Riesengutes Popeye Tattoo von Alina Fokina.
(via TDW)
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(Foto: © Thomas Kläber)
Ich bin dann doch etwas zu jung, als das ich mir in der DDR die Nächte in irgendwelchen Tanzschuppen um die Ohren hätte schlagen können. Das begann bei mir erst kurz nach dem Fall der Mauer und hätte ganz sicher auch einige spannende Bilder gegeben, aber darum soll es nicht gehen.
Thomas Kläber, der bis heute als Fotograf tätig ist, war Ende der 70er schon alt genug, um mit seiner Praktica MTL die Disco seines Dorfes besuchen zu können, die eigentlich eine Kneipe war. „Die Dorfdisco war nun mal ein Teil des Landlebens.“, sagt er. Und so sahen es wohl viele der damals Tanzlüstigen im Südbrandenburgischen. Man traf sich dann eben in jener Kneipe in Beyern um das Wochenende gebührend zu betanzen. Was junge Leute halt so machten, heute noch so machen, wenn auch anders – womöglich.
Dabei konnte Kläber Fotos machen, die einen Alltag wiederzugeben vermögen, wie man sie heute nur sehr selten zu sehen bekommt. Das ganz normale Leben aufm Dorf. Am Wochenende. Mit Bier, mit Schnaps, mit Musik, mit Kumpels, mit Liebe und mit all dem, was da eben zu gehört. Mit viel weniger Stock im Arsch, als das all die Fotos zeigen, die man heute aus den Diskotheken zu sehen bekommt. Platz für Fratzengeballer gab es damals keinen, dafür aber Authentizität. Genau diese hat Kläber auf seine Fotos gebannt. Tanzen aufm Dorf. Einestages hat neben einer superschönen Fotostrecke, die sich eigentlich erst in ihrer Gesamtheit zu einem Bild zusammensetzen mag, auch einige lesenswerte Statements des damaligen, vielleicht eher unfreiwilligen Chronisten.
„Es sind Bilder wie von einem Film-Set. Einem Film, der in der DDR spielt. Schwarzweiß. Irgendwo, tief in der Provinz. In einer Kneipe mit Sprelacart-Tischen und Mustertapeten im blassen Licht von Leuchtstoffröhren. Es ist Ende der siebziger Jahre. Die Männer tragen strähnige Langhaarfrisuren, karierte Hemden, Jeansjacken; die Frauen kurzärmelige Strickpullis oder weiße Blusen zu frisch geföhnter Dauerwelle, die Wirtin trägt Kittelschürze. Jedes Foto zeigt eine Szene, jedes Bild scheint eine Geschichte zu erzählen. Zugleich wirken sogar Details wie selbstverständlich, zufällig, authentisch – wohl deshalb, weil es gar keine Bilder aus einem Film sind. Was hier zu sehen ist, ist das echte Leben.“

(Foto: © Thomas Kläber)

Thomas Kläber hat seine Erinnerungen in Form von allerhand Aufnahmen aus den Jahren 1978 – 1980 jetzt in ein Buch binden lassen, welches beim Expose Verlag erschienen ist und den ausdrucksstarken Namen „Tanz“ trägt.
„Festivität, Dorffest, Schwof – so könnte es in den 1970ern in einem kleinen Ort in Irland, Belgien oder dem Ruhrgebiet stattgefunden haben. Tatsächlich liegt der Schauplatz in Beyern in der DDR, was aber sonst von geringer Bedeutung ist.
Ein Panorama menschlicher Emotionen tut sich auf und verdichtet sich zu einer mitreissenden Bilderzählung, in die wir dank der hautnahen Präsenz des Fotografen eintauchen können, um uns dann verwundert zu fragen, ob auch wir jemals so berührend/beglückend menschliche Nähe erfahren haben. Eine Ballade aus vergangener Zeit!“
Da würde ich wirklich nur allzu gerne mal drin schmökern wollen.
Einen Kommentar hinterlassen[Update] Ray weißt gerade darauf hin, dass dieser Mix genau jener ist, den es vor ein paar Tagen erst im Ucon Mixcast gab. Und das stimmt leider. Schade. Ich hatte das in der Euphorie gar nicht mitbekommen. Mhmmm.
Soll mal keiner sagen, die Macher da bei detektor.fm würden für ihren Plattenkoffer kleine Brötchen backen. Wohl auch deshalb packen sie mit der neusten Ausgabe ein extra üppiges Krustenbrot auf den Tisch. Robot Koch heißt der Gast und spielt Platten, die seine musikalische Sozialisation mit ausgemacht haben. Genau das Richtige um entspannt in ein Wochenende zu gleiten. Klasse!
Im Plattenkoffer ist diesen Monat niemand Geringeres als Robot Koch. Der gilt schon seit vielen Jahren als Europas Vorzeigeproduzent für fortschrittliche elektronische Musik rund um den großen Nenner Hip-Hop. Neben vielen eigenen Veröffentlichungen hat Koch in der Vergangenheit auch als Remixer und Produzent für Künstler wie Casper oder D E N A gearbeitet.
Tracklist:
1. Laura Veirs – July Flame
2. El Michels Affair – Incarcerated Scarfaces
3. El Michels Affair – Duel Of The Iron Mics
4. The Caretaker – In The Deep And Dark Hours Of The Night
5. The XX – Angels
6. BINKBEATS Beats Unraveled #3 – Without You by Lapalux
7. Max Richter – Organum
8. Linda Perhacs – Hey, Who Really Cares?
9. Jessy Lanza – Kathy Lee
10. Robot Koch x Kuhn – Sludge
11. London Grammar – In For The Kill
12. Robot Koch – Calle Tierra
13. Hiroshi Matsumoto & Hideo Ichikawa Quartet – Serenade To A Dimly Lit Street
14. Fela Ransome Kuti & The Afrika 70 – Gentleman
15. David Axelrod – The Sick Rose
Letztens ging noch dieser leicht überspitzte Entwurf für die neuen Sperrtafeln von YouTube rum. Ich fand den eigentlich ganz witzig und ging davon aus, dass das nur Quatsch sei. Nun hat YouTube tatsächlich auf das Urteil des Landgerichts München reagiert und seine Begründungen für das Geo-Geficke an dieses angepasst. Und, ja nun, auf den GEMA-Verweis, der der GEMA ja so auf den Saque ging, will man im Hause YouTube wohl dennoch nicht verzichten. Ob der GEMA das nun so recht ist, ist bisher nicht bekannt. Der von ihr gefeierte Sieg allerdings geht zumindest ansatzweise flöten – das hatte man sich bestimmt anders vorgestellt.
(via Blogrebellen)
Ein Simpsons Couch Gag vom Oscar-nominierten Regisseur Sylvain Chomet. French style. Da wird kaum ein Klischee ausgelassen.
(Direktlink, via Doobybrain)
Wie immer ein sich nicht selber ganz zu ernstnehmendes Feature von Artes (Fast) Die ganze Wahrheit.
Wer er genau ist, weiß niemand – dabei ist Banksy der berühmteste Sprayer der Welt. Ursprünglich stammt er aus Bristol, wo er Züge und Gebäude besprühte. Als er mit 18 fast geschnappt wird, greift er zu selbst gefertigten Schablonen, um schneller arbeiten zu können. Seine Werke machen sich böse und poetisch über Missstände lustig. Allmählich wird er international bekannt.
(Direktlink, via Just)
Die Drei hier waren im Juni 2013 für eine Woche mit dem Rucksack und dem Zelt in den Wüsten von Utah, Arizona und New Mexico unterwegs. Das ist ihre kurze Reisereportage und die ist ziemlich dolle schön. Auf ein ganz eigene Art und Weise. „Bevor wir gingen, wussten wir nicht, was uns erwarten oder wo wir sein würden. Die Tage waren heiß, die Nächte waren kalt, unsere Füße waren müde…“ Sieht dennoch danach aus, als hätten sie jede Menge Spaß gehabt.
Und ich würde jetzt auch gerne in so eine Wüste. Mit dem Rucksack. Und dem Zelt. Der Sonne. Und dem Lachen.
3 KommentareJa, liebe Kinder, wir hatten damals kein Youporn, Redtube, Pornhub und wie die alle heißen mögen (Wenn man sich die geplante Netzregulierung aktuell so ansieht, haben eure Kinder die auch nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte). Wir hatten entweder einen Vater, der eine Playboy-Sammlung hatte (mein Vater hatte natürlich keine), Erotikfilme im TV (meine äh… Eltern… hatten keinen… äh… TV) oder die Unterwäscheangebotsseiten in Versandhauskatalogen (Versandhauskata… was?!). Da war also Ebbe mit Wichsvorlagen. Dass das klar ist.
Aber, wie ich eben gelernt habe (man lernt ja nie aus), konnte man sich so Schmuddelbilder „mit Spezial-Gross-Aufnahmen“ zum „Jubel-Werbepreis“ von nur 30 DM bestellen. „Echte Sex-Magazine, die an Bildschärfe [Kaulauer] keine Wünsche mehr offen lassen.“
1981 war das. Eine Anzeige in „die Bunte“. Einer Illustrierten, wie sie eure Kinder womöglich auch nicht mehr kennen lernen werden, was bei der Bunten jetzt auch so schlimm nicht ist.

(via Von Gestern)