumbleine – Nicotina [Self Release]
55. Skyphos – Stardust [Deep Heads]
56. Frederic Robinson – Mixed Signals [Blu Mar Ten Music]
57. Architech – Strange Territory [Authentic]
58. Queensway – Away [Audio Plants]
59. Ken Ishii – Endless Season [R&S]
60. Stray – Frost [Med School]
61. Frederic Robinson – Shut [Blu Mar Ten Music]
62. Truby Trio – Bad Luck [Compost]
63. Harlem Zip Code – Where Will You Go [Red Melon]
64. Stumbleine – Silhouette [Self Release]
Ich bin mit Rudi gerade auf der Rückfahrt vom durchaus schönen Moxxom Festival. Wir hören unseren alten Hedo-Mix, den wir vor zwei Jahren bei ganz viel Sonnenschein aufgenommen haben und da fällt mir auf, wie sehr ich dieses Lied liebe.
Jopp, ich gestehe, ich bin nicht mehr allzu weit vom dreißigsten Lebensjahr entfernt und spiele immer noch Computerspiele. Schrecklich infantil, ich weiß.
Gründe für meine doch recht späte Begeisterung für Computerspiele gibt es einige, der vermutlich ausschlaggebendste wird sein, dass ich keineswegs ein Digital-Native bin, der erste internetfähige Rechner stand erst nach meinem 18. Lebensjahr im Haus meiner Eltern, dementsprechend war viel nachzuholen und ich bin halt immer noch dabei…
In den letzten Tagen fiel mir dann aber ein Spiel auf, was aus der Reihe der Taktik-Shootern, von Patriotismus und Kriegsverherrlichung strotzenden Ego-Shootern, immer gleich bleibenden und trotzdem millionenfach verkauften Sportsimulationen auszubrechen scheint.
Die Rede ist von ‚Valiant Hearts – The Great War‚, einem Spiel was anlässlich des 100. Jahrestags des Beginns des 1.Weltkriegs veröffentlicht wurde. Auch wenn der Titel zunächst jedes bellizistische geneigte Herz höher schlagen lässt, es geht diesem Spiel keineswegs darum mit Gewehr- und Granateneinsatz zu begeistern und mal wieder einen der historischen Kriege für die gewählte Seite zu entscheiden. Es geht vor allem darum ‚dem Krieg alles Glorreiche‘ zu nehmen, wie der Spiegel titelt. Die Macher dieses Spiels möchten dem Spieler, grafisch inszeniert wie eine Graphic-Novel, deutlich machen, dass Krieg mal echt nicht so geil ist.
So schlüpft man im Spiel in die Rolle des französischen Zivilisten, aber schon bald Soldaten Emile, der sich mit seinem treuen Begleiter, Hund Walt und dem amerikanischen Fremdenlegionär Freddie, auf die Suche gibt nach seinem im Kriegsgewirr verlorenen Schwiegersohn Karl begibt. Die gesamte Story wird getragen durch Informationen von Zeitzeugen oder Briefen von den Fronten, Historiker beteiligten sich an der Entwicklung und so schaffte man es eine verschreckende, aufklärerische und zeitgleich unterhaltsame Verbindung zwischen einem fiktiven, kindlich erscheinenden Computerspiel und den wahren Begebenheiten, Schrecken und vielen Verlusten des ersten Weltkriegs zu knüpfen.
„Am Ende von „Valiant Hearts“ hofft man nur noch, dass dieser Wahnsinn aufhört. Wie immer wieder im Spiel möchte man an der Menschheit verzweifeln, aus dem Grund, dass sie so etwas wie den Ersten Weltkrieg zugelassen hat. Ganz naiv und ganz unmittelbar wirkt „Valiant Hearts“ dann. Doch die Kriegsmaschine läuft weiter, will gefüttert werden mit dem Leben von Hunderttausenden.“
Ich für meinen Teil war von dem bisher gesehenen dieses Spiels doch recht begeistert und freue mich darüber endlich mal wieder etwas ‚Anderes‘ auf Monitor oder TV zu sehen, woran ich euch hiermit teilhaben lassen wollte.
Nachtrag:
Gerade eben bin ich noch über einen weiteren Trailer gestolpert, der sogar in deutscher Sprache daher kommt:
Nur wenige DJs imponieren mir so sehr, wie Mixmaster Morris das tut. Die englische Ambient Ikone spielt immer ein so dermaßen breitgefächtertes Programm, das man ob der Banbreite fast ein wenig neidisch werden könnte. Außerdem dürfte kaum ein anderer in den letzten Jahren den Ambient so vehement und so konsequent über die Soundsysteme der Welt getragen haben. Großartiger Tüp*.
Die ersten 25 Minuten hiervon, aufgenommen vom Boiler Room London, nehmen den Platz für ein Interview ein, danach aber gibt es cremigste Sounds, die wie nichts anderes zu 30° Celcius passen. Der Audio-Download findet sich dort auch.
Und die Moral von der Geschicht: immer ruhig bleiben und ganz locker durch die Hose atmen. Hier sehr schön auf den Punkt gebracht von Gabriel Grapperon.
Für all die Leute, die letztes Wochenende auf der Fusion waren und eventuell immer noch ein wenig unter den Nachwirkungen des gelebten Hedonismus zu leiden haben, gibt es vom netten Mr. Forthright ein kleines Tutorial-Video, wie ihr diesen weltlichen Genüssen am besten widerstehen könnt. Bei mir hat es geholfen.
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