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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Der stellvertretende Landesvorsitzende und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft empfindet Demonstranten in Hamburg als „Abschaum“

Björn Werminghaus, seines Zeichens stellvertretender Landesvorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft, lies vorhin auf Twitter durchblicken, dass die Demonstranten, die sich für den Erhalt der Roten Flora in Hamburg auf die Straße stellen, für ihn ja gar keine keine Demonstranten, sondern nichts weiter als „gewalttätiger Abschaum“ wären.

Ausschlaggebend dafür war ein Tweet von Bohm, der auch Stunden nach der Eskalation auf den Straßen Hamburgs monierte, dass kein „Mainstream-Medium“ über die wohl 500 verletzten Demonstranten berichtete, wohl aber immer wohlfeil über die wohl 120 verletzten Beamten.

Ich hoffe gerade, dass der Twitter-Account von Werminghaus ein Fake ist, und sich ein Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft nicht wirklich zu derlei Äußerungen hinreißen lässt, auch wenn die so einiges erklären würden. Ganz sicher allerdings bin ich mir dessen nicht. „Gewalttätiger Abschaum“. Mehr wohl nicht. „Geistes Kind“ und so.

Bohm titulierte Werminghaus daraufhin als „Arschloch„; Punkt. Kann man in diesem Kontext durchaus machen, ja.

Bildschirmfoto 2013-12-22 um 22.04.18
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Adventskalender 2013, Türchen #22: Mogreens – Weichspülmaschine

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Der Kollege Mogreens hat mal seine ollen Plattenspieler angekurbelt und einige seiner Lieblingsscheiben zusammen geschoben. Wie immer mit allerhand Jazz, bissl Soul, alten Roots-Perlen und jeder Menge Dopebeats. So bunt wie der altbekannte Teller, der bei den meisten unter den Baum kommt. Da tanzt die Flamme der vierten Kerze ganz sanft hin und her.


(Direktlink)

Style: Bunter Teller
Lenght: 01:20:20
Quality: 320 k/bits

Tracklist:
None

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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Abmahn-Porn: Redtube erwirkt einstweilige Verfügung gegen Abmahner

Redtube hatte angekündigt, sich mit ihren Möglichkeiten gegen die Abmahnerei von The Archive AG, vertreten durch die Kanzlei C+U, zur Wehr zu setzen und haben jetzt am Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erwirkt, die Urmann und Kollegen den Versand weiterer Abmahnungen
untersagt. Desweiteren geht das LG Hamburg wohl davon aus, dass Streaming eben keine Urheberrechtsverletzung darstelle.

Damit dürfte Urmanns Blase jetzt endgültig platzen und er muss sich nach einer anderen Art der Geschenkefinanzierung umsehen. Sicher aber wird ihm da was einfallen. Schade finde ich ja, dass man von dem doch sehr selbstbewussten Kämpfer für das Urheberrecht seit Tagen nichts mehr zu hören bekommt. Mich würde ja schon mal interessieren, wie er die Sache jetzt so sieht.

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Adventskalender 2013, Türchen #21: Rudi Stöher – Die Zuckerratte und das Affenmädchen

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Der Rudi, Ex-Praktifant. Ich habe in diesem Jahr so einige Gigs mit ihm gemeinsam gespielt, was immer einen Heidenspass macht. Auch, weil wir musikalisch zumindest auf dem Dancefloor meistens das selbe mögen. Nicht immer, weshalb wir uns in den Sets mitunter aneinander reiben, so dass schon mal so alte Schinken wie Underworlds „Born Slippy“ oder furchtbar poppige Nummern mit durchrutschen. Am Ende aber hat sich noch niemand beschwert – im Gegenteil.

Was uns immer wieder zugetragen wird, ist das die Leute erstaunt darüber sind, wie symbiotisch unsere Sets meistens klingen und das obwohl uns über 15 Jahre trennen. Auch beim Feiern selber nehmen wir uns nicht sonderlich viel. Rudi ist ne echte Rampensau und lässt so gut wie gar nichts aus.

Auch deshalb werden wir in Zukunft ganz sicher noch die ein oder andere Stunde gemeinsam hinterm Pult verbringen.

Und weil wir uns so nahe stehen, könnte diese Tracklist bis auf kleine Ausnahmen auch genau so von mir kommen. Die also ist schon mal erste Sahne.


(Direktlink)

Style: Liebe again
Lenght: 02:20:46
Quality: 320 k/bits

Tracklist:
1. Eddi Front – Gigantic
2. Rudi Stöher – Willkommen beim Adventskalender
3. Stimming – November Morning ( Brandenburgisches Staatsorchester Version )
4. Stimming – November Morning
5. Mooryc – Simply
6. Mathew Herbert – It’s Only ( DJ Koze Remix )
7. Dubsuite – Schlafschlauch
8. Emmanuel Top – Flux
9. Ion Ludwig – SOS Tribute
10. Ripperton – Minor Interlude
11. Gold Panda – Marriage
12. Gimmix & Julei – Ciera
13. Ripperton – Spike ( feat. Hemlock Smith )
14. Nina Simone – Baltimore
15. Badbadnotgood – Hedron
16. DJ Koze – NooOoo
17. Andre Lodemann – Eyes Wide Open
18. Das Kraftfuttermischwerk – Diskontext
19. Kollektiv Turmstrasse – Ordinary ( Lake People’s Circle Motive Remix )
20. Andreas Saag – The Message ( Summer Mix )
21. Luciano – Rise of Angel ( Andrea Oliva Remix )
22. AtJazz & Fred Everything – The Beast And The Ghost
23. Daso – Awake At Night
24. Nils Nuernberg – The Morning Slap
25. Subjugator – 104 Degrees
26. Lake People – Come Over Later
27. DJ Koze – Don’t Lose My Mind
28. Robag Wruhme – Ende

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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Abmahn-Porn: Die Linke stellt “kleine Anfrage” an den Bundestag

Erst lange keine Regierung, dann dieses Schwarz-Rote Gebilde, das diesen Job übernehmen soll und jetzt gleich mal Porno im Bundestag. Gab es so auch noch nicht, wie ich glaube. Während die Pöstchen gerade frisch sortiert sind und die Sessel erstmal neu ausgesessen werden müssen, trägt die Linke schonmal diese Redtube-Abmahn-Farce in die parlamentarischen Hallen und stellt ein paar Fragen. Die so genannte Abmahndeckelung nämlich, die ja noch von Schwarz-Gelb geschaffen wurde, scheint nicht so richtig das zu deckeln, was sie deckeln sollte. Ist ja nicht so, dass einige das damals schon vermutet hatten, nein.

Nicht, dass ich glaube, dass da sonderlich viel bei rauskommen mag, aber das Thema kann auch gerne mal auf politischer Ebene debattiert werden. Da nämlich gehört es hin – gerade weil das Urheberrecht genau dort seit Jahren nicht der Realität angepasst wurde. Porno!

Inhalt der Anfrage:

1. Hält die Bundesregierung das reine Betrachten eines Videostreams für eine urheberrechtlich relevante Vervielfältigung? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen hält die Bundesregierung dies für illegal und damit abmahnwürdig?

2. Sieht die Bundesregierung Bedarf, rechtlich verbindlich zu regeln, ob das reine Betrachten eines Videostreams eine Vervielfältigung darstellt? Wenn ja, gibt es dafür bereits konkrete Pläne?

3. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus dem Vorgehen der Anwaltskanzlei U+C vor dem Hintergrund, dass das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken Massenabmahnungen eigentlich unterbinden sollte und eine Deckelung der Anwaltskosten zum Ziel hatte?

4. Wie beurteilt die Bundesregierung die bisherigen Auswirkungen des Gesetzes gegen unseriösen Geschäftspraktiken, insbesondere in Bezug auf Massenabmahnungen bei Urheberrechtsverletzungen im Internet?

5. Sieht die Bundesregierung Bedarf, weitergehende Regelungen einzuführen, um Massenabmahnungen, wie die der Anwaltskanzlei U+C, zu unterbinden? Wenn ja, welche Regelungen wären dies?

6. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus der möglicherweise rechtlich fragwürdigen Beschaffung der IP-Adressen der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer durch „The Archive AG“?

7. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus der Anordnung des Landgericht Kölns, Nutzerdaten herauszugeben, obwohl die rechtliche Frage, ob das reine Betrachten eines Videostreams eine Urheberrechtsverletzung darstellen kann, rechtlich nicht abschließend geklärt ist?

8. Sieht die Bundesregierung Bedarf, Gerichten eine Einzelfallprüfung bei Auskunftserteilungen unter Verwendung der Verkehrsdaten vorzuschreiben, um ungerechtfertigte Abmahnungen zu vermeiden?

9. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, sich gegen eine unberechtigte Abmahnung zur Wehr zu setzen, vor dem Hintergrund, dass der Auftraggeber der Anwaltskanzlei U+C „The Archive AG“ seinen Sitz in der Schweiz hat?

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Adventskalender 2013, Türchen #20: Mike Butterfinger – I’ll Eat Ravioli For Christmas

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Wenn man René aka Mike Butterfinger um einen Mix bittet, weiß man anfänglich nicht ganz genau, was man da wohl kriegen wird. Die Konstante heißt da schlicht Überraschung. Und es kommt immer genau das, was man nicht erwartet. Mal kommt er mit Rave-Buletten aus den 90ern, dann mit Spagettiwestern-Soundtracks und Film-Edits. Nur eines ist vorneweg schon mal klar: Reggae gibt es definitiv keinen.

Das Ding hier aber bringt Musik mit sich, die ich auf den Festplatten von René nicht mal vermutet hätte: Jazz, alte Soulperlen, natürlich Dopebeatz wie die von Nightmares On Wax, aber auch -w00t- Emmanuel Top, The Gaslamp Killer, ordentliches Technogerumpel, Disco gar und dann immer wieder die filmischen Soundscapes. Und das beste daran: der Kerl hat das alles dann auch technisch noch superb gemixt. Auch wenn die Tracklist das auf den ersten Blick nicht vermuten lässt.

Auf so einen Mix muss man dann auch schonmal 8 Wochen warten, dafür aber hat der es echt in sich. Lieblingsmusik so zu verbinden macht man halt nicht mal so nebenbei an einem Abend.


(Direktlink)

Style: All or Nothing
Lenght: 02:07:11
Quality: 256 k/bits

Tracklist:
1. Karel Svoboda – Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
2. Nightmares On Wax – So Here We Are
3. Emmanuel Top – Opening
4. Boom Bip & Charlie White – Baylee
5. The Horrors – I Can See Through You (Blanck Mass Remix)
6. Radio Spot (Barbarella)
7. Henry Mancini – What Is This Thing Called Love (Cole Porter)
8. Stanley Myers – Can’t Take My Eyes Off You (Deer Hunter)
9. Barry De Vorzon – The Fight (The Warriors Soundtrack)
10. Dave Ball, Genesis P. Orridge – Muzak For Frogs
11. Jon Hopkins – Open Eye Signal
12. Jon Hopkins – Collider
13. FKA – Water Me
14. Jonny Greenwood – Alethia (The Master)
15. Elmer Bernstein – Main Title (To Kill A Mockingbird)
16. Emerson, Lake & Palmer – Lucky Man (Moog Soundtrack)
17. Ennio Morricone – Friends (Once Upon a Time in America)
18. A Whale Of A Tale (20,000 Leagues Under The Sea)
19. Herschell Gordon Lewis – She-Devils On Wheels Radio Spot
20. Nightmares On Wax – Give Thx
21. Pepe Deluxe – My Flaming Thirst
22. The Gaslamp Killer – Carpool Dummy (feat. Mophono)
23. Raffertie – Build Me Up
24. Fred Karlin – Robot Repair 2 (Westworld)
25. The Notwist – Close To The Glass
26. Junkie XL – Off The Dancefloor
27. Emmanuel Top – Genesis
28. Moderat – Milk
29. Ghostpoet – Survive It
30. Paul Williams – Tomorrow (Bugsy Malone)
31. Oynia – Dominic Frontiere (Cleopatra Jones And The Casino Of Gold)
32. Lalo Schifrin – Shifting Gears (Bullitt)
33. Johnny Pate; The Four Tops – You Can’t Even Walk in the Park
(Shaft in Africa)
34. Dave Brubeck – When You Wish Upon a Star
35. Barry De Vorzon – Baseball Furies Chase (The Warriors Soundtrack)
36. The Tiki Tiki Tiki Room
37. Luis Bacalov – Django
38. Herbie Hancock – Party People (Death Wish)
39. Burt Bacharach and Dusty Springfield – The Look Of Love
40. A Spoonful Of Sugar (Mary Poppins)
41. Klaus Doldinger – Flug auf dem Glücksdrachen (Die Unendliche
Geschichte)
42. M83 – This Bright Flash

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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Kurz-Doku: On The Road with Bassnectar

Eigentlich voll die Rockstar-Shice, die viele aus dem elektronischen Musik-Bereich zumindest hier damals so wohl gar nicht mehr haben wollten. Hier nicht und wohl auch nur erst mal nicht. Dann kamen hier Marusha und Mark Oh, die überlaufende Loveparade und all das, was diesen Anspruch für sich selber damals schon konterkariert hatte. Damals. Dann gewöhnten sich viele dran und es wurde irgendwie normal. Es wurde zu einem Business.

Fast 20 Jahre später starteten dann in Amerika Produzenten wie Skrillex oder eben Bassnectar durch und gaben keinen Fick auf das, was sich irgendwo, irgendwann mal – heute alte – Männer im Kontext zu elektronischer Musik so ausgedacht hatten. Ihr Rezept war Dubstep. Dubstep für die Massen. Sie machten ihr Ding. Heute füllen sie Stadien und bespielen den Größenwahn, den ihre Wegbereiter vielleicht so gar nicht haben wollten. Erst mal nicht.

Ich habe Bassnectar, der ähnlich wie Skrillex ja eher aus dem hart schrammelnden Musikbereich kommt, vor einigen Monaten im hierzu verhältnismäßig klitzekleinen Club, dem Berliner Gretchen gesehen. Er kommt mit einer 4-8 Mann Entourage an, lässt sich seine Laptops von seinen Rowdies verkabeln, steigt auf die Bühne und zieht seine Show durch. Dabei gibt es Vorgaben für das Publikum – Rauchen nämlich geht schon mal gar nicht und wird mit Todesstrafe Rauschmiss geahndet. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich schwanke bei diesen Bildern auch irgendwie ein bisschen hin und her. Ich bin der letzte, der einem das da nicht gönnen würde, andererseits finde ich das furchtbar albern. Immerhin ist der Mann nicht Pink Floyd, auch wenn er gerne so tut. Krass aber ist das, was der da in die Hallen stellt, dennoch und auch allemal.


(Direktlink, via Deepgoa)

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